Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2102 (5.2.1965)
- Date
- 1965-02-05
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 —- Viernes, 5 de Febrero de 1985 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N? Z10Z Ereignisse der W er Bitte nicht zu stoeren Es gibt verschiedene Methoden, durchs Leben z.u getien. Die einen, die sich Optimisten nennen, wollen die ¡ProWerne nicht, sehen, die an. deren, die als Pessimisten bezeichnet. werden, *ind immer schlechter Laune: ihr Blick Wird durch die angeblich bestellenden oder tatsächlich vorhandenen Schwierigkeiten getrübt. Sie beurteilen jede Lage ernst. Nun müssen wir uns von Anfang an darüber einig sein, dass die Intelligenten es im Leben schwerer haben als die Simplen. Denn der primitive Mensch sieht die Probleme nicht, erkennt keine Gefahren und lebt darauf los. Der intelligente Mensch denkt nach, er grübelt, er wägt. Jeder Mensch lebt gern bequem. Das braucht niemand abzuleugnen. wenn es auch natürlich oftmals graduelle Unterschiede gibt. Man lebt auch bequemer, wenn man die Sorgen und Nöte seines Nachbarn nicht kennt. Hat man doch schon genug mit sich allein zu tun. Das ist die bekannte Geschichte, die man sich — gewiss zu Unrecht — vom Baron Rothschild erzählt, der einen Bettler herauswerfen liess, weil „er mir das Herz bricht“. Am liebsten würden viele sieh jenes kleine Schild an ihre Wohnung anbringen lassen. das man in Hotelzimmern findet: Bitte nicht stören. Bitte nicht zu stören, damit dieser arme Mann nur nicht bem.üssigt wird, etwas von den allgemeinen Sorgen seiner Gemeinschaft mit sich zu tragen, damit er nicht gestört wird, um sich an der Erhaltung des Krankenhauses. des Altersheimes, des Siechenheimes. der Liga für die Tuberkulosen u. -u für unzählige andere humanitäre soziale, wohltätige und gerechte Angelegenheiten zu beteiligen. Und wer kann sich schliesslich an allen diesen Institutionen beteiligen? Dos geht doch wohl nicht. Resultat: mau beteiligt sich an keiner. Zu viele Institutionen Es gibt zu viele Institutionen, hört man häufig klagen. Dieser Vorwurf, der unserem Organisationellen jüdischen Leben in dieser Kritik an Katholiken Die Kontroverse um Hochhuths „Stellvertreter“ wird erneut angefacht durch die Veröffentlichung eines historisch analytischen Angriffs auf die katholische Geistlichkeit in Deutschland wäh. *end der NS-Zeit. Der Historiker Günter Lewy, jetzt Professor für moderne Geschichte an der Universität Massachusetts in den USA (er stammt aus Deutschland und emigrierte im Jahre 1939, als er 15 Jahre alt war), Keigt das Verhalten der deutschen Katholiken in seinem soeben in London herausgekommenen Buch „The Catholic Ohurch and Nazi Germany“ (Verlag Weidenfeld und Nicolson), das auf jahrelangen Forschungen beruht, in neuem Licht. Das Buch wird auch gleichzeitig in Amerika veröffentlicht. Die deutsche katholische Geistlichkeit beging den fundamentalen Irrtum zu glauben. Hitler könne durch Konzessionen gezähmt werden, meint Lewy. Hitler jedoch war von Anfang an zur völligen Vernichtung des Katholizismus nach seinem Endsieg entschlossen. Die katholische Kirche in Deutsch- »ana veioa-imne Widerstand aus Prinzip und erschwerte damit den Männern des 20. Juli — soweit sie Katholiken waren — ihren Gewissenskampf, obwohl der katholische Klerus beispielsweise in Spanien und Mexiko Widerstand gegen ein antiklerikales Regime bejaht und bestärkt hatte. Die deutschen katholischen Geistlichen, die gegen Euthanasie und die Vergasung von Geisteskranken protestierten, schwiegen zur Vernichtung der Juden. Sie waren durchaus informiert über die Vorgänge in den Vernichtungslagern, erklärt Lewy, rafften sich aber nur auf zu vagen Protesten gegen die Tötung ..unschuldiger Menschen nicht unseren Blutes“ und erhoben ihre Stimme nur gegen die Deportierung getaufter Juden und die Auflösung von Mischehen. Die katholische Kirche, erklärt Lewy, sah sich in dem immöglichen Dilemma, ihre idealen Zielsetzungen von der Notwendigkeit für das eigene Weiterbestehen zu trennen. , Oft war die Botschaft der Kirche für sie eher eine Bit de als eine Quelle der Kraft.“ Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauw'etter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMBR GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde -die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval. Merkwürdi ge Rechtsfäll .e Nr. 57/58/59: GERALD RFHTUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUFS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifaehband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Stadt gemacht wird, ist jedoch nur teilweise berec-h. ■ t-igt. Es hat schon seinen gu- I ten Grund, wenn verschiede- I ne Aufgaben in verschiedei nem Rahmen gelöst werden! sollen. Im übrigen gibt es im! allgemeinen gesellsohaftli-! chen Leben ebenfalls eine! gleiche schillernde Vielzahl j von Vereinigungen, die sich : ans Publikum um Mitarbeit j und finanzielle Beisteuerun.; gen wenden: die Organisa. I tionen für die Tuberkulosen, I die Herzkrankheiten, die Le- | prakranken, die Gelähmten usw. Jede dieser Organisationen hat ihre eigene Auf gäbe, die von ihr erfüllt wird. Schliesslich kann die ORT, die sich um die berufliche Umschichtung und hand werklitihe Erziehung der Jugend bemüht, nicht mit der Jüdischen Volksküche zu. sam mengelegt werden, die für die Speisung Armer sorgt. Dass die Struktur des gesellschaftlichen jüdischen Lebens in Argentinien zufriedenstellend oder vorbildlich sei, ist nicht behauptet worden. FS ist sehr viel Raum für Kritik, Aber dass allein wegen die Vielheit der Organisationen Fehler oder Nachteile vorhanden sein sollten, ist nicht einzusehen, wenn auf allen Seiten guter Willen vorhanden ist. Man könnte vielleicht auf die Idee kommen, dass verschiedene Organisationen oder Gemeinden zweckmässigerweise zusammengelegt werden könnten, weil sie die gleichen Ziele und Aufgaben verfolgen und sich an den gleichen Kreis wenden, sogar Gemeinden unseres Sektors. Vielleicht könnt« hierdurch manches verbessert, erleichtert, verbilligt, erweitert und harmonischer werden. Vielleicht. Aber wenn diese Organisationen oder Gemeinden sich nicht zusammenschiiessen, dann verliert doch deswegen keine von ihnen ihren Sinn oder ihre Bedeutung. Man soll bei seinen Ueberlegungen die Dinge zu sehen sich bemühen, wie die Dinge liegen, und nicht sich nur das vorstellen können, was einem selbst gefällt. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, kann es nur immer so viele Institutionen un«j Organisationen geben, wie dies den objektiven Bedürfnissen entspricht. Es ist ein gutes Zeichen, welche Fülle von Vereinigungen die argentinischen Juden geschaffen haben, und zwar auf allen Gebieten: auf politischem, religiösem, erzieherischem, kulturellem, sozialem. wohltätigem, medizinischem Gebiet usw. Die ungeheure Lebenskraft dieser Gemeinschaft liegt in diesem Bemühen eingeschlossen. Elin beispielgebender Enthusiasmus ist erforderlich, um diese Fülle der Organisationen aufrecht zu erhalten, und nicht nur die grossen und die .wichtigen“, sondern auch die kleinen, die für unsere jüdisches Leben nicht weniger charakteristisch und vrichtig sein können, vor allem die vielen schulen, mit ihren Ejternvereinigungien, geseillschaftlichen, kulturellen und politischen Gruppierungen, die sie unterhalten. Intensive Arbeit Wir können zufrieden und in einem Sinne auch stolz Der Council of Jews from Germany benötigt — leihweise — für