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Jüdische Wochenschau · 1965-03-26 · 2109 (26.3.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2109 (26.3.1965)
Date
1965-03-26
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Flerne«. 26 de Nwn 4e 1965 LA SEMANA ISRAELITA Am XXVI. — Bi* 2109 — 3 Ein Chasak für die Wochenschau Die Jüdische Wochenschau begeht den 25. Jahrestag ihres Bestehens. Sie wurde unter den schwersten Bedingungen im Anfang jener Zeit gegründet, als Finsternis und der grausamste aller Kataklvsmen über das jüdische Volk einbrachen, Mord und Vernichtung herrschten in dem in einen Dschungel verwandelten Europa. Gedemütigte. gehetzte, hilf, lose jüdische Menschen Verliesen im Dunkeln ihr bisheriges Vaterland, liessen herrenlos im' vertrautes Heim und das durch Generationen erarbeitete Hab und Gut. um oft nur mit einem Handkoffer dürftigen Inhalts, ziellos ins Ungewisse und in die Fremde zu gehen. Diesen Menschen, die das Kostbarste verloren haben, den Glauben an die Menschheit, an die Nächstenliebe, an das einstige Vaterland, für welches sie gekämpft hatten, musste zum weiteren Leben in der Fremde Mut zugesprochen werden. Das Zusam. mengehörigkeitsgefühl und die Liebe zum eigenen Volk mussten geweckt werden. Unter diesen von neuen Hoffnungen erfüllten jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland, die Argentinien erreicht hatten, befand sich auch Dr. Hardi Swarsensky, der die Macht der Muttersprache kannte, die diese Flüchtlinge verbindet; er fühlt und weiss es, dass er die hier Fremden und Hilflosen durch ein gemeinsames Sprachrohr zusammenfügen und ihnen ein neues Ziel im Leben geben muss. So gründet er im Jahre 1940 die JUE- DISCHE WOCHENSCHAU. Es gehört zu den schweren Aufgaben, eine Zeitung herauszugeben, einer Zeitung zu dienen. Noch viel schwerer ist es aber, eine jüdische Zeitung zu führen, eine Zeitung mit ihrer komplizierten Problematik, den dualistischen Gesichtspunkten, der Labilität der jüdischen Gemeinschaft in der Diaspora, der sich immer wandelnden Einstellung zu ihr von innen und aussen, einer Zeitung. vom Mitarbeiter Dipl, ine- STEFAN SCHWARZ (z. Zt MUENCHEN)! die eine begrenzte Leserkai pazität besitzt. Es bedarf schon einer gu ten Dosis von Idealismus und leidenschaftlicher Anhänglichkeit — wie sie Dr. Swarsensky besitzt — um zur Gründung und Herausgabe einer jüdischen Zeitung in deutscher Sprache in Argen. i tinien zu schre.ten. Diese j Zeitung war Notwendigkeit. : Viele spezifisch« Probleme j der Juden in Lateinamerika, | insbesondere der Neu-Eingewanderten, mussten zur druck ihrer eigenen Gefühle und Empfindungen in ihrer Zeitung bestätigt finden. Gewiss hat „die journalistische Technik gigantische Fortschritte gemacht. Aber sie hat auch dazu beigetragen, die Menschen den Genuss der Freiheit verlieren zu lassen. Die Wunder, die sie hervorgebracht hat, wurden zu Werkzeugen der Regierungen und des Kapitals anstatt in den Dienst der Zivilisation gestellt zu werden. Die Gesellschaft muss jedoch Dipl. Ing. STEFAN SCHWARZ ist ein aus dem Osten stammender Jude, ein Verfolgter, der die Schreckenszeit der nazistischen Barbarei überlebte. Das Schicksal wollte es, dass er nach dem Krieg in Bayern geblieben ist, wo er sich in Straubing ansässig machte. Schwarz ist ein alter Zionist, ein Chawer der Mapa , dessen lautere Gesinnung mit ehrlichem Streben nach einer Verbesserung der Lage seines Volkes verbunden ist. Schwarz ai beitet als Journalist. Er schreibt für verschiedene Zeitungen, ist auch ein Mitarbeiter der Jüdischen Wochenschau. Sein umfangreiches Buch „Die Juden in Bayern im Wandel der Zeiten“ hat allgemeine Anerkennung gefunden. