Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2105 (26.2.1965)
- Date
- 1965-02-26
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO ConcesiÓB 908 EL EJEMPLAR en toda ta República PUEYRREDON 2190 I« laq. T. E. 83 2613 Buenos Aires TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXVI. BUENO« AIRES, VIERNES 26 DE FEBRERO DE 1965 m 2105 Mas Nasser provoziert Deutschland Jerusalem- — Golda Meir erstattete im M'inisterrat einen Berichtüber die Reaktion! die Bonns Beschluss in aller Welt suslöste. Sie erwähnte im Verlauf ihrer Ausführungen auch eine deutsche Pressemeldung, wonach die Abmachung zwi sehen Bonn und Israel sei nerzeit so gelautet habe, dass Israel sich als Ausgleich für die Waffenlieferungen ver pflichtet, während des Eichina nn - Prozesses das neue Deutschland nicht zu verun. glimpfen und Hans Globke, der in Bonn einen hohen Posten innehatte, nicht als Zeu. gen aufzuruien. Golda :vfeir betonte, dass diese Pressemeldung jeder Grundlage entbehre. Wie aus wohlinformiertec Quelle verlautet, wird Israel sioh erst dann zufrieden geben, wenn Bonn offiziell erklärt, dass seine Beziehungen zu Israel unverkäuflich sind- Elieser Feiix Shinnar, Leiter der israelischen Einkaufs mission in Köln, der in der vergangenen Woche mit Erhards Botschaft nach Israel gekommen war, wird vorläu ftg nicht auf seinen Posten in Qeutschiand zurückkeh ten. REAKTION IM AUSLAND Paris- — ,.Die westliche Welt und insbesondere der europäische Teil wurden durch áre .Fühlungnahme* Westdeutschlands mit der ägyptischen Krise ernstlicher Gefahr ausgesetzt“, meint die französische Zei. tung „Combat*“ in einem Leitartikel. Die Konsequenzen dieser Politik würden noch ahge fühlbar sein und weitaus grössere Proportionen annehmen, wie die Gründe, die sie auslösten. „Westdeutschland wrid aus dieser Krise ziemlich beschä l digt hervorgehen“, schreibt das einflussreiche, französische Blatt. „Es wird in seinem Wirtschaftswunder - Bewusstsein, in seinem Selbstvertrauen und auch in seiner erst kürzlich wiedererlangten demo kratischen Gesinnung erschüttert sein. „In Welcrelation wird dieser neue Sieg Nassers au neuen Erpressungen führen die zur weiteren Schwär hung der Westmächte beitragen werden- Hauptziel der Kam. pagne ist. Israel er»* wirt schaftlich abzuwürgen und dann direkt zu öe-itroüen.“ REPRESSALIE GEFORDERT New York. — In einer Konferenz von Präsidenten einflussreicher, jCvifselm Organisationen wurde der Boykott westdeutscher Waren als Repressalie auf das west, deutsche Vorgehen beschlossen. BOARD OF DEPUTIES London. — „Der Board of Deputies“ des britischen Judenrums gab in einer Erklärung seinem Bedauern über Bonns Kapitulation vor den arabischen Forderungen Ausdruck. „Es entspricht einer Verhöhnung menschlichen Ge Wissens, Beihilfe zur Vernich tung Israels zu leisten, jenes j Landes, das so viele Ueberlei bende der Nazihölle auf-! nahm. „Israel ist der Prügelknabe in dem Streit zwischen West- und Ostdeutschland.“ Als Abschluss seiner Aus führungen gibt der „Board“ der Hoffnung Ausdruck, dass die demokratischen Kräfte in Deutschland ihre Regie rung davon überzeugen würden, dass ihr Vorgehen nicht Nur „ein taktischer Fehler“ Bonn. — Der Bundestags Präsident Dr. Eugen Gerstenmaier gab dieser Tage in einer Rundfunkrede zu, dass Westdeutschland in seiner israelischen Politik einen „taktischen Fehler“ began gen habe.