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Jüdische Wochenschau · 1965-02-05 · 2102 (5.2.1965) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2102 (5.2.1965)
Date
1965-02-05
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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* «o. VOíl «*** rschiedenr ^ist rzbei rW0 toi, ïen die ion em. íolda reta e zu infor. beiden Delegier Indianer militärir U Thants, Pinelli konfe- Prau Meir, vorher Amhatten, wo n transjordar ister für Verlie Situation hatten, tation begab at, um in der Stadt den ichtigen, wo transjordani. n israelische lien angrifrauf wieder an zuriicteulie Unterhaliu Meir fort- R eisung «roll« n/n 500.— b/b iS®*- i/b 500.— oebung des Steigerung halten. — \! Viernes, 5 ele Febrero de 1965 Englische Juden protestieren London. — Eine Delegation des Board of Deputies der englischen Juden wurde bei dem westdeutschen Botschafter Hasse von Etzdorf vorstellig, um diesen a.uf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass die Schuldigen an den furchtbaren Kriegsverbrecher! der Nazis nicht durch den Ablauf der Verjährungsfrist dem Zugriff der Justiz entgehen dürfen. Die Delegierten machten geltend, dass die ungeheuerlichen Massenmorde, durch die ein ganzes Volk ausgerottet werden sollte, nicht wie gewöhnliche Verbrechen behandelt werden könnten Der Botschafter hörte die Argumente der Delegation aufmerksam an und versprach, diese seiner Regierung zu übermitteln. Der Delegation, an deren Spitze der Präsident des „Board“ S. Teff stand, gehörten folgende Persönlichkeiten an: der Erste Vizepräsident Reuben Lie beim an, der -Präsident der Kommission für auswärtige Angele genbeiten Sir Barnett Jänner, der Sekretär A. G. Brotman und C. Rapaport. (ITA) Auf nach Pommern! Der Antisemitismus treibt die seltsamsten Giftblüten. Zuweilen ist ihr Duft so penetrant, dass man meint, alle einigermassen vernünftigen und normalen Menschen würden unaufgefordert die Nase zuhalten. Aber nicht alle sind von Natur aus dagegen allergisch. Die Sendung „Frühschoppen“ des west deutschen Fernsehens, — jeden Sonntag Mittag um 12 Uhr zu hören — gehört zu den beliebtesten der deutschen Television. Ihr Leiter Walter Hoefer, der bei diesen „Podiumsgesprächen“ den Vorsitz führt, um anzujegen und ausgleichend zu wirken, falls die Meinungen zu heftig aufeinander prallen, galt bisher als honoriger, um Objektivität bemüh, ter, fähiger Televisionsspezialist, der weiss, was das Publikum interessiert, welche Probleme an der Tagesordnung sind, und welche Männer und Frauen in der Lage sind, sachverständig über kontroverse Fragen aus allen Lebendbereichen. meistens aber über Politik, zu diskutieren. In seinem Bestreben nach Objektivität zieht er häufig Nichtdeutsche heran, so auch bereits mehrmals einen schweizer Journalisten namens Hans Fleig, der dann auch in Biid und Ton als Vertreter der neutralen Schweiz vorgeführt wird. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen. Jeder hat auch das Recht, die Existenzberechtigung des „zionistischen Staatsgebildes“ anzu. zweifeln, und das jüdischarabische Problem auf dem Raum des Heiligen Landes für nicht lösbar zu halten, wie Fleiges hat. Wenn er jedoch im „Frühschoppen“ als seine Patentlösung empfiehlt. die Israelis auszusiedeln und in den Ostgebieten des früheren Deutschen Reiches anzusiedeln, so hört die gespielte Objektivität auf und der Stürmergeist dringt ziemgrossen Breiten- und viel lieh unverhüllt hervor. Eine neue „Endlösung“ also, die da empfohlen wird, diesmal jenseits der Oder-Neisse-Linie! Vielleicht hatte Herr Fleig einen „Frühschoppen“ schon vorher zu sich genommen? Die Hörer im deutschen Fernsehen mussten jeden, falls diesen Erguss über sich ergehen lassen — viele taten es vielleicht mit einem Schmunzeln —, und das liess auch Herr Hoefer widerspruchslos durchgehen, ohne dem Unfug sofort die Spitze abzubiegen, obw-ohl er als gewiegter Politiker und Journalist wissen müsste, welchen Eindruck ein derartiger „objektiv“ scheinender Vorschlag zumindest bei einem Teil der Zuhörer- und Zuschauerschaft auslösen muss. Die „Neue Zürcher Zeitung“ hat ganz recht, wenn