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäft te mit der grösste« Auswahl. SARMENTO 1147 T, E. 35 - 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. Sprache kommen und dem jüdischen Leser vermittelt werden. Ausserdem hat die „Jüdische Wochenschau“ in Argentinien und in den lateinamerikanischen Staaten eine bewusste jüdische Kulturarbeit geleistet. Sie hat über jüdische Fragen und Nöte Aufschluss gegeben und zu deren Lösung geholfen. Sie wurde eine national-jüdische Zeitung und. hat Israel der jüdischen Familie in Lateinamerika näher gebracht. Nach Vertreibungen und Sklaventum, nach den Blut, spuren der Inquisition aus Julenhass und Elend, nach Xanten, Tislar-Eslar, Polna, den polnischen und russischen Greueln, nach Verfolgungen, Demütigungen, Dreyfusiaden, Vernichtungswellen, dem zoologischen und intellektuellen Antisemitismus, der Zwingherrschaft des Gesetzes, bricht sich mit fast schicksalhafter Wucht die Lebenskraft Bahn, treibt das geplagte Volk zur Selbsterhaltung und Behauptung auf, das „zum Trotz“ den „Weg zu sich“ zurückfindet. Der Glaube begann den Weg der geschichtlichen Notwendigkeit nachzugehen. Die „Jüdische Wochenschau“ half mit. Eine jüdische Zeitung ist heute ein Instrument geistiger Erziehungsarbeit. Die Leser wollen in ihr das Echo, die Antwort des Judentums auf die Begebenheiten der Zeit finden. Da sie oft mit den Verhältnissen nicht fer. tig werden, wollen sie erfahren, ob die jüdische Presse es zu werden vermöge. Sie wollen den Weg gewiesen haben. den Sinn des Lebens neu gewinnen, sie wollen den Ausmit diesen technischen Medien wie Presse, Rundfunk, Fernsehen leben, um ihretwillen sollten ihre Wohltaten gefördert und gesichert, die Fehler und Missbrauche beseitigt werden“. So schrieb der französische Publizist Jacques Kayser i. J. 1955, in seinem Aufsehen erregenden Buch „Mort d’une Liberte“ und Joseph Görres, der Begründer des „Rheinischen Merkur“ (1814). verlangt von einer Zeitung, dass in ihr „alle Wünsche und Verlangen ausgesprochen werden, was alle drückt und plagt darf nicht verhohlen bleiben Einer muss sein, der da die Wahrheit zu sprechen verbunden ist und unumwunden, ohne Vorbehalt und Hindernisse.“ Diese Attribute hat die „Jüdische Wochenschau“ erfüllt. Für den jüdischen Journa listen ist das eine grosse Auf gäbe. Er muss den veränderten Bedingungen der Umwelt und des jüdischen Lebens in gleicher Weise gerecht werden. Die Umstellung auf ein. dem Juden wichtiges und wesentliches Orientierungsmittel, das zugleich Quelle jüdischen Lebensgefühls und j üdischon Wissensgutes ist, war schwer. Die „Jüdische Wochenschau“ und ihr Herausgeber Dr. Hardi Swarsensky, hat diesen Weg seit 25 Jahren beschritten und ist ihn mit Erfolg gegangen. Heute, am Jubiläumstage der Gründung dieses wichtigen und wertvollen jüdischen Organs, darf man das offenherzig sagen. Sein Mitarbeiter möchte dem Herausgeber ein herzliches Chasak sagen und wünschen, dass er die „Jüdische Wochenschau“ im Dienste des jiidicshen Volkes weiter entwickeln soll. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 2190. 1» izq. _ T. E, 83-2613 f 26. Mär« 1965 22. Adar II 5725 Levi Eshkol in Ensrland Teppichhaus - M. Höchberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. E*«mm Fabrik «Hm — UnverbtadlielMi ▼aeMrfermm Auf Wunsch Zahlungserieichternagen MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samiiig une Seaateg von 9—19 Uhr im Ausstellungshalle Calle ANDONAEGUI 2083 Tot.: 52-2990 4 Quader tm StaMan Urqntaa London. — Israels Ministerpräsident Levi Eshkol j weilt in London, wo er mit ' Premierminister Harold Wilj son, Aussenminister Michael I Stewart und anderen hohen : j Beamten der britischen Rej gierung über wichtig« Aspsk- | te der arabisch-israelischen! Streitfragen konferiert. Esh.! kol wird von seiner Gattin ' begleitet. Nach dem Besuch! in England wird das Ehepaar I einige Tage zur Erholung nach Frankreich reisen. Die j | Vermutung wird nicht von! | der Hand gewiesen, dass Fish- | j kol während seines Aufent! haltes in Europa mit dem; deutschen Bundeskanzler I Ludwig Erhard zusammen treffen könnte. Die Englandreise Eshkols wurde hier als „Privatbe-! such“ bezeichnet- Daher ist kein Programm für seine Un- I terhaltungen mit den englischen Staatsmännern aufgej stellt worden. Man weiss aber, dass der israelische Mij nisterpräsident zumindest 1 zwei formelle Gespräche mit | den höchsten britischen Staatsmännern führen wird. Er wurde von Harold Wilson für gestern Abend zu einem Essen in die Downing Street | 10 eingeladen. 