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Jüdische Wochenschau · 1965-02-26 · 2105 (26.2.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2105 (26.2.1965)
Date
1965-02-26
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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B — Vmuimi, 26 de Febrero de 1965 LA SEMANA ISRAELITA AAe XXVI. N* »165 Die Fortsetzung des Dramas I (Schluss von Sette 1) tongen und Berechtigungen der Opfer der nazistischen Verfolgungen unerfüllt bl teilen. E3k ist kein Geheimnis, dass gelbst die an Israel gezahlten Reparationen nur einen kleinen Teil der wirklichen Schäden in materieller Hinpicht decken, die vom nazistischen Gewaltregime ange. »■iohtet worden sind- Aber selbst die in der Zeit der ersten bundesdeutschen Wieöergut-machungs - Gesetzgebung erkennbaren Prinzipien wurden allmählich durch eine neue Verwaltungspraxis und eine einengende Gesetz, gebung verringert. Jedoch in den letzten Monaten traten die Bemühungen immer deutlicher hervor, die Rechte der Verfolgten und ihre begründeten Forderungen auszuschalten oder in einem völlig unzureichenden Umfang tsa berücksichtigen. Finanzielle Erwägungen Bind an die Stelle des Rechtes getreten- Damit hat die Sbundesrepublik eindeutig die Linie eines Rechtsstaates Verlassen- Der Gedanke einer "Wiedergutmachung wurde aufgegeben. W ir tschaf tl iche Zweckmässigkeit« - Gesichtspunkte sind in den Vordergrund gestellt worden. Deswegen bereitet sich mit dem ©ehlussgesetz ein neues, un. geheuert iches Unrecht vor ¡Die Forderungen der Nazi- Opfer werden beiseite geseho. toen, einige Brocken hinge werfen und Härtefonds geschaffen. Man spricht von ¿Billigkeit' und Wohltätigkeit aber die Idee des Rechtes wird gebrochen un^ damit äneues- Unrecht begründet Während Unsummen für eine umstrittene Aufrüstung ausgegeben werden, während grosszügige Wirtschaftshilfe an nicht entwickelte Staaten — aber nicht nur an solche _ geleistet werden, während Geld iu grossen Mengen für alles vorhanden ist, beruft Pich der Finanzminister auf fehlende Mittel zur Deckung ■jener Forderungen, die durch das von Deutschen begange ne Unrecht entstanden sind Ungezählte Millionen sind für alle möglichen Sachen in die arabischen Länder gewandert, ohne dass hierüber Kritiken laut geworden sind. Dies lag in jenem unkontrol. hebbaren „Staatsinteresse“, das man immer dort mobilisiert, wo konkrete Rechtsgrundlagen für solches Vorgehen fehlen- — Den Opfern der Verfolgung verweigert man eine nochmalige Wiedereröffnung der Anmeldungsfristen, die Gleichstellung derjenigen, die erst nach 1953 aus Län dern hinter dem Eisernen Vorhang auswandern konnten, deren Hab und Gut geplündert, beschlagnahmt und geraubt worden ist- Die Rechtsprechung der Obersten Wiedergutmachungsgerichte wird durch gesetzliche Massnahmen illusorisch gemacht. sodass die Opfer gezwungen sind, den Verfassungsgerichtshof anzurufen. Auf solchen Irrwegen wird die Bewältigung der Vergan genheit hintertrieben- Materielle Interessen werden durch die Regelung dieses Fragenkomplexes durch den Finanzminister vor das Recht gestellt. Wie kann man unter solchen Umständen ernsthaft erwarten, die Vergangenheit zu bewältigen? Die Bundesrepublik ist erstarkt; die politische Nachkriegswelt hat das deutsche Gewehr für den Westen unentbehrlich gemacht. Das Entreebillet wurde gekauft Man ,hat sich entriert' Die Wiedergutmachung an den Opfern der Verfolgungen ist zu einer Frage drittrangiger Bedeutung geworden. IV. Ke Saeuberungsaktion Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? i*q. nachm. 