Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2104 (19.2.1965)
- Date
- 1965-02-19
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXVI — N* 2104 — 3 Viernes, 19 de Febrero de 1905 LA SEMANA ISRAELITA Ein Foto-Album aus Treblinka Im Düsseldorfer Treblinka. ¡ der von Franz am Eingang Prozess haben die Staatsanwälte Spiess und Gnichwitz ihren ersten grossen Tag geliabt. Ihnen war gelungen, was in den KZ-Prozessen der Nachkriegszeit bisher nur selten vorgekommen ist. Sie hatten rechtzeitig ein Fotoalbum des Hauptangeklagten Kurt Franz, der als SS- Untersturmf ¡ihrer stellvertretender Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka gewesen sein soll, beschlagnahmen können. Ob dieses Album von Franz angelegt wurde oder ob er es 1943 beim Schleifen des Lagers nur an sieh nahm, ist noch unklar. Aber es zeigt Seite um Seite Bilder aus dem Lagerleben, zuweilen mit handschriftlichen Kommentaren von Franz: „Herrliche Zeiten“. (Das Wort ,.herrliche“ wurde später mit einem Radieigummi fast unkenntlich gemacht.) Franz, fast immer mit einem leichten Lächeln im Gesicht, hat im verdunkelten Sohwurgerichtssaal keine Schwierigkeiten, seine auf eine Leinwand projizierten Fotos wiederzuerkennen. „Das ist Sturmbannführer Wir oh“. Eiin Mann mit Menjou-Bärtchen und dünner Brille, noch vor Kriegsende in Triest gestorben. Er war der Inspektor der drei Vernichtungslager Treblinka, Sobitoor und Belaec. „Das ist Dr. Eberl“. Das Foto zeigt den SS-Offizier, der Treblin ka einrichtete, freundlich lächelnd. in jedem Arm eine Krankenschwester. ,-Das sind Stangl und ich.“ Dieses Foto gibt den Treblinka-Kommandanten Stangl mit der Peitsche in der Hand wieder, einen schmächtigen Mann. MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschäf te mH der grösste» Auswahl, SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. der Kommandantenbaracke mit kräftigem Lachen be. griisst wird. Es folgt ein Gruppenfoto von vier SS-Männern am Lagereingang. Die Angeklagten identifizieren die Namen Bredow, Mentz, Müller und Hirtreiter. Mentz sitzt in Düsseldorf auf der Anklagebank. Hirtreiter wurde 1950 in der spiegeln makabre Situationen wider. Füchse und Tau'ben erscheinen auf Fotos, die im Lagerzoo gemacht wurden. Wenige hundert Meter davon entfernt wurden mit grossen Baggern die Leichengruben ausgehoben. Aufgeschüttete Wälle sind zu se hen, die als Sichtblenden dienten. Da spricht der Angeklagte Rum in die Stille Warnung an die Araber Tel Aviv. — Israels Generalstabschef Jizchak Rabin erklärte, dass das israelische Heer auf Befehl die Araber daran hindern könne, ihren Plan der Ableitung der Jordanqueilen in die Tat umzusetzen. Etr wiederholte auch frühere israelische Warnungen, dass die Regierung Israels die arabischen Länder dafür verantwort, lieh halten müsse, wenn arabische Infiltranten versuchen sollten, die israelische Wasserleitung zu beschädigen. General Rabin sprach auf der Jahreskonvention des israelischen Jouinalistenverbandes über die Notwendigkeit, das Heer zu stärken, damit es die Araber von ih ren Sabotageplänen abschrecken könne- „Wenn jedoch die Araber sich weiter aggressiv benehmen und unser Gebiet und unsere Wasserleitung angreifen“, fuhr er fort, „so kann unser Heer auch zu einem Schlag ausholen. Bisher, so berichtete Rabin, hat Syrien nur Vorarbeiten begonnen, um das Wasser der Zuflüsse des Jordans abzuleiten, so wie die arabischen Staaten es beschlossen haben Weder Libanon noch Transjordanien hätten bisher irgendetwas in dieser Richtung unternommen. Syrien dagegen habe die Nivellierung eines Weges vom Banias Fluss aus durchgeführt, jedoch keinen Kanal ausgegraben. „Wenn die Kanäle einmal angelegt sein werden“, schloss General Rabin, „so werden sie sich in allernächster Nähe unserer Grenzen befinden Das israelische Heer hat den Beweis erbracht, dass es keine schwierige Aufgabe für unsere Soldaten sein wird, die Araber an der Durchführung ihrer Pläne zu hindern.