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Jüdische Wochenschau · 1965-02-26 · 2105 (26.2.1965) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2105 (26.2.1965)
Date
1965-02-26
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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VhMM. #45 *fe Fdbretw de 1965 LA SEMANA I 3 ft A E L I T A Año XXVI. Nt 2105 Prof. Franz Boehm zum 70. Geburtstag In seiner Darstellung über die Entwicklung des Oberrate der Israeliten Badens in de« Jahren 1922 37 (Year Book I des Leo Beeck Instituts, London 1956) berichtet Professor Nathan Stein, jetzt New York, auch von dem Regierungsvertreter, der an den Sitzungen der Landessynago. ge teilnahm, ohne dass des. sen Anwesenheit als störend oder nachteilig empfunden wurde. Der vorletzte Staats, kommiss&r dieser Art sei ein Minister Böhm gewesen, ein späterer badischer Kultusminister. Und Stein fügt in einer Pussnote wörtlich hinzu: „Sein Sohn ist Dr. Franz Böhm, Rechtslehrer an der Frankfurter Universität, ein ausgesprochener Vorkämpfer für Recht und Gerechtigkeit. Der Geiste des Elternhauses und die Verbundenheit des Vaters mit dem Oberrat möj gen in Professor Böhm nachj wirken'“. Aber Franz Böhm Ist nicht nur der Abkomme eines liberalen protestantischen Kultusministers, er ist auch der Schwiegersohn einer in einer entscheidenden Epoche politisch charaktervollen Dichterin und Historikerin. die seit dem Ersten Weltkrieg so viel Anteil an den Geschehnissen ihrer Zeit nahm, von Ricarda Huch. Ihre Biographin (Maria Baum - .Leuchtende Spur“, Tübingen 1950) bemerkt an einer Stelle: „Dass sie kaum ein Jahr nach der Hochzeit dem jungen Paar nach Berlin gefolgt ist, war, da auch der Schwiegersohn mit gro. sser Liebe und Achtung an fer hing, selbstverständlich“. Dass Franz Böhm, dem zu »einem 70. Geburtstag zahllose Glückwünsche aus ailer Welt, viele dankerfüllte und TOB Dr. E. G. LOWENTHAL MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesctaäf te mit der grösste* Auswahl. SARMi’ENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triumvirat«* Eigene Werkstätten Zahlungserleichterun gen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. verehrungsvolle auch von jüdischer Seite zugingen, die menschlich groszügige, gerecht denkende, mutig handelnde, geistig unabhängige Gestalt, als die er heute vor i uns steht, geworden ist, könn | te einen tatsächlich auf den Gedanken bringen, er suche Vorbilder, wie sie Vater und Schwiegermutter setzten, nachzuleben und nachzueifern .,. Schon bald nach der Er. richtung der Bundesrepublik, als sich die Konturen der mit moralischer und materieller Wiedergutmachung zusammenhängenden Probleme — christlich-jüdische Zusammenarbeit, Israel, Ent. Schädigung — stärker abzuzeichnen begannen, stand der frankfurter Zivil- und Wirtschaftsrechtler, der 1945 hessischer Kultusminister ge. wesen war und später als Abgeordneter der Christlich- Demokratischen Union in den bonner Bundestag einzog', im Rampenlicht zumindest eines bestimmten Sek. tors des deutschen und internationalen öffentlichen Lebens, Zeitweise haben die akademische Lehrtätigkeit (von der er inzwischen entbunden ist) und die wissenschaftliche Publikationsarbeit (Monopole und Wetfcbe. werb; Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft; soziale Frage u. a.) sicher hinter der politisch - parlamentarischen Aktivität zurücktreten müssen. Und Böhm nimmt die Pflichten als Parlamentarier ernst, ob sie die Wirtschaftsverfassung, das Kartellrecht, das Mitbestimmungsrecht des Arbeitnehmers oder die Restitution betreffen. Solange Fragen der Rückerstattung und Entschädigung Gegenstand der öffent. liehen Diskussion sind, steht er an vorderer Stelle, besonders im Wiedergutmachungsausschuss, des Bundestages. 