Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1965-04-09 · 2111 (9.4.1965) · p. [Seite 5]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2111 (9.4.1965)
Date
1965-04-09
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9614788-9614919--3801-9614924
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

'«Hl '"•XtK 5trich «amburf^, lchtlinien/: e^?ssante ”!kl"^, s¡ch dieA^Prald c Wi]tHurren n der DAIA ^"ií \¿¡^ ^dPedro^ ÍVíat Wirt“ füt?. Moisés Yu. horte«, statt«. ,neur der Pr. lres. Dr. An." dnen Besuch Fladen, als 1 Konvention le ®ls Ehruna Kollektivität erl-a? des 25 * Zeit anbe- ’® die Sn- ’icd auf der lr del Plata!Ung*n die kreuz ¡¡j^ en Jahren öffentlich, n den Nachte Verin den 22. Mai *r Geleuvemeur Präsident rt eterei. r Provinzhaben ihr agt. Am ig und bis Ifei sollen führt wer. in trägt in weise den Seminars ■sönlicbkeiverden von zu bebanvorbereitet;he Fragen n ifülirer Viernes, 9 de Abril de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Ario XXVI. NO 2in — 5;bt jetzt in nahm bier zahlreichen ¡anisationen Ii) 7. Nissan 8. Nissan XV 39 1«. Nissan H Nissan 12. Nissan 18. Niss»“ 14. Niss»” l»! , Niss»” oner 1«. Nie#® y*** „ 19. Ni**® yt& - 25 Jahre Jüdische RUECKBLICK UND von Rabb. E. 1. LOEWENSTEIN, Santiago de Chile Als die „Jüdische Wochenschau“ vor 25 Jahren zum ersten Mal erschien, lag tiefe Dunkelheit über der jiidi. sehen Welt. Wir kamen auf diesen Kontinent als Entwurzelte. Die Umwelt, in der wir unser Leben auf bauen soll ten, war uns noch unbe kannt. Aber ein Blick in die jüdische Geschichte lehrte verantwortungsbewusste jüdische Männer und Frauen, dass die Kontinuität jüdi söhen Lebens überall möglich ist. Aus diesem Vertrauen in die Unzerstörbarkeit Israels entstanden unsere Gemeinden und Institutionen. Sie suchten die jüdische Zukunft in diesen Ländern zsu sichern. Darüber hinaus bemühten wir uns die geistigen und seelischen Voraussetzungen zu schaffen, die den „Emigranten“ ermöglichen sollten, ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Hinter uns lagen Jahre der Demütigung und des Zusammenbruchs. Wir hatten die Brücken hinter uns abgebrochen. Trotzdem blickten wir mit banger Sorge zurück. In uns brannte das Schicksal der Brüder und Ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Cartton-Kleidung ★ MASSKLEIDUNG Ar FERTIGKLEIDUNG Ar LOHNANFERTIGUNG i Ernst Koppel Maipu 982 TeL 31-7845 Schwestern, denen es nicht gelungen war, Europa zu verlassen. Auch war unsere eigene Zukunft noch auf Jahre hinaus ständig bedroht Damals haben unsere Ge meinden und Institutionen die Aufgabe erfüllt, unseren Menschen einen seelischen und geistigen Halt zu geben Sie machten die Einordnung in eine unbekannte Welt möglich. In dieser Entwicklung hat die „Jüdische Wochenschau eine ganz besondere und wichtige Rolle gespielt. Ihr Einfluss hatte nicht nur lokalen Charakter, sondern erstreckte sich von vornherein über viele Länder des Kontinents. Für viele war sie die einzige Zeitung, die sie lesen konnten. In jenen Jahren war sie oft die einzige Ver bindung unter unseren Gemeinden und ihren Mitglie dern. Erst durch ihre Veröffentlichungen wussten wir voneinander. Olt war sie auch die einzige Brücke in die weite jüdische Welt. Wenn wir in den vielen Seiten der 25 Jahre der „Jüdischen Wochenschau" blät tern, spiegeln sich in ihnen die TragiK jener Jahre aber auch die Hochspannung der Wiedergeburt des Volkes und des Staates Israel wider. Wir sehen noch die langen Suchlisten der Konzentrationsla. ger, die wir mit suchenden Augen und