Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2100 (22.1.1965)
- Date
- 1965-01-22
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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I--- >irmwJ tt> ée de 1 im Ereignisse der Die verlorene mm In der letzten Zeit wurde wiederholt die Forderung er- 1 loben, dass in der Führung der Gemeinden und sonstigen Vereinigungen eine Ablösung der Führung vor sich geiien sollte. Die Alten oder die älteren Menschen sollten durch jüngere ersetzt werden. Das geht nicht, wurde eingewandt, denn uns ist eine Generation verloren gegangen. .. Dine Stell urig namne zu diesen Vorgängen oder Nicht- Vorgängen dürfte angebracht und notwendig sein. Jeden falls sollte man nicht einfach schweigend über solche Diskussionen liinweggehen, sondern darüber eine Aussjuacihe beginnen: Hier die Fülleitung: Wedexalt noch jung zu sein, ist ein Verdienst des einzelnen Menschen. Das ist ein Zustand, eine Tatsache, an der wir nichts ändern können, die sich lediglich allein Tag für Tag verschlimmert, denn wir alle werden immer älter. Das bedeutet, dass niemand aus der Tatsache, ob jemand alt oder jung ist, schon irgendwelche Schlüsse ziehen oder Rechte abteilen sollte. Es gibt Menschen, die mit dreissig Jahren alt, und solche, die mit 10 Jahren jung sind. Die Frage der Führung unserer Gemeinden und Organisationen soll man also nicht von solchen Aeusserlichkeiten anhängig machen. Natürlich setzt es ein hohes Mass von Klugheit voraus, dass jemand selbst weiss, wann er nicht mehr an der Spitze Stehen sollte Aber diese ßelbstbescheldung ist eine seltene Gabe. Was bei unseren Vorständen auffällt, ist nicht die Tatsache, dass sie .liberal. tert‘ sind, sondern dass sie sehr selten wechseln. Die ausgeschriebenen Wahlen, die meistens gar keine Wahlen sind, bringen keine Aenderungen. Es sind immer die glekhen Vorstände, die von Jahr zu Jahr im Amt bleiben. Das allerdings ist ein grosser Fehler. Denn der Wechsel der Führung und Verantwortung bedeutet meist auch, dass mit den neuen Menschen neue Ideen, neue Initiativen, neue Pläne und neue Verwirklichungen kommen In den Verfassungen vieler Länder finden wir die Klausel, dass eine Wiederwahl nicht oder nicht unbeschränkt möglich ist. Und! ein Roosevelt war noch niemals Präsident unserer Ver einigungen. Keine neue Leute Es gibt keine neuere Leute, sagt man. Deswegen müssen die alten Vorstände über Jahrzehnte bleiben, als ob es sich um deren Unternehmungen handeln würde. Wo man gesucht hat, wurden auch neue Deut« gefunden Man merkt gamicht, welches Armutszeugnis mit der Behauptung aufgestellt wird, es gäbe keine anderen als diejenigen, die gerade an der Spitze stehen. Wenn wirklich das Schicksal unserer Gemeinden jeweils auf der Mitarbeit von einem oder zwei Leuten beruhen würde, man täte besser, sie aufzulÖsen. Es sei sofort, um Missverständnisse zu vermeiden, darauf verwiesen, dass hierzu keine Veranlassung vorliegt. Denn nirgends ist man auf einen oder zwei Leute unbedingt angewiesen. Hier der Beweis: Bei unseren Organisationen besteht die Tendenz (oder sie bestand wenigstens), sich durch Spaltung zu vermehren. Aus der Nueva Comunida-d Isruelita wurde eine eigene Gemeinde NOI und eine zweite Lamrot Hakol. Beide hatten sofort ihre Präsidenten. Aus Culto Jsraelita de Belgrano wurde noch Bet Israel, und siehe da, bei de. hatten sofort einen Präsidenten. Nur für den normalen statutarischen Wechsel findet man keine Nachfolger? Hat man wirklich ernsthaft gesucht? Man kann auch noch anders argumentieren. Wenn es ISRAEL - BRIEFMARKEN AK WIEDERVERKAEUFER — ALLE HEUAVSGA BEI» ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 560, I/B — Bueaot Aire«, Re* Ar#entiM Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMIM, Aufstand der Generale (Der 20 Juli ln Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Uebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47. LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMEJR