Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2111 (9.4.1965)
- Date
- 1965-04-09
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 9 de Ahr« de 1965 jüdische Wochenschau Año XXVI. — N9 2111 — 7 London. — Harold Wilson erklärte im Unterhaus, dass seine Regierung Israel dringend ersucht habe, die Frage der arabischen Bedrohung des Zugangs zu den Jordanwassern den Vereinten Nationen zu unterbreiten, bevor eine „militärische Lösung“ gesucht wird. Englands Prebmierminister machte diese Erklärung •während der Debatte über die englische Politik in Nah ost. Er fügt* hinzu, dass England zwar seine Bezienungen mit Aegypten zu verbessern wünsche, aber nicht gewillt sei, dies durch die Aufgabe seiner Bindungen mit Israel, Iran oder irgendeiner anderen mittelöstlichen Nation, mit der es gute Beziehungen unterhalte, zu erreichen. Daher sei kein Wandel in der englischen Politik im Mittelosten zu erwarten. (ITA) Belastung eines Zeugen Essen. — „Ich habe niemals Juden er schiessen oder zusammentreiben lassen" beteuerte der 58jährige kaufmännische Angestellte Kurt Heling als Zeuge im esse ner Schwurgerichtsprozess gegen den des 3000tachen Mordes angeklagten ehemali. gen SS-Standartenf¡ihrer Albert Rapp. Heling hatte als ehemaliger Angehöriger der Geheimen Feldpolizei 1942 im Raum des mittelrussischen Städtchens Klinzy. wo damals auch das zeitweise von Rapp geleitete Sonder - kommandc 7a lag. kleinere Feldpolizeikommandos geleitet. Der Gerichtsvorsitzende hielt Heling eine Zeugenaussage vor. wonach er kn Frühjahr 1962 bei einer Massenersehiessung von Juden ausserhalb von Klinzy mit seinem Kommando Absperrdienste geleistet haben soll. „Davon ist mir nichts bekannt“, antwortete Heling, der bei seinen Kameraden als besonders „forsch“ gegolten haben soll und nach Angaben eines Zeugen den Spitznamen „Der Bluthund“ trug. Der Zeuge Alois Ober, ebenfalls ein ehemaliger Angehöriger der Geheimen Feldpolizei, berichtete dagegen. er könne sich genau daran erinnern, dass Heling ihn 1942 einmal als Absperrposten hei einer Massenerschiessung bei Klinzy eingeteilt habe. Die Todesschiitzen hätten der SS angehört, die Exekution habe etwa vier Stunden gedauert. Es seien über tausend Männer. Frauen und Kinder, vermutlich Juden, erschossen worden. Jeder Absperrposten hQbe deutlich erkennet» können, wie die von Genickschüssen getroffenen Opfer in eine Grube fielen. . K£fl£n K4y£tn£T CEtsEJiec PP COMITE CJKNTKOEÜKOPEO Corrientes 2294 — VI. Stock — T. E. 48-3695, 48-5683 DER ERSTE PRAESÍDENT DES KKL Vor wenigen Tagen, am 21. März, waren 100 Jahre vergangen, seit Justizrat Dr. Max Bodenheimer das Licht der Welt erblickt hatte. Stuttgart war seine Geburtsstadt, doch Köln/Rh. die Stätte seines jahrzehntelangen Wirkens als Rechtsan walt. Dort hatte er, wenig« Jahre vor dem 1. Zionisten kongress. zusammen mit David; Wolffsohn, eine nationaljüdische Verenigung gegründet, von der das zionistische Leben seinen Ausgang nahm Bodenheimer wurde dann einer der ersten und engsten Mitarbeiter Theodor Her/ls, durfte diesen auf seiner Palästinareise begleiten und an der Audienz beim deutschen Kaiser teilnehnoen. Von 1907 bis 1914 stand er an der Spit ze des Weltdirektoriums des Keren Kajemeth Lejisrael, als dessen erster Präsident. Doch seine politische Linie im ersten Weltkrieg, die naturgemäss auf die Möglichkeit eines deutschen Sieges ausgerichtet hat, musste zur Trennung von der Londoner zionistischen Leitung führen, sodass Bodenheimer später nicht mehr von bedeutendem Einfluss innerhalb der Bewegung war, mit der er jedoch eng verbunden blieb. 