blutendem Herzen lasen, aber auch die erregenden Informationen über den Freiheitskampf. Sie le. gen auch von dem Ringen unserer Gemeinden um den Neuaufbau jüdischen Lebens hier und in aller Welt Zeugnis ab. Schliesslich wurde die „Jüdische Wochenschau“ ein wichtiges Instrument unseres Zusammenschlusses in der CENTRA, die für viele die Befreiung aus der Isolierung bedeutete. Aber mit diesem Rückblick ist die Bedeutung der Jüdischen Wochenschau keineswegs erschöpft. Die Geschichte der jüdischen Presse ist noch relativ jungen Datums Als ein Kind der Emanzipa- DEINE SPARKASSE DEIN NODDY & A« « as » % 0* STAMPS CENTER 94 ABenby Rd. TEL AVIV F.OI. 4444 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 ALFREDO STERN MALERARBEITEN DEPARTAMENTOS — BUEROS — HAEUSER Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Piaia 1779 y Vidal 1576 tionsepoche ging es der jiidi. sehen Zeitung in der Hauptsache um die Verwirklichung bestimmter jüdisch ideologischer Ziele. Darum war und ist sie nicht so sehr ein Informationsorgan über Zeitereignisse, sondern sie steht im Zeichen der weltanschauli. chen Auseinandersetzung ihrer Zeit. Die Ereignisse werden im Sinne ihrer jüdischpolitischen Ziele gedeutet. Damit wird die jüdsiche Presse zu einem Erziehungsfaktor von besonderer Bedeu. lung. Sie beeinflusst die öffentliche Meinung. Sie zwingt zur Stellungnahme. So ist die „Jüdische Wochenschau“ von dem bewussten Willen ausgegangen, die Entwicklung des Judentums auf diesem Kontinent im Sinne der jüdischen und zionistischen Idea. le zu beeinflussen. Für sie ist Judentum ohne positive Stellungnahme zum Zionismus undenkbar. Durch ihre klare, eindeutige Stellungnahme hat sie entscheidend zur Klärung der Meinungsbildung bei getragen. Ihre Aufgabe ist, um es mit den Worten eines Rabbis auszudrücken: Juden aus dem „Golus“ nach Medinat Israel hin zu lenken und die Juden von dem inneren „Golus“ in ihnen selbst zu befreien. Dabei muss das Wort „Golus“ als unübersetzbar aus sich selbst verstanden werden. 2.000 Jahre der „Go. lusgeschichte“, 150 Jahre des Kampfes um die Emanzipation haben manchmal unseren Blickwinkel verengt, unser Rückgrat verkrümmt. Wir müssen uns von der .Golusmentalität“ befreien und wieder normal denken und fühlen lernen. Diese Aufgabe erfüllt die „Jüdische Wochenschau“. Wie immer auch der einzelne zu manchen ihrer Meinungsäusserungen stehen mag, so wird jeder anerkennen müssen, dass sie stets die Interessen unseres Volkes ohne falsche Rücksichtnahme verteidigt hat. In ihr geht es um die Einheit des jüdischen Volkes und um die Ueberwindung von Vorurteilen und Haltungen. die durch das „Golus“ entstanden sind. Sie bewahrt den Blick auf Medinat Israel und sucht jüdisches Leben auf allen Gebieten zu stär. ken. So gibt uns das 25jährige Jubiläum der „Jüdischen Wochenschau“ Veranlassung zum Rückblick und zur Besinnung auf unsere Aufgaben. Wir beglückwünschen ihren verdienstvollen Herausgeber, Herrn Dr. Hardi Swar sensky, und. seine Mitarbeiter und sprechen ihm mit diesen Zeilen unseren Dank aus. Ich kann nur hoffen, dass die „Jüdische Wochenschau“ noch viele Jahre — solange es einen Jischuw deutschsprachiger Zunge auf diesem Kontinent gibt — ihre wichtigen publizistischen und erzieherischen Aufgaben in einer Welt der Freiheit und des Friedens erfüllen kann. Sie möge uns helfen, unsere religiösen und nationalen Ideale zu verwirklichen. Jüdische Friedhoefe Nürnberg. — Die nürnberger Gewerkschaftsjugend will freiwillig und unentgeltlich die Wiederinstandsetzung der verwahrlosten