-. Doch dies wäre nicht geschehen, um sich etwa vor irgendjemandem zu entschuldigen, weil man Israel Militärhilfe versprochen habe- Das habe Deutschland nicht nötig. Staatssekretär Günther von Hase erklärte seinerseits, dass die Bundesrepublik ihre Beziehungen zur VAR nach dem erfolgten Staatsbesuch Ulbrichts ir, Aegypten jiner Revision unterziehen werde. Auf keinen Fall würde ir gend ein ln der Spannungszone befindliches Land Mi litärhilfe von Westdeutschland erhalten. Bundeskanzler Erhard habe durch Felix Shinnar einen Brief an Esbkol gesandt in dem er ihm die Schwierig, keifen auselnanderseDte die Deutschland daran hindern Israel weiter mit Waffen zu beliefern- Fr habe auch mit Shinnar über die Möglichkeit einer persönlichen Aus snrac'ne mit F&hkol gesnro chen. Die Regierung der Bundesrepublik. so meinte von Hase, sei ehrlich bemüht, zu einem Uebereinkommen mir Israel zu gelangen. Er führte aus, dass die Entschädigung der Naziopfer während der ganzen Zeit reibungslos vc-r sich gegangen wäre und man diese „Aktion des guten Wil lens“ auch weiterhin fortsetzen werde, ungeachtet aller Reaktionen der israelischen Und der arabischen Presse.. Et erwähnte auch die „hur. derfjährjge“ (?) Freundschaft zwischen Deutschland und den Arabern. Es sei jetzt ein hoher Beamter des Au ssenministeriums. Böhm im Aufträge des Präsidenten Liibke nach Amman gefah ren, um dem König Hus-ein eine Botschaft zu übetbr.n gen. Wenn von Hase auch nicht verriet, was diese Botschaft enthielt, so nimmt man doch allgemein an, dass Lübke Hussein als Vermittler für Westdeutschland gewinnen will: er soll Nasser überreden, den Besuch Ul brichts rückgängig zu raa chen. Auf die Frage, ob Deutschland endlich die Wissen «ihaftier aus Aegypten zu- Fickzuruien gedenkt, blieb von Hase die Antwort schul dig- UTA) nur bei den Juden, sondern ( auch in der öffentlichen Mei iumg der Welt Empörung hervorrufen werde. HALTUNG DER USA Bonn. — In einer Konferenz mit dem Aussenminister Gerhard Schröder er klärte der Botschafter der USA in Bonn, dass „Nord amerika besten Willens sei, Deutschland bei der Beilegung der Krise im Mittleren Orient zur Seite zu stehen“. Auf die Frage des „Spiegel“ Redakteurs, ob, wie in Kairo benauptet wurde, auch Israel deutsche Wissenschaft, ler beschäftige, entgegnete Peres, dass diese Wissenschaftler nicht für militärische Aufgaben herangezogen würden. Sie arbeiten vorwiegend im WeizmannTnstitut für rein wissenschaftliche Zwecke- „Die deutschen Wissenschaftler in Aegypten dagei gen leisten sehr wenig für Mit allen Ehren empfangen Der ägyptische Staatspräsident hat den Chef der Deutschen Demokratischen Republik, Herrn Walter Ulbricht, mit den grössten Ehren empfangen, die man einem Staatsmann erweisen kann. Das Schauspiel wirkt lächerlich. Der einzige Zweck ist ganz offensichtlich, die Westdeutschen tu provozieren und den Skandal auf die Spitze zu treiben Nasser strebt nach einer einheitlichen Haltung der arabischen Weit auch in dieser Frage, wobei es dahingestellt bleiben muss, ob ihm dies gelingen wird, da für andere arabische Länder die westdeutsche Hilfe deswegen noch wichtig« ist als fiir Aegypten, da sie nicht die gleichen Möglichkeiten haben, Unterstützungen von anderer Seite zu bekommen. Es verlaute“: dass die westdeutsche Regierung die Hilfeleistungen an Aegypten eingestellt hat- Man muss sich aber darüber im klaren sein, dass nach der Haustein-Doktrin n.cht die Einstellung von Hilfeleistungen sondern der Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit. Aegypten hätte erwartet werden müssen. Hierin ist bereits ein starkes hach geben Bonns zu bemerken. Staatssekretär Günther von Hase, der diese Aeusserung des USA.Botschafters an die Presse weitergab. fügte hinzu, dass allem