Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2101 (29.1.0965)
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
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jüdische WOCHENSCHAU PEo ■eia Prs * Pr» Frau >. a Bar; 325,- B£IT •öd I 8 .070. ■ônçen. Die wen bei: l^er. Ruth Rosen’ Yanovsky, *llen nnsoren lnd MitarWtera. ACHRJCHTIcgjf ^nde, dass ab l.; Tetegramme 100 jtr ■ÄJBus-AusfiiJi, joiddruck: 159._ EBEN wir >nafc Februar unur nachmittags 19 Uhr geöffnet nes Pianisten - Israel-Botachatkoa lud zu einem r den Pianisten nboim ein, der ir Tournee durch inion befindet. Gäste aus dem iiussenminis federen Behörden, r Literatur- und yaren der Ein jentur „NovostP' lielte Barenboim Leningrad und ossen Städten, erte waren gut 1 das Publikum 1 überall reiohen u;r Yeisung 1 «ollen < ni/n 500.— m/n 250^— m/n 500»— Srhoebumi de3 der Steigerung ibebaltes- — < eicbe°^ Viernes, 29 de Enero de 1965 Año XXVJ. N* 2101 — 7 En Pater im Negew In Beei Sehewa, der Hauptstadt des Negew, lebt ein katholischer Priester, Pater jeaffi Heger, seit fünf Jahren der „Seelsorger“ der in diesem Gebiet wohnenden Katholiken, E5r ist Mitglied des in Frankreich beheimateten Gadens der Assumptionisten, der in Jerusalem ein grosses Hospiz besitzt. Die Gemeinde des Paters besteht in der Hauptsache aus Ingenieuren und Spezialisten aller Nationalitäten, die bei den Arbeiten zur Bewässerung und Fruchtbarmachung des Wüstenbodens beschäftigt sind. Aber auch einige christliche Flauen, die Juden geheiratet haben, sowie eine kleine Schar christlicher Arbeiter aus den Kibbuzim gehören ihr an. Vorläufig steht nur ein kleiner Saal zur Verfügung, in dem Pater Roger jeden Sonntag am Atoend die Messe liest, da der Sonntag in Israel ein gewöhnlicher Arbeitstag ist. Doch er plant, eine Kirche für seine Gemeinde und die immer zahlreicher nach Israel strömenden christlichen Touristen zu bauen, die die erste katholische Kirche seit der byzantinischen Epoche in diesem Teil des Negew sein ’wird. Das Gotteshaus soll auch ein Kulturzentrum werden, in dem Vorträge über die Probleme des Negew sowie Iber soziologische, ökonomische, landwirtschaftliche und archäologische Themen geboten werden sollen. Der Pater selbst ist an den in diesem Gebiet von der französischen archäologischen Mission durehgeführten Ausgrabungen lebhaft interessiert und hat sich verschiedentlich an .ihnen beteiligt. Beer Sehewa ist nach Ansicht des Paters der giiniitigste Punkt, um für eine bes. seres Verständnis zwischen Christen un<i Juden zu wirken, weil im Negew noch der echte Pioniergeist herrscht und die Menschen aufgeschlossener für geistige Probleme sind, die an sie herangetragen werden. Heute, nachdem das Oekumenische Konzil die Christen an die Bande erinnert hat, die das Christentum mat dem Judentum verbinden, erscheint Pater Roger die Hebräische Universität, in Jerusalem von unschätzbarem Wert. Diese Hochschule, an der über 10.000 Studenten lernen, ist in der Lage, den inneren Gehalt des Judentums und eine Synthese des Judentums in der Welt zu vermitteln, die durch das getrennte Studium der histo. rischen, soziologischen, sozialen und religiösen Aspekte niemals erreicht werden kann. Dies ist umsomehr der Fall, da Israel gegenwärtig von Juden aus 92 verschie denen Ländern-bewohnt wird und seine Bevölkerung ein , völlig neues Phänomen durch die Verschmelzung aller dieser Elemente bietet. Der französische Pater ist der einzige katholische Geistliche, der in Israel als staatlicher Touristen- und Pilgerführer akkreditiert ist. und alljährlich leitet er einen Kursus für israelische Fremdenführer. die er unterweist, unter welchen Gesichtspunkten sie christlichen Gästen und Pilgern das Land zeigen sollen. (Diese Information wur. de der Zeitung „Bsgniü“ entnommen). Nazis raechen sieh London. — Englische Faschisten versuchten, das Haus des