und zum Teil noch vom letzten Welt, krieg her zerstörten jüdischen Friedhöfe weiter fortsetzen. Die Gewerkschaftsjugend hat bereite im letzten Jahr in jüdischen Friedhö fen mit vom nürnberger Gewerksehaftskartell zür Verfügung gestellten Mitteln neue Bäume angepflanzt unrl Wege asphaltiert. - Gran Rabino Dr. E. ALTNEU V Ein Beitrag zum 25Jaehrigen Bestehen der „SEMANA ISRAELITA“ Jedem Lebelwesen ist sein natürlicher Platz zugewiesen. Wenn es ihn aufgeben muss, beginnt ein Dasein des Leidens. Auch Völker sind solche Lebewesen. Als das jüdische Volk auf die Wanderschaft gehen musste, also heimatlos wurde, begann das Judenleid. Dem Einheimischen räumten die Völker alle Rechte ein, dem Ausländer einige, dem Juden oft keine. Ja, man untermauerte diese Rechtlosigkeit durch eine antijiidjsche Ideologie — nicht antisemitische —, denn sie richtete sich stets nur gegen die Juden, nicht gegen die Semiten. Wie hat der Jude in den zweitausend Jahren seiner Wanderschaft auf das Verhalten der Völker reagiert? Eine Folge war das unterdrückte Judentum. Ein Erzähler des jüdischen Ostens berichtet: Weinend kommt das Kind heim zum Vater. Ein nichtjüdisches Kind hat es geschlagen. Was sagt der Vater?: Mein Kind, wir sind im Golus! Andere schufen sich e*i unterirdisches Judentum. Sie verbargen sich in ihrem Leid vor der Welt oder vor sich selbst. Im unterirdischen Kämmerlein ihrer Häuser oder ihrer Herzen bekannten sich diese Marannen zur Religion ihrer Väter. Die Anhänger Sabbatai Zwis und Ja. kob Franks huldigten einem romantischen Judentum. Im Taumel begrüssten sie den ersteren: „ES lebe unser König, der Messias“, während der andere sich von seinen verblendeten Anhängern „der heilige Herr“ nennen liess. Theodor Herzl hat das ganze Verdienst, ein selbstbewusstes Judentum geschaffen zu haben. Br erinnert: Wir sind ein Volk, e i n Volk. Das jüdische Volk muss auf seinen natürlichen Platz zurikkgebracht werden. Der Judenstaat ist ein Weltbedürfnis. daraum wird er entstehen. Fünfzig Jahre später entstand der Judenstaat, und das alte Volk wurde neu. Altneuvolk im Altneuland! Und wenn wir die Frage stellen: Worin unterscheidet sich diese Nation von den anderen? Oder noch besser: Worin soll sich die jüdische Nation von den anderen auszeichnen? So kann eine doppelte Antwort gegeben werden: Sie soll eine menschliche und eine geistige Nation sein. Es gibt unmenschliche und menschliche Nationen. Rom vertritt den unmenschlichen Nationalismus. Der Talmud erzählt: Zwei Lehrer gehen durch Rom. Der eine spricht: Sieh die Grösse dieser Nation, ih. re prächtigen Paläste, ihre starken Brükken, ihre herrlichen Türme. Der andere antwortet: Ja, aber zu weichem Zweck? Deber die starken Brücken marschieren die Heere, in den herrlichen Türmen schmachten die Gefangenen, in den prachp tigen Palästen herrscht die Sittenlosigkeit. Der jüdische Nationalismus ist menschlich. In der Proklamation vom 5 Ijar, des Gründungöjahres des dritten jüdischen Staates, heisst es, dass der Staat Israel aufgebaut wird auf den Grundsätzen von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden, wie sie ausgelegt wurden durch die Propheten Israels. Israel ist das „Volk des Geistes“. Es ist eine geistige Nation. Geistiges Schaffen bildet einen integrierenden Bestandteil jii. dischen Nationallebens. Die Männer, die die politischen Geschicke Israels leiteten, gehören zu den stärksten geistigen Exponenten dieser Nation: Ohaim Weizmann und Jizchak ben Zwi waren Männer der Natur- und Geisteswissenschaft. Unsere Betrachtungen