Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2106 (5.3.1965)
- Date
- 1965-03-05
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Vier»*«. 5 dr Mam dr 1S65 LA SEMANA ISRAELITA Ereignisse der UNSICHERHEIT WllRD GRGESSER Wir Juden, besonders diejenigen. die aus Ost- und Mitteleuropa nach Südamerika ««kommen sind, neigen gewiss nicht dazu, die antisemitische Situation hierzulande zu überschätzen- Aber wir sind auch nicht dumm und nicht unerfahren genug, um gewisse Symptome zu übersehen. Ganz gewiss werden die antisemitischen Aktionen von zweifelhaften Personen gelenkt, die anderswo »ich ihre Sporen auf diesem traurigen Terrain verdienten. Deutsche, kroatische, ungarische Verbrecher und sogar Mörder laufen hier frei herum, in Chile hat man einen qualifizierten Nasa freigelassen, weil formale Gründe seine Auslieferung angeblich nicht möglich machten usw- Die Geschädigten sind wir. denn wir müssen uns gegen .Menschen“ und Vorwürfe wehren, die aus dem alten, verstunkenen Arsenal der antisemitischen Verleumdungen stammen. Aber nicht nur wir sind die Geschädigten, es sind auch die Regierungen und deren Völker, die diesen Elementen die Möglichkeit geben, ihr Unwesen zu treiben. Bomben fliegen überall hin Sie fliegen gegen jüdische Häuser und sogar gegen jüdische Schulen; aber . sie fliegen auch gegen die Wohnungen argentinischer Politiker und kennzeichnen einen Kampf, der sich bereits im ersten Stadium eines Bürgerkrieges befindet, der in diesen Formen und mit diesen Mitteln bisher ebenso wie die antisemitischen Parolen in Lateinamerika unbekannt gewesen sind. i Deswegen wäre es endlich an der Zeit, mit diesem Unwesen aufzuhören- Worte allein genügen nicht, besonders dann nicht, wenn sie im Wahlkampf gesprochen werden. — Herbert Treitel zu Ehren Herr Herbert Treitel feierte m Montevideo seinen 75- Geburtstag Ihm wurden von allen Seiten Ehrungen zuteil, denn Treitel hat seine freie Zeit, und nicht nur diese, jüdischen Aufgaben zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde NCI unter der rührigen Leitung von Dr. Hirsch. laff veranstaltete einen Cocktail, andere Gruppen ehrten den Jubilar und die Leitung des Jüdischen Weltkongresses in Montevideo, der Herr Treitel ebenfalls angehört, liess es sich mit Recht nicht nehmen, eine kleine Veranstaltung aus Anlass des 75. Geburtstages von H. Treitel durchzuführen- Es ist erfreulich und begrüssenswert, dass sich der zentraleuropäische Sektor in Uruguay wirklich aktiv an den allgemeinen Aufgaben des gesamten Judentums dert beteiligt- Herbert Treitel ist einer der Wegbahner I zur Verschmelzung der verj schiedenen Kollektivitäten innerhalb des uruguayischen : Judentums, der es verstanden hat, sich allgemeine Achtung. Anerkennung und das Vertrauen aller Teile zw erwerben. Treitel w'ar der erste deutsche Jude in Uruguay, der zum 1. Vorsitzenden des Zentralrates ge i wählt worden ist. Er gehört auch der Leitung des JWK an und hat gemeinsam mit anderen Delegierten häufig Uruguay bei den Exeeutivl Sitzungen in Argentinien vertreten- I Zu seinen Ehren sprachen Herr Rabbiner Dr. Fritz Win- : ter, ebenfalls ein sehr a-kti- ■ ves und geschätztes Mitglied I in der Leitung der uruguayi- | sehen Abteilung des JWK, Frau Dr. Nelly Rost, die of fizielle Kongressdelegierte in Uruguay, Herr Balzer für den Zentralrat Vertreter weiterer zentraler Organisationen und der Jugend, sowie für die südamerikanische Executive des Jüdi- ISRAEL - BRIEFMARRFIN Ai* WIEDEBVERKAEUFEB - ALLE NEUAWSGA BE1» ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VLAMOKTE SM, I/B — lutMt Air»«. Itep A.r«eBt*M Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tau weiter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUM ER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval. Merkwürdi ge Rechtsfäll .e Nr. 57/58/59: GERALD RETTUNGER: Ausrottung der Juden Eiuropas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80 Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München sehen Weltkongresses, Dr. Hardi Swaisensky (Buenos Aires). Israel-Aufstellung Wie bereits gemeldet, beim det sich zur Zeit in Montevideo eine ausgezeichnete Ausstellung israelischer Kunst, die in ihrer Reichaitigkeit übeirascht. Die Ausstellung in dem montevideaner Museum de Bellas Artes, die vinter der Leitung der israelischen Expertin Jurika Mann steht, erfreut sich eines regen Zuspruchs seitens eines wirklich interessierten Publikums, das sich beeindruckt zeigt- Eine grosse Reihe israelischer Künstler stellen aus. Auffallend ist gegenüber anderen. früheren Ausstellungen israelischer Kunst das Zurücktreten einer ausgesprochen expressionistischen, kan mann schon sagen, exzentrischen Schule- Anstelle der häufig aufgeregten, dem Rätselraten des Publikums überlassenen, ins Mysteriöse und nicht ins Mystische reichenden Darstellung sieht man herrlich klare Linienführung, wunderbare Farben. sehr sorgfältige gründlich geleistete Arbeiten, die sich auf jeder und auch der grössten Kunst-Ausstellung sehen lassen können. Man sieht Bilder von Tamir. Ma. tus. Okshi, Melitta. Mokade. Bernhard. Steinhardt. Barzar, Blum und anderen die verschiedene Kunstrichtungen vertreten, alle aber würdige Repräsentanten des kulturellen Schaffens Israels sind- Uebrigens sind auch Bilder von Mané Katz zu sehen- Die hier zuständigen Stellen sollten endlich dafür sorgen, dass diese Ausstellung in die Stadt kommt, in der die meisten Juden leben und zwar Juden, die stets ein grosses Interesse für Israel und seine Kultur in allen ihren Au so racksformen, vor allem aber in der Malerei, gezeigt haben. Israel-Reise Eine Gruppe von Jugendlichen, davon fünf aus Buenos Aires, wurde durch die CENTRA unter Mitwirkung der Jewish Agency nach Israel geschickt, wo sie eine einjährige Ausbildung erhalten wird- Den halben Tag wird praktisch gearbeitet, die andere Hälfte des Tages dient dem Lernen- Die Jugendlichen. die im Rahmen dieser Aktion nach Israel gegangen sind, haben sich verpflichtet, nach ihrer Rück, kehr ein oder zwei Jahre in denjenigen Gruppen der Gemeinden tätig zu sein, denen sie angehören. Diese Initiative der CEN¬ TRA und der Jewish Agency ist ausserordentlich begrüssenswert, weil auf diesem Wege j-unge Menschen zwischen 17 und 22 Jahren eine gründliche Vorbereitung als Leitung von Jugendgruppen erhalten. Uns ist bekannt, dass die Vorbereitungen fiir die Reise nicht allen Anforderungen entsprachen Ei bleibt zu ei walten, dass beim nächsten Mal die organisationeilen Fehler vermieden werden, die diesmal gemacht worden sind, und dass auch in pr (grammatischer Hinsicht gründlicher geplant wird — Executive der CENTRA , Ein Verband, der sich über einen so grossen Kontinent wie den siidamerikanischen erstreckt, muss verschiedene Formen seiner Leitung haben. Die Executive besteht aus Vertretern der Gemeinden und Organisationen in Montevideo, dem Sitz der Leitung, Buenos