Anschein nach eine Verständigung mit Israel erzielt werden könne und dass nun Israel an der Reihe sei, die Initiative zu ergreifen- Bekanntlich sandte Erhard einen Brief an Rshkoi, den dieser noch nicht beantwortet hat. DIE ARABISCHE ERPRESSUNG Presseleute richteten an Günther von Hase die Frage, I was Deutschland gegenüber den Erpressungen Aegyptens in Zukunft zu unternehmen gedenke. Hase gab eine aus weichende Antwort: „Es ist klar“, so sagte er, „dass alle Teile versuchen, die deutsche Regierung zu provozieren. Doch sie werden keimen Er folg damit haben.“ „DER SPIEGEL“ INTERVIEWT Die Zeitschrift „Der Spie geh* brachte je ein IrUerview mit. dem israelischen Vize- Verteidigungsm inister Simon Peres und mit Nasser über die Krise Israel-Bonn Peres erklärte: „Bekanntlich wurden enorme Mengen von Sowjetwaffen an Aegypten geliefert. Aus diesem Grunde wäre es nur angezeigt, dass die Nordamerika, nei, die Engländer und die Franzosen das Ihrige dazu tun, das Gleichgewicht der Kräfte im Mittleren Orient wieder nerzustellen, indem sie Israel mit Waffen versor gen In allererster Linie aber wäre Deutschland hierzu verpflichtet- „Die Frage der Sicherheit Israels“ so setzte Peres hinzu, „seit weitaus wichtiger als die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Bonn“ die Wissenschaft und dafür umso mehr fiir die militärische Aufrüstung.“ Auf die Frage, ob er meine, Bonn würde den Rest der versprochenen Waffen an Israel liefern, gab Peres der Hoffnung Ausdruck, dass das Abkommen eingehalten werde. Was nun das Interview mit. Nasser betrifft, so erklärte dieser dem „Spiegel“, dass er Ulbricht nur eingeladen habe, weil Bonn Israel „Waf fengeschenke machte“. Sollte nun die Bundesrepublik nach dem erfolgten Besuch Ulbrichts die Finanzhilfe an Aegypten einstellen, würde Aegypten „aller Wahrschein. lickheit nach“ die DDR offiziell anerkennen... ERKLAERUNG BEN GURIONS Washington. — Die „Washington Post“ brachte ein exklusives Interview ihres Korrespondenten Robert Eastbrook mit David Ben Gurion über die israelisch-deutsche Kidse- Ben Gurion erklärte, dass die Einstellung der Waffenlieferungen ein grosser Irr tum Bonns sei. Dennoch wäre die dadurch entstandene Schädigung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht irreparabel- Nasser, so sagte Ben Gurion, sei der beständigste Staatsmann der arabischen Weit und es bestunden seine Aussichten auf eine baldige Verständigung zwischen Ae gypten und Israel- „Der Frieden im Mittlerer; Orient kann erst dann her gestellt werden wenn die Be Ziehungen zwischen den Ver einigten Staaten und Russ land sich bessern“, schloss Ben Gurion seine Ausführungen. »IE ARABER DROHEN Kairo. — „Eine einige, arabische Kampagne wird ein¬ Blick in die Welt v«n HAROLD SCHWAR6Z ROBERT MCNAMARA, nordamerikanischer Verteidl gungsminister, bezeichnet die Lage in Südvietnam als ernst, aber keinesfalls als verzweifelt- — Eine GEMEINSAME KOMMISSION aus Mitgliedern der Katholisohen Kirche und des Protestantischen Weltkirchenrates wurde auf Vorschlag des Kardinals Bea gegründet- — WALTER SNOWDON, Mitglied der nordamerücamische n Gesandtschaft in Damaskus, musste Syrien verlassen, nachdem er als nicht erwünscht erklärt worden ist. — MOISE TSHOMBE. der Ministerpräsident Kongos, stellte den Truppen Ugandas ein Ultimatum, sich aus kongolesischem Gebiet zurückzuziehen- — ADAM CLYMER, Korrespondent der Zeitung „Baitimor Sun“, wurde aus Russland ausgewiesen, weil er persona no grata sei. — ABDEL GAMAL NASSER bestritt, von Westdeutsch land Hilfe zu erhalten, er habe lediglich