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Jüdische Wochenschau · 1965-03-26 · 2109 (26.3.1965) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2109 (26.3.1965)
Date
1965-03-26
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 26 de Man« de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N* 2109 Ereignisse der Woche DER JUEDISCHE UNTERRICHT Der Unterricht hat in alten Schulen begonnen. 25 Jahre wurde an dieser Stel. lc auf die entscheidende Bedeutung hingewiesen, die dem Jüdischen Unterricht in der Erziehung unserer Jugend beizumessen ist Dass etwas erreicht wurde, ist erfreulich. Aber es besteht kein Grund, zufrieden zu sein und auf Lorbeeren auszuru hen. Immer wieder soll den jüdischen Eltern ins Bewusstsein gerufen werden, dass die Ausbildung in jüdischen Fachern, dass das Br. lernen der hebräischen Sprach, das Eindringen in das Wesen unserer Feier-, Fest- und Gedenktage für jeden Juden und besonders für das jüdische Kind eine Lebensfrage ist. Denn unser Juden, tum und unser Judesein ist unser Schicksal! ineinden und Organisationen, für die alle Kräfte eingesetzt werden müssen. — Für die gute Sache Eis war eine glückliche Idee, die der Vorstand des Hilfsvereins durchführte, als er eine Sondervorstellung des Films „My fair Lady“ zum löblichen Zweck der Erhöhung seiner Einnahmen für Wohltätigkeitszwecke und zur Erfüllung seiner sozialen Verpflichtungen und Aufgaben organisierte. Erfreulich war der Erfolg, der bewies, dass die Bereitschaft zw helfen in unserem Kreis unbestritten und immer vorhanden ist. Man soll nicht in den Fehler verfallen, Wissensfächer gegeneinander abzuwägen. Englischer Unterricht und Klavierspielen sind sicher wichtig. Alles, was zur Bildung und zur Formung unserer Jugend beiträgt, ist von Bedeutung. Aber Jüdischer Unterricht ist nach einem anderen Masstab zu messen: denn hier geht es um die uns durch Geburt und Bestimmung gegebenen Charakterwerte. Immer wieder erleben wir, dass Juden, die keinen festen Halt in ihrem Judentum und ihrer jüdischen Eixistenz gefunden haben, auch in menschlicher Hinsicht versagen. Es muss von jeder Generation immer aufs Neue verstanden werden, dass „hier die Wurzeln unserer Kraft liegen", um ein Dichterwort zu variieren. | Uebrigens war diese Vorstellung auch ein gesell. | schaftlichex Erfolg, denn 1 man traf viele Freunde, Bekannte sowie Menschen, die man „lange nicht gesehen“ hatte; das Gefühl der Gemeinschaft und der Zusammengehörigkeit wurde — unbewusst oder deutlich empfunden — einmal mehr ge. stärkt. So verbrachten alle einen angenehmen Abend (oder eine ziemlich ausgedehnte Nachtvorstellung) und durften ausserdem noch das Gefühl haben, jnitzlic.he' Zuschauer eines Unterhaltungsfilms gewesen zu sein, der wohl allen sehr gut gefallen hat. Es war eine Fehlentwicklung der Assimilation, dem jüdischen Unterricht eine Aschenbrödel - Rolle zuzu. schreiben. Noch immer sind wir aus diesem Stadium nicht vollends herausgekommen. Hier lag und liegt die Wichtigste Aufgabe der Ge- Unbewiesene Behauptungen Die Untersuchungen über den Mord in Carrasco sind nicht weiter gekommen. Obwohl man bis heute überhaupt nichts Sicheres weiss. werden auch weiterhin Vermutungen publiziert, die nur geeignet sind, den wirklichen Sachverhalt zu verdunkeln.; Die Behauptung, eine jüdij sehe Rache-Organisation sei , am Werk, weil man den I Fristablauf für die Verfolgung der Naziverbrechen be-! fürchtet, ist ohne jeden Beweis geblieben. Aber durch ISRAEL ■ BRIEFMARKEN KM WIEDER VERKAEUFER _ ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VLAMONTE 559, I/B — Bu«*e« Aire«, IU» Ar*enti*a Kindler-Taschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 