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Jüdische Wochenschau · 1965-03-12 · 2107 (12.3.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2107 (12.3.1965)
Date
1965-03-12
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N* 2107 ft — Viernes. Kí de Mano de 1966 Zeitnahe Frühgeschichte (Schluss ven Seite M ebenso auf die Beschlagnah. die jüdische Position stark., Sicherheiten gewiegt, die ins Denn die Königin war eine me und den Raub des gesamten jüdischen Vermögens. Denn die Habgier und der Neid gehören stets zu den entscheidenden Motiven antijüdischer Aktionen und gehen immer mit den Ausweisungs. oder Mordbefehlen Hand in Hand. Auch das war imer so. auch das ist bis heu. te das Gleiche geblieben. ESine weitere wesentliche Lehre dürfen wir aus der Geschichte der Königin Esther und der Errettung der Juden aus der Hand ihres Feindes entnehmen. Ohne mit einer grossen Bereitschaft und vielen Helfershelfern im ganzen persischen Reich rechnen zu können, hätte H&man niemals wagen dürfen, einen solchen „Juden. Eirlass" in alle Provinzen zu senden, denn des Ahasveros Herrschaft reichte über einhundertsiebenund zwanzig Landschaften (Buch Esther 1, 1). Schliesslich war das persische eines der grössten Reiche des Altertums, und wahrscheinlich nicht nur der alten Zeit- Für die Durchführung des Ausrottungsbefehls dürfte die Verlockung eines reichlichen Lohne« eine hervorragende Rulle gespielt haben. Die Verquickung jüdischen Schicksals in der Zerstreuung mit dem materiellen Begehren der umgebenden Majorität oder den Herrschern, von denen die Juden heiten in den einzelnen Städten oder Staaten abhängig waren, ist ebenfalls ein typisches Merkmal des Gahit-Daseins- Nur in ganz seltenen Fällen konnten die Juden, wenn sie vertrieben wurden, ihr Hab und Gut mitnehmen. Oftmals konnten sie die ihnen drohenden Gefahren abwenden, wenn sie uahlungsfähig und .willig gewesen sind- Der Status der Juden als des Kaisers Kammerkneehte war eine Finanzfrage Bei den jüdischen Massenverfolgungen im ausgehenden Miteialter, in der Zeit der Kreuzzüge und bei früheren wie späteren Judenmassakern war die Aussicht auf Beute eines der entscheidenden Motive. Die Juden im persischen Reich wären verloren gewesen, wann nicht ein mutiger Mann aufgestanden wäre, um die drohende Gefahr abeulenken Unverkennbar war Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* isq. a a chm. H—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Jüdin, was allerdings der König nicht wusste- Ausserdem hatte Mordechai sich bereits als ein treuer Staatsbürger bewährt, bevor Haman seinen Ausrottungsfeldzug ersonnen hatte, und durch eine mutige Tat das Leben des Königs gerettet Wenn es auch keine jüdischen Königinnen über fremde Länder gegeben haben mag, zu allen Zeiten gab es Juden, die durch ihre Treue zum Lande, in welchem sie wohnten, durch Haltung und Leistung weit über die Massen hinaustraten. Man braucht nur an die Geschichte der Juden auf der spanischen Halbinsel zu denken, wo sie zu den grossten Staatsmännern, Gelehrten, Dichtern und Denkern gehört haben- Wir können auf unsere eigenen jüdischen Beiträge zur geistigen Grö. sse Deutschlands hinweisen, auf führende Männer der Wirtschaft und der Wissenschaft. Aber weder im alten Persien, noch im katholischen Spanien noch im Deutschen Reich oder sonstwo haben diese ausgezeichneten und patriotischen Taten der Juden das Schicksal abzuwenden vermocht. Galut blieb immer Galut- Der Jude blieb der Jude. Was einzelne Juden verfehlten, konnte niemals durch die hervorragenden Taten anderer aufgewogen werden- Ein Kutisker oder die Barmats oder andere, die tatsächlich oder vorgeblich Unrecht getan haben. wogen schwerer als die Ehrenhaftigkeit und die HSti. Satzbereitschaft, als die Leistungen und Anstrengungen aller anderen Juden. Warum?, fragen wir- Weil Haman es wollte, ist die Antwort, die wir dem Esther- Buch entnehmen und die zu allen Zeiten gültig geblieben istinteressant ist auch der Hinweis des Mordechai, den er seiner Nichte, der Königin, gibt: „Bilde dir nicht ein, allein von allen Juden im Hause