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Jüdische Wochenschau · 1965-01-22 · 2100 (22.1.1965) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2100 (22.1.1965)
Date
1965-01-22
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viem««, 22 de Enero de 1966 L A SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N" 210« — 5 Technische Hilfe an Südamerika Israel hat .erst vor zwei Jahren begonnen, seine technische Hille auch auf die Staaten Südamerikas auszudehnen und konzentriert seine Hauptbemühungen auf die Beistellung von Wasserexperten und Fachleuten für die verschiedenen Fruchtpiantagen. Prof. Picard, der Geologe der Hebräischen Universität in Jerusalem, der auch den Vereinten Nationen als Experte bei der Auffindung von Wasserquellen in wasserarmen Zonen dient und erst kürzlich auf diesem Gebiet von den Regierungen Zyperns und Griechenlands zu Rate gezogen wurde, hat auch in einigen südamerikanischen Staaten mit einer Grupipe junger is raelischer Geologen hydrogeologisohe Forschungen vorgenommen. aufgrund derer soir Zeit bereits von israelischen Fachleuten der Was. serbobr - Gesellschaft Vered Bohrungen vorgenommen weiden. Die gesamte Arbeit der landwirtschaftlichen technischen Hilfe Israels in Südamerika wird von dem überaus dynamischen früheren Generaldirektor im Jerusalemer Landwirtsohaftsministe rium Tschok Levi, geleitet, der seit zwei Jahren von Rio de Janeiro aus den Kontinent bereist, die Entwicklungs- und Landwürtsehafts. minister bei der Ausarbeitung von Entwicklungsprojekten berät und israelische Ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Carlton-Kleidung ★ MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG ★ LOHNANFERTIGUNG Ernst Koppel Maipü 982 Tel. 31-7845 Experten bei der Durchführung dieser Projekte einordnet. Eine kurze Uebersicht über die Arbeit seiner Abteilung, die heute bereits auf diesem Kontinent sehr bekannt una populär geworden ist. ergibt den augenscheinlichen Beweis dafür, dass auch mit bescheidenen Mitteln und dem Einsatz weniger, aber ihrer Aufgabe ganz ergebener Fachleute wesentliche Arbeit geleistet werden kann. In Uruguay werden zur Zeit von israelischen Exper. ten Forschungen durchgeführt, um festzustellen, ob die dortige Zitruswirtschaft in der Lage ist, für den Export ausgeweitet zu werden. Bisher hat sie nur den inländischen Markt beliefert. Für den Fall eines positiven Ergebnisses werden israelische Fachleute die Planung und Organisierung der neuen Zitruspflanzungen übernehmen. Eine Gruppe israelischer Geologen studierte vier Zonen des Landes, die besonders an Dürre leiden, und arbeitet zur Zeit Bewässe rungspläne für diese Gebiete aus. In Brasilien wird die technische Hilfe Israels aufgrund eines besonderen Vertrages zwischen den beiden Staaten auf den Nordosten des Landes konzentriert, auf eine Zone, die etwa ein Drittel des Gebietes und der Bevölkerung dieses grössten I^andes Südamerikas umfasst. Im Rahmen der Regierungsinstitution Sudene, die für alle Entwicklungsarbeiten verantwortlich ist, werden zur Zeit unter Teilnahme israelischer Experten folgende Projekte durchgeführt: Auf einer besonderen Musterfarm werden hochwertige Maissamen io jenem Gebiet — Mais bildet eines der Haupt - Nahrungsmittel im ganzen Lande — zu erhöhen. (Bisher erreichte die Maiswirtschaft hier nur ein Zehntel der Ergiebigkeit der israelischen Maisanpflanzungen). In einer der ärmsten Provinzen jenes Gebietes, Piaui, führen zur Zeit israe lische Experten Versuchsbohrungen durch, nachdem die Gruppe