50/51: RUMHR GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 64: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rech tsfall .e Nr. 57/58/59: GERALD REUTUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. BRIEFE DER WELTLITERATUR AUS DEM TRECENTO DANTE — PETRARCA — BOCCACCIO Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München solche „Entdeckungen“ wurden Synagogen in Montevideo beschossen, Drohungen gegen Juden ausgestossen, mit einem Wort Pogromstim mung gemacht. Warum werden die Beamten der Polizei, die solche Gerüchte verbrei. ten, nicht zur Verantwortung gezogen. Dass ein iraelischer Diplomat im blutigen Spiel sein soll, wurde ebenfalls behauptet. Der urugayische Aussenminister hat eine derartige Behauptung durch den Poli. zeipräsidenten in Montevideo in Abrede gestellt... Die Geschichte vom israelischen Schiff ausserhalb der Hoheitsgewässef wird nicht mehr aufgetischt. Die beiden verdächtigen Franzosen, von denen man behauptet hatte, sie seien nach Frankreich gsfl ächtet, verkaufen Parfüm in Mittelamerika. Man hat sie nicht verhaftet. Was bleibt Die einzigen Versionen, die irgendeinen festen Hintergrund haben, deuten auf ei. Goldmann über jüdische Probleme London. — Dr. Nachum Goldmann sprach die Hoff nung aus, dass Westdeutschland bald eine Massnahme annehmen werde, um den rund 150.000 jüdischen Op. fern der Naziverö ilgungen Entschädigungen zu zahlen, die ihre Ansprüche nicht zeitgerecht formulieren konnten, weil sie am Stichtag im Oktober 1953 in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang lebten. Auf einem Bankett zu Ehren von Israel Sieff, der sein öOjähriges Jubiläum der Arbeit für die Oeffentlichkeit feierte, erklärte Goldmann, dass die Normalisierung der Beziehungen zwischen Deutschland und Is rael „ebenso unvermeidlich wie notwendig für beide Teile" sei. Er gab seiner Zuversicht Ausdruck, dass Westdeutschland die Frage der Verlängerung der Verjährungsfrist fiir die NS-Verbrecher „in den nächsten Tagen lösen werde und dieses Kapitel zu einem befriedigenden Abschluss gelangen würde.“ Er fügte hinzu: ,Normale Beziehungen zwischen Deutschen und Juden sind keine leichte Sache, und vielleicht wird unsere Generation sie zu ertragen nicht fähig sein." Zur Frage der Diskriminierung gegen die russischen Juden äusserte Goldmann, es handele sich hier nicht um blossen Antisemitismus oder nur um den Versuch die Juden aus dem sowjetischen diplomatischen Dienst auszuschalten. Die Juden besässen nicht einmal Möglichkeiten zu einer kulturellen Entwicklung wie die anderen Minderheiten in der Sowjetunion. „Wenn dieser Zustand anhält“, versicherte er. „so wer den die sowjetischen Juden mit der Zeit verschwinden." Juden und Nichtjuden, so fügte er hinzu, seien bemüht, die sowjetischen Behörden zu überzeugen, dass es in ihrem Interesse Hege und eine Frage der Gerechtigkeit sei, von dieser Politik abzulassen. (ITA) darauf aufmerksam machte, | Sachverständigen fest, dass dass wahrscheinlich die ne Auseinandersetzung zwi- : Sowjets gewesen sind, die sei. schen ehemaligen Nazis hin. Verdächtige deutsche oder ehemals deutsche Staatsbür ger, die über mehrere Pässe verfügen, wurden in Brasilien aufgespürt. Damit wür. nen Vater erledigt haben. Denn er habe gegen die Russen gekämpft. Ob solche Spuren verfolgt wurden, ist nicht weiter bekannt. Aber alle diese Hinweise dürften wohl de der ganze Spuk von der | nur dem einen Zweck dienen, jüdischen Rache - Organisation, dem israelischen Diplomaten und dem Schiff in sich zusam menbrechen. Aber man war sofort bereit, die Juden zu verdächtigen und Bomben gegen Synagogen zu werfen. Die Sippenhaft wird auf Juden mit die