sie diesen groben Unfug — anders kann man Fleiges Auftreten nicht bezeichnen — mit folgenden Worten. anprangert: „Der Gedanke einer abermaligen Verpflanzung der Israelis, diemal auf die pommerischen Kartoffeläcker, eingeklemmt zwischen zwei Völkern, die sich beide über ihre Gefühle gegenüber den Juden in überaus eindeutiger Weise historisch ausgewiesen haben, auf einem Flecken Erde, wo sie von allem Anfang an dem „Revisionismus“ ihrer Nachbarn ausgesetzt und ihrer Existenz ren, wis sie es heute auf dem nicht einmal so sicher wä. Boden des Heiligen Landes sind — dieser Gedanke ist zu verrückt, als dass man ihn diskutieren könnte. Aus ihm spricht wenig mehr als nackter Zynismus.“ Es ist an sich in derart eklatanten Fällen antisemitisch ausgerichteter Verstiegenheit würdiger, dem Autor mit stillschweigender Verachtung zu begegnen, oder die ganze Sache „niedriger Beschlüsse des Kabinetts Jerusalem. — Das Kabinett beschloss die Bildung eines ministeriellen Comités, das sich mit den Erfordernissen der höheren Erziehung befassen wrird. Erziehungsminister Salman Aranne hatte die Gründung eines staatlichen Ausschusses zur Ueberwachung der höheren Lehranstalten vorgeschlagen, damit Pläne aufgestellt und der Unterricht nach gleichen Richtlinien erteilt werden soll, was seiner Ansicht nach keine Einschränkung der Autonomie der Landesuniversitäten darstellen müsse. Er erachtete diese Masnahme für nötig, da sich in den kommenden fünf Jahren die Immatrikulation der Studenten verdop . Pein dürfte, womit sich ein Mangel von rund 1.250 Profesoren und Dozenten ergeben werde, wenn man nicht ïechtzeitig konstruktiv dieser Entwicklung vorzubeugen versuche. In der gleichen Kabinettssitzung erstattete Auss-mminister Golda Meir einen Bericht über politische Fragen, da Ministerpräsident EShkol wegen eine Erkältung den Beratungen fernblieb. Inzwischen verlautete aus sicherer Quelle, dass Eshkol im März nach London reisen wird, um mit dem englischen Premierminister Harold Wilsen zu konferieren. Der Besuch wurde im Wege von Verhandlungen zwischen dem israelischen und englischen Aussenministerium vereinbart und seine offizielle Bekanntgabe in aller Kürze vorausgesagt. Es hiess auch, dass Eshkol während dieser Europareise mit dem westdeutschen Bundeskanzler Ludwig Erhard in einem europäischen Land Zusammentreffen wird. (ITA) JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVI. — N* 2102 — 7 1940 - APRIL - 1965 trotz Krieg - Verfolgung - Vernichtung 35»— I BANNERTRAEGER EINER BESSEREN ZUKUNFT zu hängen“. Angesichts der leicht aus Tiefenwirkung des Fernsehens und der bisheunangefochtenen Person des Herrn Hoefer, der beim „Frühschoppen“ auch weiterhin die Aura der Ueberlegenheit und Neutralität ausstrahlen wird, erscheint jedoch schärfste Distanzierung geboten, die mit Ausdrücken tiefster Verachtung nicht spart, dass so etwas heute wieder — oder noch — in Westdeutschland möglich ist. Mischehen in Kanada Toronto. — Im Jahre 1962 wurden 16,5 Prozent Mischehen verzeichnet, im Jahre 1963 waren es 18,5. Die Erhöhung der Ziffer ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass nun auch mehr 'Mädchen Mischehen eingegangen sind: für Jüdinnen die sich mit Männern aus anderen Religionen verheiraten, ist der Prozentsatz in dieser Zeit von 5,7 auf 8 Prozent gestiegen. Jüdisches Hospital in Rom Rom. — Die Pläne zur Umwandlung des teilweise vollendeten B-jus des Jüdischen Hospitals in ein hochmodernes Krankenhaus mit einem Altersheim wurden jetzt gebilligt. Das Hospital wird über 110 Betten und eine Abteilung für Sieche verfügen. Die Kosten werden mit 800.000 Dollar und das jährliche Budget mit 160.000 Dollar beziffert, wie Prof. Fausto Pitigliano, der Präsident der jüdischen Gemeinde Roms angab, der allen Spendern und im besonderen dem Claims Comité und dem Joint seinen Dank ausspradh. (ITA) Pressekonferenz in London London. — Staatspräsident Salman Shazar, der gemeinsam mit dem früheren israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion den Trauerzeremonien für Sir Winston Churchill beiwohnte, empfing die Presse im Savoy Hotel. Unter den Journalisten befanden sich auch die