1952 war er der Leiter der zu den schwierigen, wechselvollen und im Endergebnis doch erfolgreichen Verhandlungen mit den Vertretern Israels und der Claims Conference nach dem Haag entsandten deutschen Regierungsdelegation. Seitdem kann man Franz Böhms amtliche und ausseramtliche Inanspruchnahme auf diesem Gebiet als unausgesetzt bezeichnen; er gehört — und das ist bezeichnend für seine innere Einstellung zur Sache — zu den Menschen, die die entlegene Anfrage auch des unbekann. ten „kleinen Mannes'1 beantworten Juden in und aus Deutschland, Juden in und aus Europa schulden ihm ein ungewöhnliches Mass an Dank; sie wissen oder fühlen, dass hier kein Formalist, sondern ein Mann am Werk ist, der Herz und Verstand hat, der verstehen kann und helfen will. Nur wenigen ist bekannt, dass auch er mit dem Hitler-Regime in Konflikt geraten war und 1938 „aus politischen Gründen“ aus seinem Lehramt in Jena entfernt wurde. Wer wie Böhm sich mit den Ursachen des Antisemitismus und den Möglichkeiten seiner Bekämpfung ernsthaft und leidenschaft- | lieh auseinandersetzt, steht ■ — natürlich — in der christ.! lich-jüdischen Zusammenarbeitsbewegung, der örtlichen und der auf Bundesebene. Für ihn ist die Verständigung in erster Linie eine geistig-politische Angelegenheit. Verbunden damit tritt er, auch hier in aller Oefient- J lichkeit: in Vorträgen, Aus- I sprachen, Veröffentlichung ' gen, für Israels Recht auf Existenz und für die Entspannung und Normalisierung der deutsch-israelischen Beziehungen ein. Man lese nur nach, was er 1956, noch vor der Suezkrise, in der „Gegenwart“ schrieb! Seit seiner Frontsoldatenzeit im Ersten Weltkrieg kennt er Palästina. er hat Israel wiederholt besucht, und es hat Zeij ten gegeben, da man in ihm den idealen Kandidaten für j den Posten des diplomatischen Vertreters der Bundesrepublik in Israel gesehen hat. Ehrungen sind ihm in gro. sser Zahl zuteil geworden, 1956 die Berufung in den hes. sisehen Wissenschaftsrat und das Ehrendoktorat der „Universität im Exil“, der newyorker „New School for Social Research“, 1960 der Dr. h. c. der Universität Giessen, die Verleihung der frankfurter Goethe-Plakette und die von Freunden und Schülern er i möglich te Herausgabe seiner ..Reden und Schriften“ über die Ordnung einer freien Ge Seilschaft, Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AM HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eijaw Fabrikation — Unverbindliche Verfahren* Aui Wunsch Zahliingserleichteriingen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Yeakeuf an Private nur Samstag and Sonntag von •—10 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2003 4 Quader von Statten Urquiza einer freien j Wirtschaft und über die j Wiedergutmachung (Verlag |C. F. Müller, Karlsruhe). Im j jüdischen Bereich sind vor | allem Böhms Berufung in ’ den Advisory Board des „Aufbau“ (New York und die Zuerkennung des Stephen S. Wise-Preises für Verdienste um die Verständigung zu nennen. Wer sich über Professor Böhms mannigfaltiges wissenschaftliches und politisches Schrifttum unterrichten will, beginnend mit dem Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 Israels Grund. Wasserspiegel Tel Aviv. — Die israelische Wasserbehörde will den in den letzten Jahren bedrohlich gesunkenen Grundwasserspiegel in Israel zu heben versuchen und zu diesem Zweck 50 Millionen Kubikmeter Wasser in die ihr de pumpen. Das Wasser soll aus der Jordanwasserleitung genommen werden- Man hofft dabei auch feststellen zu können, was mit dem starken Salzgehalt die. ses Wassers geschieht. Möglicherweise wird dos Salz in den Sandschiohten des Un tergrundes ausgefiltert- Im See Genezaret, aus dem das Jordanwasser entnommen wird, ist der Salzgehalt in den letzten fünf extrem trokkenen Jahren so stark gestie gen, dass das Wasser vor dem Verbrauch mit frischem Quellwasser vermischt werden muss. (AWZ) Jahre 1928, als er schon nicht mehr Staateanwalt in Freiburg i. Br. sondern bereits Sachberaoer im Reiohswirtechaftsministerium. in Berlin war, schlage nur die Bibliographie und das Quellenverzeichnis am Ende der erwähnten Festgabe nach. Manches aus letzter Zeit ist da nachzutragen. Das von Böhm gemeinsam mit Walter Dirks (Köln) herausgegebene Sammelwerk „Judentum in Geschichte und Gegenwart" wird im Lauf dieses Jahres (im Fritz-Steiner-Verlag, Wiesbaden) erscheinen. Als vor 12 Jahren in der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Reihe der „Frankfurter Wissenschaftlichen Beiträge“ (Vittorio Klo. stermann, Frankfurt 1953) der Neudruck der „Jüdischen Klassiker der deutschen Rechtswisesnschaft“ von Hugo Sinzheimer (1875— 1945) erschien, stellte Böhm in einem grundsätzlich gehaltenen, die Wiederherausgabe begründenden Geleitwort u. a. dies fest: „Es ist die Aufgabe der Wissenschaften, vor allem aber der Wissenschaft vom Recht, die Einsichten, die eine schreckliche Erfahrung uns