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Jüdische Wochenschau · 1965-03-05 · 2106 (5.3.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2106 (5.3.1965)
Date
1965-03-05
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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\ ierivfts, 5 de Man» de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N? 2196 Das Schicksal der führenden Nazis Zur Verfolgung der nationalsozialistischen Straftaten Das Bundesjustizministerium Bonn hat unter Mitwirkung der Landesjusttaver waltungen und der Zentralstelle in Ludwigsburg zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen eine über 100 Seiten starke Broschüre herausgegeben, „Die Verfolgung nationalsozialistischer Straftaten im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland seit 1945” Das Material ist nach verschiedenen Richtungen hin aufschlussreich — sowohl was die Zahl der vor Gerichte gestellten Naziver. breoher wie auch die Höhe des ihnen auferlegten Strafmasses anbelangt. Anhang II verdient Erwäh nung an erster Stelle. Sein Titel lautet: „Das Schicksal der zwischen 1933 und 1945 führenden Männer“, mit den Unterabteilungen Reichsregierung; Die Partei; Führer der Einsatzgruppen und -konim&ndos. Von den 31 Mitgliedern der Reichsregierung unter Führung Adolf Hitlers sind fünf am Leben; zwei in Haft in Spandau, Rudolf Hess und Rüstungschef Albert Speer; der elvemalige Reichswirt sohaftsminister Dr- Hjalmor Schacht sowie Franz von Pa. pen leben in Süddeutschland, und der einstige Reichsfinanzminister Lute Graf Schwerin von Krosigk in Nordrhein-Westfalen. Keines wegs sind etwa alle anderen die Opfer ihrer Betätigung geworden. Dreizehn starben eines natürlichen Todes in der Freiheit, ein weiterer ist ist Untersuchungshaft gestorben. Von den restlichen 13 entzogen sich sieben der YMi HERBERT FREEDEN MOEBELHAUS WATERMANN Das Haas der 3 Geschüf te mit der grösste« Auswahl. SARMÍENTO 1147 T. E. 35 - 7633 CABILDO 26(4 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. irdischen Justiz durch Selbstmord und sechs wurden hingerichtet. Was ist aus den Führern der Partei geworden? 52 Gauleiter hatten das Netz der Gewaltherrschaft über das „Grossdeutsche Reich“ gelegt. Von ihnen leben 15 in Freiheit in der Bundesrepublik, manche von ihnen nach kurzer verbiisster Strafe, an dere überhaupt straffrei. Weitere drei sind aus der Haft entflohen oder sonst irgendwo untergetaucht, und ihr schickeal ist unbekannt. Weitere sieben starben eines natürlichen Todes. Dreizehn begingen Selbstmord, vier starben infolge von Unglücksfällen, und neun sind zum Tode verurteilt und hingerichtet worden, unter ihnen Julius Streicher und Fritz Sauekel im Nürnberger Prozess, die anderen vor polnischen, jugoslawischen und tschechischen Gerichten. Baldur von Schirach (Wien) sitzt als einziger der ehemaligen Gauleiter noch in Haft — er verbüsst in Spandau eine 20jä;hrige Freiheitsstrafe. Addiert man die an natürlichen Ursachen in Freiheit Gestorbenen zu den gegenwärtig in bürgerlicher Freiheit Lebenden, so kommt man zu dem überraschenden Schluss, dass fast ehe Hälfte aller Nazigauleiter entweder j straffrei ausgegangen ist : oder eine so kleine Strafe ver. I büsst hat, dass sie sich schon | längst wieder ins Privatle- , ben zurückziehen konnten. Nicht anders steht es mit den Führern der berüchtigten Einsatzgruppen. Ke beiden Kommandanten der Ein satzgruppe A, SS.Brigadeführer Heinz Johst und SS- Standartenführer Martin Sandberger, beide im Binsatzgruppen-Proaess in Nürnberg zum Tode verurteilt, wurden später begnadigt und entlassen. Aus dem Bericht geht nicht hervor, wo sie ihr Domizil aufgeschlagen haben. Von weiteren fünf Füh. rem dieses Kommandos sind zwei verstorben, zwei begingen Selbstmord, und einer befindet sich in Untersuchungshaft. Von den Führern des Ein satzkommandos der Gruppe j B, wurden drei ln Nürnberg j zum Tode verurteilt, aber begnadigt und entlassen; gegen weitere drei schweben