Aires, San Paolo und Santiago de Chile. Dieses Mal trafen sich nur die Montevideaner mit den drei Executivmitgliedern aus Buenos Aires zu einer Be. t sprechung in Uruguay, die positive Ergebnisse zeitigte. Es standen Fragen der Jugendarbeit mit allen hierzu gehörenden Problemen sachlicher und menschlicher Natur sowie kulturelle und finanzielle Fragen auf der Ta. Verordnung. Für den Monat März so)! die .grosse“ Executive zusammengerufen werden. — Abschiedsfeier i Wie bekannt, wird der is- . raelische Botschafter, Genej ral Avidar, nach jahrelan. ' gern Wirken in Argentinien nach Israel zurückgehen und — wie dies im diplomatischen Dienst üblich ist, — hier abgelöst werden. Eine Reihe von Enrungen sind geplant. um die Tätigkeit des Botschafters zu würdigen. Zu Ehren der Gattin des Botschafters, der bekannten israelischen Schriftstellerin Jemima T. de Avidar. veranstalten die Jüdisch-Argentinische Frauen.Organisationen, vor allem die OSFA einen Abschiedstee in der Hebraica. der am 10. März um 16 Uhr Sarmiento 2233 stattfindet. — Smilg-Benario 70 Jahre In diesen Tagen begeht der bekannte Journalist und Schriftsteller Michael Smilg- Benario seinen 70- Geburtstag, zu dem wir dem Jubilar unsere besten Wünsche; aussprechen. j Dem russischen Judentum entstammend ist Smilg ein ganzer Europäer. Eh1 studierte in St. Petersburg Nationalökonomie, ging nach der Oktober - Revolution nach Deutschland, wo er von 1919 bis 1933 lebte und an ver. schiedenen Zeitungen tätig war, unter andetem für die | Münchner Neuesten Nachrichten, den Börsenkurier, usw- — j In der Emigration leistete Smilg-Benario in der sogen. | .Emigrantenpresse in Prag, dem Saarland, Paris usw. i wertvolle Arbeit, bis er 1937 nach Buenos Aires übersiedelte. In spanischer Sprache | erschien sein grosses Buch „Ursachen für den Zusam- . menbruch der europäischen Demokratie“. Eine vor wenigen Jahren mit seiner Gat.; tin gemachte Israel - Reise . beeindruckte den Jubilar . stark- (CW) Ein jüdischer Sportler! Der bekannte Fussballspieler Herbert Landau gehört LUACH — (KALENDER) Freitag, den 5. März 1. Adar II 2. Tag Rosch Chodcsoh A DAR BET Sonnabend, den 6. März 2. Adar TI Parschat PEKUDE 2. B.M. XXXVIII 21 — XL 38 Hai tara II Könige VII 40—50 Sonntag, den 7. März 3. Adar TI Montag, den 8. März 4. Adar II Dienstag, den 9. März 5. Adar IT Mittwoch, den 10. März 6. Adar n Donnerstag, den 11. März 7. Adar II Freitag, den 12. März 8. Adar IT Sonnabend, den 13. März 9. Adar n Parsdhat WAYIKRA 3. B.M. 11 — V 26 Parsöhat SACHOR 5. B. M. XXV — 17—19 Haftara I Sohmu’el XV 2—34 Sonntag, den 14. März 10. Adar II Montag, den 15. März 11. Adar n Año XXVI. — N« 2106 ZEUGEN GESUCHT im Frühjahr 1939 errichtete die Gestapo Karlsbad im Schloss von Schlackenwerth ein Durchgangslager für politische Häftir ge. Gefangene waren vor aliem So. zialdemckraten, Kommunisten, Juden und andeie dem NS-Regime unliebsame Personen. Das Lager bestand bis August 1939. Ais Bewachungsmannschaft fanden Angehörige der SS Standarte 101 Karlsbad Verwendung. Die Staatsanwaltschaft München I führt unter dem Aktenzeichen 113 Js 6/64 ein Ermittlungsverfahren, das die Vorgänge im Schloss Schlackenwerth zum Gegenstand hat Nach bisherigen Zeugenaussagen wurden die Häftlinge schwer misshandelt und einige von ihnen sogar getötet. Unter den Getötete sollen sich befunden haben: Dr Fritz Adel, Arzt aus Pilsen; Ing. Karl Brunner aus Niirschan; Josef Fleischner aus