nahelegt, mit der Kraft des Denkens zu festigen und dazu beizutragen, dass künftige Versuche, das Prinzip der Inhumanität und der Gewalttätigkeit noch einmal zu philosophischen und ästhetischen Systemen zu verabsolutieren, keine Aussicht auf Resonanz mehr haben. Wenn die Rechtsdenker dieser Auf. gäbe genügen wollen, so dürfen sie freiwillig nicht davor zurückschrecken, furchtbare und schmerzliche Erfahrungen zum Gegenstand ihres Nachdenkens und ihrer Lehre zu machen, die wir gern vergessen möchten, weil die Wunde noch allzu peinigend brennt. Es soll das nicht geschehen, um moralisierend und flagellantistisch in Wun. den zu wühlen, sondern in heilender Absicht mit dem Aspekt auf die Zukunft hin.“ Kann es eine deutlichere Sprache als Ausdruck einer humanen Gesinnung, einer unnachgiebigen Haltung und eines — trotz allem — starken Glaubens an eine bessere Zukunft geben? LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE BS. Aires — PUEYREDON 2190, lv iaq. _ T. E, 83-2613 24. Adar I 5725 26- Februar 1965 Juden in der DDR In der DDR bestehen auht jüdische Gemeinden, Berlin, Schwerin, Magdeburg, Halle, Erfurt, Leipzig, Dresden und Karl Marx - Stadt (früher Chemnitz), Sie sind zum Verband der Jüdischen Ge. meinden der DDR zusamseinen Sitz in Dresden. Die einzelnen jüdischen Gemeinde sind rechtlich selbständig, mengeschlossen. Dieser hat Die Ausgaben für das rituelle Leben der Gemeinden und ihre Verwaltungskosten werden überwiegend durch Zuschüsse aus dem Staatshaushalt gedeckt. Zur Gewährleistung einer ungestörten Religionsausübung in den einzelnen jüdischen Gemeinden wurden nach 1945 in Berlin, Magdeburg, Erfurt und Karl-Marx. Stadt neue Synagogen gebaut; in anderen Städten wurden zerstörte Synagogen und Gotteshäuser instand gesetzt oder wiederaufgebaut. Insgesamt gibt es acht Synagogen und ein Bethaus. Der Bau und die Instandsetzung sowie die Erhaltung und der Unterhalt der Synagogen und der anderen für Kultzwecke bestimmten Gebäude und Räume erfolgen ausschliesslich mit staatlichen Mitteln, Grosse Beträge wurden auch für die Wiederherstellung jüdischer Friedhöfe ausgegeben. Nicht nur die grossen jüdischen Zentralfriedhöfe in Dresden, Magdeburg, Halle, Erfurt, Schwerin und Leipzig, sondern auch viele kleinere jüdische Friedhöfe wurden in würdiger Form wiederhergestellt. Der Unterhalt aller in der DDR vorhandenen jüdischen Friedhöfe, die sich sämtlich im Eigentum der jüdischen Gemeinden befinden, erfolgt durch staatliche Mittel; jährlich stellt die Regierung eine Summe von 200.900 D-Mark für diesen Zweck bereit. Der grösste Friedhof der jüdischen Gemeinden befindet sich in Berlin-Weissensee. Der Unterhalt dieses Friedhofs und die Pflege der Gräber erfolgt durah Arbeitskräfte der jüdischen Gemeinde. die aus den vom Magistrat von Gross-Berlin zur Verfügung gestellten Mitteln; bezahlt werden Neben diesen Einrichtungen besitzen die jüdischen Gemeinden Alters- und Pflegeheime und zum Teil eigene Gärtnereien, die gleichfalls mit staatlichen Mitteln finanziell unterstützt oder unterhalten werden. Die Jüdische Gemeinde von Gross- Berlin verfügt über eine eigene koschere Metzgerei für die rituelle Verpflegung der jüdischen Bürger. An der Spitze der Jüdischen Gemeinde von Gross- Berlin steht Landes rabbiner Dr. h. c. Martin Riesenburger, Träger des Verdienstordens. Die meistens jüdischen' Bürger in der DDR sind Verfolgte des Naziregimes und geniessen entsprechend den geltenden gesetzlichen Bestimmungen Vergünstigungen, beispielsweise in der Gewährung von Renten u. ä. Zur Unterstützung des Kampfes gegen den Antisemitismus erschienen in der DDR zahlreiche Veröffentlichungen. Israelisches Zivilrecht Jerusalem. — In der Knesset wurden unlängst zwei Gesetze behandelt, die Teile des noch in Kraft befindlichen Ottomanischen Rechtes ersetzen sollen. Es handelt sich zunächst um die Bestimmungen über Agenten und über Garantieverträge. Die Begriffe von Schuld versprechen und Schecks, von Verkauf, Tausch usw, sollen anschliessend bearbeitet werden- Alle neubearbeiteten Teile werden dann zu einem israelischen Zivilrecht verschmolz ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG ven 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erhschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HER AS

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