Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2101 (29.1.0965)
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Die Prüflinge hoffen, eines Tages ins glitzernde Ausland geschickt zu werden und in der grossen Welt, ain der „diplomatischen Front“ Israel vertreten zu können. Diejenigen, die schon Jahre im diplomatischen Dienst tätig sind, zeigen nicht mehr die gleiche Begeisterung für den Auslands - Aufenthalt. Früher war der Auslands- Dienst auf einige Jahre begrenzt, und der Anwärter konnte damit rechnen, län gere Zeit in der Zentrale, im Aussenministerium tätig zu sein. Inzwischen nahm die Zahl der diplomatischen Vertretungen Israels im Ausland gewaltig zu. Mit ihnen entwickelte sich ein grosser Aussenapmrat. dessen Mitg'ieder nur selten die Möglich. Ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Carlton-Kleidung ★ MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG ★ LOHNANFERTIGUNG €a\£ivn Ernst Koppe) Moipü 982 Tel. 31-7845 keit haben, auch in Jerusalem beschäftigt zu werden. Wer heute in Warschau sitzt, wird morgen direkt — ohne Heimatdienst in Jerusalem — nach Südamerika geschickt. Wer in der Schweiz, einem von den Israelis sehr geschätzten Land, seinen Mann sieht, kann morgen die Mitteilung erhalten, dass er nach Weslafrika oder Siidostasien versetzt wird, und ihm bleibt meistens gar kei ne Möglichkeit, als den neuen Posten widerspruchslos anzunehmen. Solche Versetzungen bringen. besonders bei jüngeren Diplomaten mät Kindern. Familienprobleme und gesellschaftliche Schwierigkeiten mit sich, und wenn man mit ihnen zusammentrifft, so erzählen sie zuerst immer über die komplizierten Probleme des Möbelversands, der Einschulung der Kinder und andere persönliche Nöte. Es kommt hinzu, dass der diplomatische Dienst im Ausland nicht nur mit interessanten politischen Verhandlungen und Suchen von Kontakten bei Cocktail-Partys verbunden ist, sondern dass viel schwierige Routine-Arbeit gemacht werden muss. Davon wissen insbesondere die Konsuln ein Lied zu singen, die die unangenehmsten Aufgaben zu erfüllen haben. Während bisher die Pässe von im Ausland lebender Is. raelis jede zwei Jahre ver längert winden, erfolgt die Verlängerung aufgrund der bekannten und berechtigten Veränderungen nur für ein Jahr. Das bedeutet, dass die Konsuln innerhalb von zwei Jahren die doppelte Arbeit zu leisten haben. Die Konsuln müssen sich ausserdem mit den Fällen von gestrandeten Abenteurern und Kriminellen befassen. Hier müssen die konsularischen Vertreter in Paris und Köln vor allem in die Bresche springen, da Glücks, ritter und ähnliche Elemente Frankreich und Deutschland als besonders „fruchtbaren“ Boden bevorzugen. Im allgemeinen besteht das Gefühl, dass die Qualität der israelischen Diplomaten im Rückgang begriffen ist und der Standard der ersten Jahre nach Staategründung DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Aüenby Rd. TEL AVIV P. O B, 4444 ’ U A N JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKEh Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 nicht mehr gehalten werden kann. Führende Mitarbeiter des Aussenministeriums geben zu, dass der Dienst im Aussenministerium nicht mehr so lockt wie früher. Die Zahl der erstklassigen Diplomaten von Format ist begrenzt, und be-i der ausserordentlichen Zunahme der Ansprüche (immer neue Botschaften und Konsulate) muss das Aussenminiserium auch Kandidaten „zweiter Wahl“ schicken. In Jerusalem ist man al lerdings überzeugt, dass viele von den jungen Diplomaten sich im Laufe der Zeit als fähige Vertreter Israels erweisen werden. „Die routinierten Botschafter“ werden älter, und man muss den jüngeren Kräften Gelegenheit geben, sich zu bewähren“ — meinte ein Kenner der Nöte des Ministeriums. Für das Aussenministerium begann jetzt eine neue Epoche. da der langjährige Generaldirektor, Dr. Chaim Ya. chil, sein Amt verliess. Sein Nachfolger ist der bisherige Vizedirektor des Ministeriums Arie Levavi (früherer Israel Botschafter in