Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2105 (26.2.1965)
- Date
- 1965-02-26
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vierne», 26 äe Febrero de 1965 JtlDlSCHE WOCHENSCHAU Año XXVI — NV 2105 r> . "Wt. enth-, ln ifepk *Uc¡i ¡«ntrw. "« feraei^n. * Jahr, mehr. “® 10,3 eiö* traurig 'erst, (W ‘f® Statt!rs°he? »lies SH5* -sjft.'s JÄ'X , riK. aafenverwaldarm, dass in der ¿^JieZitrus. Verladung f sehr Tiefe Last- ‘m Säten ankom. e.eben nioht so ,JL* te "toten jwhent werden könh die schleohte Wit I» Winter oft f1!' das stürmische rs*n in Beohnun» werden. hr die Arfaeitsme. 00h verbessert wursich zum Beispiel dschung von Teleifen und grossen Baumstämmen. Der ¡ser Wane stieg im '64 gegenüber dem n 41 Prozent, und wde die Arbeit in Seitspanne wie im waltigt. in Miguel n itra. ch. — Gute ICIACION jaDo 1479 1® iR rwetoing iu üfoilei „ m/n 5Mr- , M/a 250.— „ m/n 500r— , Erhoe^ d*¡ B der Steigeruni ^behalten-" Ereignisse der Woche ra“ und ähnlichen Organisationen geschritten wird- „Wir wollen wissen, wer verantwortlich dafür ist, dass derartige Untersuchungen stets im Sande verlau. fen. Wir wollen seriöses Vorgehen und aufrechte Hai tung, Respektierung der Menschenwürde und der Freiheit, denn nur darin besteht die wahre Vaterlandsliebe“ Erklaerung Dr. Perettes „Die Regierung wird jede extremistische Bewegung im Lande unterdrücken“ erklärte der Vizepräsident kürzlich der Presse- „Der Antisemitismus ist nicht argentinisch. Deshalb werden wir jeden Versuch zur Verbreitung nazistischer Ideen, rassischer oder religiöser Verfolgungen zunichte machen.“ Zwei neue israelische Diplomaten Der israelischen Botschaft von Buenos Aires wurden zwei neue Mitglieder zugeteilt: Lega-tionsrat Dov Yoeefi stammt aus Polen. 1933 Hess er sich in Chile nieder und studierte in Santiago Sozial Wissenschaft- Als im Jahre 1948 die Unabhängigkeit Isdenn jede Regierung, die ein raels verkündet wurde, versolehes Verbrechertum dul- Hess er gemeinsam mit ei- (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) AdFloe&ung der „Tacuaia“ gefordert In einei Rundfunkrede, die er für die Wahlpropaganda seiner Partei hielt, forderte der UDELPA-Kandidat Francisco Manrique die Regierung auf, endlich einen konkreten Bericht über die Extremisten-Bewegung im Lande zu erstatten und zur endgültigen Liquidierung der „T&- cuara“ und ähnlicher Organisationen zu schreiten, die „eine Herausforderung der Menschenwürde aller frei Denkenden und eine Beleidigung der Zivilisation darstellen“ Er wies darauf hin, dass in Ezeiza eine Terroristenzelle ausgehoben wurde, deren Pläne ebenso haarsträubend wie barbarisch waren und die dennoch „niemand ernst nahm“. „Es muss da irgendeinen geheimnisvollen Zu sammenhang geben, der in allen politischen Epochen besteht“, führte Manrique weiter aus. „Denn ich Kann mich entsinnen, dass diejenigen, die heute an der Macht sind, seinerzeit die damalige Regierung energisch bestürmten, zu drastischen Massnahmen zu greifen Heute jedoch sind sie selbst Komplize» der Verbrecher geworden. det, ladet die Schuld der Mittäterschaft auf sich. „Wenn die Behörden wirklich wollten, könnten sie diesem Treiben im Handumdrehen ein Ende bereiten. Es würde genügen, die Polizei Vorgehen m lassen, wie sie das kann, wenn sie wirklich will, statt blutrünstige Halbwüchsige zu schützen und einer Mentalität Raum zu geben, die die Kriminalität zum Sport macht „Wir alle müssten uns dieser unqualiiizierbaren Zu stände schämen. Und wir müssten bei den zuständigen Stellen darauf dringen, dass weniger geredet und mehr getan wird- Unser Land duldet keine Bestialität. Und unser Land ist kein