Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2100 (22.1.1965)
- Date
- 1965-01-22
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vlerne*. » de *Wf» de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N» 2100 — $ Besuch hei den Juden von Smyrna Die Judenheit von Ismir ist eine kleine und uninteressant gewordene Galut.Gemeinde, und nichts erinnert mehr daran, dass die jüdische Gemeinde von Smyrna, wie Ismir vor der Türkisierung geheissen hatte, einst für Kleinasien und weit darüber hinaus tonangebend gewesen ist. Ismir ist heute die grittgrösste Stadt der Türkei, der aweitgrösste Hafen des Landes und sein wichtigster Exportbafen. Die Stadt hat etwa 270.000 Einwohner, mit der Umgebung fast 400.000, das Vilajet, der Distrikt, dürfte ca. 850.000 Einwohner haben. Die jüdische Gemeinde von Ismir zählte noch 1948 et-wa 11.000 Seelen, jetzt, da viele nach Israel ausgewandert Sind, dürften noch etwa 5.000 Juden in Ismir leben. Sie sind vornehmlich Kaufleute und Agenten, viele in Geschäftsverbindung mit ausländischen Finnen am Export von Tabak, Feigen, Rosinen, Baumwolle, Wolle, Teppichen Seide oder Leder waren beteiligt, während im Export von Olivenöl und Holz nur wenige Juden tätig sind. Das nunmehr erneuerte Handelsabkommen der Türkei mit Israel sieht einen jährlichen Warenaustausch in Höhe von 30 Millionen Dollar vor. Israel liefert in erster Linie Phosphate, Ohemikalien und Ausrüstung für Bewässerung, also Industrieprodukte für die Entwicklung der Landwirtschaft. Die Stadt Smyrna führt ihre Gründung auf die Aeo. len im 10. Jahrhundert v. d. g. Z. zurück, wurde im 7. Jahrhundert v. d. g. Z. von den Griechen erobert, 575 vom lydisehen König Eliatas zerstört, im 4. vorchristlichen Jahrhundert von Antigonos und Lysimachos wiederaufgebaut, im 11. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung von den Seleuciden erobert, ging 1425 in das Ottomanische Reich über, wurde 1919 von den Griechen besetzt, denen Smyrna als Basis für ihre Angriffe auf die Türken diente. Nachdem Im voa MEIR FAERBER Frieden von Sevree die Griechen ihr Recht auf Smyrna bestätigt erhalten hatten, kehrte die Stadt 1922 doch wieder unter türkische Herrschaft zurück. Die jüdische Gemeinde gewann ihre grosse Bedeutung durch die Nachfahren der Exulanten aus Spanien und Portugal, wurde ein Zentrum der jüdischen Wissenschaften. hatte eine Jeschi. wa, an der Persönlichkeiten wirkten, wie Salomo Algasi und Ohaim Abualafia, der ste hebräische Ehruckerei gegründet worden. Das Jahr 1666 brachte tatsächlich die Entscheidung, aber ganz anders als es sich die vom „Messias und Gottessohn“ Sabbai Zwi Verblendeten erhofft hatten. Er wurde nach Konstantiropel beordert, wurde nach stürmischer Seefahrt an der Dardanellenküste von türkischen Häschern verhaftet, ki Fesseln nach Konstantinopel ins Gefängnis geführt, wo er von Anfang Februar bis 17. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesehäf te mit der grössten Auswahl. SARMiENTO (147 T. E. 35 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Tri un virai* Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. SCHNELL MM IM HAMMELSPRUNG von SEM FR AN KENSTEIN Die Mehrheit des Bundestages stimmte im sogenannten Hammelsprung einem Gesetz zu, durch das die früheren Angehörigen der spanischen ,31auen Division“ ab sofort deutsche Kriegsopferrenten erhalten. Diese Truppe hatte Franco seinerzeit zur Unterstützung für Hitlers Ue. berfall auf d>e Sowjetunion zur Verfügung gestellt. Die Nachricht wurde sicherlich von Franco und allen deutschen — heutigen wie ehemaligen — Nazis mit grosser Genugtuung aufgenommen. Die Abstimmung in Bonn erfolgte im „Hammelsprung Das ist ein besonderes parlamentarisches Abstimmungsver fahren, bei dem alle Abgeordneten den Saal verlassen müssen, um durch besondere Ja- und Nein-Türen wieder einzutreten, wobei die Zählung vorgenommen wird. Es gibt auch noch eine dritte Tür für diejenigen, die sich der Stimme