Argentinien), der als besonderer Vertrauensmann von Golda Meir gilt. Sowohl der bisherig« Chef des Apparates als auch der neue Generaldirektor kommen aus der zionistischen Jugendbewegung Mitteleuropas. Chaim Yachil (Hoffmann) stammt aus dem Techeleth Lawan der CSR. während Arie Lavavi (Leibm?.n) Mitglied des zionistischen Jugendbundes Habo. nim in Deutschland war Dr. Yachil war seit Staatsgriindung im diplomatischen Dienst und war u. a. Botschafter Israels in Schweden. Er hatte an sich mcht damit gerechnet, Generaldirektor des Ministeriums zu werden. Doch als vor fünf Jahren Dr. Walter Eytan aus diesem Amt schied und als Botschafter nach Paris ging, wählte man ihn zu seinem Nachfolger. (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) um aus dieser menschlichen und seelischen Krise heraus, zufinden: Kommunismus und Nazismus. Die Folgen dieser negativen ismen sind nur allzu sattsam bekannt. Kleiner Mann, was nun?, sollte sich jeder von uns fragen und zur Erkenntnis gelangen, dass die äussere Sicherung der Lebensbedingungen (sind sie selbst wirtschaftlich so gesichert, dass man ruhig bleiben könnte? allein nicht genügt. Um zu vermeiden, dass die suchen de Jugend wieder auf Irrwege kommt müssen wir ein Wenn man irn Laufe der letzten Jahre von Hanita im westlichen Gaiil d>® nördliche Grenzstrasse entlang zum Kibbuz Sassa fuhr, gab es eine groteske Merkwürdigkeit zu sehen. Die Chaussee selbst war voll Löcher so dass man fron sein konnte, ohne Achsenbruch ans Ziel zu kommen: nur an einer Stelle tauchten plötzlich eine Reihe von guten Wegen auf. die von der Chaussee abzweigten aber nirgendwo hin führten. An jener sogen-mnten Strassenkreuzung konnte man ein Schild lesen, „Biranit“ Ausser dem Schild und den Strassen existierte nichts von dem Ort, der diesen Namen tragen sollte. Im Jahre 1958 hatten die Siedlungs - Behörden einen Plan ausgearbeitet, um die Lücken im westlichen Gaiil an der libanesischen Grenze auszufüllen, die sich fast über 100 km erstreckt. Die Kette von Dörfern, die von Hanita bis Sassa sich hinzieht, hatte immer noch bedenklich unbevölkerte Landstriche aufzuweisen Der Bo den ist dort sehr steinig, bedeckt mit einer vulkanischen Basaltschicht und jeder Fuss. breit Erde, den man dort gewinnt, ist eine Kostbarkeit. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es dort seit der Staatsgründung Kibbuzim wie Eylon, Adamit und Sassa und Dörfer wie Gonen und Schomera zu errichten, die nun schon lange auf eigenen fest uu:rissenes Bhd vom Leben geben, müssen wir auf diejenigen Werte zurückgrei fen, die unsere Werte sind in unserer Ideen, und Gedankenwelt, in unseren Gefühlen und Empfindungen, in unserem täglichen Leben. Der Jugend eine Richtung, der Jugend einen Halt geben, bedeutet einzig und allein: ihr ein jüdisches Leben mit allen daraus sich ergebenden Folgerungen vorzuleben, nicht nur zu sprechen und . zu lehren, sondern zu zei- * gen, wie ein Jude, wie eine . jüdische Familie, wie eine * jüdische Gemeinschaft ihr Leben sinnvoll und würdig eestaltet. von HERBERT FREEDEN Füssen stehen und w-irtschaftJic.h fest, fundiert sind. Ein Gebiet jedoch, das sich über 30.000 Dunam nord westlich von Sassa ausdehnt, war noch völlig unberührt und unbebaut. Hier gab es zur Zeit des Hasmonäerkönigs Alexander Janai eine Festung, und von ihr leitet sich der Name Biranit her der soviel wie Wachtturm heisst. Auch in unseren Ta. gen hat sich die strategische Bedeutung von Biranit gezeigt. als nämiich hier im israelischen Freiheitskrieg die Entscheidungsschlacht um Galiläa sechzig Stunden tobte, bis der arabische Kommandant Kaukij mit seinen beivaffneten Banden sich geschlagen gab und die Flucht in den Lib-.non er. griff. Kein Wunder, dass man diese Stelle für wichtig genug hielt, um sie in das Siedlungsnetz einzubeziehen. Im Jahre 1959 sollten 200 Familien nach Biranit gebracht werden; man hatte an alle Zweige der Beschäftigung gedacht, Landwirtschaft. Forstwirtschaft, selbst an leichte Industrie. Nur