GODDEN: Immer und einen Tag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval. Merkwürdi ge Rechtsfäll.e ßs kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München l a semana israelita Afta XXVI. — N» wirklich keine Menschen gäbe, die bereit und in der Lage wären, die Führung der Organisationen zu übernehmen. und wenn wirklich die „Alten“, die schon so lange die Büide ihres Amtes tragen, zurücktreten wollten, aus welchem Grunde hat man nicht versucht, aus zwei oder drei Gemeinden eine einzige zu machen? Das wiirde doch Kräfte ersparen und vielleicht neue Kräfte auslösen! Man wird doch auch nicht behaupten können, dass die Nachfolger der heutigen Verantwortlichen zur verloren gegangenen Generation gehören würden oder gehören müssen. Wer ist eigentlich die verloren gegangene Generation? Allgemein beklagt man sich darpiiiber. dass die heute Dreissig- bis Vierzigjährigen an der Arbeit unserer Gemeinschaften nicht teilnehmen. Selbst wenn wir unterstellen. dass diese Behauptung zutreffend sei. müssen wir denn die neuen Leute aus diesen Jahrgängen gewinnen? Man W’ird einsehen, dass dies nicht unbedingt der Fall zu sein braucht. Wirkliches leben ist nur dort, wo es verschiedene Menschen mit verschiedenen Ideen gibt, die darum kämpfen, gewisse Programme durchzusetzen. Bei einer Wahl zum berliner Gemeindevorstand gab es eine ganze Anz -hl Listen mit ihren Kandidaten. Hier gibt es Einheitslisten, die automatisch gewählt werden. Oppo - sition gibt es nicht. Dafür gibt es auch keine echten Auseinandersetzungen um die Zukunftsgestaltung. Das ist bedauerlich. Würde es verschiedene Ideen geben, dann würde keine Generation verloren gehen. Würde man wie am Anfang unserer hiesigen Arbeit um gewisse Vorstellungen und die Durchsetzung von Idealen kämpfen. wären auch die Menschen vorhanden-, die sich einsetzen. Statisch oder dynamisch? Unser jüdisches organisationeiles Leben ist nicht mehr dynamisch, sondern statisch. Daran ändert auch nichts, dass man noch ein Grundstück kauft, noch ein Gebäude errichtet, noch ein Ferienheim macht usw. All das sind positive und erfreuliche Erscheinungen, die in ihrer Bedeutung durchaus nicht herabgesetzt werden sollen und dürfen. Aber auch diese Massnahmen sind nur darauf gerichtet, den Bestand zu erhalten, das Erreichte zu sichern. Fragen wir uns doch einmal selbst, aus welchen Gründen wir von einer verloren gegangenen Genera. tion sprechen müssen, dann werden wir vielleicht zur Erkenntnis des Notwendigen gelangen. Warum ist gerade diejenige Generation nicht j zur Stelle, die dazu berufen ' Wäre, die von uns begönne- > nen Arbeiten fortzusetzen? Vor wenigen Wochen enthüllte (He Vereinigung der Einwanderer aus der Bukowina eine Gedenktafel am Har Zion in Jerusalem in Erinnernng an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungen. Viele von denen, die hier angefangen haben, aus einem Nichts neues jüdisches Leben zu schaffen, und die zweifellos auf grosse Erfolge zurückblicken könnten, sind nicht mehr am Leben. Die Generation der Gründer stirbt allmählich aus. Wo sind ihre Nachfolger? Wo sind diejenigen Menschen, die d&s Vorbild ihrer Väter gesehen und miteriebt haben, die als Kinder hierher kamen, hier die Schulen besuchten, hier in das allgemeine, das wirtschaftliche und gesellschaftliche, aber auch in das kulturelle Leben des neuen Landes hineingewaebsen sind. Sie sind verloren gegangen, obwohl sie alle Schwierigkeiten des Ueberganges, des Neuaufbaues einer Existenz in fremder Umgebung, all die sprachlichen Probleme nicht zu überwinden hatten Warum sollten gerade sie verloren gegangen sein? Man könnte vielleicht sa. gen, dies sei eine natürliche Reaktion. Gerade die Generation, die den gewaltigen Kampf der Väter und Mütter miterlebte, wollte etwas anderes finden: Ruhe und Sicherheit, Geborgenheit