Ermittlungsverfahren; andere, die zu langen Freiheitsstrafen verurteilt worden sind, wurde vorzeitig die Freiheit wiedergegeben. Aehnlich verhält es sich mit den Einsatzgruppen C und D. Folgendes Bild ergibt sich: Von der aus 37 Mördern bestehenden Führen schaft der vier Einsatzgrup- 1 pen leben zehn in Freiheit , nach Begnadigung oder Strafermässigung; zwei weitere sind untergetaucht und I verschwunden; gegen neun einem Gericht im Ausland verurteilte Deutschen eine erneute Strafverfolgung in der Bundesrepublik möglich. Trotzdem lebt seit 1951 un angefoohten in der Bundesrepublik Dr. Karl - Werner Best, einst Reiohsbevollmächtigter in Dänemark und Leiter d«r dortigen Judendeportationen, der 1946 in Kopenhagen zum Tode verurteilt und 1949 begnadigt wurde. Der für die Judenöeportationen aus Holland verantwortliche sS-Hauptsturmführer Ferdinand aus den Fünten, LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Be. Air«s — PUEVREDON 219«, 1» ízg. — T. E. 83-2613 1. Adar II 5725 5- März 1965 Ist Rasenberg „arisch “? Berlin. — Wie verlautet, soll Ostdeutschland sich ehrenwörtlich verpflichtet haben, keine Juden oder „Judenstämmlinge“ als Konsulatsbeamte in arabische Länder zu schicken. Dieses Versprechen ist umso leichter zu erfüllen, als die DDR fast gar keine Juden in ihrem diplomatischen Korps beschäftigt. Nun wurde bekannt, dass unter den Funktionären, die Ulbrichts Kairo-Besuch vorbereiteten, sich auch ein gewisser Rosenberg befand- Nasser protestierte gegen seine Teilnahme an den Besprechungen, bis ihm bewiesen wurde, dass Rosenberg „rein arischer Abstammung sei... Mehr noch: aie kommunistischen Behörden der DDR lieferten einwandfreie Proben, dass es sich sogar (!) um einen Verwandten Alfred Roaenbergs, des ehemaligen Naviministers handle- Mehr konnte Nasser wirklich nicht verlangen... (ITA) Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKJ'tTPETEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLPSHE HEIM. BifM* raSrMuMi» — IhfirthiUiilu VnÜliiMtf Auf Wmigsh ZRhkmyBsrlMchtsrHitgn MASCHINENTEPPICHE IM ALLEN FARBEN UND QROBSSM. AUSLESEN VON APPARTEMENTS MET REIM WOLLENEM VELOUR. Vwkwt au Private mtr Samttag tutd Sa—tag voa 9—19 Uhr im Ausstellungshalle Calle ANDONAEGU1 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader voa Statt— Urgtht Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 78-0206 76-1049 laufen Ermittlungsverfahren; fünf haben Selbstmord begangen, weite:« fünf sind verstorben, vier sind hingerichtet worden, und zwei verbüssen Freiheitsstrafen Selbst bei dieser berüchtigtsten aller Mördergruppen muss man feststellen, dass ca. ein Kittel unangefochten in Freiheit lebt. Und das angesichts der Tatsache, dass in derselben Broschüre (S. 25) amtlich mitgeteilt wird: „Nach den .Ereignismeldungen“, die aus den Berichten der Einsatzgruppen zusammengestellt wurden, betrug die Zahl der Opfer bis April 1942 bei Einsatzgruppe A rund 250.000, bei Einsatzgruppe B rund 70.000, bei Einsatzgruppe C rund 150.000 und bei Einsatzgruppe D rund 90.000, zusammen also weit über eine halbe Million Ermordeter“. Dieser Bericht reicht nur bis zum April 1942... und nicht mehr als 12 Prozent der Mörder hat die gerechte Strafe getroffen. Es wäre jedoch falsch, lediglich die deutsche Justiz dafür verantwortlich zu machen. In den drei westlichen j Besatzungszonen einschliesslich des Nürnberger Urteüs! sind von alliierten Gerichten j insgesamt 5.025 Angeklagte verurteilt worden, davon 806 zum Tode. Von diesen zum j Tode Verurteilten wurden j 380 begnadigt. Inzwischen j sind sämtliche von Besatzungsgerichten Verurteilte, mit Ausnahme der drei in Spandau Inhaftierten, entlassen worden — entweder | nach Ablauf ihrer Strafzeit oder aufgrund von Begnadigungsakten. Diese 4.539 Naziverbrecher führen, soweit sie nicht verstorben sind, als Bürger der Bundesrepi >lüc ein freies Leben. Soweit ihre Verfahren von einer der drei westlichen Besatzungsmächte durchgeführt wa n, können sie aufgrund