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Jüdische Wochenschau · 1965-04-23 · 2113 (23.4.1965) · p. [Seite 16]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2113 (23.4.1965)
Date
1965-04-23
Page
[Seite 16] (sequence 16)
Language
German, Spanish
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M — ut* Wfi. — w» um Ein Stipendium von der Jugend-Alia lob, Itehak Sh., kam am M. S, M n Kairo, ^grptrn zur Welt. Meine HIter« waren Flüchtlinge; meine Mutter kam nach Aegypten mit der Jiidtsoheu Brigade während des Zweiten Weltfcrie ges. Mein Vater seligen Angedenkens war ein So Etat in Aegypten bei der britischen Armee. Meine Mutter wurde in Polen geboren und mein Vater in Deutschland. Als ich drei Jahre alt wurde starb mein Vater, und die Verantwortung für die Familie fiel auf mich; aber da ich noch minderjährig war, übernahm meine Mutter die Sorge für uns. Wir hatten eine Art Laden für Malerzeug lind zusätzlich ein Geschäft für Reisekoffer und Lederwaren Das Leben war friedlich, ohne Schwierigkeiten und sorglos. Ich besuchte eine französische Schule vier Jahre lang. Schwere Tage kamen über uns, als die Sinai-Aktion be gann. Meine Mutter wurde mehtere Male verhaftet, da sie verabsäumt hatte, ihre (ägyptische) Aufenthaltsgenehmigung zu erneuern. Ich lebte während dieser Zeit bei Freunden der Familie. Ich liess mich in eine jüdische Schule. „Tipat Chalav“, einschreiben. Hier bewies ich Talent zum Studieren, und am Ende des Jahres erhielt ich Auszeichnungen für meine Erfolge im Lernen. Nachdem meine Mutter drei Monate lang inhaftiert gewesen war. kam ein Schutz mann in das Haus meiner Verwandten, und ersuchte uns mit ihm zu gehen. Wir fuhren nach Alexandrien; hier traf ich meine Mutter, und wir gingen zu einem sowjetischen Schiff, das nach Rumänien fahren sollte. Wir durften auf dieses sowjetische Schilt dank der rumänischen Staatsbürgerschaft «seittos Vaters. Zwei Tag« danach — eine Stunde bevor das Schiff abfuhr — kanten Vertreter des Roten Kreuzes und holten uns herunter, da wir die Erlaubnis erhalten hatten, die Fahrtrichtung zu wechseln — nach Israel. Meine Mutter wurde wieder in Ge wahrsam genommen. Am nächsten Morgen kam ioh wieder zu meinen Verwandten und dann in ein Lager in Alexandrien. Drei Monate spä ter bestiegen wir das Schiff „Nefertiti“ (das heisst, meine Mutter und ich), das uns nach Griechenland brachte. Hier verbrachten wir etwa vier Wochen in einem Hotel in Athen. Wir trafen mehrere unserer Freun de, die gleich uns Aegypten verlassen konnten. Von unserem gesamten Vermögen, das wir in Aegypten gehabt haben, blieben uns nicht mehr als 20 ägypc. Pfund, die uns vom Roten Kreuz ausgehändigt wurden. Ausserdem bekamen wir in Griechenland Geld für unseren Le bensunterhalt von der Jewish Agency. Vier Wochen nach unserer Ankunft in Griechenland, schifften wir uns wieder ein, diesmal nach Lsrael. Nach zwei Tagen erblickten wir das Karmelgebirge, einige Stunden danach waren wir im Hafen von Haifa. Wir erreichten Israel am 25. September 1957. Wir verliessen das Schiff in der Nacht. Nach Beendigung aller Hafenformalitäten, bestiegen wir ein Mietsauto und fuhren nach Petach Tikva, in der Absicht., einen Onkel aufzusuchen, den wir dort wohnen wussten. Zu unserer Ueberraschung erfuhren wir, dass der Onkel oaoh Tel Aviv kam ich dann von Beerot ü bergest« de It war. Wir kehrj Jizhak nach Yawne, und ten sofort nach Haifa au : auch hier absolvierte ich mit rück und gingen zu entfern- J Erfolg. ten Verwandten, die wir dort \ Nun bin ich am Ende der ilasten Bs war am Vorabend Zwölften also