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Jüdische Wochenschau · 1965-02-05 · 2102 (5.2.1965) · p. [Seite 3]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2102 (5.2.1965)
Date
1965-02-05
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 5 de Febrero de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — WT* 2108 — 3 Die Verhandlung wurde zur Farce Seit Monaten wiederholt sich immer wieder das selbe traurige und merkwürdige Bild: SS-Männer, als Zeugen vor das Schwurgericht in Frankfurt vorgeiaden, das über die Mörder von Auschwitz zu richten hat, leugnen und lügen, dass die Balken brechen. Eigentlich hätte der 250. Zeuge, der ehemalige SS- Rottenführer Josef Hofer, heute 56 Jahre alt, viel wis. sen müssen, denn er gehörte ku den Mitgliedern der Politischen Abteilung und war in der Aufnahme dafür verantwortlich, dass die für arbeitsfähig befundenen und ins Lager aufgenommenen Häftlinge registriert wurden. Dieser Zeuge Hofer war also dabei, wenn die Elendszüge anrollten. Er stand auf der berüchtigten Rampe. Er sah, wie man die Häftlinge aus den Zügen prügelte, die Männer, Frauen und Kinder. Und er batte die Aufgabe, die Gefangenen zu zählen, die bei der Selektion für arbeitsfähig gehalten wurden und ins Lager kamen. Natürlich kannte Hofer auch das Schicksal der anderen, die ins Gas gingen... Aber die Aussage Hofers lässt sich schnell zusammenfassen, mit seinen eigenen Worten: „Es lief alles automatisch und war so ziemlich geheim, was ich doch noch erfultr, weiss ich heute nicht mehr.“ Seine angebliche Ahnungslosigkeit und sein Gedächtnisschwund gingen so weit, dass ihm der Vorsitzende schliesslich vorhält, was in Auschwitz geschehen ist. Nachdem der Vorsitzende die weitere Befragung des Zeugen aufgegeben hatte, Hofer auf Fragen der anderen Richter sich immer noch ahnungslos gestellt und sogar behauptet hat, der Untersuchungsrichter hätte bei der früheren Vernehmung viele Dinge in das Protokoll geschrieben, die er nie gesagt habe, wird es dem als Nebenkläger auftretenden Frankfurter Rechtsanwalt Raabe zuviel. Er hat auch die richtigen Worte parat: „Was uns heute hier gebovoti JAKOS KATZ-ROGASEN ten wird, ist kein Spass mehr. Dies ist ein Skandal — so viele Lügen. Die Verhandlung wird ja zur Farce, wenn wir uns das bieten lassen.“ Das Gericht legte eine kurze Pause ein, um den damaligen Untersuchungsrichter sofort als Zeugen zu laden und ihn zu fragen, o<b er wirklich Dinge, die niemals gesagt wurden, protokolliert habe. Bis zu diesem Augenblick hatte der Zeuge Hofer berichtet, dass er nach dem Frankreich - Feldzug wegen t neuer Transport eingetroffen sei, habe er mit seinem Fahrrad auf die Rampe fahren und die Häftlinge zählen müssen, die als arbeitsfähig ins Lager aufgenommen worden seien. „Wer war von den Offizieren auf der Rampe?“ „Ich kann beim besten Willen nicht sagen, wer es war.“ „Wem meldeten Sie die Stärke der aufgenommenen Häftlinge?“ „In der Aufnahme den Häftlingen. Das Weitere ist In Hitlers Spuren New YorK. — Eine Organisation französischer Nazis, die sich „Nationalsozialistische Partei des Proletariats nennt, gibt an, heute 15 Zellen in Frankreich zu besitzen und mit den englischen und nordamerikanischen Nazis Beziehungen zu unterhalten. Sie steht nach eigener Aussage bereit, die Macht zu übernehmen und gegen die französischen Juden vorzugehen, wie das „Journal Américain“ aus Paris berichtete. Die Nazijünge. haben eine Liste prominenter Juden für eine „künftige Aktion“ vorbereitet. Sitz der „Partei“ ist die Stadt Calais. Dort wurde kürzlich eine Haussuchung vorgenomtr.en, bei der die Polizei ein Waffenlager, Hakenkreuzfahnen, Nazipropaganda und Hitlerbilder fand. Die Meldung bezeichnet den 27jährigen Franzosen, Jean Claude Monet, einen Enkel des berühmten französischen Malers Claude Monet, als den „Führer“ der Gruppe. Monet wurde in Algerien von einer deutschen Mutter geboren. Er soll mit dem Ku Klux Klan und Rockwells Nazipartei in Verbindung stehen. (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARGENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung seiner Ischias - Erkrankung i von der Wehrmacht entlassen und dann im Jahre 1942 j als ehemaliger Angehöriger | der allgemeinen SS zu den SS - Totenkopf . Verbänden nach Oranienburg eingezogen und nach Auschwitz abkommandiert worden sei. Dort habe er zunächst für die Wachmannschaften den Kurier gespielt und sei dann eines Tages „als völliger Laie“ zur Aufnahme bei der Politischen Abteilung versetzt worden, wo er für die Registrierung der ins Lager aufgenommenen Häftlinge verantwortlich gewesen sei. Sein damaliger Vorgesetzter sei der jetzige Angeklagte Stark gewesen. Wenn ein I dann scheinbar automatisch gegangen.“ „Ihrtui Vorgesetzten Stark meldeten Sie nicht die Stärke?“ „Nein.“ „Das ist aber sehr merkwürdig. Sie zählten doch allein an der Rampe ab, wie viele ins Lager kamen. Das wusste doch sonst kein Mensch. Wem erstatteten Sie Meldung? Sie müssen hier schon die Wahrheit sagen.