enthalten. Dieses Verfahren wird gewählt, wenn auch nach der sogen. Gegenprobe Zweifel an dem Abstim. mungsergebnis besteht. Die von manchen deutschen Zeitungen aufgeworfene Frage, wer eigentlich der .Leithammel“ für die Ja-Sager gewesen sei, Hitler oder wer sonst?, dürfte nicht ganz unberechtigt sein. Immerhin ist es bemerkenswert, dass hierfür die erforderlichen Mittel durch den Bundesfinanzminister freigegeben wurden, der einen so .heroischen“ Kampf gegen die berechtigten Entschädigungsforderungen der Nazi-Op. fer zu führen für richtig hält... 1737 ins Heilige Land auswanderte und das zerstörte Tiberias wiederaufbaute. Das Interesse der ganzen jüdischen Welt und auch vieler Christen und Mohammedaner zog sabbatai Zwi auf Smyrna, der hier geboren und aufgewachsen ist. Smyrna soll im Altertum übrigens auch der Geburtsort Homers gewesen sein. Wie im 8. vorchristlichen Jahrhundert die Kunst und der Geist Homers in die griechische Welt aus strahlte, so verbreitete sich im 17. Jahrhundert die Bewegung der Anhänger Sabbatai Zwis von Smyrna aus über die europäischen und asiatischen Länder. Als sich der Freudentaumel der nach Erlösung aus den Galut- Qualen lechzenden Judenheit seinem Gipfelpunkt näherte, da kabbalistische „Propheten“ und Betrüger das Jahr 1666 als das Jahr der Erlösung und der Entfaltung der messianischen Glorie bezeichnet hatten, war es der genannte Salomo Algasi im Smyrnaer Rabbinat, der sich der fanatisierten Masse entgegenzustellen wagte. Er wurde fast gesteinigt und musste Smyrna „fluchtartig verlassen. Vorher war 1660 in Smyrna die er- Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKITUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Station Urquiza April blieb; dazm wurde er mit seinen Anhängern in das Festungsgefängnis Abydos an den Dardanellen gebracht, wo er aber wie in einem Schloss eine Hofhaltung einrichtete und mit Geschenke« seiner Verehrer überhäuft wurde. Dieses fürstliche Leben fand ein jähes Ende, als er am 13. September 1666 dem Sultan Mo hammed IV. vorgeführt, wurde. Nach seinen seibstsiche ren Prophezeiungen hätte er dem Sultan die Krone vom Haupte zu nehmen gehabt, »ber er nahm, ohne auch nur de« Versuch zu machen, seine Aufgabe zu erfüllen, den Islam und den Namen Mebmed Effendi an Auch seine Frau Sara, eine aus Polen stammende Abenteurerin, und seine nächsten Anhänger traten zum Islam über. In den Jahrhunderten des ottomanischen Regimes hatte die Judengemeinde von Smyrna ein weohse Ivo lies Schicksal, oft wurde sie von Bränden, Erdbeben und Seuchen heimgesucht, so im Jahre 1772, im Jahre 1841, als alle Synagogen abbrannten, und 1881, als das ganze Judenviertel (bis auf eine Synagoge) einer Feuersbrunst zum Opfer fiel. Auf diese Brände ist auch zurückzuführen, dass es kein Gebäude mehr in Smyrna gibt, das an die Zeit von Sabbatai Zwi erinnert. Im 19. Jahrhundert litten die Juden unter einer infamen Blubbesohuldigung durch die griechische Bevölkerung, und die christlichen Griechen richteten unter den Juden im Jahre 1872 einen schweren Pogrom an. Erst im 19. Jahrhundert hatte die bisher ausschliesslich sefardische Gemeinde auch Zuzug von asohkenasischen Elementen aus Russland und Polen. Diese aber haben die Stadt seit der Gründung des Staates Israel wieder verlassen, und heute ist die ganze Gemeinde fast ausnahmslos sefardisch. Hs gibt vier schöne Synagogen, davon drei in der Bazarstras.se, die früher „Gasse der Synagogen“ hiess, „Elz Hachajim“, die vor ungefähr 50 Jahren errichtet wurde, die Synagoge „Talmud Thora“, die Synagoge jStohalom“ und den schönsten Tempel der Stadt ,.Bet Jisrael“ der in einem moderneren Wohnviertel liegt. Nur in einer der Synagogen wird täglich gebetet, in den anderen nur an Sabbat und Fei. ertagen. Die Gemeindefunk tionäre achten darauf, dass in allen Synagogen regelmässige Gottesdienste stattfinden, denn laut Gesetz dieses mohammedanischen Staates würden die Gebäude, Einrichtungen und