1935 siedelte er nach Ekez Israel über, wo er, 1940, 75jährig starb. In seinen Lebenserinnerungen „So wurde Israel“ (Europ. Vferlagsanstält 1958) erzählt er viel Aufschlussreiches vor allem über den Zionismus der Herzl-Zeit. In Max Bodenheimer besass das jüdische Volk einen grossen Sohn, welcher der nationalen Sache leidenschaftlich ergeben war. Fritz Geismar ». A. Der plötzliche Tod von Fritz Geismar hat besonders seine langjährigen Mitarbeiter im KKL schmerzlich betroffen. Er war ein überzeugter Zionist, und die Kulturarbeit im Keren Kajemeth lag ihm besonders am Herzen. Für sie setzte er sich auch auf seinen Reisen in die jüdischen Kolonien Argenti niens ein. Mit seiner Familie trauert unser Comité um diesen aufrechten Juden, der stets bereit gewesen ist, für unsere Sache zu arbeiten, wann immer man ihn bat. Seine Freunde im KKL werden Fritz Geismar nicht vergessen. Ans unserer Arbeit beste blaue buechsen IM MONAT MABRZ: Familien: Anker und Vo gel, Herbert Arnold, Flie Bustin. Oasa „Everton“, Roberso Frank/ 'Artoiro- Gelbaum, Else Goldschmidt, Helmut Graete. Jose Hasdeu, Enrique Heinemann, Julian Jeremias, Max Juda, Roberto Juda, Bertoldo Kahn, Maximo Kaufmann, Rodollo Kolodzinski, Kurt Lewinsky, Ar. noldo Löwenstein, Familien Löw.v und Latzer. Ernesto Neumann, Siegbert Ramsfelder, Nicolas Rosenberg, Werner Rosenberg. Ernesto Salzer, Alfred Schlesinger. Irma Schlesinger, Familien Stern und Nathan. Alfred Sternberg, Marga Strauss, Eugenio Tichauer. David Weinstock. Sigfrido Wolff. Wir danken allen unseren Freunden. Zur gefl. Beachtung: Im Sinne von Herrn Dr. Hardi Swarsensky, erlauben wir uns die Anlegung, dass alle diejenigen die der „Jüdischen Wochenschau“ anlässlich ihres 25jährigen Ju biläums gratulieren möchten, dies in Form von Baümdiplomen des KKL zu tun. Bonn. — Das Interview mit Ben Gurion. das „Der Spie gel" veröffentlicht hat. belichtet die Beziehungen mit Deutschland und andere Probleme. David Ben Gurion begriisst die bevorstehenden diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, ..da jetzt die Zeit hierfür herangereift ist" Er glaubt, dass sich nach Her Stellung dieser Beziehungen eine stärkere negative Reaktion in Israel fühlbar machen wird. Wenn auch vielleicht im Anfang einige Proteste laut werden könnten, so hält er doch Prob'eme auf lange Sicht nicht für wahrscheinlich. „Ich bin für die Versöh mmg mit den Deutschen, denn die Vergangenheit kann nicht ungeschehen gemacht werden. Ich erlaube dass es heute ein anderes Deutschland °ibt. Ich staube nicht dass die Nazis heute in Deutschland wiederkommen können", erklärte er. Ben Gurion ist überzeugt, dass China in den nächsten dreissei Jahren die grösste Macht in der Welt sein wird Fr ist auch der Ansicht. d°ss die politische Einheit Enronas das Gesicht der Erde ändern wird. Keiner einzelnen europäischen Regierung wird es dann gelingen, wieder zu einer Weltmacht zu werden. Ben Gurion äusserte. dass er im Jahre 1960 nicht mit Adenauer über die Lieferving von Waffen oder diplomatische Beziehungen gesorochen habe. Das Problem der Beziehungen mit Deutschland sei keine Frage des Gefühls oder der Anschauung, sondern von Vergangenheit und Zukunft. „Es besteht kein Widerspruch zwischen Gefühl und Anschauung bei den di p’omatischen Beziehungen“ betonte Ben Gurion Natürlich werde er die Vergangenheit niemals vergessen so als ob sie seiner eigenen Familie Buenos Aires Musik in DbOvOaO UmS ORGA¬ NISIERT OSN-SAISON Nach einhajbjähriger Pause tritt das Nationale Sympnonie-Orchester (Orquesta ¡sinfónica Nacional — „O. S. N.") wieder an die Oeófentlichkeit. Um die Wiederho. lung vergangener Organisationssünden nunmehr zu vermeiden, wurde Teodoro Fuchs beauftragt die kommende Konzertsaison des ehemals bedeutendsten südamerikanischen Klangkörpers organisatorisch vorzubereiten. Am 11. ds. Mts. wird das erste von vier volkstümlichen Kon. zerten — wahrscheinlich unter Fuchs’ Stabführung — gestartet, dessen Programm die ..Corales Criollos“ von Juan José Castro, das Glazunow-Violinkonzert opus 82 (Solist: der Chilene Pedro D Andurain) und die „Scheherezade“ von Rimsky.Korsakov auf weist. Die 3 übrigen Abende werden von Wa shington Castro, Pedro I. Calderón und Mariano Drago dirigiert. Als Solisten sind die farbige Altistin Louise Parker (Mahlersche ..Kindertotenlieder“), Julian Olewsky Mendelssohn . Violinkonzert e-moll opus 64) und die Pianistin Olga Galperin („Variations Symphoniques“ von César Franck) vorgesehen. Am 17. Mai beginnt das „O.S.N.