Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2113 (23.4.1965)
- Date
- 1965-04-23
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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▼fente», m de AMI A» IMS U * K M A » A IgliRLlTA a«» ten — im mm — * Fehlurteil im Ungarn-Prozess Oie Reaktion der Welt Und der deutsohen Oeftentlichkeit über die strafrechtliche “Liquidierung” der Ermordung von 400.000 ungarischen Juden durch Freispruch d«s Bich mann-Mitarbeiters Otto Hunsohe und Verhängung einer — bereit« durch die Untersuchungshaft fast vermissten — fünfjährigen Freiheitsstrafe fiic Eichmanns Stellvertreter Hermann Krumey reicht von Kritik zur schärfsten Empörung: Dr. Fritz Bauer der hessische Generalstaatsanwalt erklärte: juristisch unhaltbar, wir werden dagegen mit allen Rechtsmitteln ankämpfen; als Bürger erkläre ich”, so fügte er hinzu: ‘‘unglaublich”. Die in Justizfragen gewiss sehr zurückhaltende Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete dem Urteil auf der ersten Seite eine Kritik über die tiefe Kluft erwischen der Beurteilung von Schreibtischmördern und den Henkersknechten an Ort un^j Stelle. Soeben hat das Schwurgericht in Bielefeld gegen einen SS-Scharfiihrer, also einen SS-Mann ungefähr mit Sergeantenrang, auf lebenslängliches Zuchthaus erkannt, weil dieser SS-Mann, Heinrich Klaustermeyer aus reiner Niedertracht in der Zeit zwischen 1041 und 1943 neun Juden im Warschauer Ghetto umgebracht hatte, ein der Sach- und Rechtslage entsprechendes Urteil. Der SS - Obersturmbannführer Krumey, ein sS-Offizier m Rang eines Oberleutnants Und Hunsche, Volljurist und SS-Hauptsturmführer — etwa Majorsrang —, waren dagegen höhere Mitglieder im Mordteommando Eiohmann, das in wenigen Wochen die Vernichtung von 400.000 ungarischen Juden durchfiihrfce. Es war selbstverständlich, dass die Staatsanwaltschaft PELZE zu Engros-Preisen Suipacha 927 T. E. 32-3980 32-3260 von MOEBELHAUS WATERMANN Das Haas der 3 Gesclisl te mit der grosstea Aaswaht. SARM ENTO 1147 T. E. 35 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. von Dr. ROBERT M. W . KFM PIN KR für beide Täter lebenslängliche Zuchthausstrafen forderte. Wer die Dokumente der Ungarn-Vernichtung und die Zeugenaussagen keimt und diese mit einer Kenntnis des Dritten Reiches und der massgebenden Dienstvorschriften verbindet, muss das Urteil als unverständlich und juristisch untragbar bezeichnen. Hitlers Propagandaminister Goebbels hat von seinem Standpunkt aus zutreffend von einer “verworrenen Gemeinschaft” der Nazi-Aktivisten gesprochen. Der sogenannte Reichsführer der SS und Chef der Deutschen Polizei. Krumeys und Hunsches Vorgesetzter Heinrich Himmler, hat von dem nordischen Orden der SS gesprochen: wir müssen “unseren Gegnern das Blut wegnehmen.” Jahrelang haben die beiden hohen SS-Offiziere Krumey und Hunsche ihrem Führer “treu gedient”, sind befördert worden und waren Eichmanns Dezernenten. Als solche tragen sie nach den deutschen Amtsvorschriften eine eigene Verantwortung. Ihre A misste Hungen innerhalb des ungarischen Endlösungsprogramms beweisen ihre Verbrechen. Viele Stunden hat der Schwurgerichts - Vorsitzende Landgerichtsdirektor Arnold Schmidt zur Begründung seines unfassbaren Urteils benötigt. Man vernahm, das Krumey im Einsatzkommando Eichmann nur dem inneren Dienst vorgestanden und verwaltungstechnisohe Aufgaben durohgefiihrt hätte — und der Mord-Mittäter beim Raubmord, der nur die Mordwerkzeuge ladet und für den Zusammenhalt der Mord- Unter Mordanklage Mannheim. — Wegen Mordes oder Beihilfe zum Mord an 60 Polen müssen sich vier ehemalige Angehörige des SS-Selbstsehutzes in Westpreussen im sogenannten Tuchei - Prozess verantworten, der vor dem Mannheimer Schwurgericht begann. Angeklagt sind der 63jährige ehemalige SS-Standartenfiihrer Heinrich Mocek aus Duisburg-Ruhrort, dessen früherer Adjutant Wilhelm Richardt (.69) aus Gütersloh sowie der 54 Jahre alte Erich Sorgatz aus Bremen-Huchting und der 51jährige Kurt Wollenberg aus Wiedenbrück. Im Verlauf des Prozesses, der voraussichtlich zwei Monate dauern wird, will das Gericht 90 Zeugen, darunter fünf polnische Staatsangehörige hören. (AWZ> hande sorgt? Natürlich ist ®r stets ein Mittäter, wie das Reichsgericht erklärt hat. Selbst wenn es richtig wäire, dass Krumey nur eine Nebenrolle hatte, hätte eine andere Strafe