eines entzog sich dem Bereich der israelischen Planung — der menschliche Faktor. Das Auf und Ab der Einwanderung wurde zur Unbekannten in einer Gleichung, die nicht aufging. Die Menschen, auf die man gewartet hatte, kamen nicht, und somit liess sich der Plan nicht realisieren. Die Errichtung der Siedlung Biranit wurde abgeschoben, der Plan zu den Akten gelegt. Das Schild an der Wegkreuzung vergass man zu entfernen Nur auf einem Gebiet fuhr man fort, sich um das Pro. jekt zu kümmern. Die Wälaei, die den Siedlern Ai beit gtocn sollten, wurden tatsächlich gepiianzt uno so entstand hier, geschürzt von eine Xi Feuerwachtturm, ein neues Aufforstungiaieal, aas sich viele Quadra tmeilen hinzieiit, Aber nichts in Israel ist statiscin. nicht einmal ein Pian, und so wände te sich auch das Projekt von Biranit im Laufe der Jahre aus einem Fetzen Papier zu einem dynamischen Faktor. Als vor mehr als einem Jahr Ministerpräsident Ievi Eshkol im Namen der Regierung erklärte, ein neues Zeitalter sei für Galiläa gekommen, das nun aus .seinem Dornt öschensoblai entrissen und zu einem neuen Entwicklungszentrum erklärt weiden soPe, | da wurde Biranit neben | Jodfat und dem Berg Cha.; son einer der drei Erschiie-! ssungs Bezirke. Unter den I€ i neuen siedlungspunkten, die : im Rahmen des Galil-Pro. | giamms im Laufe der nächi sten zwei Jahre entstehen | dürften, fällt Biranit die Ehi re zu, Siedlung'spunkt Numj mer Eins zu sein, und nun werden dort die ersten Einwohner die inzwischen fertiggestellten Häuser beziehen Allerdings sind sie nicht, wie ursprüngliche geplant, Neueinwanderer sondern Naehaleioheiten sollen den Platz übernehmen und die vom Keren Kayerret von Stein gesäuberten und urbargemachten 4.000 Dunam bearbeiten und bestellen. Wie die Schwesterngrenz. siedJungen Korasim, M aie Gilboa und Mei Ami wird auch Biranit in den ersten zwei Ja.hren seiner Existenz von den Jungen und Mädchen des Nachalkorps konsolidiert werden. Erst dann wird sich seine endgültige Siediungsform entscheiden und damit die Frage, welcher Art seine permanenten Bewohner sein werden Aber wie in anderen Grenzpunkten hofft man auch hier, dass einige der jungen Menschen die jetzt Biranit zu entwickeln helfen, sich, wenn ihr Heeresdienst vorüber ist. entschliesen werden, hierher zurückzukehren und aus jener einstigen Festung des Königs Alex nder Janai ein lebensfähiges und blühendes Dorf unserer Tage zu machen. Proteste der USA-Juden New York. — Mitglieder von 29 jüdischen Organisationen demonstrierten vor dem westdeutschen Konsulat, um gegen die Weigerung der Bonner Regierung zu protestieren, die Verjährungsfrist für die von den Nazis begangenen Verbrechen zu verlängern. Gleichzeitig brachten die Demonstranten ihre Missbilligung der Haltung der deutschen Bundesregierung zum Ausdruck, die es bisher abgelehnt hat, die deutschen Wissenschaftler aus Aegypten zurückzurufen, die dort an der Herstellung von Raketen arbeiten, welche nach den Erklärungen der Araber zur Zerstörung Israels dienen sollen. Die Demonstration in New York fand im Rahmen eines nationalen Programms statt, das einem Beschluss der Konferenz der Präsidenten der grossen nordamerikanischen jüdischen Organisationen zufolge Kundge. bringen vor allen deutschen Konsulaten im Lande vorsielht. Aehnliohe Demonstrationen fanden gleichzeitig vor den Konsulaten der deutschen Bundesrepublik in Atlanta, Boston, Chicago, Detroit, Cleveland, Houston, Kansas City, Los Angeles, New Orleans, Philadelphia, San Francisco, Seattle, Norfolk und Washington statt. (ITA) 12? 2 PENSION FAMILIAR M. FLAMM CHASCOMIIS — T. E. 2910 — Cordoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw., Robb. Dr. J. Oppenheimer AB 23. 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Der Staatsanwalt, der die Verhaftung Webers ver fügt hatte, erklärte, dieser sei mitschuldig an einem „Todesmarsch“ von 5.000 Juden von Königsberg nach Po,len, wo diejenigen, die den Marsch überlebten, in den lagern ermordet worden. <ITA>