Darlehen akzeptiert, für die sich die Regierung in Bonn Wucherzinsen zahlen lasse... — MONSIGNORE JOSEF BERAN, Erzbischof von Frag, wurde von den OSR Behörden freigelassen und begab sich sofort nach Rom- — Die BEHOERDEN IN OSTBERLIN errichten einen Wetteren Teil der Trennungsmauer, durch welche der Uebergang weiterhin erschwert werden soll. — General CHARLES DE GAULLE drückte in einem an den Chef Kambodschas gerichteten Schreiben seine Befürchtung aus, dass der Vietnam-Konflikt auf andere Gebiete übergreifen konnte. — NEUE ' DEMONSTRATIONEN für die Gleichheit im Schulwesen veranstalteten Negerstudenten in verschiedenen Teilen New Yorks- — MICHAEL STEWART, der neue britische Aussenminister, forderte die Vertreter Griechenlands und der Türke: f-ei den augenblicklichen Verhandlungen über die Zukunft Zyperns zur Mässigung auf. — LLERAS CAMARGO, der frühere Präsident Kolumbiens, forderte auf einer Friedenstagung in La Pa<z vor mehr als 2 000 Dip.omaten, Politikern und Studenten die moralische Mobilisierung und erinnerte an die vom Papst Johannes XXIIIherausgegebene Bulle „Frieden auf Eren". — JAPANISCHE VERMITTLUNG im Konflikt zwischen ndonesien und dem jungen malayischen Staat würde on Malayen (Malasien) angenommen werden, wie Mini- :erpräsident Tengku Abdul Rahman erklärte- — Der TUERKISCHE SENATOR Suat Hayri Urguplu ildete eine neue Regierung, nachdem ihm eine Koalition us vier Parteien gelungen war. — TERRORAKTE IN DEN USA sollten von einer Bandes egangen werden, die aus drei Negern und einer attraktien weissen Kanadierin bestehen soll; es seien Attentate egen berühmte Baudenkmäler, u. agegen die Freiheit«, tatue im New Yo ker Hafen geplant gewesen... — Die NATIONAL PARTEI VON HONDURAS, die den thef der Militärregierung Coronel Lopez Arello stützt, er- >n<r Hie Mehrheit bei den Wahlen zur Nationalversammsetzen, wenn die Bundesrepublik in der Frage der Waffenbelieferung Israels eine unfreundliche Haltung der VAR gegenüber einnimmt“ erklärte das Comité der persönlichen Repräsentanten der arabischen Staatsohefs- Das Comité, das sich im Sitz der Arabischen Liga zu dieser Konferenz versammelt hatte, gab bekannt, dass jede Massnahme Westdeutschlands, die Aegypten schädige, als „feindliche Geste sämtlichen arabischen Ländern gegenüber betrach tet werde.“ HARRIMAN IN ISRAEL Washington. — Zweiter USA-Staatssekretär W. Avarell Harriman traf in Beglei tung eines hohen Beamten des Weissen Hauses, Robert Corner, in Israel ein. : Zweck dieses Besuches soll angeblich ein Vermittlungs. j versuch in der Waffenkrise j mit Bonn sein, i Harrimans Mission, dei im j Auftrag des Präsidenten I Johnson reiste, soll,, wie aus Kreisen des State Departments verlautet, nicht darin bestehen, Israel nordamerikanische Waffensendungen zu versprechen- Dies wird schon deshalb betont, weil die Funktionäre des State Departments jeder diesbezüglichen Kritik Aegyptens ausweicben wollen. Angeblich soll Harriman nur auf ausdrücklichen Wunsch Westdeutschlands versuchen, in Israel die Gemüter zu beruhigen ... ISRAEL: KEIN KOMMENTAR Jerusalem- — In offiziellen Kreisen Israels weigerte man sich, Kommentare zur An. kunft Harrimans, des höchst gestellten Besuchers der in den letzten Jahren aus den USA nach Israel kam. zu machen- Doch nimmt man all gemein an, dass der Haupt zweck der Besprechungen nicht die Vermittlung in der Bonner Streitfrage ist Es soll sich vielmehr um die Drohungen der Araber in der Jordan - Angelegenheit und um die Sicherheit Israels handeln. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual INF 826.205