jüdischen Taxi- Chauffeurs Wolf Busell in Brand zu stecken, indem sie einen brennenden Lappen durch eine Ritze in der Tür des von Busell bewohnten Hauses schoben, Busell, der wegen Beleidigung der Frau des engli sehen Nazis Oolin' Jordan vom Richter zur Zahlung von 4 Pfund verurteilt worden war, erhielt zahllose Glückwünsche, und viele Leute übersandten ihm Schecks, um ihm für die Geldstrafe zu entschädigen. Die versuchte Brandstiftung geschah in der Nacht, doch Nachbarn bemerkten die Flammen, so dass der > Schaden gering war. (ITA) „Tartuffe“im Botanischen Garten Die Gruppe des Süden eröffnet die Sommerspielzeit, diesmal in guter freier Luit, mit einem der grossen Werke der Weltliteratur, mit Moder es „Tartuffe“, und sogar in einer recht ansprechenden Aufführung. Der „Tartuffe“ ist dramaturgisch eine« der merkwürdigsten Werke der Weltliteratur. Tartuffe erscheint erst im 3. Akt. Aber nach der Eheposition, die laut Goethe „das Grösste und Beste ist, was es in dieser Art je gab", und hach 4 Versen, in denen der scheinheilige Frömmler .sich selbst vorstellt, kennen wir diese heuchlerische, kriecherische Kreatur schon vollkommen. Die Uebersetzung von Francisco Javier ist flüssig, Wenn auch leider in Prosa und mit sehr vielen Konjunktiven. Die Regie von Carlos Gorostiza und das Bühnenbild von Luis Diego Pedreira erfüllen alle Wünsche, die man an ein Thea ter ohne Bühnenhaus nur stellen kann. Die Aufführung ist flott, die Ideen Klar dargestellt. Tartuffe ist eine Rolle, um die sich die grössten Schauspieler der Welt gerissen haben. Wenn sich Pepe Soriaho in solch erlauchter Ge Seilschaft behaupten kann so ist das schon sehr viel. Aber es sei zugegeben, dass ßoriano die komischen Wir. Rungen viel besser herausgeholt hat als die Ironie und die bittere Anklage. Betto Gianola überzeugt als Orgon. Man glaubt ihm, dass er blind der angeblichen Heiligkeit Tartuffes verfallen ist, und spürt sein Misstrauen gegen die Seinen, die ihm die Wahrheit über Tartuffe einflüstern. Yordana Fa in beherrscht trotz i-h res zu stark aufgetragenen Mienenspiels mit ihrer Persönlichkeit die Szene, sobald sie auf tritt. Die Gegenpartei ist schauspielerisch nicht so gut ver treten, obwohl es eigentlich leicht sein müsste, den natürlichen gesunden Menschenverstand darzustellen. Dorina ist eine Glanzrolle für schnippische Naiven. An. gela Ferrer Jaimes ist als Typ fehl am Platze, obwohl das jugendliche Publikum, das noch nie einen guten „Tartuffe“ gesehen hat, ihr viel Beifall spendete. Lita Soriano und Marilina Ross sehen entzückend aus, holen aus ihren Gestalten aber nicht heraus, was Molieres ihnen gegeben hatte Hingegen sind die zum Teil kleinen Rollen von Adriana Aizenberg, Carlos Roman, Meme Vigo (!), Ricardo Bauleo, Francisco Rullan, Oscar So. breiro und Juan Beristain gut dargestellt. Bei dieser drückenden Sommerhitze unter hohen dichten Bäumen zu sitzen und gutes Theater zu geniessen, sogar mit anheimelnder Zwischenmusik... was will man noch mehr? Dr. Karl Kost 1940 APRIL 1 ******'*; ( ) ( >- I >. JAHRE I 1 > I > « i ftUMWIt——M— CxJk*nxut&Js/uijelüt& trotz Krieg - Verfolgung - Vernichtung BANNERTRAEGER EINER BESSEREN ZUKUNFT Nachrichten aus aller Welt Schwäre Unwetter im Negew Tel Aviv. — Drei Bewohner einer israelischen Stadt, darunter ein Mädchen von neun Jahren, ertranken bei den grossen Ueberschwemmungen, die nach den andauernden Regenfällen im Negew eintraten. Das von den Bergkämmen herabströmende Wasser verwandelte die Wadis in rei ssende Ströme, In Kiriat Gat fiel das kleine Mädchen in einen Wadi, und zwei Männer sprangen ihr nach, um sie zu retten, doch sie wurden auch von der Strömung fortgerissen. Die Leichen der beiden Männer wurden in der Nähe von Aschdod an- -geschwemmt, doch der Leich natn des Kindes wurde noch nicht gefunden. Die Regenfälle unterbrä. ohen alle Verbindungen