Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2105 (26.2.1965)
- Date
- 1965-02-26
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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i — Vferms, Ä de Febrero de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N* *165 Ereignisse der Woche Neue Israel-Marken Bombenleger freigelassen ßeit einigen Monaten müssen wir beinahe von Woche au Woohe Attentate, Ueberfälle, Belästigungen, antise mitische Ausschreitungen und Bombenwürfe auf jüdische Heime und Häuser, auf einzelne Juden oder jüdische Institutionen melden. Zu wiederholten Malen ist die DAIA als die Repräsentanz der argentinischen Judenheit mit Aufrufen und Appellen an die Oeffentlichkeit getre ten und hat. zuletzt die Fra ge aufgeworfen, wie -ange dieser Zustand eines ständigen Terrors eigentlich anhalten solle Bei ruhiger Beurteilung der Situation ist sicherlich keine Veranlassung zu einer Panikstimmung vorhanden. Aber man sollte auf der anderen Seite auch nicht den Ernst der Lage verkennen, in der sich alle Juden als einzelne Individuen wie als Gemeinschaft befinden. Wenn man schon in einem so bewohnten Stadtviertel wie Belgrano ein Attentat gegen eine Schule zu verüben wagt, und wenn die Täter damit reclinen dürfen, unerkannt zu bleiben, dann steht es nicht gut mit der Ruhe und mit der Sicherheit der Ju. den,, der jüdischen Institu tionen und aller Argentinier. Denn die Bombe, die heute gegen die Wolffsohn Schule gelegt wurde, kann morgen ganz woanders platzen. Das ist eine alte Erfahrung, aus der etwas zu lernen man sich offenbar sträubt. Einer Morgenzeitung entnehmen wir die folgende Notiz: „Auf Anordnung des Richters Dr- Aguirre hat der Terrorist und Tacuara-Mann Alberto Enrique Peyloubet <22), der am 13- Dezember eine Bombe gegen die Uradentes-Büste geworfen hatte und dann verhaftet wurde aber aus der Polizeiwache ausbrach und am vergangenen Freitag wieder verhaftet wurde, seine Freiheit erlangt „Der Richter fand keine Beweisgründe, um ihn wegen öffentlicher Einschüchterung zu belangen. Pevloubei gestand, Peronist zu sein wn<i das Attentat vollbracht zu haben, ,um auf die Hai tung Brasiliens aufmerksam zu machen, das Perón am 2 Dezember nicht erlaubte, die Reise nach Argentinien fortzusetzen.“ Soweit die Mitteilung der Presse- Der Täter, als Peronist und Tacuara.Mann of iiziell bezeichnet, hat einen Anschlag gemacht, um gegen Biasilien zu protestieren. Er wild freigelassen. Welche Gründe den Richter zu dieser Entscheidung veranlassten, ist jedenfalls uns nicht bekannt. Hierüber wird auch nichts gesagt Welche Wirkung hat 8<ber ein« solche Nachricht auf das Leser Pu blikum? Der unbefangene Leser muss den Eindruck gewin nen, dass ein Terrorist und Tacuara Mann von der Ju stiz geschützt wird Denn trotz seines Geständnisses wird er aus der Haft entlassen und geht offensichtlich straffrei aus. Auch in der Weimarer Republik haben sich genug Richter gefunden die Terroristen halfen, wobei es nicht wesentlich ist. ob sie die Absicht zu solcher Hilfestellung hatten oder nicht. Andere Massnahmen Im Zuge des augenblicklichen Wahlkampfes sind «uch Zusicherungen gemacht worden, man -werde energisch einschreiten, wenn... Man kann diesen Satz, der nipht beendigt zu werden braucht, abschliessen, wie man will- Auf solche Versprechungen ist nicht zu bauen- Nach der Wahl hat jeder — und nicht nur eine Partei und nicht nur in diesem Lande — daran vergessen. Vor Tische las es sich anders. •. Aber was hat dieses üble Treiben der Terroristen eigentlich mit den Wahlen zu tun? Die Regierung ist lm Amt und bleibt es, auch nach diesen Wahlen- W’arum schreiten die Behörden nicht ein? Ist die Regierung zu schwach? Diese Fragen sollten einmal gründlich analysiert werden. Von ihren Antworten hängt die Entscheidung über die jüdische Situation ab. Oder haben wir Veranlassung, das Recht oder gar den traurigen Mut daraut zu warten, was geschieht, wenn erst die Schulferien zuende gegangen sind und die Kinder in die Schulen gehen Wollen wir warten, bis die Bomben platzen, und die Kinder sich in den Schuiräumen befinden? Vorläufig haben die Juden doch noch al le Rechte, um gegen Antisemiten und Banditen vcxrzugehen. Vorläufig haben wir Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tau