Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2104 (19.2.1965)
- Date
- 1965-02-19
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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îl — Vito«»*. W éf E&hwn: ib 1906 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXVI. — N»?J04 Das Aufrüstungsfieber i (Schluss von Seit« W dem Welt Jugendforum in Moskau verkündet, die Sowjetunion sei bereit, jedem Volk das es wünsche. ,.Waf. fen zum Kamp! gegen Unterdrücker" zu liefern- Es dürfte ohne weiteres erkennbar sein, dass unter diesem Motto jede beliebige Waffenlieferung gerechtfertigt werden kann- Krutschews Nachfolger haben sich auch diese Maxime der Politik des abge. j Beteten Diktators zu eigen gemacht. Auf Grund einge- ' hender Analysen sind Sach-; verständige auf diesem Gebiet. zu der Ueberzeugung ge-! langt, dass ¿er Waffenhandel der Sowjetunion und ihrer Verbündeten, vor allem der Tschechoslowakei, dabei ist, den Erdball zu umspannen- Der Kreml betreibt eine ¡Politik auf lange Sicht und istbemüht, die eigenen hoben Riistungskosten durch den Waffenhandel erträglicher zu gestalten, indem vor allem ausgemustertes Material abgestossen wird- Mit allen Mitteln wird versucht, die westliche Rüstungsindustrie, die sich gleichermassen um Absatzmärkte bemüht, auszu. schalten und aus ihren traditionellen .Käufergebieten* ku verdrängen. Mit zunächst ungewhhnl ich günstig erscheinenden Zahlungsbedingungen, oft genug mit einem Waffengeschenk zu Beginn, Wird gelockt. Kredite mit Da«!zeiten bis zu zehn Jahren, die ersten Jahre tilgungsfrei. Zinssätze von zwei, höchstens drei Prozent, Rückzahlung in Landes Währung — das macht da* Geschäft für die jungen Staaten attraktiv. Für die so eingehandelte Landeswährung kauft Moskau wie lm Falle Indiens und der Vereinigten Arabischen Republik Exportgüter d:eser Ländereien — die oft genug wie auch der kubanische Zucker, bald darauf unter den von den eigentlichen Erj Transjordanien Beugern geforderten Preisen . der sich bisher auf dem Weltmarkt angebo.; ten werden.! Nicht dies ist das eigentr j lieh Gefährliche am Waflenj geschäht, sondern die Verloki fcung für ehrgeizige Politiker, scheinbar günstig einzukauj fen und sich dann plötzlich j in nicht mehr abstreifbaren , finanziellen Fesseln wieder. esufinden. Die Indonesier wissen ein Lied davon zu sin- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 gen- Als sie Holländisch-Neu guinea ihrem Reiche einverleibthatten, versuchten sie, wenigstens von einem Teil der in Moskau eingegangenen übermässigen Verpflichtungen wieder loszukommen — mit wenig Erfolg. Inzwischen hat der Malaysia-Konflikt Sukarno zu neuem Bittgang nach Moskau getrieben ungeachtet seiner hoffnungslos zerrütteten Staatsfinan. zen- — Die Lieferung der Waffen istnur der erste Schritt zu einer festen oder festeren politischen, militärischen und wirtschaftlichen Bindung an die Sowjetunion- Immer werden Ersatzteile benötigt. Jedes Heer ist um die Modernisierung seiner Rüstung besorgt. was neue Bestellungen und Lieferungen zur Folge hat. neue Bindungen an den Lieferanten schafft und ei. ne weitere Verschuldung und — was noch entscheidender ist — eine unvermeidbare Abhängigkeit bedeutet. IV. Kunden und Unter. Verteiler Zu Empfängern sowjetischer Waffen gehören in erster Linie die drei wichtigsten Länder der ..Dritten Welt": die Vereinigte Arabische Republik, Indien und Indonesien. Neuerdings wird Algerien für Moskau interessant- Die mit Guinea, dem Sudan und Marokko getätigten Geschäfte scheinen, wenigstens fürs erste, wieder abgeschlossen zu sein. Dafür wurden in den letzten zwölf Monaten in Ostafrika Somalia und Sansibar neu in den Kundenkreis aufgenommen- Im Nahen Osten bekamen ausser der VAR noch Syrien, der Yemen und der Irak Waffen. Vor einigen Wochen wurden auch moderne Utberschalljäger und anderes Gerät König Hussein von angeboten, ausschliesslich auf westliche Lieferungen verliess, aber möglicherweise im Zuge der arabischen Jordanwasser-Aktion und der