“ seine offizielle Konzertsaison. die mit Havdns „Schöpfung“ (Dirigent: Teodoro Fuchs) beginnt und ausser Calderón auch Andrej Panufnik und Jan Krenz auf dem Podium finden wird Möglicherweise werden hierbei als Solisten die Pianisten Hans Richter-Haaser und Ronald Turini sowie der Vio linist Ruggiero Ricci z¡u hö- ¡ ren sein. . UMTRIEBE DES KU KLUX KLAN widerfahren sei, denn alle Juden sind eine grosse Familie: „Weder ich noch sonst jemand kann vergessen, was sechs Millionen Juden geschehen ist. Doch dies ist die Vergangenheit, und heute leben andere, die keine Na. zis sind, sondern Menschen Washington. — Die Parlaments-Kommission fiir antiamerikanische Aktivitäten beschloss einstimmig die gründliche Untersuchung des Ku Klux Klan und kündigte gleichzeitig an. dass die Voruntersuchung der Na zipartei George Rockwells und der „Minute Men“ ihren Fortgang nehme. Der Präsident der Kommission, Edwin Willis. Demokrat für Louisiana, bezeichnet* „das Klantum als un vereinbar mit dem Geist Amerikas“ und teilte mit. dass wie wir." Nicht nur für die Versöhnung zwischen den Regierungen Israels und Deutschlands sprach sich Ben Gurion aus, sondern auch für die Versöhnung der beiden Länder lieber den besten Beitrag Deutschlands zur Sicherhiet Israels befragt, entgegnete er. seiner Ansicht nach „Waffen fiir Israel“, wobei er hinzufügte. dass er diese Meinung als „Privatmann“ äussere. Ben Gurion fragte die Interviewer, warum Deutsch, land nicht eine Politik ei.nsch’agen könne, wie sie de Gaulle gegenüber Israel verfolgt ohne seine Beziehungen mit den Arabern aufs Spiel zu setzen. Er fürchte keineswegs die Verbesserung der deutsch arabischen Be v’ehungen. so unterstrich er, ebenso wie er nichts gegen bessere fra nzösisch-arabische Beziehungen einzuwenden habe. Er bemerkte auch, dass es seinem Dafürhalten nach nur Frieden im Mittelosten geben werde wenn die Grossmächte Amerika und Russland den Frieden woben. So lence könnten Frankreich. ■Deutschland und andere T/äna*-- -»->Lja ton. Auf die Frage, ob er einen Besuch Dr. Adenauers in Israel im Herbst, wie ihn dieser plane, für nützlich halte, antwortete Ben Gurion. er wäre persönlich sehr glücklich. mit Adenauer in Israel zusammenzutreffen. Er hob hierbei seine persönliche Wertschätzung für Adenauer und das, was dieser für Deutschland getan hat. hervor und fügte hinzu, er mache diese Feststellung ebenfalls nur als ..Privatmann“. Als ein Journalist wissen wollte, ob er den privaten Besuch Adenauers zu erwidern gedenke, entgegnete Gurion: ..Ich habe nichts gegen einen Besuch in Deutsch and. Ich verspüre nur nicht allzu grosse Lust, in ein Land zu reisen, dessen Sprache ich nicht SDreche. Ich erhalte viele Einladungen. Doch es ist kein T>ing der Unmöglichkeit “ (ITA) TEATRO C0L0M Sábado 10 a las 18 horas: fuñe, extraordin.: recital de danza: Iris Scacoheri. Domingo 11 a las 10.30 hs.- ler. concierto popular de la Orq. Sinfónica Nacional. Martes 13 a las 21.30 hs.: cpnc. sinfónico. Qsq. estable del T. Colón. Dir.: Witold Rowicki. Progrm.: Ph. Bm. Bach: conc. p. 2 pianos. Solistas: Tila y John Montes. Penderecki: Threno in memoriam Hiroschima (1. aud.) Szvmanowsky: Stabat Meter. aus Rassenhass begangene Gewalt- und Terrorakte im Zunehmen begriffen sind. Seiner Aussage nach dürfte die Untersuchung des Klans W’oehen oder Monate dauern. (ITA) Israel und San Domingo San Domingo. — Vier Ta ge lang hielt sich Abba Eban in diplomatischer Mission in der Dominikanischen Republik auf, wo er mit