geeignetes Tätigkeitsfeld für Verbrecher, welcher Altersstufe, Einflusssphäre oder Familienzugehörigkeit sie auch immer seien. „Unser Innenminister ist mit den Wahlen beschäftigt. Und das so sehr, dass ihm anscheinend keine freie Minute bleibt, um sich mit so schwerwiegenden Problemen zu befassen. „Meine Partei fordert eine klare Stellungnahme der Regierung zu diesem Problem- Un<j nie fordert, dass an Stelle von Wortklaubereien und Dekreten zur endgültigen Auflösung von „Taeuaner Gruppe von Chaluzim Chile, um in Israel einen Kibbuz mitzugründen, wo er mehrere Jahre lang arbeitete. Später bekleidete er in der Histadrut verschiedene Aemter. In letzter Zeit wirkte er bis zu seiner diplomatischen Berufung nach Argentinien als leitender Funk, tionär des Brziehungs- und Kulturzentrums der Arbeiterzentrale- Er war auch Mitarbeiter des offiziellen Organs der Histadrut „Davar“. Nun kam er in Begleitung seiner Gattin nach Buenos Aires, um hier das Amt eines Legationsrats an der Botschaft zu bekleiden. Yehuda Raveh — zweiter Sekretär Yehuda Raveh wurde im Jahre 1922 geboren und stu dierte an der Universität von Tel Aviv- Während des Zweiten Weltkrieges war er Mitglied der Jüdischen Brigade aus Erez Israel, die dem britischen Heer zugeteilt war. Nach der Staatsgründung kehrte er nach Israel zurück, wo er bei der Haganah den Generalstitel errang- Seit 1956 bekleidete er verschiedene Aemter im Innen- und Aussen - Ministerium. Dann wurde er dem diplomatischen Korps zugeteilt und war dritter Sekretär und Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheictn meines lieben Mannes, Bruders, Schwagers und Onkels, Herrn GUSTAV KAHN danken wir auf diesem Wege herzaichst Im Namen der Hinterbliebenen ELLI KAHN geb- JOSEPH 1940 APRIL 1965 JAHRE jf&JeMUkMCLCfouzeiifa trotz Krieg - Verfolgung - Vernichtung BANNERTRAEGER EINER BESSEREN ZUKUNFT Auschwitz - Ausstellung in Frankfurt 3,3 Millionen Vergaste in Auschwitz. Allein 400.000 Juden aus Ungarn in Auschwitz umgebracht. 30.000 Auschwitz-Häftlinge durch Phenolspritzen getötet. Drei Millionen russische Kriegsgefangene um gekommen, viele da von in Auschwitz. Zahlen. Zahlen... In der Paulskirche in Frankfurt, wo Oberbürgermeister Brundert und Professor Kogon unlängst eine Ausstellung über Auschwitz eröffneten, verwandelten sich die Zahlen wdeder in Menschen. Fast lebensgross blicken sie den Betrachter von den Wänden an: bärtige Männer, entschlossen wie Guerillakämpfer; Männer mit feinen Gesiohtem, fast hört dann Vizekonsul des israelischen Konsulats in Prag. Nun kam er in Begleitung seiner Gattin und seiner drei Töchter nach Buenos Aires, um an der hiesigen Botschaft das Amt des zweiten Sekretärs zu bekleiden. yünöcbl® treicbeoJ Nach sehr schweren Leiden verliess uns meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin, Nichte und Kusine, Frau im 42. Lebensjahre. ILSE SCHILD geb. SALOMON In tiefem Schmerz: im Namen der trauernden Familie HANS HERMANN SCHILD Zapala, den 23. Februar 1965. Neuquén F.C.N.G.R. man ihre höflichen Worte, die sie, die ahnungslosen Neuankömmlinge, an die SS- Soldaten richten; eine Grossmutter mit ihren Enkeln, gebeugt, geduckt; Kinder mit grossen Augen; junge Mädchen, Schönheiten, einige lachend. als ginge es in die Semesterferien, Familien, die sich in einem Wäldchen lagern — es ist das Waldstück neben dem Krematorium... Nur auf wenigen der 250 Fotos — sie sind fast alle von SS-Männern aufgenommen worden — ist auf den ersten Blick das namenlose Leiden und das Sterben zu erkennen, das die Gefangenen in Auschwitz umgab. Von den meisten Bildern blicken uns hoffende und wartende, abgestumpfte und lebhafte, dikke und dünne, schöne und alltägliche, normale, ganz normale Menschen an — und daneben sind die Brillen, Zahnbürsten, Prothesen der Vergasten zu sehen Was Eugen Kogon in seiner Ansprache von den Schreckenstaten sagte, de. nen die Millionen zum Opfer fielen, es gilt auch für diese Menschen selbst, die von den Wänden zu uns sprechen: „Wir können und dürfen sie nicht aus unserem Leben verdrängen!