“ (ITA) Frankfurt verurteilt. Nach den beiden anderen wird noch gefahndet. Dieses Kid hat das Gericht erst vor zwei Tagen von einem Einsender erhalten, der es aus dem Besitz einer ehemaligen Freundin von Mentz bekommen haben will. Weitere Bildes Gerichtssaales hinein: „Das Fotografien im Lager war verboten“. Das stimmt, wie eine Verpflichtungserklärung des SS- und Polizeiführers in Lublin beweist. Dennoch wurde in Treblin. ka eifrig fotografiert. Der Lagerbund Barry, den Franz Ein Bericht aus Bukarest Rumänien ist das Land mit der grössten Zahl von Juden in Osteuropa, ausser der Sowjetunion. Heute wohnen noch etwa 100.000 Juden dort, trotzdem manche das Land in den letzten Jahren verlassen haben. Die heute in Rumänien lebenden Juden sind häufig polnischer, russischer oder ungarischer Herkunft. Es gibt auch eine Reihe von Sefarden im Lande. Alle hatten die Tendenz, in die grossen oder mittle ren Städte 2» ziehen. Die Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Verführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IM ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private mi Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstelkmgshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Statte« Vrqem Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, eeq. CONDE 78 9286 73-1049 grossen Gemeinden befinden sich in Bukarest, Jassy, Cluj, Oradea, Mare,, Arad, Timisoara; ausserdem in der Moldau. Dazu gibt es noch einige kleinere Gemeinden in Oltenita, in Dobrogea und in den südlichen Provinzen des Lan. des. Die Ansiedlung in den Städten geht auf die Meinung zurück, hier vor dem Antisemitismus sicherer zu sein als auf dem Lande, Bevor die Kommunisten die Herrschaft übernahmen, war die grosse Mehrheit der Juden im Handel bescliäftigt. Nachher mussten sie ihre Geschäfte aufgeben und wurden Angestellte in den staatlichen Unternehmen. Seit jeher nahmen Juden als Aerzte, Ingenieure, Anwälte, Architekten usw auch für das Land wichtige Stellungen ein. Heute können auch sie nicht mehr als in „freien Berufen“ tätig bezeichnet werden, da sie nun zu Staatsbeamten wurden. Die Zahl der gelernten jüdischen Arbeiter und Techniker ist etwas gestiegen. Diese arbeiten zu den gleichen Bedingungen wie die Nichtjuden. sie sind nicht viel schlechter bezahlt als die Akademiker. Viele Juden wenden sich diesen Berufen zu, weil sie an den Universitäten kaum ankommen können. In der Armee gibt es keine Juden. Es gibt jüdische Staatstheater in Bukarest und Jassy. In religiöser Beziehung be stehen keine Beschränkungen. In Bukarest gibt es neun Synagogen, die am Freitagabend und Sonnabend alle gut besucht sind. Die Assimilation ist ziemlich stark; die Mischehen sind zahlreich. EJs kommen auch viele Namensänderungen vor. auf die Häftlinge gehetzt haben soll, erscheint auf zwei Bildern. Birst als die Staats anwaltschaft Lagerfotos aus einer polnischen Dokumenta tion vorführen lässt, die Gruben voller Leichen zeigen, wehren die ehemaligen SS-Unterfiihrer ab. Das könne nicht Treblinka sein, weil es dort in den Gruben keine bekleideten Leichen gegeben habe. Und Grubenholz habe man in jener sandigen Gegend auch nicht gehabt. Daran können sie sich genau erinnern. Trotzdem bleibt der Staatsanwaltschaft ein entscheidender Vorteil. Die hundert Zeugen werden es mit Hilfe der Bilder aus dem Fotoalbum von Franz leichter haben, die gealterten Angeklagten bei der Gegenüberstellung im Gerichtssaal zu identifizieren. Wo aber sind heute die höheren SS-Offiziere. die diese Treblinka.Mannschaft zusammenstellten und die auch die Verniohtungsaktionen vom Sommer 1942 bis zum Herbst 1953 mehrmals inspizierten? Das Schwurgericht behandelt diese Frage ebenfalls wenn auoh nur um der vollständigen Information willen. Der