weiter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr. 57/58/59: GERALD REJTUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen, Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München noch alle Möglichkeiten hier zu. Wir Drauchen keine Pro. teste und keinen papiernen Krieg- Interessant wäre es auch, wenn die Kirche endlich ein i Wort gegen die Banditen j streiche sagen wollte, und nicht nur gegen diejenigen. | die gegen kirchliche Institu! tionen hier oder sonstwo be- \ gangen werden. Nach dem '• Verlauf des letzten Konzils j hätte man eigentlich eine \ Reaktion erwarten dürfen. | Oder soll es dort auch bei Deklarationen bleiben? j Jedenfalls liegt die Verant- ' Wortung für unser Scnick- ■ sal und unsere Zukunft in erster Linie bei uns Wir soll ten nach beinahe 2 000 Jahren Galutgeschichte gelernt haben, dass wir nur einen Bundesgenossen haben: uns selbst Finden wir weitert, ist es umso besser. Aber bis dahin sollten wir uns nur auf uns, auf unsere Kraft, auf unsere Möglichkeiten, auf unsere Initiativen, auf unse re Wachsamkeit und Auf merksamkeit verlassen. Besuch in Montevideo ” Sicherlich gehört die Nueva Comunidad Israelita in Montevideo zu den besten Gemeinden, die von Menschen unseres Kreises nach ihrer Auswanderung nach Südamerika gegründet worden sind. In Montevideo ist es gelungen, trotz sehi erheblicher Schwierigkeiten eine Einheitsgemeinde zu schaf fen, die alle inneren, vor allem religiösen Gegensätze überwindet, für die religiösen und kulturellen Bedtirf nisse ihrer sämtlichen Mitglieder — unabhängig von deren religiöser Richtung — sorgt und durch ihre Einheit lichkeit in der Lage ist. den allen gemeinsamen Aufgaben zu dienen. Neben Gemeindehaus mit (liberaler) Synagoge besitzt die Gemeinde eine zweite Synagoge, in der nach orthodoxem Ritus gebetet wird. Die Gemeinde hat einen Rabbiner, Herrn Dr- Winter, der das Rabbinat der Gesamtgemeinde verwaltet. Dr- Winter feierte vor kurzem ausser seinem 50. Geburtstag sein 25jähriges Amtsjubiläum als Rabbiner, warauf wir seinerzeit hingewiesen hatten- Dr Fritz Winter ist aber nicht nur in seinem Rabbinat au. sserordentlich aktiv, er betätigt sich auch im Dienste der gesamten uruguayischen Judenheit und darüber hinaus beteiligt er sich als aktives Mitglied der Leitung des Jüdischen Weltkongress in Uruguay an den Gesamtauf gaben des jüdischen Volkes. Die Gemeinde wird von drei rüstigen 75 Jährigen geleitet, die seit vielen Jahren hierbei die Aufgabe und die -rfüllung ihres Lebens erblik ken: Dr. Fedor Hirschlaff als Präsident, Arthur Lewy als Schatzmeister und Herbert Treitel als Vorsitzender der Repräsentanz. Als „gerente“ ist der in Buenos Aires bestens bekannte Hans Silber beschäftigt- Eigentlich ist die Bezeichnung „gerente“, wie sie dort offiziell gebraucht wird, nicht treffend. Denn .gerente“ ist der Geschäftsführer eines wirtschaftlichen Unternehmens, jedenfalls im allgemeinen Sprachgebrauch, und das ist M mfRtm'BIUl 68««''* Vß-lSIV 8'UL/ Nebenstehend: Gedenkmarke für di».- Zweite internationale Buch, messe, die im April in Jerusalem statt finden wird- — Untenstehend: Erster Teil der neuen Brief markenserie „Städtewappen“, die Anfang März erscheinen wird < zunächst vier Wer te). — «an¡WJew Lager der besonders feinfühlige und kulturell interessierte Hans Silber bestimmt nicht Ausserdem ist die Gemeinde kein Unternehmen. Man sollte bei derartigen Bezeichnungen wählerischer sein, und auch nicht vom Oberrabbiner sprechen, denn ein solches Amt gibt es im jüdischen Bereich nicht. Das grosse deutsche Judentum hat keinen Oberrabbiner gehabt, und selbst eine überragende Persönlichkeit wie Dr Leo Baeck war niemals .Ober- Rabbiner1 Im übrigen dürfte eine solche Bezeichnung logisch voraussetzen, dass es auch .Unter-Rabbiner“ oder untergeordnete Rabbiner gibt- Diese Klassifizierung ist aber unbekannt. Dies sei nur ne benbei bemerkt, um keine falschen Vorstellungen über eine „Hierarchie im jüdischen Klerus“ aufkommen zu lassen. — in Lima CENTRA, die Dachorganisation der von mitteleuropäischen Juden gegründeten Gemeinden und Vereinigungen, veranstaltet zur Zeit in LI¬ MA ein Sommerlager für junge Menschen, die dort auf verschiedenen Gebieten des jüdischen Wissens und der jüdischen