Herausgeber israelischer Zeitungen, die mit einem Sonderflugzeug der El Al nach London gekommen waren. Shazar verglich seine Eindrücke mit denen, die er bei dem Begräbnis Kennedys hatte, dem er auch beiwohnte. Dort, so betonte er, habe eine Atmosphähe der Tragödie, Trauer und Empörung über die Ungerechtigkeit geherrscht, während hier der Schmerz um das Ableben eines ungewöhnlichen Mannes von der Grösse seines geschichtlichen Werkes gemil. dert wurde. „Ben Gurion und ich“ fügte er hinzu, „verspürten die überragende Persönlichkeit des Toten. Wir fühlten, dass hier ein Mann zur Ruhe getragen wurde, dessen Leben erfüllt war von all den Taten und Schicksalsschlägen, die die Existenz eines einzelnen Menschen enthalten können. Churchill war das Brüllen des kämpfenden britischen Löwen, wie er es selbst einmal ausdrückte, aber sein Schrei war gleichzeitig der Schrei der ganzen geängstigten Menschheit. Wir Juden lebten in tiefer Angst-, und er lieh uns seine Stimme.“ Darüber befragt, ob er Gelegenheit gehabt hätte, mit anderen Persönlichkeiten zu sprechen, erklärte Shazar. er habe sich nur mit seinen Nachbarn während der Zeremonie unterhalten und mündlich die Präsidenten Uruguays und Islands, zwischen denen er sass, nach Israel eingeladen. Beide hätten geantwortet, dass sie diese Möglichkeit in Betracht ziehen würden. Der isländische Präsident habe ihn gefragt, ob er hiernach Aegypten einen Besuch abstatten könne, worauf Shazar ihm geantwortet hatte, dass er nichts dagegen einzuwenden habe. Auf die Frage eines Journalisten entgegnete er, er habe nicht mit de Gaulle sprechen können. Auf dem Rückweg in sein Hotel wurde Shazar von israelischen Studenten begrüsst, und viele Juden begleiteten ihn und riefen ihm „Schabbat Schalom“ und „Gut Schabbes“ zu. Der Adjutant des Präsidenten erklärte, Shazar sei von dem Weg nicht ermüdet, nur hätten sie einen Umweg machen und sich eilen müssen, um rechtzeitig in der Kathedrale zu erscheinen. Sowohl Shazar wie Ben Gurion gingen zu Fuss von dem nahegelegenen Hotel Savoy, um die Schabbatgesetze nicht zu verletzen. Ein newvorker Journalist wmr hiervon so beeindruckt, dass er die beiden fotografierte und das Bild nach New York schickte, wo es auf der ersten Seite einer Zeitung publiziert wurde. Shazar war seit 1942 nicht mehr in London gewesen. Israels Staatspräsident unterrichtete die Journalisten auch von den auf dem Zionistenkengress in Jerusalem gepflegten Beratungen und hob hervor, dass es die Aufgabe der israelischen Zeitungen sei, ihre Leser über dis jüdischen Aktivitäten der Diaspora und der jiidis-hen Gemeinden ausserhalb Israels zu informieren. Er nannte Iendon eines der wichtigsten Zentren des europäi- Gssietiky.Medaille Berlin. — Die Internationale Liga für Menschenrec-h. te hat den Zeithistoriker Wulf in Westberlin mit der Carl-von - Ossietzgr - Medaille ausgezeichnet. Wulf ist der Verfasser der grundlegenden Dokumentationsreihe über das Dritte Reich. Der 62jährige Schriftsteller ist in Krakau gelxa-en und war selbst; KZ-Häftling. Asche aus polnischen Lagern Toronto. — Eine Delegat, tion der Juden Kanadas besuchte kürzlich die Todeslager von Maidanek und Bel. zec, wo zwei Millionen Juden den Tod fanden. Sie nahmen eine Urne mit Asche mit, diti in einem Friedhof in Toronto beigesetzt wird. In Toronto leben 250 Juden, die nach dem Einzug der Alliierten befreit und nach Kanada gebracht wur den. Unter den Toten der beiden Lager befinden sich zahlreiche Angehörige dieser Befreiten. Diese machten Anstrengungen, d >«s ihnen die polnische Regierung gestatte, zumindest die Asche in ihrer Nähe bestatten zu können. sehen Judentums, und er ermahnte die Vertreter der israelischen Presse, diesem Umstand in grösserem Masse Rechnung zu tragen. Hierbei betonte er, dass er ihnen diesen Rat nicht als Präsident sondern als ehemaliger Zeitungsherausgeber erteile. Shazar und Ben Gurion wohnten einem Empfang in der Israel-Botschaft bei. Botschafter Lurie und Ben Gurion folgten auch einer Einladung zu einem Bankett, das der englische Innenminister im Lancaster House veranstaltete. (ITA)

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