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Jüdische Wochenschau · 1965-04-15 · 2112 (15.4.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2112 (15.4.1965)
Date
1965-04-15
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Año XXVI. — N? 2Ï12 ï — J«*ev»»>. ï» df Abett de 1965 L A SEMANA ISRAELITA Deinem Sohne künden (Schluss von Seite I) eiue gesetzlich verankerte Position und bürgerliche Gleichheit und Sicherheit verlie lien, wie sie wohl selten eine Judenheit gehabt hat. Aber die Schönheiten und Bequemlichkeiten dieser rechtlich geschützten Existenz entfernte dieselben Juden, die sich doch in allen Spar ten des bürgerlichen Lebens und der Intelligenz bewährten und mit allen möglichen Schätzen des Wissens und öei Kultur vollgepropft gewesen sind, von den wirklichen Quellen ihrer menschlichen Kraft, vom Judentum. Sie lasen die Worte der Hag gada und bezogen sie auf die anderen, die armen, die verfolgten Glaubensbrüder. Sie mögen im nächsten Jahr in Jerusalem sitzen, wir bleiben hier... bis zum bitteren En de. Die Verfassung erwies «ach als ein papierner Wall, der von einem zum nächsten Tage nicht mehr galt, vor al lern nicht für die Juden. Der Schluss der Tragödie ist bekannt. — Aus der ungeheuren Fülle der Gedanken, die sich auf die Befreiungsteier aus Miz. rajim aufbauen, sei nur einer noch herausgegriffen, der ebenfalls wie ein Wunder wirken dürfte, weil das Volk der W ästen Wanderung ihn dachte. Vor dem einen Gott gibt es nur eine Menschheit, ■wie dies ein jüdischer Religionsphilosoph formulierte Im Augenblick der Volkwerdtmg ist schon die Forderung erhoben, über sich als Volk hinauszuschauen, ohne sich damit a u f zu geben. Die jüdischen Gesetze und Fostulate, die jüdischen Prophezeiungen und Hoffnungen sind niemals und in keinem Augenblick nur auf unser Volk begrenzt gewesen, sondern richten sich auf die ganze Menschheit. Schon in den Fiühzeiten der Geschichte begegnen wir damit einem echten Humanismus und ei Dr. FREY A B 0 6 A B 0 FUEYRREDON AIM I* kq ■trim. IC—II Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN FüUhahei REPARATUREN Speüalgeschaoit CORRIENTES 566 T. E. 49-5850 nem l'niversalismus, wie er in einem schöneren Gerian. kengebäude nicht vorgestellt und verlangt werden kann. Noch ein weiterer Umstand hat dazu beigetragen dem Pessach Fest einen besonderen Charakter zu verlei hen und damit zum Ueberleben des jüdischen Volkes beizutragen. Nirgends könnte wohl die Erinnerung an die Geburtsstlunde des jüdischen Volkes und das Walten der göttlichen Vorsehung besser aufbewahrt sein als im Kreise der Familie. Wie kaum ein anderes Fest greift Pessach Geburtsstunde des jüdischen Hauses ein, das für acht Tage unter seinem Zeichen steht. Damit erhält die jüdische Familie ihre ganz besondere Bedeutung innerhalb unseres Volkes. Sie ist nicht nur eine juristische Forma tion (wie etwa im römischen Recht» oder eine auf sentimentale Vorstellungen basierende Einheit, sondern das Fundament des Volkslebens par excelience. Sie ist die tief in den Herzen verankerte Grundzelie des Volks-Organismus. So steht geschrieben (Exodus 13.8): „Deinem Sohne sollst Du künden“. Damit wird die Weitergabe des Wissens und der Erinnerung an das grosse Geschehen und Erleben des Volkes zu einer religiösen und zur nationalen Verpflichtung der Eltern. Die Tradition ist ein dezidierender Faktor unseres Bestandes. Die Familie ist die Grundlage zur Wahrung dieser Tradition und damit zur Sicherung der jüdischen Existenz überhaupt. „Deinem Sohne sollst Du kundtun an demselbigen Ta ge mit den Worten: „Wir feiern dieses Fest um deswillen. was der Herr an uns ge tan. als wir aus Aegypten zogen.“ — Der einzelne Mensch soll seinen Kindern das gewaltige Erbe weitergeben, das er von seinen Vätern und einer langen, nicht zu übersehenden Reihe von Ahnen erhalten hat. damit seine Kinder, einmal selbst Eltern, sich angesprochen fühlen, nunmehr ihren Kindern zu übergeben, was sie von ihren Vätern erhielten. Wohl auf niemanden bezieht sich das Dichterwort in solchem Masse wie auf die jüdischen Familien— von Geschlecht zu Geschlecht: „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast. Erwirb es. um es zu besitzen.