finden ihre Zusammenfassung im letzten Vers der . Hatikwa“, dem Liede der jüdischen Hoffnung, das überall, wo Juden in der Welt wohnen, aus Millionen Kehlen ertönt. Der Schluss der „Hatikwa“ kündet von ER.EZ — ZION — WIRUSCHALAJIM dem menschlichen Lande, dem geistigen Ziel und der ewigen Stadt. Alles ater überstrahlt ISRAEL, der Na. me des ALTNEUEN Volkes! Literarische Notizen Jüdischer Lehrstuhl L. Fuks wurde Dozent für Jiddisch und Modernes Hebräisch an der Universität Amsterdam. Zum ersten Mal wurde Jiddisch als Lehrfach angenommen. L- Fuks, der aus Warschau stammt, ist Bibliothekar der Bibliotheca Rosenthaliana, der Judaica- Sammlung der Universität und der „Ets Chajim Bibliothek“ der sefardischen Gemeinde- Messe in Delft Marcel B. Keezer, ein Nachkomme der amsterdamer Kunsthändler - Familie gleichen Namens, deren Firma durch die Deutschen zerstört worden ist, hatte die Kunst- und Antiquiiätenmes. se in Delft organisiert- Diese Messe gehört zu den bedeutendsten Kunstmärkten der Welt. Jüdische Firmen stellten einen grossen Teil der Teilnehmer dar- Zionismus und Geschichte Der bekannte Journalist und Schriftsteller Barnett Litvinoff, Verfasser einer ausführlichen Biographie Ben Gurions, hat jetzt ein weiteres Buch fertiggestellt, „Weg nach Jerusalem". Es handelt sich um eine Studie über die Beziehungen der Zionistischen Bewegung zur allgemeinen Geschichte- Goldmedaille für Leon Uris In diesem Jahr des Gedenkens an die illegale Einwanderung, der Alija Bet, wurde dem derzeit in Acapulco, in Mexiko, weilenden Schriftsteller Leon Uris vom israelischen Geschäftsträger Mett ahem Loval, eine Goldmedaille für das Buch „Exodus“ überreicht. „Amerikanische" Bibel Bin Rabbiner aus Brooklyn, Dr- Charles Kahane, hat die 'Bibel in - „Amerikanisches Englisch“ übersezt und kommentiert. In englischen und hebräischen Paralleltexten mit Kommentaren erscheint das Werk in zwei Bänden. Der Autor und andere., so Rabbiner Dr. Jaccbovits, sind der Ansicht, dass die Bibel auf diese Art den Lesern in USA besser verständlich sei als in den englischen Versionen. Anne Frank-Münze In einer Ausstellung „Le Musée Monétaire de l’Hotel des Monnaies“ in Paris, 'die neue Medaillen der französischen Münze zeigt, sah man neben Faulkner und Louis XII. das zarte Jungmädchengesicht von Anne Frank, mit einer ausserordentlichen Delikatesse und einer ergreifenden Poesie, geschaffen von George Simon. Ausstellung In London veranstaltete der israelische Maler Jean David seine erste Ausstel. DIE VERMITTLER San Fauio. — Die Juden und Araber, welche ausserhalb Israels und der arabisciien Länder leben, werden vom transjordanischen Genäraikon, sul Tuffic Mappar aufgefordert. eine Bewegung ins Leben zu rufen, die für den Frieden im Mittelosten wirken soll. In einem in der Zeitung „Fo- 1ha de Sao Paulo“ erschienenen Interview erklärt Mappar. dass diese Bewegung in Brasilien gegründet werden solle. — (ITA) lung. Jean David stammt aus Rumänien und kam 1942 nach abenteuerlicher Flucht, 44 Jahre alt, nach Palästina- In London wurden Gemälde und Zeichnungen gezeigt, die alle seine Begabung für dekorative Kunst erkennen lassen. ln der Hebräischen Universität, im Technion und im Akkadia-Hotel befinden sich grossformatige Wandmalereien des Künstlers. HOTEL LAGO TO3 Inhaber: Leo Kahn RIO GEBALL0S — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 76.2009 v. 8—10 Uhi Anmeldungen für Pessach werden angenommen BEKANNT DURCH AUFMERKSAME BEDIENUNG UND HERRLICHE LAGE AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.