Lager gründer Untersturmführer Irm. fried Eberl, nahm sich im Februar 1948 in Ulm das Leben. Vom Kommandanten des Arbeitslagers Treblinka, das vor der Einrichtung des Vernichtungslagers schon existierte, Stürmführer van j Bälgen, weiss man nur, dass 1 er Düsseldorfe’ war. j Der Angeklagte Lambert, j der die Gaskammern in Treblinka gebaut haben soll, trägt die grösste Ueberraschung bei: Lambert begeg- ' nete nach dem Krieg in I Stuttgart auf der Strasse einem Mann, in dem er den j SA-Standartenführer Blan- ’ kenburg wiedererkannte. j Blankenburg lebte unter 1 dem Namen Bielecke, bis er , vor sechs Jahren unerkannt : starb. Bfr gehörte zu den Lei- : tern des Euthanasie-Pro.! gram ms und spielte vermutlich auch bei der Vernichj tung der Juden in Polen eine entscheidende Rolle. Lambert aber hatte keinen An! lass, ihn zu entlarven, denn , der Angeklagte lebte damals! gleichfalls unerkannt als Fliesenleger in Stuttgart. I LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 219«, 1» izq. — T. E. 83-2613 17. Adar I 5725 19. Februar 1965 Blick in die Welt von HAROLD SCHWARGZ GENERAL BARRIBNTOS, der augenblickliche Chef der bolivianischen Militär-Junta, kandidiert zu den PrjL Kidentenwahlen, muss jedoch mit einer heftigen Opposition rechen n. —- PRAEÖIDENT JOHNSON befahl allen amerikanische^ Zivilisten, Südvietnam zu räumen. — WASHINGTON teilte dem deutschen Botschafter Heinrich Knappstein die volle amerikanische Unterstützung bei den Bemühungen um die deutsche Wiedervereinigung mit GALO PLAZA, Ex Präsident Ecuadors und derzeitiger UN-Schliohter für Zypern, hat die Verhandlungen zur Befriedung des Inselstaates mit allen beteiligten Regierungen wiederaufgenomme.i — RIO DE JANEIRO meldet subversive Bewegungen itn Süden Brasiliens, die aber im Keime erstickt werden konnten. — Ing. LUIS GIANNATTASIO, Präsident des National, rates Uruguays, verstarb plötzlicn uhd wurde unter grosser Beteiligung dev Bevölkerung in Montevideo beigesetzt- MINISTERPRAESLDENT KOSYGIN erklärte, die Sowjetunion werde Nordvietnam im Falle eine« amerikanischen Angriffs unterstützen. — ANTONIO DE QLIVEIRA SALAZAR, der Diktator Portugals, wurde von Oppositionellen zum Rücktritt aufgefordert- — KOENIGIN ELISABETH II. weilte zu einem Staatsbe. such im Sudan- — GEORGES POMPIDÖU, französischer Aussenmiiuster, kam aus Pakistan nach Indien und übermittelte eine Friedensbotschaft de Gaulles. — GHOU Effi-LAI. Rotphinas Ministerpräsident, begriisste Kosygin. der auf dem Rückweg von Nordvietnam in Peking Station machte, und verlangte eine schärfere russische Haltung im vietnamesischen Konflikt. — EICHMANNS GEHILFE Krumey wurde auf freien Fuss gesetzt, obwohl das Verfahren gegen ihn noch nicht abgeschlossen ist- — FUBNF TODESURTEILE wurden in Ghana wegen eines Attentates gegen den Präsidenten Kwane Nkrumah ausgesprochen, gegen die es keine Appellation gab — TJN-GENBRALSEKRETAER U Thant ermahnte Nor<famerikaner und Vietnamesen zur Einsicht, um neue blutige Zwischenfälle wu vermeiden. — INDONESISCHE STR.EITKRAEFT'E unternahmen einen neuen Versuch der Invasion auf malayischem Territorium. — ISMBT INONU der türkische Ministerpräsident, erhielt ein Misstrauensvotum und trat zurück- — KOHJNIG HUSSEIN von Transjordanien ernannte Was. fi Eltall zum neuen Ministerpräsidenten, nachdem die Regierung Bahjat Talhouni zurückgetreten war- — PAPST PAUL VIrief erneut alle Gläubigen auf, für den Frieden zu beten. — GEORGE THOMSON britischer Staatsminister, hatte lange Besprechungen mit dem russischen Aussenminister Gromyko, um zu einer Lösung über Vietnam zu gelangen. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRÄGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 261? Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen — Miets-, Zivil- und Handelssachen I. E. 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HER AS