der Geologen unter Leitung von Prof. Picard die erforderlichen hydrogeologi- DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 .U A N JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4802 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 sehen Forschungen angesieilt hatte. Wenn Wasser gefunden weiden sollte, werden israelische Fachleute bei der Errichtung einiger landwirtschaftlicher Musterfarmen in diesem Gebiete mitwirken. Auch in der Provinz Rio Grande de Norte hat die Gruppe Picard hydrogeolog; sehe Forschungsarbeiten geleistet. Aufgrund der Wasserbohrungen, die zur Zeit durchgeführt und für die eine eigene Wasserbohrgesellschaft mit israelischer Beteiligung gegründet wurde, sollen unter Anleitung Israeli scher Experten einige landwirtschaftliche kooperative Siedlungen nach der Art der israelischen Mosehawim errichtet werden. In der Provinz Pemambu co arbeiten israelische Experten, uim neue Wege für die ken Masse ist die Arbeit der israelischen Entwicklungshilfe in Ecuador spürbar. Israelische Experten arbeiten hier im Bereich des Zitrus. und Obstbaues und bei der Erweiterung der Baumwoll-, Mais-, Erdnuss-, Soja- und Rizinuspflanzungen. Die Gruppe Prof. Picards führte in einigen wasserarmen Gebieten umfassende hydre geologische Forschungen durch, auf Grund derer die israelische Gesellschaft Vered bereits mit Wasserbohrungen begonnen hat. Eine Gruppe junger Offiziere der Armee Ecuadors hat in diesem Jahre die Methoden des Nachal in Israel studiert und beginnt zur Zeit im Norden des Tandes mit Hilfe eines NachabOffiziers die Vorar beiten für die Gründung landwirtschaftlicher Siedlun- Um die Verjaeh rangsfrist Bonn. — In einer Eingabe forderten 50 Abgeordnete der Regierungspartei der Christlichen Demokraten die Ausdehnung der Verjährungsfrist für Naziverbrechen von 20 auf 30 Jahre. Die Mehrheit der Partei widersetzt sich allerdings einer solchen Massnahme. An der Spitze dieser Opposition steht der Präsident des Bundestages Dr. Eugen Gerstenmeier. Der ehemalige Verteidigungsminister von Bayern, Franz Josef Strauss. nimmt ebenfalls einen ablehnenden Standpunkt ein. Justizminister Ewald Bücher erklärte nach einem Gespräch mit dem Präsidenten des American Jewish Committee, Morris B. Ahrain, sein Ministerium werde die Möglichkeit für die Ausdehnung der Verjährungsirist vom 8. Mai 1965 für noch nicht abgeurteilte nazi stische Kriegsverbrecher nochmals untersuchen. Abram hatte dem Minister zu bedenken gegeben, dass die Behauptung seiner Regierung, die Frist nicht verlängern zu können, „juristisch unhaltbar und moralisch nicht zu rechtfertigen'' ist. (ITA) Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion, die Einführung neuer Produkte und die bessere Ausnützung der vorhandenen Wassermengen ausfindig zu machen. In der Provinz Goyas, die ausserhalb der Kompetenz der Institution Sudene liegt, werden mit israelischer Hilfe Agrarreformen durchgeführt, in deren Rahmen auf einem Gebiet von 37.000 Hektar neue Dörfer in der Art der israelischen Mosehawim errichtet werden sollen. In Chile w’urde nach eingehenden Studien von israelischen Experten ein Plan zur Ausnützung des Taues in den wasserarmen Gebieten des Nordens für Zwecke der Landwirtschaft ausgearbeitet, während andere Israelis die Regierung bei der Erweiterung der landwirtschaftlichen Erziehung beraten. In Peru wurden von den israelischen Hydrogeologen Forschungen in drei Provinzen durchgeführt, aufgrund derer bereits mit den ersten Versuchsbohrungen begonnen wurde. Von den israelischen