des Königs zu entkommen“ ('Esther 5, 13). Manche Gelehrte waren der Auffassung, die Geschichte der Königin Esther sei deswegen eine Sage, weil nichts von so frühen Judenverfolgungen bekannt sei- Selbst wenn dieses Buch erst 300 Jahre nach den Geschehnissen entstanden ist, ändert dies nichts an der — man darf sagen — erschreckenden Wahrheit dieser Mahnung, die an niemand anderen als an die Königin eines mächtigen Reiches gerichtet ist. Wenn schon die Königin dem allgemeinen jüdischen Schicksal nicht entrinnen kann, wer hat denn sonst Hoffnung, dem Massaker zu entgehen? Immer wieder haben sich Juden in der Hoffnung gewiegt. dass sie von den Verfolgungen nicht betroffen werden würden- Sie haben geglaubt, dass ihre gesellschaftliche, wirtschaftliche oder sonstige Stellung bewirken könnte, dass der Hass an ihnen vorbeischreitet Sie haben sich an Strohhalme geklammert, an ihre Frontkämpfereigenschaft oder an ihre gesetzlich verankerte Position, sie haben sich in JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaiJksbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. 1. RIVERA 2585 (fr Bebedero) T, E. 73-0155 Nichts zerstoben sind. Sie hatten sehr schlecht in den Annalen ihrer, der jüdischen Geschichte gelesen, sie haben geglaubt, man brauche nicht wörtlich zu nehmen, was sich jedoch immer wieder als ein unentrinnbares Gesetz unserer Galutgeschichte erwiesen hatte. — Es gab einen Augenblick in unserer Gegenwart, wo alle mit einem gewisse» Recht annehmen durften, dass die Zeiten des rüden Antisemitismus vorbei seien. Als nach dem letzten Weltkrieg die entsetzlichen Gräueltaten bekannt wurden, die an Juden begangen worden sind, glaubten wir — und mit uns viele gerecht denkende Menschen —, dass nunmehr ein Zeitalter anbrechen werde, in welchem Frieden auf Erden herrschen würde. Man hoffte, die Mächte der Finsternis, der Gewalttätigkeit, des Hasses seien niedergerungen und würden niemals mehr ihre Hydra-Häupter erheben- Wieder mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass dieselben Leidenschaften die Menschheit beherrschen, die bisher ihre blutige Geschichte geschrieben haben. Die Predigten des Hasses finden auch heute viele Gefolgsleute. Die anti jüdische Welle steigt. Die hervorragenden geistigen Taten von Juden, eines Einstein, eines Salk. anderer zahlreicher jüdischer Nobelpreisträger, durch welche die Menschheit von mancher Geissei befreit wurde, zählen nicht- Die eingefleischten Vorurteile und die niederträchtigen Verleumdungen sind stärker als die beschwichtigenden Worte der Päpste- Der Antisemitismus als Mittel im Kampf um die politische Macht, im Dritten Reich zur Perfektion getrieben, lockt andere, die auf normalen und legalen Wegen ihren Vernichtungswillen nicht realisieren können. Bomben und Gewalttaten, Chauvinismus Pamphlete, Drohungen und Hetzparolen erschüttern das gesellschaftliche und staatliche Leben vieler Länder- Wieder versucht man allerorts das Vergehen einzelner der jüdischen Gesamtheit zur Last zu legen. Seit Hamans Zeiten hat sich trotz der Fortschritte der Technik und Wissenschaft, trotz aller Erkenntnisse und Erfahrungen nichts oder sehr wenig geändert. Fhn neuer Pharao ist aufgestanden, der die Rolle des Ama. lek. des alten oder des neuen Haman zu übernehmen sich anstrengt Die Welt hat immer zu solchem Geschehen geschwiegen. Die Juden, die auf Hilfe von aussen hofften, die ihre Augen auf die Fürsten, die Kaiser, die geistlichen und die weltlichen Herren NEUE ADRESSE VIAMONTE 2637 4’ B, 46-1716 and 48-2124 JACOB LAPIDUS M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T- E 76-6784 a. 76-2312 Syrischer Angriff Tel Aviv. — Fün heftiges Feuergefecht fand dieser Tage an der israe lisch - syrischen Grenze statt- Ein syrischer Tank soll das Feuer auf einen Traktor eröffnet haben, der in der landwirtschaftlichen Siedlung Almagor stand. Die jüdischen Siedler antworteten mit Artilleriefeuer. Es sind keine Opfer zu beklagen. (ITA.) richteten, wurden immer enttäuscht. Auch die Erwartungen, die Juden heute auf das freie, das mächtige, das demokratische Amerika richten, werden