Vermögen der Bethäuser enteignet werden und dem Staate anheim fallen, wenn sie „ausser Betrieb“ wären. Die Gemeinde unterhält ferner zwei Volksschulen und eine Mittelschule, ein jüdisches Hospital und ein Altersheim. Aus Gesprächen mit dem Vorbeter einer der Synagogen und mit anderen Juden Smyrnas ergibt sich, dass sie den Namen Sabbatai Zwi kaum kennen, dass sie anscheinend nur sehr geringfügige historische, auch jüdisch-historische Büdung besitzen, dass aber relativ viele hebräisch sprechen und sich so gut wie alle mit Israel auf das engste verbunden fühlen. Sie wissen übrigens auch nichts von dem grössten Sohn ihrer Stadt, von Homer. Die griechisce Vergangenheit ruht in den über das Land vertreuten Ruinen, und Ismir macht mit seinen vielen Kuppeln und Minaretten der Moscheen einen rein türkischen Eindruck. Dass die wohlhabenden Juden der Türkei unter einer rücksichtslosen Besteuerung, die an die Vermögensenteignung durch Grabeky in Polen erinnerte, einen grossen Teil ihres Vermögens verloren haben, ist unvergessen. Heute basiert sich das Verhältnis der Türken, sowohl der Regierung wie auch des Volkes, den türkischen Juden gegenüber wohl nicht zuletzt auf das vom Staate Israel her ausstrahlende Pre stige. Wenn sich die „Somerfm“- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PIJE VRE DON 219«, 1* iaq. — T. E. *8-2613 22. Januar 1966 19. Sohwat 57* Faschisten in England London. — Der Board of Deputies der engliaotoen Judenheit hat dem Innenminister Sir Frank Soskioe ein Memorandum unterbreitet, in dem das Verbot der ras sise heil Diskrimination und der Aufreizung zum Rassenhass gefordert wird. Die in diesem 'Antrag vorgesohlagenen gesetzlichen Massnahmen wurden von einem Sondercomlté des Board of Deputies ausgearbeitet, dessen Mitglieder, wie betont wird, über die erfor. derlichen Fach kenn tnisse und Erfahrung in dieser Materie verfügen. Frank R. Ben ton, Präsident der Kommission für Verteidigung der genannten Organisation, teilte mit, dass ein „Wachdienst“ zur Abwehr faschistischer Umtriebe im Wahlbezirk Leyton eingerichtet wurde, wo die Faschisten Hassliteratur verteilten und Unruhen an stifteten. Aussenminister Patrick Gordon Walker ist Parlamentskandidat für die Labour-Partel in diesem Wahlbezirk. (ITA) Gesellschaft entschliesse« sollte, der seit über zwei Jahren von der Türkei zum Ausdruck gebrachten Elinladung Folge zu leisten und eine regelmässige Verbindung durch die „Bilu“ oder ihr Schwesterschiff Nili", das jetzt vom Stapel laufen wild, zwischen Haifa und Ismir herzustellen, so würde dies der Judenheit von Ismir wesentlich den Rücken stärken. Die türkische Regierung entwikkelt die anatolische Südküste im Hinblick auf diese erhoffte Touristik. Während sich der Fremdenverkehr aus Europa und Amerika bisher vornehmlich auf Istanbul, Ankara und die anderen Orte des Nordens der Türkei konzentriert, bat die Touri. stik das landschaftliche und ki archäologisch-historischer Hinsicht ausserordentlich interessante Gebiete der Wesfc- und Südküste von Ttojft Uber Smyrna und Ephesus bis Adana noch nicht ent« deckt und erschlossen. Die Türkei im allgemeinen und Ismir im besonderen bietet genügend preiswerte Souvenirs für Ausländer. Besonderen Ruf geniessen die Smyrnaer Feigen, Teppiche und Seide. Die Preise, auch der Taxifahrten, sind billig, denn der Tageslohn eines Arbeiters liegt zwischen 10 und 20 Lt, d. s. 1—2 Dollar, DEPOSITOS en URUGUAY ( SANCOI Para toda transacción bañe arta relacionada con su estada y veraneo en el Uruguay, esta' 4 a sus órdenes,su amigo y consejero BANCO AMERICANO ISRAEU Plaza Matriz: RINCON 549 . TvMfono 90000 y una amplia red de entidad«« afiliadas, en Los Estadps Unidos, Suita e Israel. / ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN; DIENSTAG, MITTWOCH vn4 FREITAG vm 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS verreist vom 1.-6. und vom 16.-31. Januar l E. 80 - 6938 PUEYRREDON 2190 esq. Av, LAS HERAS