10—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Es ist wahr, das die Bundesrepublik eine ganze Reihe von Kriegsverbrechern und Massenmördern vor Gericht gestellt hat- Welche unvorstellbaren Schandtaten von diesen Henkern und Ungeheuern in Menschengestalt begangen worden sind, wurde der Oeffentliehkeit hierdurch bekannt. Aber die Oeffentlichkeit sträubt sich dagegen diese Untaten zur Kenntnis zu nehmen. Schon die Abge ordneten zum Bundestag können diese Fakten nicht zur Kenntnis genommen haben, sonst würden sie in der Frage des Schlussgesetzes wenigstens für die ehemaligen Gefangenen der Ghetti, der Zwangsarbeitslager, der Ar beitskommandos, der Konzentrat-ions. und Ausrottungs lager eine andere Haltung einnehmen, als sie aus dem Entwurf und aus dem Ge feilsche um Tatbestände hervorgeht- Das ist kein po lemisohes Argument Das ist der Reflex der bedauerlichen deutschen Wirklichkeit. Von den Verbrechern kann man wohl nicht erwarten, dass sie wenigstens den Mut zum Geständnis haben, nachdem sie durch ihre Verbrechen zugleich auch ihre Feigheit gegenüber Frauen und Kindern, ausgemergelten und halb verhungerten, in jedem Fall aber unbewaffneten Männern und Greisen bewiesen haben. Aber wird man nicht im Fall Schüle an die Praxis der Angeklagten erinnert, alles zu bestreiten und sich nicht zu erinnern Der Oberstaatsanwalt, der die Vorermittlungen der Ge waltverbrechen führt, weise auch nichts anderes zu sei ner Entschuldigung zu sagen, als: er habe garnicht mehr gewusst, dass er aktives Mitglied der NSDAP gewesen sei... Wenn man die Vergangenheit bereinigen und überwinden will, muss dies ohne Ansehen der Person durchgeführt werden- Diesem Vorhaben hat der Altbundeskanzler Adenauer keinen guten Dienst durch seinen Schutz für Dr. Globke erwie sen, der bis zum Rücktritt Adenauers dessen engster (!) Mitarbeiter gewesen ist- Jetzt wurde Dr- Globke, einst hoher Beamter im nazistischen Reichsinnenministerium und Kommentator der Nürnber ger Rassengesetze, als Zeuge im Treblinka-Prozess vernommen. Er habe, so antwortete er dem Gericht, in der Zeit des Natinalsozialismus „mangels Zuständigkeit“ nichts gegen die Judenverfolgungen unternommen War es wirklich eine Frage der Zuständigkeit, etwas ge gen die Judenverfolgungen (welch' ein neutraler Ausdruck für das wirkliche Geschehen!) zu unternehmen? Wenn man die Aussage Globkes analysiert — was bei anderer Gelegenheit erfolgen wird —. muss man nicht nur die furchtbare Schuld des deutschen Volkes und vor allem seiner Führung, seiner Intelektuellen und der vielen Beamten erkennen, die an ih ren Schreibtischen die Voraussetzungen für die Mas senmorde lieferten, sondern gleichzeitig feststellen, wie wenig bisher für die wirkli. che Ueberwindung der trüben Vergangenheit getan worden ist. — V. Der Rechtsstaat PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. )erät Sie kostenlos und inverbirdlich beim Kaul oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaiJksbeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand- und Maschkienstickerei von Bett- und Tischwäsche Di. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Gewisse politische Sohwie. rigkeiten sollten im Ange sicht der bevorstehenden innerdeutschen Wahlen durch .populäre' Massnahmen ver mieden werden Einen ande ren Grund kann es für die Haltung der Regierung in Bonn zur Frage der Verjäh rung von Kriegsverbrechen nicht gehen. Die vorgetrage nen — um nicht zu sagen die vorgeschobenen Argu mente der Rechtsstaaflieh keit können wohl nicht ernst genommen werden. Man hat eher den Eindruck, dass man hier mit Begriffen jongliert, die eigentlich und besonders von den Deutschen nach al lern, was geschah, mit gross tem sittlichen Ernst ge braucht werden sollten. ■ Ist es wirklich möglich, dass in einem Rechtstaat Massenmörder durch Verjäh. rungsfristen geschützt werden, die Verbrechen begangen haben wie man sie bisher in der gesamten Ge. schichte noch nicht gekannt hat? — Wird nicht hierdurch erneut ein furchtbares Unrecht einfach schon dadurch begangen, dass man unter dem Hinweis auf Rechtstaat- Verlaengerung der Verjaehrungsfristi Bonn. — Die westdeutsche Regierung beschloss, dem Bundestag in seinem Bemühen, die Suche nach Naziverbrechern auch nach dem 8. Mai 1965 noch fortsetzen zu können, Dehilflich zu sein. Damit ist der frühere Kabinettsbeschluss, alle Naziverbreehen, die bis zum genannten Datum unaufgedeckt blieben, als verjährt zu betrachten, annulliert- „Die Bundesregierung wird den Bundestag unterstützen Möglichkeiten zu schaffen, dem Recht unter Einhaltung der Prinzipien des Gesetzes zum Sieg zu verhelfen“, sagte ein Sprecher der Regierung. (ITA) Ke Sphinx lohen Wissenschaftler lichkeit das Rechtsbewusst , Nochmals: die deut. sein der Massen