“ — Was Goethe im Faust so wunderbar formulierte, ist jene alte biblische Mahnung: Künde es deinem Sohne Und jedes jüdische Geschlecht hat diese Kündung vom Pessach, hat jene Erinnerung an die Befreiung aus der Sklaverei, hat jenen Willen zur Weitergabe des wahren Erbes des Judentums aufs neue erworben, um diesen Besitz wiederum weiter- PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und «verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN RAEOSEBN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSK! KtTLTUSSTlCKEREIEN Schabbosdeckee - TaJlisbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-0155 Confitería NIZA Servicio* de lunch de cttiegoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 79-1049 zureiolatn den neuen und folgenden Generationen, von Jahrhundert zu Jahrhundert, von Jahrtausend zu Jahrtausend. Du sollst es künden, damit Mich deine Kinder verstehen lernen, was der Herr an uns getan hat. Dieser Gedanke, dass es sich nicht um ein ESnael-, sondern um ein Volksschicksal handelt, der in der Haggada immer wieder aufleuchtet, ist für unser Judentum und unser Denken charakteristisch. Es ist die Gemeinschaft, es ist das Volk Israels, das gedentk, das erlebt, das empfindet, das weitergibt. Aber es ist das ganze Volk Israel, das aus vielen Familien besteht, aus vielen kleineren und kleinsten Gemeinschaften, die alle gemeinsam durch Schicksa1 und Geschichte, durch Gedanken und Fühlen, durch Freuden und Leiden aneinander gekettet sind. Der starke, von Aussenstehenden immer wieder bewunderte. feste und unlösba re Zusammenhalt der jüdi sehen Familie ist eine gelebte Satzung. Weil diese Forderung, „du sollst es deinem Sohne künden“, nicht eine leere Phrase geblieben ist. sondern von jeder Generation in die Tat umgesetzt wurde, entstand nicht nur das unzersch neidbare Band der Familie, sondern auch die grössere Gemeinschaft das Volkes, dessen Söhne selbst in der Zerstreuung zusammenhalten, obwohl sie sich nicht kennen, obwohl sie mitunter nichts voneinder wissen, obwohl sie zu ganz anderen Kulturen und Zivilisationen gehören. Dieses lebendige Gefühl jüdischer Solidarität konnte durch ketne Assimilation oder Emanzipation gelockert werden. Vielleicht distanzierte man sich mit Worten und mit ideologischen Verbrä mungen von den armen und verfolgten Brüdern, die man nicht mehr Brüder, sondern Glaubensgenossen nannte, aber es war doch jene echte Solidarität, jene gefühlte Verpflichtung, dass jeder für den anderen einzustehen hat. weil und was der Herr an uns getan, als wir aus Aegypten zogen. — Im Laufe unserer langen jüdischen Geschichte hat es viele .Mizrajim' gegeben, und wir denken nicht allein an das Aegypten unter dem Pharao Ramses ödet dem Pharao Merneptha, unter dessen Herrschaft sich der Auszug der Kinder Israel vollzog. Mizrajim ist schlechthin zum Inbegriff der Unterdrückung geworden, zum Inbegriff der Feindschaft gegen das jüdische Volk und der Verfolgung. Die Geschichte will es. dass unser Volk in den Tagen seiner nationalen Wiedergeburt und der Wiedererstehung des jüdischen Staates wiederum JACOB LAPIDUS dipt. Mobil NEUE ADRESSE V1AMONTE 2037 4» B. 46-1716 und 48-2124 MONEL N. PLAKSIN Sup«rf 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2612 Nicht mit leeren Haenden Tel Aviv. — „Wir werden nicht mit leeren Händen dastehen“, entgegnete Ministerpräsident Levi Bshkol auf Fragen nach einem nordamerikanisch israelischen Abkommen über Waffenlieferungen. Etehkol erschien zum ersten Mal nach seiner Rückkehr aus London vor Journalisten. Er lehnte es ab, Einzelheiten über die Waffen bekannt zu geben, die Israel von den USA erhalten würde, äusserte jedoch, dass „Israel heute einen Stand erreicht hat. in dem die Leiter der Weltpolitik in Unterhaltungen anerkennen, dass Israel in angemessener Weise gerüstet sein muss, damit es einen Faktor der Abschreckung darstellt.