grosser. Ehrungen empfangen wurde. In einer Konferenz mit dem Präsidenten Donald Reid Cabral und dem Aussenmini. ster Ramón Cáceres Tronco. so wurde Eban das Versprechen gegeben, dass die Dominikanische Republik in den UN auch weiterhin Israels Interessen vertreten werde- Eban versicherte seinerseits, dass Israel auch in Zukunft, so wie bisher, der Dominikanischen Republik technische Hilfe gewähren werde. Gegen „Mein Kampf“ München. -- Die bayerische Landesregierung will eine Neuauflage von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ verhindern, wie sie von einem Verlag in Mexiko geplant war- Das bayerische Finanzministerium wies darauf hin, dass jeder unerlaubte Nachdruck gerichtlich verfolgt werde- Der bayerische Staat hatte die Rechte aus dem ehemaligen nationalsozialistischen Eher-Verlag in Manschen übernommen, der „Mein Kampf" während der NS-Zeit in Millionenauflage herausgegeben hatte. Seit 1943 war das Buch aber nicht mehr neu aufgelegt worden- Deutschland und Aegypten London. — Westdeutschland hat „hinter den Ku. lissen“ eine Aktion eingeleitet, um die Wirtschaftshilfe für Aegypten fortzusetzen, deren Einstellung unlängst von der Regierung Bonns angekündigt worden ist. Dies teilte der „Sunday Telegraph“ mit, dessen Korrespondent aus Bonn berichtet, diese Hilfe würde in Zukunft durch Industrieanleihen geleistet werden, welche die Versicherungsgesellschaft „Hermes“ an Stelle direkter Staatskredite erteilen solle. Im Austausch habe Aegypten versprochen, Ostdeutschland nicht anzuerkennen und das westdeutsche Eigentum nicht zu beschlagnahmen. Andere aus Kairo erhaltene Meldungen besagen, die Zusage der Aegvpter, die DDR nicht anzuerkennen, entspringe der Furcht, dass schätzungsweise 400 deutsche Raketenspezialisten. welche heute bei der Herstel. lung der für die Vernichtung Israels bestimmten Waffen arbeiten, das Land verlassen könnten. (ITA) Coro est. del T. Colón. Dir. Tulio Boni. Miércoles 14 a las 21.30 hs. conc. sinf. Qrq. est. del Teatro Colón. Dir. Witold Ro wicki Rameau: sexteto para cuerdas. Shostakowich: Ira. sinf. Szymanowskv: Stabat Matar. Coro est. del T. Colón. Dir. T. Boni. Está abierta la renovación e inscripción de abonos para la temporada lírica oíi. Cial 1965. Repertorio: La Traviata, Diálogos de Car me tilas (estreno sudameric.). La Condenación de Fausto (versión de concierto); Werther, Bo ris Godunov, Tosca. Un Ba lio in Maschera. L’Incorona. z.ione di Poppea. Falstaff. Don Pasquale. Turandot, Salome, El Buque Fantasma, La Mujer sin Sombra, Lulu (estreno sudamericano); Aurora. Ciclos de abonos: 16 fun ciones de Gran Abono en martes o viernos (etiqueta obligatoria para damas y caballeros en platea y palcos); 16 funciones de Abonos do. mingos vesp.; 14 funciones de Ab. a sábados. Renovaciones: Los abonados del año 1964 a las series Gran Abono, domingos vesp. y sábados noct., tendrán preferencia para renovar sus loe. dentro de las posibilidades del Teatro, desde el 5 de abril hasta el 20 inclusive. El día 21 de abril, los abonados al Abono Nocturno del año 1964 tendrán prefeeencia para elegir sus loe. dentro de los sobrantes que resulten una vez vencido el plazo de renovación, únicamente para el Abonos a Sábados Noct. Abonos nuevos: Los interesados en nuevos abonos deben inscribirse desde el 5 de abril y elegir sus loe. una vez finalizado el ptaeo de las renovaciones. Todos los registros de abonos serán clausurados indefectiblemente el día 24 tfé abril. La Oficina de Abonos funcionará todos los días dé 10 a 12 hs. en A. Toscarrini (Viamonte) 1150. Aktion 1965 DER Einheitskampagne Annahmestellen; Sonntag, den 25. April und 2. Mai von 10—12 Uhr bei allen Institutionen unseres Sektors ZEICHNET - ARBEITET MIT! G0MITE CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPAitA UNIDA (Keren Hajessod) Sarmiento 2376, III. — T. E. 47-3820 jMMÍáÉáflÉÉ % rt t