“ Brundert, nannte die Ausstellung „Ausdruck und Symbol des Menschenunwürdigen, Beweis dafür, welcher Grausamkeiten Menschen fähig sind“ Der frankfurter Auschwitz-Prozess, so sagte er, hole „manches nach, was unmittelbar nach 1945 versäumt“ worden sei. Die Fotografien und Dokumente, der alte Häftlingsanzug und das Paar Schuhe, das Gewebe aus Menschenhaar und die Cyklon-B- Biichse stammen zum grössten Teil aus dem polnischen Auschwitz-Museum, das in den erhaltenen Stammblökken des einstigen Vernichtungslagers eingerichtet worden ist. Die Gegenstände sind zum erstenmal ausserhalb des Museums und au. serhalb Polens zu sehen. Ein Flm zeigt das Lager mit Toten und Lebenden, wie sie die Kameraleute der einrückenden sowjetischen Armee vorgefunden haben. Eine Dokumentenserie wurde vom staatlichen jüdischen Museum in Prag beigesteuert. Der Frankfurter Bund für Volksbildung, der die Ausstellung auf Anregung des hessischen Generalstaatsanwaltes Bauer mit der finanziellen Hilfe des Bundes, der Länder Hessen und Niedersachsen, der Stadt Frankfurt und einiger Gewerkschaften aufgebaut hat, versicherte, dass weder die Polen noch die Tschechen die Ausstellung in irgendeiner Weise beeinflusst hätten. Der Bund für Volksbildung habe alle Dokumente und Fotos an Ort und Stelle selbst ausgesucht Grausamkeit, Todeskampf, in vielen Spielfilmen zu Hause, werden in dieser Ausstellung kaum dargestellt. Auch Schulkinder sollen sie sehen können. Und sie sehen genug: Wachtürme, SS-Männer, Baracken im Schnee Oberingenieure, die Himmler Vortrag halten, und — wie eine überü’diseh schöne Feisenzeiohnung — das in den Kalk der Strafbunker zeller geritzte Bild des Gekreuzigten. Und immer wieder die Gesichter der Häftlinge, die unsere Elltern. Geschwister, Kinder sein könnten. Felix Frankfurter gestorben Washington. — Ganz Nordamerika betrauert das Ableben des Obersten Gerichtshof-Richters Felix Frankfurter, den Präsident Johnson mit diesen Worten verabschiedete : „Ich bin tief erschüttert über den Tod meines guten Freundes, der es stets ver* stand, durch weise Ausle* gung der Gesetze die Freiheit zu verteidigen. Er war einer der grossen Männer unserer Geschichte, der viel zur gerechten Regierung des Landes beitragen half.“ Frankfurter, der 82 Jahre alt wurde, stammte aus Wien, Sein Vater, ein bescheiden ner, kleiner Kaufmann, ent* stammte einer Familie von sechs Rabbiner - Generatio, nen- Als jPelix 12 Jahre alt war, wanderte er mit Eltern und Geschwistern nach Ame, rika aus, wo er als Bofeenjunge und Zeitungs Verkäufer sein Brot verdienen musste. Dennoch gelang es ihm. zu studieren und eine glänzende Karriere zu machen. Im Geiste und in seinen Taten stets ein selbstbewusster und kämpferischer Jude, war er nicht nur Zionist, sondern auch Demokrat, der es verstand, Wissenschaft und Politik miteinander zu verbinden und der als Berater Theodore Roosevelts. Woodrow Wilsons, Franklin D. Roosevelts und Harry S Trumans viel zur Erhaltung der liberalen Tradition seiner zweiten Heimat beitrug. —* Nach London eingeladen London- — Als Gastgeberin lud die Royal Shakespeare Company das israelische Nationaltheater Habima zur Teilnahme am Internationalen Theater - Festival 1965 nach London ein.