damit zusammenhängenden Aufrüstung auch in M>g-21 interessiert sein könnte; Kairo suchte ihn zum Abschluss des Geschäfts zu überreden. Afghanistan hat sein-s Streitkräfte in beträchtlichem Masse mit sowjetischem Rü. stungsmaterial versehen; Indien ist jetzt dabei, westliche wie östliche Lieferungen aus. wmrden entdeckt in Guatemala, Panama, Venezuela, Perú, Bolivien, Chile und Argentinien. Aegypter wiederum betreibt das Geschäft etwas c>f fizäeiler, zum Teil aus ähnlichen Motiven wie Moskau, nämlich um veraltetes Material seinerseits wieder günstig weiterzugeben. Syrien, der Irak, Saudi Arabien und der Yemen wurden so „begünstigt"- In den Händen kongoiesi scher wie angolesisoher Rebellen worden ebenfalls Waffen vom Ural entdeckt- Sie mögen teils aus Aegypten, zu einem Teil sicherlich auch aus Alger ien gekommen sein. Der Umfang dieser und vieler anderer Waffengeschäfte bewegt sich in fantastischen Ziffern. Man schätzt, dass allein Indonesien Waffen für mehr als eine Milliarde (!) Dollar von den Russen erhalten haben soll. Auch die Waffeniefe rungen an Aegypten bleiben nicht weiter hinter diesem Betrag zurück- — Dabei gehen die Sowjets i vorsichtig vor. Die modernj sten Waffen hat bisher niemand bekommen, auch Nasser nicht- Weder Atomsprengköpfe noch Fern-Rak“ten, strategische Bomber der taktische Boden - RaV-Vn W’urden verkauft. Auch die Mig-23. Moskaus modernster Ueberschalljäger, die neue, sten Panzer- und Sturmge sehiitetvpen oder neuere Unterseeboote werden nicht ausgeliefert- Andere wichtige Waffen werden nur in begrenztem Umfang zur Verfügung gestellt- Sicherlich soll hierdurch auch die be reits bestehende Abhängigkeit aller Empfänger sowjetischer Waffen aufrecht erhalten bleiben. V. Kairo und Moskau Das ernsteste Kapitel ist der Rüstungspakt zwischen Kairo und Moskau geblieben. Im Herbst 1955 nahm der VAR- Präsident das sowjetische Hilfsangebot an- Ein Jahr später, zum Zeitpunkt des Sinai - Feldzuges, bezifferte London amtlich die ägyptischen Rüstungskäufe vom Osten bis zu diesem Zeitpunkt auf bereits 1.8 Milliar den schweizer Franken- Mindestens ein Zehntel der gekauften Panzer und Schützenpanzer fiel den Israelis in die Hände- Den Rest rettete Nasser, indem er ihnen ungeachtet taktischer Erfordernisse schleunigsten Rückzug Nazis in Lateinamerika New York. — Mark Tur kow, Generalsekretär des südamerikanischen Weltkongress . Exekutivcomites, erklärte anlässlich einer Reise durch die Vereinigten Staaten und Kanada, dass die neonazistischen Elemente in Lateinamerika von internationalen Nazi Zentren und von Agenten der Arabischen Liga ermutigt und unterstützt würden. Die Regierungen der lateinamerikanischen Staaten würden sich zwar den nazi faschistischen und antisemitischen Bestrebungen widersetzen, doch seien ihre Mittel zur Bekämpfung der gefährlich zunehmenden antisemitischen Tendenzen unzureichend- (ITA) zubalancieren; Indonesien j tlber Suez Kanal nach hat im Oktober sein viertes; Westen ^fahl REAL PEN rüllh alter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Riistungshilfeabkommen mit Moskau geschlossen; Iäos und Kambodscha profitieren durch Geschenke aus Moskau von dessen Bestreiben, seine Position gegen Peking ai-zugrenzen. Hinzu kommen noch andere Empfänger: Kuba im Herzen Amerikas: ferner au serhalb des eigentlichen Ostblocks Jugoslawien und Finnland. Drei Länder sind als Unterverteiler aufgetreten: Kuba, die VAR und neuerdings auch Algerien. Castro ver sorgt mit den ihm zugänglich gemachten Infanteriewaffen revolutionäre Gruppen vom Golf von Mexiko bis nach Feuerland. Waffen aas der Sowjetunion und auch der Tschechoslowakei währen^ er seine neuerworbenen Düsen, maschinen gleichzeitig nach Syrien und Saudi Arabien ausfliegen liess. um sie britischen und französischen Bomben zu entziehen. Nach der Suez-Affäre wur de das Rüstungsgeschäft noch mehr angekurbelt- Mar. schail Hakim Amer war stets der Unterhändler im Kreml. Als Krutsohew im Mai 1964 zur Einweihung des ersten Bauaubschnitts am Assuan