im Hinblick auf die Massenmordtaten ausgesprochen werden müssen als die fünf Jahre. Bei der Begründung' des Freispruchs für Hunsche hörte man u. a.: die Besprechungen des Angeklagten in Budapest mit den Aelteren der Juden hätten wohl nur gesellschaftlichen Charakter gehabt, das Gegenteil könne man Hunsche nicht beweisen. Gebietet die Logik nicht schon allein andere Schlüsse gegenüber Hunsche zu ziehen, der seit Jahren Eichmanns amtlicher Rechtsberater innerhalb des Vernichtungsprogramms war. Mehrere deutsche Presseorgane hatten die Führung des Ungarn-Prozesses durch Landgerichtsdirektor Schmidt schon vor vielen Monaten beanstandet. Man hat erlebt, wie freundlich Entlastungszeugen und wie unwirsch Belastungszeugen behandelt wurden. Der bald nach dem Prozess verstorbene Joel Brand hat sich noch vor seiner letzten Herzattacke aufs bitterste darüber beschwert- Die Nebenkläger — Rechtsanwälte Henry Ormond und Christian Raabe — waren schon zu Beginn des Prozesses nahe daran, den Vorsitzenden wegen Befangenheit abzulehnen und haben dies offen zum Ausdruck gebracht. Leider war es strafproaessuai dafür zu spät. Dem Staatsanwalt Dr Steinbacher war mehrfach vom Vorsitzenden über den Mund gefahren worden, wie dies Proaessriohfcer sonst nicht tun. Er schied infolge von Zirkulationsstörungen aus. Bei dieser Konstellation hat ten es die Verteidiger nicht allzu schwer, das Schwurgericht von ihren mit Vehemenz vorgetragenen Verteidigurigsgriinden zu überzeu gen. Gewiss ist der Vorsitzende für das Urteil nicht allein verantwortlich. Seinen beiden juristischen Beisitzern war die Prozessmaterie bis Befehl m Kapos: „TohcWageo" Frankfurt. — „Erschlossen, ertränken und totach taget« von Häftlingen war in der Strafkompanie unser tägliches Brot”, berichtete der Warschauer Journalist Stanislaw Kaminski im Frankfurter Auschwitz - Prozess. Der ehemalige Auschwitz- Häftling bezichtigte als Zeuge den Angeklagten Dylewski, im Sommer 1941 den Kapos der Strafkompanie befohlen zu haben, alle Juden dieses Blocks umzubringen. In den Kiesgruben hätten die Kapos auf die Juden eingeprügelt und sie totgeschlagen. Kaminski: “Etwas mehr oder weniger als 20 wurden bestialisch umgebracht.” Den Zu- „ . Ir , , sammengeschlagenen hätten zum Beginn der Verhandlung , Kapos di« Kehle eingetrefr«mri r>w> Snnr>fii»n. » t _, , . . ten. Einer der Kapos habe bei Dvlewski gute Worte für einen Jüdischen Jungen eingelegt. Der SS-Mann habe ihn zu sich gewinkt, mit ihm gesprochen “und dann weggeschickt und von hinten erschossen.” Einen dramatischen Fluchtversuch, der für den mitbeteiligten Blockführer Be- I steck mit dem Tod endete, fremd. Die sechs Schöffen die anders als im anglosächsischen Recht zusammen mit den Richtern entscheiden und nicht etwa allein „schuldig“ oder „unschuldig“ sprechen, spielen gewöhnlich keine ausschlaggebende Rolle. Trotzdem sind alle neun Gerichtspersonen für das Urteil verantwortlich. Der einzige Trost: sie sind nicht die letzte Instanz. sohMderto der heutige Verwalter Josef Neumen«. Hw* steck habe vorher andere«* Häftlingen aur Flucht . verholten und sei zurückgekehrt. “um mich zu holen”. Die Flucht endete nach deil Worten des grauhaarige» Zeugen ir» den Arme« der SS: “Als ich nach vier Wochen aiw dem Todesbunker kam. hörte ich von Besteak« Tod”. Der SS-Mann, der ebenfalls im Bunker gesessen hatte, habe ihm gesagt: “Das Standgericht Berlin hat uns schon angefordert ’ Für Neumann folgten, wie er aussagte, woobenlange Folterungen durch den Angeklagten Pery Broad. Dieser habe seinen Kopf gehalten, während der SS-Mann Lachmann ihn gefoltert habe Eine seiner grausigsten Aufgaben sei es im Nebenlager Birkenau gewesen, die Häftlinge zu zählen, die aus Verzweiflung “an den Draht" gegangen seien und so Selbstmord verübt hätten. “Täglich waren es acht, zehn oder zwölf”, sagte Neumann* (AWZ> 1 muebles escandinavos m 'WM| w'-v ■ m LJL flyJL decoraciones interiores cilih i e 774 tel. 772-5041 buenos aires m. Israel Discount Bank '»«w „ , __ ft&P SUCURSAL EN NUEVA YORK: 511 FIFTH AVE., NEW YORK 17, N. Y. Autorisiert durch den Superintendenten der Banken im Staate New York CASA MATRIZ 102 SUCURSALES EN ISRAEL ★ Servicios Bancarios Nacionales e Internacionales ★ Asociado« y Afiliados en los Principales Centros Financieros del Mundo. 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