Pilsen; Eduard Friedländer aus Marienbad; Dr. Paul Kiement. Arzt aus Nürschan; Fritz Popper, Zahntechniker aus Pilsen; Karl Knecht aus Karlsbad oder Marienban' Josef und Jakob Schön aus Wickwitz; Schenk aus Theusing; Karl Zunterstein aus Mies; Mani (Manfred) Zentner aus Karlsbad. Modewarengeschäftsinha.. ber (Vater war Viehhändler in Karlsbad). Wer kennt die Opfer und kann über ihr Schicksal etwas Sachdien’iches aussagen? Wer kann bestätigen, dass sie in dieser Zeit ums Leben kamen? Wer war selbst Häftling im Schloss von Schlackenwerth oder kann sich an solche erinnern? Wer kann Angaben machen über die damalige SS-Bewachungsmannschaft oder die Angehörigen der Gestapostelle Karlsbad? Hinweise sind erbeten an die Staatsanwaltschaft München I, (8) München, Maxburg. Altersheim Tel Aviv. — In der Nähe von Tel Aviv (Sohikun Dan) wurde ein neues Altersheim „Bet Orly“. eröffnet, das u. afür wohlhabende Neueinwanderer gedacht ist, die ih. ren Lebensabend in Israel verbringen wollen. nun zu den „Veteranen““: Am 25 Februar wurde er 60 Jahre. Dieses Jubiläum ist ihm nicht anzumerken, denn trotz seiner grauen Haare ist er immer noch so jugendlich begeistert wie einst, als er im Jahre 1920 seine Laufbahn im „B. C. Olympia“, Leipzig, begann. Nach Gründung des Barkochba Leipzig trat er sofort zum jüdischen Sportleben über, spielte dann in der Emigration zunächst ln der Hasmonea Wien und später im Bar Kochba in Buenos Aires, zu dessen Mit. begrü ndern er zählte- Wenn H Landau auch seit Jahren nicht mehr aktiv spielt, so ist er doch weiterhin mit ganzem Herzen dem jüdischen Fusbailsport ergeben und stets und überall zu jeder Mitarbeit z- B. in der LIFA bereit. Neue jüdische Siedlungen London- — Die „Jewish Cblonization Association“ un. terzeichnete ein gemeinsames Abkommen mit der Jewish Agency, das auf die Gründung zweier neuer landwirtschaftlicher Kolonien in der Zone von Birant in Galiläa hinzielt. Ein Bericht hierüber wurde während der diesjährigen Generalversammlung erstat tet. bei welcher Sir Hemy Davigdor Goldsmid als Präsident wiedergewählt und René Mayer (Frankreich) und Max Goldschalk (Belgien) zu Vizepräsidenten gewählt wurden. Auf Anregung des Generaldirektors Victor Girmounsky, der von einer Südamerikareise zurückkehrte, nahm die Versammlung mehrere Vorschläge bezüglich argentinischer und brasilianischer Ko. Ionien an. Es wurden neue Kredite für Freiwillieenkur.se und Beschleunigung der Zuwanderung neuer Bmigrantengruppen aus den zwei genannten Ländern bewilligt (ITA) Dr. PEDRO HABERFELD LENA HABERFELD geh. KREINDLER VERMAEHLTE Dr. PEDRO HABERFELD Herzlia, Bet Meschutaf >6. März 1965 Rechow J. L. Jaffe ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 57251 Fasten Ester Purim Schuschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto 27. Nissan) Yom Haatzma’ut Lag Be Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Fasten Schiwa-Assar beTamus (nidche) Erew Tischa beAw (nidche) Tischa beAw (nidche) Erew Rosch Haschana 5786 Mittwoch, den 17. März Donnerstag, den 18. März Freitag, den 19. März Sonnabend, den 10. April Freitag, den 16. April Sonnabend, den 17. April Sonntag, den 18. April Freitag, den 23. April Sonnabend, den 24. April Donnerstag, den 29. April Freitag, den 7. Mai Donnerstag, den 20. Mai Sonnabend, den 5. Juni Sonntag, den 6. Juni Montag, den 7. Juni Sonntag, den 18. Juli Sonnabend, den 7. August Sonntag, den 8. August Sonntag, den 26. September