das von ihm herausgegebene Gedenkbuch: „Bewährung im Untergang“ Photos der folgenden Opfer des Nazismus, die während des letzten Krieges in verantwortlicher jüdischer Gemeinde-, Organisations. und Institutionsarbeit in Deutschland verblieben und später urr gekommen sind. Dora Silbermann, Jüdische Gemeinde Berlin. Herbert Finkeischerer, Rabbiner in Offenburg und Stettin. Leo Kreindler, Jüdische Gemeinde Berlin. John Hausmann, Israelitischer Tempelverband Hamburg. Dr. Arthur Spa.nier. Preussische Staatsbibliothek Berlin. Dr. Siegmund Stein, Rabbiner der „Adass Jeschurun“-Ge meinde Köln. Rückgabe wird zugesichert. Zuschriften werden eiligst erbeten an den: Council of Jews from Germany 183/189 Finchley Road, London N.W.3. über die aktive Arbeit und gentinisohen Juden ist die die vielseitige Tätigkeit der i DAIA. Das hat sogar die Dejüdischen Gemeinschaft in legation des American Jew- Argentinien sein. Man kann , ish Committees eingesehen, auch eine beachtliche Aufdie Argentinien besuchte! mit einem gewissen persönlichen Risiko verbunden ist. Was war das? wärtsentwicklung beobachten. Neue Gebäude, Ferienkolonien, sportliche Tätig, keit, Initiativen in allen möglichen Zweigen der jüdischen Arbeit, all das deutet doch darauf hin, dass ein Leben und ein Aufbauwöllen herrscht, der Menschen mitreisst. Es sieht doc-h beinahe so aus, dass die Zahl derer die nicht gestört werden wollen, kleiner wird. Der Soziologe würde sagen: das asoziale Element w'ird zurückgedrängt. Nun aber soll man nicht übersehen, dass auch dieieni- Diese Delegation war aus den Staaten geholt worden, um | nicht sagen. Dass aber die Eäne Terroristengruppe wurde entdeckt, Hakenkreuze, antisemitische Literatur und schwarze Listen wurden gefunden. Die Antisemiten geben keine Ruhe, auch nicht dann, wenn viele unter uns ihr unsichtbares „Bitte nicht zu stören“ heraushängen. Was haben wir von dieser Seite zu erwarten? Ein Sohn Eichmanns soll auch seine Hände im Spiel haben, also eine Art deutscher Experte in antijüdischer Hasspropaganda. der ausser von der argentinischen Polizei von seinen deutschen Vorgesetzten zur Ordnung gerufen | werden könnte, j Ob und welche Bedeutung ■ diesen Vorfällen beizumessen ■ ist, kann man heule m diesem besonderen Fall noch die Situation der DAIA zu unterminieren. Sie kam und verstärkte die Position der DAIA. Man hätte also annehmen dürfen, dass diese ebenso gefährlichen wie in. fantilen Störungsversuche endlich aufhören würden. Churchill musste sterben, um diesen Herrschaften hier die Gelegenheit zu liefern, dem Botschafter Seiner königlichen Majestät das Beileid der argentinischen Juden auszusprechen. In diesem lächerlichen schritt, liegt ein Nazis nicht Ruhe geben, das dürfte sicher sein. Wir sind in unserer Ruhe gestört worden. Wir werden auf der W8-oht sein. Wir können nur hoffen, dass es uns auch diesmal gelingen möge, mit der Hilfe der guten und demokratischen Elemente des argentinischen Volkes die nazifaschistische Gef abzu barmen. — gen. die sich in den Dienst j Strick Traödie unserer Galut. einer Vereinigung oder einer noch so wichtigen Aufgabe stellen, mitunter über diesen Aufgabenkreis nicht hinaussehen. Der Blick für das Ganze geht häufig verloren Und an den Türen mancher Vereinigungen hängt — unsichtbar — das Schild: Bitte nicht zu stören. Wir kümmern uns für das Waisen, haus, mehr geht nicht. Wir arbeiten für das Technikum, mehr geht nicht. Wir setzen uns für die OSE ein, mehr ist nicht möglich. Sicherlich kann ein Mensch sich nur um eine Aufgabe intensiv bekümmern. Aber er muss mehr als die eine Aufgabe sehen! Er soll das stolze Gefühl haben, für eine wichtige und schöne Arbeit tätig zu sein. Ater das darf uns niemals daran hindern, auch die darüber