“ Er versicherte, dass es „keine geheimen Bedingungen“ in irgendeinem Waffenlieferungs Vertrag gibt. Dies erklärte er einem seiner Befrager, der wissen wollte, ob Amerika versucht hätte, seinen Standpunkt über die Ableitung der Zuflüsse des Jordans, den Atomreaktor von Dimona oder die Waffenlieferungen an die Araber durchzusetzen. Er fügte hinzu, dass weder Harriman noch Talbot, der in Kürze in Israel erwartet wird, Forderungen an Israel gestellt oder einen Druck auf die Israelis ausgeübt hätten oder dies tun würden. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltáa. Director: Amoldo W. B. Swareensky Pueyrredón 2190 1» iaq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500,-- pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. dem wirklichen, dem historischen Mizrajim konfrontiert ist, dass ein neuer Pharao in der Gestalt des ägyptischen Diktators zum Feind Nr. 1 geworden ist, der sich drohend gegen Israel gestellt hat. der alle Anstrengungen unternimmt, um den Lauf der Ereignisse aufzuhalten und mit Flammen und Schwert zu vernichten, was der jüdische Genius und Fleiss geschaffen haben. So wird die in unserer Zeit erkämpfte Freiheit des jüdischen Volkes erneut gefährdet. Wieder sind wir aufgerufen. unseren Kindern Kunde zu geben, was der Herr an uns getan, als wir aus Aegypten zogen. Aber wir dürfen bei der Uebermittlung der Tradition und bei der Weitergabe geschichtlicher Vorkommnisse und Wahrheiten nicht stehen bleiben, sondern müssen unseren Kindern sagen, dass unsere Vergangenheit nicht ein fernes, längst abgeschlossenes Kapitel ist, sondern lebt, in unsere Gegenwart hineinreicht und unser Heute bestimmt Die über die Jahrtausende zu uns gelangende Aufforderung zur jüdischen Solidarität ist keine alte geschichtliche Weisheit, die vom Glanz der Jahrhunderte verklärt wird und nun an unsere Herzen greifen w'ürde. Nein, un sere Vergangenheit ist mit unserer Gegenwart gleichzustellen, sie ist identisch mit dem, was früher geschah. Sogar die Akteure sind die gleichen geblieben, wenn sie auch in anderen Formen und Zeiten sich begegnen mögen. Deswegen soll jeder sich selbst und seinen Kindern das uralte und doch so aktuelle Lied jüdischer Gemeinschaft und Gemeinsamkeit singen Deswegen soll sich jeder unter uns verpflichtet fühlen, unserer Freiheit zu leben, un- Dr J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arte am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Freit., 15—19 Uhr., Samstag 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 - 76-798« Privat 80-3546 Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORA NMELDUNG BERNARDO STERN AusfülurMig «aeratliche*. MALERARBEITEN seren Kampf um die Rettung und die Befreiung des jüdi sehen Volkes mitzuführen, unsere Arbeit für die Festigung des jüdischen Volkes, wo immer seine Söhne auch leben mögen, mitzukämpfen. Unser aus der Erinnerung, aus der Vergangenheit, aus dem Erlebten immer neue Kräfte schöpfendes Volk ist in diesen Tagen wie zu jeder Stunde seiner langen Existenz aufgerufen, die Stimme des Pessach-Festes zu hören die Stimme der Vergangenheit, die mit unserer Gegenwart und Zukunft unlösbar verbunden ist. Churchill-Lehrstuhl Jerusalem. — An der Bar- Ilan Universität wird ein Churchill-Lehrstuhl für internationale Beziehungen und politische Wissenschaften errichtet. Ehe erforderliche Summe wird von Freunden der Bar-Ilan-Universität in England aufgebracht. Hakenkreuze in Frankfurt Frankfurt am Main. — L. kenkreuze wurden wahrem» der christlichen Feiertage in acht grosse Schaufenster des Verlagsgebäudes der „Frankfurter Rundschau" eingeritzt. Wie die frankfurter Kriminalpolizei mitteilte, gibt es keine Hinweise auf die Zahl oder den möglichen Kreis der Täter. Der Sachschaden wird auf mindestens 10.000 Mark geschätzt. KELGUERA ISIS T. E. 58-46B2 ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pro#, de la Facultad, Je#e del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41 2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhl Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Suri» ion to 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. TJE. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag veo 15—19 Uhr Eg wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 18M T. E. 44 9466 u. 44-1542 m.

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