im Negew. In Beer Schewa in Ellat und Ein Gedi wurden SCHUESSE AN DER GRENZE Tel Aviv. — Nach Mitteilungen eines Heeres. sprechers wurde eine israelische Patrouille an der Nordgrenze aus den in Nuheile gelegenen syrischen Positionen unter Beschuss genommen. Die Patrouille bewegte sich auf einer Strasse am Rande der Quellen des in den Jordan fliessenden Dan-Flusses. Die Israelis erwiderten die Schüsse nicht und setzten ihren Weg fort. Verluste waren nicht zu beklagen. (ITA) die Strassen überschwemmt. Die meisten Landstrassen im südlichen Negew standen unter Wasser. Die abgeschnittenen Kolonien wurden von Helikoptern mit Lebensmitteln versorgt, die auch in Notfällen als Ambulanzen dienten. Die gesamte Bevölkerung des Dorfes Bet Schikma in der Nähe von Aschkalon wurde mitten in der Nacht evakuiert, als das Wasser in die Häuser 2m fluten begann. Das Vieh wurde freigelassen, als das Wasser in die Ställe eindrang. Als später die Uebersohwem. mung zurückging, kehrten Menschen und Tiere in das Dorf zurück. Mehrere Omnibusse mussten auf den Landstrassen stehen bleiben, und die Pas sagiere suchten Zuflucht in den am nächsten gelegenen Tankstellen, bis die Strassen wieder befahrbar waren. Franzoesische Nazis Paris. — Ein Kommando französischer Nazis hat die Nacht des grossen stz-eiks in Frankreich dazu benutzt, um eine antisemitische Aktion von besonderer Niedertracht durchzuführen. In dem durch den Streik der Elektrizitätsarbeiter völlig verdunkelten Paris schmierten sie wüste Beschimpfungen, sowie Ha kenkreuze an die Mauern von Häusern und Villen, deren Besitzer Juden sind. Besonders übel waren die Verunstaltungen an der Synagoge von Neuilly. Hakenkreuze und Inschriften wie „Hitler hatte Recht!“, „Es gibt noch zuviel Juden auf der Erde!“, „Tod den jüdischen Weltbrand-stiftern!“ zeugten von der Gesinnung dieser Helden, die ihre schmutzigen Visitenkarten im Schutze der Dunkelheit selbst an den Kultstätten zurücklassen. Da die Hakenkreuze und die antisemitischen Beschimp. fungen in der gleichen Nacht in verschiedenen Stadtteilen von Parie gemalt wurden, ist auf eine organisierte Aktion der französischen Neonazis zu schliessen. K.K.B- Eine staendige Mahnung New York. — An der- Zionron - Ephraim - Synagoge in New York, die dem Sitz der sowjetischen Mission bei den Vereinten Nationen gegenüber liegt, wurde eine Bron. zeplakette angebracht, auf der das Psalmwort „Hört den Schrei der Unterdrückten“ und darunter „Die jüdische Gemeinschaft in der Sowjetunion“ steht. Die Plakette wird Tag und Nacht beleuchtet sein und soll als „ständige Mahnung“ dienen, um die Russen an das traurige Los der sowjetischen Juden zu erinnern. Wie es heisst, sollen die russischen Delegierten bei Bürgermeister Wagner und dem USA - Repräsentanten vor den UN, Adlai Stevenson, protestiert haben. Vor der feierlichen Ent. hüUung der Plakette fand in der Synagoge eine stark besuchte Veranstaltung statt, auf der ausser dem Gemeinderabbiner Bürgermeister Wagner und Senator Robert F. Kennedy die Diskriminierung der Juden in Sowjetrussland schärfs tens verurteilten. Senator Jacob K. Javits, der sein Erscheinen ebenfalls zugesagt hatte, war erkrankt, und seine Rede wurde verlesen. Auch von Gouverneur Rookefeller und Vizepräsident Hubert H. Humphrey trafen Sympathie Erklärungen ein. Zahlreiche bekannte jüdische Persönlichkeiten waren an. wesend. ■nnmnHPHnHsnnHHnMi Nach langem schweren mit grosser Geduld ertragenen Leiden verschied am 26. Januar 1965 meine über alles geliebte Frau, Mutter, Schwiegermutter und Oma, Frau Emmi Fuchs geh. Gerstl früher Berlin) im Alter von 53 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen; * MARTIN FUCHS WERNER FUCHS und Familie ARNOLD FUCHS und Frau RUTH, Berlin JULIUS ALFERN und Familie, Berlin Buenos Aires, Conesa 2766, dpt. 3 Die Beerdigung hat bereits stattgefunden.