“ „Ich sage schon die Wahrheit.“ „Meldeten SSe es dem Stark?“ „Nein.“ „Wer sonderte auf der Rampe aus?“ „Das war der Offizier, der Dienst gemacht hat, und noch ein Arzt war dabei “ „Sie müssen uns schon erzählen, wie das vor sich : ging. Sie waren doch dabei,“ | „Damit hatte ich nichts zu ¡tun. Ich habe keine Ahnung, i wie ausgesucht wurde.“ I „Was sagle denn der Offi- | zier? War er stumm?“ j Hofer schweigt.! „Na, ich will es Ihnen sagen“, erklärte der Vorsit-; zende und schildert dem ] Zeugen, dass die SS-Offiziere (! lediglich mit Handbewegun- I 1 gen die Menschen nach : rechts und links in zwei i Gruppen — die Opfer für die Gaskammern und die Arbeitsfähigen — einteilten. 1 „Möglich!“, pflichtet ihm i nun der Zeuge Hofer bei und i fügt hinzu, er habe ja stets weit hinten auf der Rampe gestanden.,- Er habe nur die Häftlinge auf der Rampe , gezählt, die ins Lager aufge. I nommen worden seien. : „Und was geschah mit den; anderen?“ „Ich war schon ein halbes Jahr auf der Rampe und dann ist erst durchgesickert, dass sie vergast wurden. Das war ziemlich geheim.“ „Was machte Stark?“ „Das weiss ich nicht. Ich kam doch als Laie dahin “ „Sie sahen ihn doch auf der Rampe. Was machte er?“ „Er sah auch zu, wie sortiert wurde.“ Endlich bequemt sich der Zeuge zu berichten, dass er die Meldungen doch seinem Vorgesetzten, einem der jetzt Angeklagten, gegeben habe. Was weiter geschehen wäre, ■ dass weiss er allerdings schon nicht mehr. Allmählich erinnerte sich der Zeuge auch an | andere Mitglieder der Abtei- ' lung, die er immerhin einige Jahre hindurch tag'ich I gesehen hatte, und findet sie unter den Angeklagten wieder. Aber was diese Leute in 1 Auschwitz gemacht hätten, dass weiss er nicht. Hier war wieder einmal ein typischer Fall der nazistischen Verteidigungstechnik. Selbstverständlich blieb der Zeuge unvereidigt, da audh er tatverdächtig ist. — Das Gericht hat keine Antwort auf die Bemerkung des Nebenklägers gegeben, der gesagt hatte: „Die Verhand- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 219«, 1? izq. — T. E. 83-2613 5. Februar 196,5 3. Adar I 5725 lung wird zur Farce, wenn wir uns dies bieten lassen.“ Diesen Eindruck müssen viele haben, die auch dessen überdrüssig sein dürften, dass man sich alles gefallen und ,bieten“ lässt. Offensichtlich verfällt man in den Weimarer Fehler, unter der Geheimformel des ,Rechts. 1 Staates“ oder der .Demokratie' einfach alles hinauneh.-, men, was die Nazis sich damals wie heute den Gericht ten gegenüber erlauben dür- | fen... Man muss schon die Gel dnld eines Cato haben, um ¡sein „Ceterum censeo...“ ständig zu wiederholen. JUNIO 14 LUNES ITINERARIO DEL S/S “JERUSALEW ZARPA DE HAIFA EL 24 DE MAYO CON ESCALAS en: Ñapóles, Marsella, Lisboa.» M ade ira. Río, Santos, Montevideo, Buenos Aires. ZARPA DE RUENOS AIRES-, CL 14 DE JUNIO CON ESCALAS EN:v Santos, Río, MadeiraA Ñapóles. Haifa, ¡'llegando el 4 de julio. •U Consulte a su agente de viajes o a zimxh'x ISCAfl NAVIGATION CO. LTD. . ÿf! MAIPU SóB -del. 32-7465 ~7823‘ BUENOS AIRES I Theologen zweier Konfessionen Lafrabe (Pennsylvanien). , dass jüdische und katholii Vier Tage lang führten kasehe Religionsforscher in eij tholische und jüdische Theo. . ner Atmosphäre der Gleich- ■ logen in dieser Stadt ein Geheit und gegenseitiger Ach. i sprach über die verbinden, tung, ohne Missionsabsich- | den und trennenden Aspek- I ten. miteinander Beratungen j te der beiden Religionen, pflegen“*. Er sagte voraus Die Zusammenkunft fand dass ,,dieses historische Er | hinter geschlossenen Türen ’ eignis die Grundlagen sehaf- ■ St. Vincent Abtei fen würde, um Vorurteile zu ' statt und stand unter den : beseitigen und eine vernunft- I Auspizien der Nationalen massige Beurteilung der Un- 1 Konferenz der Christen und; terschiede zwischen Juden; Juden. Rabbi Arthur Gilbert,; und Christen herbeizufiih i der zu den Ratgebern dieses : ren..“! Verbandes gehört, äusserte i ■■ es geschehe „zum ersten Mal, J“ f :a kataolLsohen Teil- , nehmern an dieser Versamm- .i lung gehörten der Bischof von Pittsburgh, John J. j Right; der Bischof von | Greensburg, William G. Connare; Pater John Sheering,; Herausgeber der „Katholi-! sehe Welt“ und Reverend Gérard s. Sloyan, Professor für religiöse Erziehung an der Katholischen Universität von Washington. Von jüdischer Seite nahmen die folgenden Persönlichkeiten an der Konferenz teil: Rabbi Robert Gordis, Professor für Bibelstudien am Jüdischen Theologischen Seminar von New York; Rabbi Marc Tannenbaum, Direktor für interreligiöse Fragen im American Jewish Committee, und Rabbi Solomon Freehof, Gemeinderabbiner aus Pittsburgh. Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKiUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. 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