1 Eine der zur Diskussion | stehenden Fragen sind nach I Meldungen der eng'ischen I Presse die arabischen. Pläne ‘ zur Ableitung der Nebenflüsse des Jordans, den Eshkol „die Schlagader Israels“ genannt hat. Ein zweites Thema bildet das mögliche Bk suchen Israels zum Abschluss eines englisch .iraelischen Abkommens über die Lieferung von Waffen. Die Zeitungen geben der Vermutung Ausdruck, dass ein solches Ersuchen Probleme für England schaffen könnte, da jede Erweiterung der gegenwärtig „bescheidenen" englischen Waffenlieferungen für Israel die heftige Reaktion Aegyp. ten hervorrufen würde. Der britische Verteidigungsminister Denis Healy hat Anweisung erhalten, sich zur eventuellen Teilnahme an den Unterhaltungen mit Eshköl, im besonderen nach dessen Rücksprache mit Aussenminister Stewart, bereit zu halten. Wie es heisst, ist Israel vor allem an den englischen „Chieftain“ - Tanks, die mit Kanonen bestückt sind, interessiert, aber auch an Lastwagen zum Transport von Mannschaften und an Verteidigungswaffen für den Fall, dass durch die arabischen Pläne zur Ableitung des Jordanwassers Probleme entstehen könnten. (ITA) Blick in die Welt von HAR0LB SCHWARGZ NEUE DEMONSTRATIONEN gegen da« Frainx»-rceglme waren in Spanien zu verzeichnen, wo Arbeiter und Studenten Freiheit verlangten. — MEHR ALS 100 GEISTLICHE traten in den Südstaaten der USA einen Marsch für die Gleichberechtigung aller Bürger an. — LEON AMEER, ein Führer der schwarzen Muselma. nen in den USA, wurde ermordet aufgefunden. Dies ist der zweite Fall in wenigen Wochen, wo ein Mitarbeiter des er mordeten Malcolm X auf geheimnisvolle Weise getötet wurde. — JOSEPH JOOS, früherer Zentrumsführer der Weimarer Republik, der wegen seiner Gegnerschaft gegen das Dritte Reich Jahre lang im KZ Dachau war, starb im Alter von 87 Jahren- — RUSSISCHE ASTRONAUTEN führten einen sensationellen Weltraumflug aurch, der neue wissenschaftliche Aspekte eröffnet. — PRAESIDENT SOKARNO stellte alle ausländischen Petroleumgesellschaften in Indonesien unter staatliche Kontrolle. — RADIO PEKING griff die letzte Kommunisten.Konferenz in Moskau an, die für „illegal, separatistisch und einseitig“ erklärt wurde. — SOWJ ET-AUSSEN MINISTER Grorrtyko erklärte dem britischen Premier Wilson, die Russen werden nicht in Südvietnam intervenieren (?); die Amerikaner müssten direkt mit Nordvietuam verhandeln. — GHEORGHE GHEORGHIU-DEJ, Präsident Rumäniens, der sich für eine Annäherung an den Westen erklärt hatte, starb in Bukarest. 63 Jahre alt. — ALDO MORO, Italiens Ministerpräsident, erhielt ein neues Vertrauensvotum, sodass eine drohende Parlamentskrise vermieden werden konnte. — QUENTIN REYNOLDS, bekannter amerikanischer Journalist, Verfasser n-ehrerer Bücher aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges (u a „Nur die Sterne sind neutral“), verstarb 63 Jahre alt, in Kalifornien- — ANTONIO DE OT.IVEIRA SALAZAR, Portugals Diktator, bildete sein Kabinett um, was bisher nicht offiziell bekannt gegeben wurde. — Die PRESSE IM LIBANON griff den ägyptischen Diktator Nasser an. die Krise im Orient provoziert zu haben (!). — HENRY H. FOWLE1R ist der neue, vom Präsidenten Johnson ernannte amerikanische Schatzkanzler. — JEAN PAUL SARTRE sagte seine Amerika-Reise ab, weil er mit den gegen die Neger gerichteten Massnahmen nicht einverstanden ist. — FIDEL CASTRO griff in einer Rede Moskau und Peking an, weil sie sich nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen können. — DIE SOWJETUNION verlangte von ihren früheren Alliierten. USA. Grossbritannietr und Frankreich, energische Massnahmen, damit die deutschen Kriegsverbrecher endlich aogeurteilt werden. — ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ► ♦♦♦♦♦♦♦♦< Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun* gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 e«|. Av. LAS HERAS VVW-lfi

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