Untersuchungen schweren. zu er- Interpol weiss nichts Auffallend ist auch, dass Interpol nichts wusste. Keine dei genannten Personen war dort bekannt. Interpol hielt sich ganz offensichtlich besonderer yorliebe ange. | zurück. Eis erweckte den An. wandt. Die Täter sind „die1 Juden. In dieser Reaktion reflektiert sich die schwierige jüdische Position. Ein Jude hat ein Unrecht getan, man hält sich an allen Juden schadlos- Die Theorie ist schnell bei der Hand: Ge. heimorganisation zur Beseitigung der Kriegsverbrecher. Man übersieht, dass man noch ein paar Wochen Zeit hatte, denn hierfür bestand schein, als würden die zuständigen Experten dieser Geschichte keinen Glauben schenken. es sich um einen Sprengkörper aus Pulver handelte, der bei seiner Explosion wahrscheinlich den Tod derjenigen herbeigeführt hätte, welche den Kasten geöffnet hätten. Im ersten Augenblick nimmt man an, dass die Absender montevideaner Nazis sind, die mit der argentinischen Tacuara Zusammenarbeiten. Wie erinnerlich wurden die vor einigen Tagen auf ein jüdisches Büro abge. gebenen Schüsse den gleichen Ellementen zugeschrieben. Auch bei diesem Attentat hatte es .keine Opfer gegeben. Kintts der C. U. Jetzt versucht der Schwiegersohn des lettischen Kriegsverbrechers die Leiche herauszubekommen. Br will sie verbrennen lassen und die Asche in San Paolo beisetzen. Das ist sicherlich ein pietätvolles Verlangen. Aber das keine Eile. Dass die Frist ' auch bedeuten, dass abzulaufen drohte, ist wohl kein Argument. Auch das hat man übersehen. Ganz im Gegenteil wäre es wohl klüger gewesen, erst dann etwas gegen die versteckten Mörder zu unternehmen, wenn sie sich nach Ablauf der Frist sicherer fühlten. Es musste wohl eine Geheimorganisation sein, weil ein ähnlicher Fall auch in Perú vorgekommen sein soll. Allerdings ist diese Angelegenheit nicht weiter erörtert worden. Im peruanischen Urwald lebt ein zum Tode verurteilter Kriegsverbrecher. Er ist plötzlich verschwunden. Die Umstände seien denen im Fall Carrasco sehr ähnlich. Plötzlich entdeckt die Polizei Kriegsverbrecher, die man bisher unbehelligt herumlaufen liess. Aber der Akzent liegt nicht etwa bei den Verbrechern, sondern bei deren Opfern. Man blieb bei der Version gegen die Juden, obwohl der Sohn des Mannes im Koffer die Untersuchungen durch das Vershwinden des Leichnams künftig erheblich er Schwert werden würden. Ist man hieran interessiert? Ohne irgendeinen Verdacht aussprechen zu können, muss dieser Eindruck aufkommen. Die Geschichte bleibt unaufgeklärt. Alle Zweifel bestehen fort. — In den ersten Apriltagen findet der diesjährige Kinus der Vereinigten Kampagne in Argentinien statt, dem die Generalversammlung des Zentraleuropäischen Comités vorausgehen wird. — Man darf in diesem Jahr mit einer interessanten Aussprache rechnen- Zum Kinus werden viele Delegierte aus der Provinz erwartet, die — wie immer — zur Belebung der Debatten beitragen werden. — Aus den Familien Attentat in Montevideo | Heute begehen Herr Anton Schwarz und seine Gattin Sidonie das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. Den zahlreichen Gratulanten Elin verunglücktes Atten, tat, das gegen ein Mitglied der jüdischen Kollektivität in Montevideo verübt worden ist, hat die durch die Ermordung des lettischen Nazis Herbert Cukurs verursachten Unruhen wieder aufgeschürt. Eän Jude erhielt vor einigen Tagen ein Paket zugestellt, das ein ungefährlich scheinendes Holzkästchen enthielt. Der Empfänger war jedoch misstrauisch und alarmierte die Polizei, welche den Kasten an die zuständi ge militärische Stelle weiterleitete. Dort stellten die LUACH - (KALENDER) FYeitag, den 26 März 22- Adar H Sonnabend, den 