stehen mir die DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 J U L I U JUAN AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 ALFREDO STERN MALERARBEITEN DEPARTAMENTOS — BUEROS — HAEUSER Unverbindliche Kostenvora nschüige für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: Vu de la Plaza 1779 y Vidal 1575 des Neujahrs, und wir verbrachten die Hohen Feierta ge mit unseren Verwandten. Nachher brachte man uns wieder zur Jewish Agency, in Haifa. Die Jewish Agency wies uns eine Schlafstätte in einem der Haifaer Hotels an und ersuchte uns zu warten, bis man etwas für uns arrangieren würde. Nach einigen Tagen erlitt meine Mutter einen Zusammenbruch und wurde in ein Spital in der Nähe von Haifa gebracht. Mich sandte die Jugend Ali ja in ein Uebergangslager, Ramat-Hadassa. Nach drei Mo naten, und nachdem ich bereits etwas Hebräisch gelernt hatte, kam ich nach Jerusa lern in die Kinderfarm Motza. Ich kam in die vierte Klasse und absolvierte sie mit Auszeichnung. Einen Teil der Ferien verbrachten wir in einem Sommerlager in Kefar Witkin, dann kam ich in die Fünfte; auch da zeichnete ich mich im Studium aus. Mitten in diesem Schuljahr wurde ich in die Sechste versetzt. und hatte auch hier wieder Erfolg. Auch die Siebte verlief leicht, ich hatte keine Schwierigkeiten Inzwischen verliess meine Mutter das Krankenhaus und übersiedelte in das alte Haus meines Onkels in Petach Tikva. Mein Onkel liess es sich angelegen lassen, meiner Mutter behilflich zu sein; er versuchte sie zu bewegen eine Arbeit aufzunehmen hatte jedoch damit wegen ihres Seelenzustandes keinen Erfolg. Bis auf den heutigen Tag hat sie sich von den Br lebnissen in ägyptischen Gefängnissen ndch nicht erholt Ich wurde Bar Mitzwa und kam in die Achte. Hier bestand ich mit Erfolg die Schlussprüfungen und erhielt ein Stipendium. Der Schuldirektor riet mir ln eine Jeschiwa einzutreten. Ich liess mich in die Jeschiwat Hadarom einschreiben und wurde aufgenommen. Nachdem ich hier etwa einen Monat gelernt habe, trat ich wieder aus, da ich fand, dass ich mehr Neigung zum MitteischuLstudium hätte. Zufällig wurde kurz danach ein Platz in den Mittelschulklassen in Beerot Yizhak (ein Kibbuz im Süden) frei, und die Jugend-Alija schickte mich dahin. Ich bestand die Probezeit mit Erfolg — obwohl ich anfänglich einige Schwierigkeiten hatte denn ich war diesen Anforderun gen zunächst doch nicht gewachsen, aber schliesslich triumphierte ich doch. Ich beendete die neunte und die zehnte Klasse mit Erfolg, und dann kam ich in die Mittelschul-Jesehiwa ,Or Etzjon“ in Schafir (ein Kibbuz der Poale Agudat Jisrael im Süden) Ich bat die Jugend Alija, mich ein weiteres Jahr in meinen Studien zu unterstützen — ich gab die Hoffnung nicht auf. Mit der ganzen Klasse Religionsfreiheit New York. — Der auf Ein ladung der Jeschiwa-Universität in New' York weilende orthodoxe Rabbiner Jano Schuck aus Budapest erklärte, dass die heute in Ungarn lebenden 70.000 Juden völlige Religionsfreiheit gemessen Der Rabbiner entgegnete auf Fragen, dass die Juden vonseiten der Regierung keinen Beschränkungen unterliegen. Sie können Synagogen bauen, die vorhandenen Jeschiwot vergrössern, sie dürfen Vieh Schächten und alle Vorschriften ihrer Reli gion erfüllen. Sie dürfen auch nach Israel auswandern. um sich mit ihren Familien zu vereinigen. (ITA) Reifeprüfungen bevor. Wieder schaue ich nach der Jugend-Alija aus, dass sie mir hilft, dieses zusätzliche Jahr zu studieren — es wird wohl das letzte sein — so dass ich mein Mittelschulstudium abrunden kann... (Dieser Jugendliche, wie