des „Vertrages zur Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener Sch. len“ von deutschen Gerichten nicht mehr verfolgt werden. Unter diesen „Befreiten“ befinden sich der frühere Reichsanwalt Laufcz, der ehemalige Staatssekretär SohL gelber ger, die rr’~ -Aerztin Oberheu. ser, der SS.StandartenfühTer Prof. Six und der Legationsrat Veesenmayer. Andererseits ist gegen von 1949 im Haag zum Tode ver. urteilt, wurde später begnadigt. Der für die Vergeltungsaktion gegen das tschechische Dorf Lidice verantwortliche Max Rostock wurde 1951 in Prag zum Tode verurteilt, später begnadigt und entlassen. 19Ö8 wurde durch Schaf, fang der Zentralstelle in Ludwigsburg damit begonnen, auch im Ausland durch deutsche Nazis begangene Verbrechen zu verfolgen, für die es bis dahin an der „Zuständigkeit“ gemangelt hatte. Nach Schätzung der Zentralstelle sollen nicht mehr als 150 Täter ins Auster geflüchtet sein, unter ihnen Martin Bormann, Leiter der Parteikanzlei, und Gestapoboss Heinrich Müller, der Eichmanns Vorgese* >r war, sowie der Ausc witz-Arzt Joseph Mengele. Von den Teilnehmern an der „Wannseekonferenz“ (20. Januar 1942). auf der der Gesamtplan für die Vernichtung sämtlicher europäischer Juden entworfen wurde, leben auf freiem Fuss: der frühere Reichsamtsleiter Dr. Leibbrandt, der 9S Gruppenführer Hofmann, vom Rasse- und Siedlungshauptamt der SS, und SS-Oberführer Klopfer. Vor deutsenen Gerichten wurde seit 1945 gegen 12.846 Personen Anklage erhoben — 5.425 wurden rechtskräftig verurteilt. Die im Verhältnis zur gewöhnlichen Kriminalität auffallend hohe Zahl von Freisprüchen — 4.028 — erklärt sich laut Darstellung in der Broschüre „aus der Schwierigkeit, noch nach 10, 12 oder mehr Jahren den eindeutigen Beweis zu erbringen“. Ende 1963 waren noch rund 800 Verhfahren wegen NS-Verbrechen in der Bundesrepublik anhängig. „Wenn sich auch viele dieser Verfahren gegen mehrere Beschuldigte richten", heisst es, „so muss doch damit gerechnet werden, dass es in einem nicht unerheblichen Teil der Fälle möglicherwei. se nicht zur Erhebung einer Anklage kommt, z. B. weil der Beschuldigte inzwischen verstorben ist. nicht ermittelt werden kann oder von einer der drei westlichen Besät zungsmächte bereits wegen derselben Tat verfolgt worden war.“ Trotz dieser grossen Zahl anhängiger Verfahren befanden sich aber am 1. Januar 1964 im Bundesgebiet nicht mehr als 150 Beschuldigte wegen Verdachts von NS-Verbrechen in Untersuchungshaft Londons Wochenschrift „The Bconomist“ wies kürz, lieh auf die krasse Diskrepanz der — konservativ geschätzten Zahl der Opfer (7)4 Million«! Ermordete, meistens Juden, Po»en und Fussen) und der wenigen Zahl von Mördern hin, die die gerechte Strafe erhalten haben. Sollte das Verjährungsgesefcz am 8. Mai 1965 wirklich in Kraft treten, so Offiziere für! „Befreiungsarmee“ London- — Alle ehemaligen arabischen Palästina Offiziere, die nicht in der Aimee eines arabischen Landes dienen, sollen in die neue „Befreiungsarmee für Palästina“1 der arabischen Staaten eingestellt werden. Es handelt sich um Offiziere, die in britischen Diensten standen, als Palästina' noch unter der Mandatsverwaltung Grossbritanniens stand- (AWZ) Professor am Technioit Haifa- — An das Teohnion in Haifa wurde Prof. Ernanuel Easterman verpflichtet, der an der Hebräischen Universität gelesen hat und früher wissenschaftlicher Leiter des londoner Zweigs des amerikanischen Marine., forschungsinstituts war. sieht der bonner Korrespondent des „Economist“ im Geiste bereite Artikelserien in deutschen Zeitschriften voraus, mit Ueberschriften wie etwa: „Warum ich half, 200 Juden umzulegen: Die KZ s waren notwendig!“ DIREKT PER SCHIFF nach LlAtt W* REISEDAUER: 29 TAGE NAEHERE DETAILS: Viajes Globas ALSINA 1418 — Be. Aires Tel. 38-5866 — 1447 37-9142 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRÄGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG vm 16—18 Ufer T. 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