Arbeit ausgebjldet werden. CENTRA, die dieses Lager gemeinsam mit der Centra-Jugend, genannt Jasid, durchführt, hat auf diesem Gebiet eine reiche Erfahrung; denn seit mehr als sieben Jahren werden derartige Lager organisiert, auf denen Jugendlichen aus vielen Ländern des Kontinents die Möglichkeit einer solchen Ausbildung geboten wird- Unter der bewährten und ausgezeichneten Leitung des Rabbiners Egon Löwenstein (Santiago de Chile) sind in diesem Jahre beinahe 40 junge Menschen, Jungen wie Mädel, vereinigt und zwaraus Rio de Janeiro 6, San Paolo 9, Porto Alegre 2, Be llo Horizonte 1, Montevideo 6, Buenos Aires 2, Asuncion 1, Santiago de Chile 6, Lim» 6. — Die Jugendlichen stehen im Alter von 15 bis 19 Jahren- Neben dem Rabbiner Löwenstein arbeiten einige Jugendfiihrer bei der Leitung des Lagers mit- Die Oentra ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFEB — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficia) del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B - Abre«. Re* Arfestfaa hat auch den Rabbiner Dr Pinkus aus San Paolo gebeten, einen Lehrkurs abzuhalten, was inzwischen geschah. Wie man sieht, ist für die programmatische Gestaltung des Lagers — ebenso wie für seine pädagogische und technische Durchführung alles Erforderliche getan worden Auffallend gering ist die Beteiligung aus Buenos Aires- Nur zwei Jugendliche der Gemeinde Culto Israelita de Belgrano haben sich zur Teilnahme gemeldet. Warum eigentlich? Haben die anderen Gemeinden und Verei. nigungen schon genug für ihre Jugend getan? Haben die Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren schon genug gelernt? Warum gibt man ihnen nicht die Chance mit anderen Jugendlichen aus anderen Ländern zu lernen. Kontakt zu nehmen und Gedanken auszutauschen? Man sollte diese Fragen autgreifen und überprüfen. Jedenfalls kann doch die Rechnung auf diese Weise nicht aufgehen, dass von sämtlichen Vereinigungen in Buenos Aires gerade zwei Jugendliche geschickt wurden. Eigentlich wäre es doch angezeigt gewesen, dass alle diejenigen, die keine Jugendlichen fiir dieses gut vorberei tete Lager entsandt haben wenigstens der Centra Leitung ein paar Zeilen schreiben können, warum dies nicht geschehen ist- Ohne Zweifel gibt sich die Leitung eine enorme Mühe, um ihren Aufgaben gerecht zu werden. Eine solche Mitteilung und Stellungnahme hätte schon dem einfachen Geist der Zusammenarbeit entsprochen Aber nichts zu sagen und niemanden zu schicken, ist gewiss ein Doppelfehler. Mit diesen Bemerkungen soll niemand kritisiert werden. Sehr wohl aber soll auf einen .Zustand1 hingewiesen werden, der eigentlich kein Zustand ist... Weitere Berichte Weitere Bericht über den Besuch in Uruguay, insbesondere über die ausgezeichnete israelische Kunstausstellung, die man unbedingt auch in Argentinien zeigen sollte über die Centra-Tagung, über eine Ehrung des Jüdischen Weltkongresses für Herrn Herbert Treitel können aus technischen Gründen erst in der nächsten Ausgabe de<r J- Wveröffentlicht werden. (Weitere Ereignisse auf auf Seite 7) n " a ENRIQUE KLEVE und Frau CARLA, geh. DAVID teilen dankerfüllt die Geburt ihrer Tochter LILIANA BETINA mit. Freire 2526, Buenos Aires Mit grosser Freude geben wir unseren Freunden und Bekannten dis BAR/M3ZWAH unseres Sohnes T E 0 D 0 R 0 bekannt, welche s-G w. am Schabath, den 6- März, um 9 Uhr im Tempel Bet Israel, Gramer 2060 stattfindet. LEON SCHMECHOV und Frau Conesa 3970, Buenos Aires JULIO LEYBUSEGHOFF SYLVIA LEYBUSEGHOFF geh. FELDMANN VERMAEHLTE Die Trauung findet am Sonntag, den 7. März, um 12 Uhr in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319 statt. Soler 3385 LUACH — (KALENDER) Freitag, den 26. Februar 24. Adar I Sonnabend, den 27. Februar 25. Adar I Parschat WAYEKHEL 2. B. M. XXXV 1 — XXXVIII 20 Parschat SCHEKALIM 2. B.M. XXX 11—16 Haftara 13 Könige XII 1—17 Neumondankündigung ADAlR B®JT Sonntag, den 28. Februar 26. Adar 1 Montag, den 1. März 27. Adar I Dienstag, den 2. Mtarz 28. Adar I Mittwoch, den 3. März 29. Adar I Donnerstag, den 4. März 30. Adar I 1. Tag Rosch Ohodfcsch ADAR BETT Freitag, den 5. März 1. Adar II 2. Tag Rosch Qhode&oh ADAR BET Sonnabend, den 6. März 2. Adar H Parschat PEK.UDE 2. BM. XXXVIII 21 — XL 38 Haftara 13 Könige VII 40—50