sich nicht erfüllen. War es denn jemals anders? Wie vollzog sich die Rettung der Juden im alten Perserreich vor dem drohenden Untergang? Prüfen wir, was die Rolle Esther uns hierzu sagt. Nachdem das Haus Haman auf königlichen Befehl vernichtet war, bestand noch immer die Weisung zur Ausrottung der Juden- Die Königin bat den König darum, „abzuwenden die Bosheit Hamans und sei. nen Anschlag, den er wider die Juden ersonnen“ hat. Aber der König nahm nicht einfach die Hamanschen An. Ordnungen zurück, wie es Mordechai und Esther offenbar erwartet hatten- Er gab ihnen nur das Recht, neue, andere Anweisungen zu erteilen, durch welche den Juden gestattet wurde, „sich zu versammeln und zu stehen fiir ihr Leben, zu vertilgen, umzubringen und zu vernichten alle Kriegsmacht des Volkes und der Landschaft, die sie angreifen würden.“ — Mit anderen Worten bedeutet dies, dass den Juden das Recht der Selbstverteidigung eingeräumt wird. Es erging also nicht der königliche Befehl, durch welchen die Anordnung Hamans zur Ausrottung widerrufen wird, durch welchen die königlichen Truppen oder die Polizei angewiesen worden wäre. das jüdische Leben und Gut zu schützen. Sie erhielten dagegen die Befugnis, sich allein der feindlichen Angriffe zu erwehren. So er folgte die Errettung der Juden durch ihre eigene Ent. schlosse nheit, durch ihren Mut, durch ihre Tat- Heute hat jeder Mensch das Recht, sich gegen jeden Angriff zu verteidigen. Dieses Recht steht auch jeder Gemeinschaft zu, selbst dann, wenn dies nicht aus drücklich in den Landesverfassungen enthalten sein sollte- Denn wenn sich — wer Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN o. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei.. 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Ausführung saemtlicher HELGUERA 1915 -auch immer — die Befugnis usurpiert, eine bestimmte Gemeinschaft anzugreifen, so liegt es bereits im Charakter des natürlichen Rechts, sich hiergegen zu schützen, wenn erforderlich, mit der Waffe in der Hand. Die ersten organisierten Judenverfolgungen unserer Galutgeschichte sind nicht durch königliche Gnade abgewehrt worden. Es waren die Juden selbst, die ihr Leben verteidigten, die ihre Angreifer zurückschlugen und eine grosse Anzahl von ihnen erledigten. Gewiss konnten diese kämpfenden Juden mit dem Wohlwollen und der Duldung des Königs rechnen. Aber er nahm ihnen nicht die Last des Widerstandes ab, sodern ermächtigte sie nur, durch eigene Taten und den Einsatz ihres Lebens die Durchführung des ersten Liquidations . Befehls gegen eine jüdische Gemeinschaft abzuwenden. Wenn wir alle diese Phasen der „Erzählung“ von der Königin Esther lesen, spüren wir die unheimliche Zeitnähe jüdischer Frühgeschichte- Wir erleben den perfiden Anschlag eines Hassers gegen unser Volk, wir lernen, dass alle Juden für die Haltung eines einzelnen verantwort- ' lieh gemacht werden, wir begreifen, dass keiner von uns sich dem gemeinsamen Schicksal entziehen kann. Wir sehen aber auch den Erfolg der Entschlossenheit, LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800— jährl. den Triumph der Treue an unseren Gesetzen und der Liebe zu unserem Volk- Wir sollten auch verstehen, dass das Gesetz des Handelns bei uns selbst liegt, dass nicht der König, sondern wir masere Verteidigung zu übernehmen haben, und dass 1 nicht Dritte, sondern wir am unser Lebensrecht, das «9 stets und überall zu verteidigen gilt, kämpfen werden. Mag in der FYeude des Pü- : rlm das eigene Ueberleben und der Untergang unserer Feinde bis auf dem heutigen Tag im Vordergrund stehen, wir seilten nicht die grossen Lehren vergessen, die ans im Buch Esther überbefeat worden sind i Unsere Vergangenheit M zu allen Epochen unsere Gegenwart gewesen, auch haare. ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Pr«f. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERHARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Cónsultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UM ARSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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