hinausgehenden und vor allem gemeinsamen Ziele und Verpflichtungen zu erkennen. Bitte nicht zu stören, ist immer nur ein Vorwand, der zum Selbstschutz“ erhoben wird, aber im Leben einer Gesellschaft unerträglich, untolerabel und verhängnisvoll ist. Wo Einheit noetig ist Wir können in einer Strasse und auf einem eng begrenzten Raum sechs >der mehr Synagogen errichten wenn wir das wollen. Dies ist eine Frage der Zweckmässigkeit, der Notwendigkeit und der Einsatzmöglichkeit. Wir können 20 oder 30 jüdische Sportklubs haben, — Jugend ist genügend da —, um unserer Jugend eine gute körperliche Erziehungen zu bieten. Wir können Schulen errichten, so viele immer besucht werden. Aber in einer Hinsicht brauchen wir die Einheit: in unserer Repräsentanz nach aussen. Eine Gemeinschaft, eine Kollektivi tat, und vor allem die Juden, können nur durch eine Stelle vertreten sein. Alles andere ist nicht nur absurd, sondern dumm, lächerlich und verbrecherisch. Die Repräsentanz der ar- ISRAEL - BRIEFMARKEN KA WIEDEBVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- BElt ZUM OFFIZIELLEN PREI8 Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VLAMONTE 556, I/B - BnM*( Air«*, *•» ArgeatiM Fixirienz. Man sollte mit solcnem Treiben endlich Schluss ma chen. Denn in Anbetracht gewisser Schwierigkeiten kann es morgen sehr wohl von entscheidender Bedeutung sein, wer die Stimme der . argentinischen Juden führt obwohl diese ,Gegen- DAIA“ bisher niemals in aufgeregten Zeiten in Erscheinung trat, weil dies auch Trotz sommerlicher Ize THG und Bet Israel Hessen sich über den letzten Zionistenkongress und dessen Problematik. sowie über eine Reihe anderer aktueller Fragen informieren. Ein Wahnsinn. bei dieser Hitze, erklärten viele, und trotz der sommerlichen 34 Grad erschien eine beachtliche Anzahl von Mitgliedern, unter ihnen sogar eine Anzahl Jugendli- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 6) EVA HERZBERG WOLFGANG HE1MANN V E R L O red. Lacróse 2¡274 IV Manuela -Fedraza 2428 TCtMAS JOSE SELBER ROSITA SILBER, geh. IAC0NIS VERMAEHLTE Die Trauung findet am Sonnabend, den 13. Fe binar um 21 Uhr 30 in der Chaim Weizmann.Synagoge Arcos 2319, statt. Gral. Pacheco 2896, Olivos, FONGBM Für die uns anlässlich der Geburt unserer Tochter KEREN ADELE ausgesprochenen, überaus zahlreichen Glück" wünsche danken wir — auch im Namen un* serer Eltern — sehr herzlich. YEHUDA ESHEL und Frau MIRYAM geb. SWARSENSKY z. Zt. New York LUACH — (KALENDER) Freitag den 5. Februar 3. Adar I Parschat TRUMA 2. B. M, XXV-1 — XXVII-19 Haftara I Könige V-2C — VI-13 Sonntag, den 7. Februar 5. Adar I Montag, den 8. Februar 6. Adar I Dienstag, den 9. Februar 7. Adar I Mittwoch, den 10. Februatr 8. Adar I Donnerstag, den 11. Februar 9. Adar I Freitag, den 12. Februar 10. Adar I Sonnabend, den 13. Februar 11. Adar I Parschat TEJZAVE 2. B. M. XXVTL20 — XXX-11 Haftara Yecheskiel XLHI-10-27 Sonntag, den 14. Februar 12. Adar I Montag, den 15. Februar 13. Adar I Dienstag, den 16. Februar 14 Adar I Mittwoch, den 17. Februar 15. Adar I lautet 1 ••*7 auf ** der T„iWi Jude" Stuttgarter ceB f hierbe v!er h offeieUe £ wurd duren uvccnr. flitf - . . zenkörpersehait Ste. nm «« Dach ih1 treueL in, Interesse de L « mit dem Deportation bes "SS*** y eines von uei Stücken, die, einer nicht mm von älteren uni Zeitungsartikeln, Porträts. Grup ten. jüdischen .•...-j«urtlrQ9flh£n ten. jüdiscnen tionsdrucksachen mil böser Zeit, d ISO! ULouuv»- ®d böser Zeit, d des neuen Buches ken an die Stuttga Opri» Zelzer: Schicksal der Stut den - Ge hpausgeveben vm Stuttgart. Ernsl lag. Stuttgart 19< Ihr Begleiter im Beruf, für d und bei Festlii Garlton-Kl * MASSKLEil * FERTIGKL * LOHNANFE Ernst K Maipü 982 T< DEINE SP DEIN HD AWO.fii