27- März 23. Adar II Schabbat SCHMINI 3- B. M. IX 1 — XI 47 Haftara /echeske’el XXXVI 16—38 Parschat PARA ADUMA 4. B. M. XIX 1—22 Neumondankündigung NISSAN Sonntag, den 28 März 24. Adar II Montag, den 29. März 25- Adar II Dienstag, den 30. März 26- Adar II Mittwoch, den 31- März 28. Adar IT Donnerstag, den 1. April 28 Adar n Freitag, den 2. April 29 Adar II Sonnabend, den 3 April 1. Nissan Schabbat RÖSCH CHÖDEJSOH NISSAN •Parsohat Ta SRI A 3. B. M. XII 1 — XIII 59 Parsohat HA.CHODESCH 2. B. M- XII 1—20 Haftara Yeciheske’el XLV 16 — XLVI 1« Literarische Notizen Historische Funde Historische Reste aus der Zeit Alexanders des Grossen wurden bei Ausgrabungen in der alten Stadt Ein Shikmo. na bei Haifa gefunden, insbesondere Töpfe, Wein- und Oelbehälter. Alle Gegenstände befanden sich in bestem Zustand, da der Raum völlig von Luft und Feuchtigkeit abgeschlossen war. Alte Bücher In der Synagoge in Afule wurden alte Bücher, die vor 400 Jahren gedruckt worden sind, entdeckt. Herbert Lehman-Stiitung Das „Williams-College" in Williamstown erhielt aus dem Nachlass von Gouverneur Herbert Lehman die beachtliche Summe von 1,25 Millionen Dollar für Studentenstipendien. Lehman besuchte einst diese Schule, für die er immer Interesse zeigte und deren Board er lange angehörte. Bereits früher wurden ausser dieser Spende, der gross, ten, die die Schule je erhielt, dem College von nahen Verwandten von Mrs. Lehman Altschul 500 000 Dollar für einen Lehrstuhl auf den Namen von Herbert Lehma»' überwiesen. Schocken-Bücher Im Rahmen des Sohocken- Instituts in Jerusalem werden neue Serien von Forsch ungsbä n de n herausgegeben. Der erste Band stammt von Menachem Azulai und befasst sich mit der liturgi. sehen Dichtung von Saadia Gaon und seiner Schule. Der folgende Band ist eine Konkordanz der ersten Zeilen mitelalterlicher liturgischer Gedichte, die nur als Manuskripte vorhanden sind. Die ersten Mikrofilm Kopien der Manuskripte des Theologischen Seminars von New York sind nach Jerusalem verbracht worden; es besteht der Plan, Mikrofilme der gesamten Bibliothek an das Jerusalemer Institut zu verbringen. MaimonidesPreis Der jüdische Bildhauer Jacques Lipschitz in Los Angeles erhielt als erster Künstler unlängst den Maimonides-Preis. schliesstN sich die Jüdische Wochenschau mit den herzlichsten Glückwünsche für das Jubelpaar an. Für die Glückwünsche und überaus zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten, anlässlich meines 80. GEBURTSTAGES danke ich allen Freunden und Bekannten recht herzlich, ELLA KRAMER geb. WIND ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5725? Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto 27. Nissan) Yom Haatzma’ut Lag Be Omer Erew Schawuöt 1. Tag Schawuöt 2. Tag Schawuöt Fasten Schiwa-Assar beTamus (nidche) Erew Tischa beAw (nidche) Tischa beAw (nidche) Ekew Rosch Haschana 5726 Sonnabend, den 10. April Freitag, den 16. April Sonnabend, den 17. Aprü Sonntag, den 18. April Freitag, den 23. April Sonnabend, den 24. April Donnerstag, den 29. April Freitag, den 7. Mal Donnerstag, den 20. Mai Sonnabend, den 5. Juni Sonntag, den 6. Juni Montag, den 7 Juni Sonntag, den 18. Juli Sonnabend, den 7. August Sonntag, den 8. August Sonntag, den 26. September w-SS! w»»*S ¡iw AUZeuge .„( du« ge“ 8“ Bundes & *1? am 2« falle»' se« itz klarer Gericht u die dem ü*r‘ fentUchkch WirWiChS bhebei stell*®»' So »» und seine lj® nem HalbdunW. Selbstbewusst«® reu konnte, m^ Wagten sich p,n Worte web Bai der Zeug« du Wie!*® ** y ermordet habe Haupt sehen kon m 53. Verhandl Juni. beantragte Häger Rechtsam* ^or besseren w düng“ einen ü* Auschwitz. 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