Damm in der VAR war, sagte er neuerlich grosszü. gig Hilfe zu — was ihm ursprünglich von seinen Nachfolgern als eigenmächtig angekreidet wurde. Deshalb beeilte sich Nasser, seinen Stellvertreter Marschall Amer im November vor den Revolu. tions - Feierlichkeiten nach 'Moskau zu schicken, um den neuen Herren die Aufwartung zu machen und die Hilfszusagen erneuern zu lassen. Es scheint, dass Nasser bis heute rund tausend Panzer; 1.600 Schützenpanzer. Hunderte von Geschützen, Panzerabwehrwaffen, Luftab wehrraketen, elektronische Ausrüstung 25 schwere Düsenbomber (T*u-16), 100 mittlere Düsenbomber (11-28) und weit über 300 Düsenjäger (darunter allein 50 Mig. 21). zwei Zerstörer, neun Unterseeboote sowie kleine Kräegsfahrzeuge. darunter Raketenschnellboote, bekommen hat- Der Ernst der Lage fiir Israel — aber auch die übrigen Länder — ergibt sich aus diesen Ziffern- — VI- Koexistenz Der Osten propagiert als seine aussenpolitische Maxi me die friedliche Koexistenz aller Völker, auch derjenigen mit verschiedenen Ge. Seilschaftsordnungen. Ge-, meint ist in erster Linie das friedliche Zusammenleben der kapitalistischen und der sozialistischen Lander- Man che erblicken in der Theorie der friedlichen Koexistenz, wie sie von den Russen in erster Linie vertreten wird, einen Erfolg der westlichen Bündnis-Politik sowie der Politik der Eindämmung des russischen Vordrängens und der Abschreckung. Friedliche Koexistenz sei. so sagen andere, die ideologische Reaktion des modernen sowjetischen Marxismus-Leninismus auf die Situation des Zeitalters der Atombombe. Wenn man dieses Postulat der friedlichen Koexistenz näher betrachtet, wie es von den Sowjets aufgestellt wird, j so wird man zunächst unter. ' stellen müssen, dass die Rus. sen die Möglichkeit einer solchen Koexistenz als gegeben ansehen. Die folgende Frage müsste sich damit beschäftigen. ob eine solche friedliche Koexistenz auf die Dauer möglich sein kann, wenn der russische Aufriistungsfeldzaig unter allen Völkern, die gegen ihre Unterdrücker kämpfen wollen, weitergeführt wird. Friedliche Koexistenz dürfte jedoch mit der kriegerischen Bewaffnung auch der kleinen und kleinsten Völker in einem nicht lösbaren Widerspruch stehen. Die alten Römer folgten der Theorie: Si ins pacem, para bellum (Wenn Du den Frieden willst, bereite den Krieg vor). Man sieht, für jede gewünschte und geplante Politik ist eine ,überzeugende* Begründung schnell zur Hand- Wenn man einmal unterstellen will, dass das Prinzip der Römer früher einmal richtig war. dürfte es sicherlich heute überholt sein. Denn welchen Frieden sollte man eigentlich mit der Atombombe vorbereiten? —. 1« SEMANA ISRAELITA 1 Semanario — aparece los Viernes. Editado pior Estrellas Editorial Ltda, Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 A bono-Preise. Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. Ec 76-6784 u. 76-2312 PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. >erät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIBREV DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaJJiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand- und Mascbinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T, E. 73-9155 JACOB LAPIDUS dipt. 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Es bleitot zu wünschen, dass alle Beteiligten den Rüstungswettlauf aufgeben und einen Frieden herstellen, und sei es aufgrund der russischen Theorie von der friedlichen Koexistenz der Völker- — ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Prof de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita, Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES VERREIST IM FEBRUAR Vertreter im Consultorio: Dr. HERSZKOWICZ CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Eilige Anrufe: 70-4484 oder bei Dr. SANGUINETTI: 76 2406 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3118 T. E. 87-1382 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico Magenlind Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542