erschüttert? list das der „Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeu gend, immer Böses muss ge baren“? VI. Die ägyptische Sphinx droht zur deutschen Schicksalsfrage 1965 zu werden- Die sogen. Hallstein-Doktrin, für Bonn der Weisheit letzter Schluss, wird von Nasser ignoriert- Die ungeheuren Summen, die man freigiebig Nasser gegeben hat, zerrinnen in ein Nichts. Aegyptens Diktator höhnt und bezichtigt die bonner Regie rung, Wucherzinsen zu nehmen. Morgen kann er erklären, durch irgendwelche andere Leistungen die deutschen Forderungen kompen siert zu haben- Oifensichtlich sucht man in Bonn einen Ausweg, um nachzugeben. Dass durch dieses Verhalten der ägyptische Diktator nur in seiner Hai-, t-ung bestärkt werden wird, hat man offensichtlich noch nicht verstanden. Die deutsche Regierung hat mit dem Feuer gespielt. Sie wollte auf allen Gleisen fahren- Sie hat nichts gegen die deutschen Wissenschaft, ler und Experten unternommen, die Aegypten eindeutig gegen Israel auf rüsten- Sie hat Aegypten subventioniert, um Nasser zu beschwichtigen. Sie hat sogar die Waffenlieferungen an Israel auf Nassers Druck hin eingestellt, um den Empfang Ulbrichts zu verhindern- Sie hat eine Bereitschaft gezeigt, alle ihre Prinzipien aufzugeben, um ihre Doktrin zu retten. Offensichtlich wird sie an der ägyptischen Sphinx scheitern. VH- Recht und Moral Es gibt nur einen Weg des Rechtes und der Moral. Eine zweigleisige, doppelzüngige Politik ist nicht möglich- Eigentlich hätten es die Deutschen besser als alle anderen wissen müssen, dass man auf das Wort eines Diktators nicht bauen kann. Man kann nicht in die Welt hinauspo- Jerusalem. — In der Knesset-Debatte griffen Menachem Begin (Oherut) und Jizchak Chasan (Mapam) die Regierung heftig an, weil sie in ihren Bemühungen, die Bundesrepublik zur Abberu. fung der Wissenschaftler aus U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1? laq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: I 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. saunen, dass das an dem jü. dischen Volk begangene Unrecht wiedergutgemacht werden soll, und gleichzeitig mit dem Erzfeind Israels paktie ren- Man kann den Speer gegen David selbst schleudern- Die Nazis taten es. Man kann aber auch anderen die Möglichkeiten hierzu bieten. Die deutsche Politik gegenüber Aegypten steht im Ver. dacht solchen Verhaltens. Recht und Moral sind unteilbar. Klare Entscheidungen sind erforderlich und noch möglich- Aegypten zu bewegen, so kläglich versagt habe- „Die Regierung findet für die Nazi-Funktionäre Immer noch eine moralische Entschuldigung“. erklärte Chasan. Er prangerte die zynische Haltung der Deutschen an und verlangte den Rücktritt der für die ..progermanische Politik“ Verantwortlichen- Begin meinte, dass man gegen die Tätigkeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten eine internationale Offensive einleiten müsste, weil man von Deutschland in dieser Angelegenheit nichts erwarten dürfe- Andere Redner waren dagegen. alle Brücken nach Deutschland zu verbrennen und Mosche Dajan sagte, dass jeder Schritt wohlüberlegt sein müsse, weil die Beziehungen zu Bonn der Weg. weiser für jede zukünftige Aktion seien. (ITA) ENFERMEDADES I* LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLIIHENFELD Proí. de la Facultad, Jete del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 a. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VTAMONTE 2037 , 4» B, 46-1716 and 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN a. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo-, Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 AUF URLAUB bis 3. Maerz BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN NELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES VERREIST IM FEBRUAR Vertreter im Consultorio: Dt. HERSZKOWICZ CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Eilige Anruie: 70-4484 oder bei Dr. SANGUINETTI: 76 2406 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiente 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico Magenlind Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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