viele seiner Schicksalsgenossen, erhielt ein Stipendium vom .Kanadischen Hadassa-Wizo- Werk“. zur Beendigung seiner Studien >. ZOEGLINGE DER JUGEND ALIJA STEäJLE.N IHRE WERKE ZUR SCHAU Atn 18. Februar wurde in der Kunst-Galerie Doron in Tel Aviv eine Ausstellung von Werken junger Maler, Zöglinge der Jugend-Alija, eröffnet. Die Ausstellung war sehr eindrucksvoll und bot Werke in Guasch und Aquarell. sowie Federzeichnungen. Folgende Künstler nahmen an der Ausstellung teil: Yehuda Bacon, sowohl in Israel als auch im Ausland bereits gut bekannt, gebürtig in der Tschechoslowakei, im Jahre 1946 nach Israel eingewandert. Nach Abschluss seiner allgemeinen Ausbildung pendiums der Jugend-Alija, wurde er, mit Hiife eines Stipendium der Jugend-Alija, auf der Kunstakademie aus gebildet; er war mehrere Jahre dann Lehrer an der Bezalel - Kunstakademie in Jerusalem. Yaakov Komlosch, ebenfalls aus der Tschechoslowakei im Jahre 1949 einge wandert — hat denselben Werdegang wie der Vorgenannte durchgemacht. Siani Itamar und Shimon (Brüder), im Jahre 1949 aus Yemen eingewandert, haben ihre Ausbildung im Kinder dorf Schefeja absolviert; ein weiteres Stipendium der JA hat ihnen dann die Ausbildung als Malkünstler ermöglicht. Chaya Shapir, im Jahre 1941 aus Rumänien eingewandert, ausgebildet in Ginegar (Kibbuz); zusätzlich — Stipendium für die Akademie. Die drei Aufgaben Sehr geehrter Herr Dr. Swateetwky' Wir gestatten uns hierdurch. Ihnen aus Anlass des 25jährigen Bestehens der „Wochenschau“ — unserem einzigen Publikationsorgan — unsere herzlichsten MAS- SELTOV-Wiinsche zu entbieten. Es bind drei Aufgaben, die der Generation der aais Deutschland vertriebenen Juden gestellt waren, und noch gestellt sind, nämlioh die Bewahrung und Bewährung des Wertvollen aus dem Leben der Kehillot, die wir verlassen mussten, und die untergegangen sind, das Hinüberretten dieses Wertvollen in die hier gegriindß. ten Organisationen, und deren Verwurzelung mit dem Leben .n diesem Land, die geistige Eiinordnung der Mitglieder dieser Organisationen in die ungewohnte argentinische Wirklichkeit, und die Gewinnung aller hier lebenden deutsch sprechen den Juden für das einzigartige geschichtliche Ziel des Aufbaus und Ausbau» von Palästina und später MEDINAT ISRAEL. Diesen Aufgaben haben Sie Ihre Kraft und Ihr Können gewidmet. Nicht immer bequem für Ihre Le ser, und nicht immer um mit Ihrer Linie einverstanden au sein. Aber gerade daduroh, dass Ihre Ansichten Widerspruch hervorriefen, dass sie „kein sanftes Ruhekissen“ darstellten, haben Sie das Wertvollste erreicht, wonach eine Zeitung strebt: das Unruhigwerden Ihrer Leser, die Diskussion, sei es im kleinen oder grösseren Kreis. Mehr denn je ist unsere Gemeinschaft vom Philistertum, das sie zur Zeit ihrer Einwanderung fast ganz verloren hatte, bedroht. Darum geht unser einziger Geburtstagswunsch dahin, dass Ihr gedrucktes Wort dazu beitragen möge, diese Entwicklung zum Ausruhen zum Sich Zufriedengeben aufzuhalten, und dass darüber hinaus es Ihnen gelingen möge, neue Kräfte zu wecken, denen die Verwirklichung der oben erwähnten drei Aufgaben Herzenssache ist. Wir be grossen Sie BEWIRK AT SOHALOM ASOCIACION RELIGIÖS* OONOORDIA ISRAELITA gez. PAUL FL0ISCHMANN gez. Dr. MIGUEL VILLA li ¿oísaS ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG v«n 16—18 Uhr I. L: 83-2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaítssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T.E. SO-6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HER AS

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