und Vergessen. Eis soll nicht bestritten werden, dass man solche Tendenzen psychologisch erklären könnte. Aber selbst wenn diese Generation .verloren“ wäre, kann man sie nicht zurückholen? Wit welchem Recht unterstellen wir, dass diese Menschen weniger jüdisches Gefühl, weniger Verantwortlichkeit empfinden, als wir sie gezeigt haben? Es gibt keine verlorenen Generationen. Man muss diesen jüngeren Menschen nur die Möglichkeit geben, in die grosse Kette einzutreten, die alle Geschlechter verbindet. L U A C H (KALENDER) Freitag, den 22. Januar Sonnabend, den 23. Januar XVIII1- Parschat YITRO 2. B. M. Haftara Yeschayabu Vl-l — VII-6 — Sonntag, den 24 Januar Montag, den 25. Januar Dienstag, den 26. Januar Mittwoch, den 27. Januar Donnerstag, den 28. Januar Freitag, den 29. Januar Sonnabend den 30. Januar Parschat MISCHPATIM 2. B. M. XXI-1 Haftara Yirmeyahu 8 22 — XXX. Nenmondsankiindigung Adar Sonntag, den 31. Januar 19. Schwat 20. Schwat - XX-23 - IX 5-6 21. Schwat 22. Schwat?3. Schwat 24. Schwat 25. Schwat 26. Schwat 27. Schwat - XX1V-18 25-26 I 28. Schwat Ausserdem soll man begreifen, dass die Probleme sich ändern, wie die Zeiten sich wandeln. Letzten Endes ist der E3nwand der verlorenen Generation nur eine schlechte Ausrede, wenn man ehrlich ist. Denn es gibt doch Gemeinden und auch Organisationen, in denen diese angeblich verlorene Generation sehr aktiv und produktiv ist. Was diese angeblich verlorene Generation zu leisten imstande ist, hat sie z. B in der Tarbut-Schuie bewiesen. Man muss ihr nur adäquate Möglichkeiten zur Entfaltung geben, wenn sie sich diese nicht selbst sucht. Aber die Tarbut-Schuie ist nur ein Literarische Notizen Bibliophile Ausgaben l>as BialikJnstitut publizierte in bibliophiler Ausgabe zwei Essais von Professor Schmuei Hugo Bergman und Professor Ben Zion Dinur anlässlich der 80. Geburtstage der beiden Gelehrten. Professor Bergman hat seinen unter dem Titel „Kid. dusch Haschern“ erstmals 1913 in deutscher Sprache erschienenen Essai selbst ins Hebräische übersetzt. Die Arbeit von Professor Dinur, ..Jüdische Gemeinden und ihre Zerstörung“, war 1943 zum erstenmal erschienen. Tödlicher Unfall Der amerikanische Opern- und Filmmusik - Komponist Marc Blitzstein, noch nkht sechzigjährig, ist kürzlich bei einem Autounfall auf der Insel Martinique ums Leben gekommen. Der vielgespielte Komponist hat Kurt Weills „Dreigroschenoper“ für die Vereinigten Staaten umgefasst und >br zu einem Riesenerfolg verholten. Albert Einstein-Schule Mehr als 1.5 Millionen Dollar wurden bei einem Ban. kett für das Albert Einstein- College für Medizin der Jeschiwa - Universitt in New York aufgebracht, womit die gesamten Beiträge für das Neubauprogramm auf 21 Millionen Dollar gestiegen sind Im ganzen werden 35 Millionen benötigt. Beispiel, es gibt erfreulicherweise auch andere. Man muss mitunter den Mut aufbr ingen, ausgetretene Pfad zu verlassen. Neue Wege aber werden erfah. rungsgemäss nur von neuen Menschen beschriften. Die Ewigkeit Israels beruht gerade darauf, dass unser Volk zu allen Zeiten die Fähigkeit bewiesen hat, unsere Tradition zu bewahren, auch wenn die Fortschritte des Lebens neue Bnt-fal tungsm ögl ic.hkeiten erforderlich machten. n " a YEHUDA ESHEL und Frau MIRYAM, geb. SWARSENSKY zeigen hocherfreut die Geburt ihrer Tochter KEREN ADELE an und grüssen alle ihre Freunde z. Zt.: 68—12 Yellowstone Blvd) Forest Hills, New York, N. Y. MÄMFREDQ KAUFMANN VICKI KAUFMANN geb. SALOMON geben ihre VERMAEHLUNG bekannt. Die Trauung findet am 31. Januar 1965 vormittags um 10 Uhr 30 in der Chaim Weizmann- Synagoge, Arcos 2319, statt. Anschliessend Empfang in den Raeumen der Synagoge. Gral. Güemes 2725 Florida FCNGBM N0RBERT0 PERL JUANA PERL geb. BR0NER /ERMAEHLTE Die Trauung findet am 30. Januar um 21 Uhr 30 in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319, statt. Echeverría 2469, 4® piso, Dept. C.