Experten sollen landwirtschaftliche Musterfarmen im Rahmen der Agrarreform des Landes errichtet werden, während in einem anderen Gebiet — San Lorenzo — die Zitruspflanzungen mit neuen Bewässerungsmethoden auf einer Bodenfläche von 45.000 Hektar mit israelischer Hilfe entwickelt werden. Die peruanische Regierung will eine Reihe landwirt. schaftlicher kooperativer Dörfer errichten und hat bereits zur Vorbereitung 20 Bauern nach Israel entsandt, die hier die Methoden der Mosehawim studieren und nach ihrer Riickker als Instuktoren für die neuen Siedlungen fungieren sollen. In Bolivien wird von Instruktoren des Nachal, den militärisch . landwirtschaftlichen Einheiten der israelischen Armee, eine Musterlarm errichtet, die eine Aenderung und wesentliche Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden in jener Zone herheif¡ihren soll. In einem, besonders stargen nach den Methoden des Nachal in Angriff zu nehmen. Prof. Picard hat mit drei weiteren israelischen Wissenschaftlern hydrogeolog i sehe Studien in vier anderen Provinzen des Landes begonnen. Israel berät auch die Regierung Ecuadors bei der Ausarbeitung von Plänen für die Errichtung kooperativer landwirtschaftlicher Siedlungen im Rahmen der Agrarreform. In Kolumbien unternehmen die israelischen Geologen im wasserarmsten Gebiet des Landes, der Halbinsel Gavina, Forschungen, die ein positives Ergebnis zeitigten, so dass in Kürze mit weitausgedehnten Wasserbohrungen begonnen werden kann. Israelische Experten werden bereits im Zitrus-, Obst- und Weinbau eingesetzt. Wenn in Gavina Was. ser gefunden werden sollte, sollen auch hier israelische Fachleute bei der Errichtung einer landwirtschaftlichen Musterfarm mitwirken. In Venezuela wirken israe lische Experten gemeinsam mit venezuelanischen Fachleuten bei der Durchführung der Agrarreform in der Provinz Mayagun auf einem Gebiet von 40.000 Hektar mit. Zur Zeit werden Verhandlungen gepflogen, um die technische landwirtschaftliche Hilfe Israels auch auf die Staaten Panama, Guatemala, El Salvador, Honduras und Mexiko auszudehnen. Die Hilfe Israels an die südamerikanischen Staaten erhält eine wertvolle Bereicherung durch die Teilnah me südamerikanischer, landwirtschaftlicher Fachleute an Kursen in Israel, die zum Teil gemeinsam von der Ab teilung für internationale Hilfe im jerusalemer Aussenministerium und der Organi sation der amerikanischen Staaten organisiert werden. Beide Formen der technischen Hilfe haben in einem wesentlichen Masse dazu beigetragen, sowohl das Prestige Israels wie auch indirekterweise der südamerikanischen Juden in auffallendem Masse zu heben. Instituts, Hefte 24 Verlag Bitaon Limited, Tel Aviv. — Wir haben schon des öfteren Gelegenheit genommen, auf die interess .nte Zeitschrift „Bulletin ‘ des Leo Baeek-Institiits hinzoweisen. Natürlich merkt man, dass der Herausgeber über die notwendigen Mittel verfügt, die ihm von der Claims Conference zur Verfügung ge stellt werden, um auch auf die äussere Ausgest' «Itung dieser Zeitschrift zu achten und den technischen Einzelheiten gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Der Kreis der Mitarbeiter ist begrenzt. Offensichtlich wendet man sich nur an bestimmte Autoren eines Sektors, um das grossartige Erbe der deutsch - jüdischen Vergangenheit zu bewahren. Dabei wird der Kreis der Probleme mitunter reichlich eng gezogen, was hier kritisch bemerkt werden muss. Niemals hat selbst das traditionsbewusste, zu kulturellen Höchstleistungen befähigte deutsche Judentum in eine/n .luftleeren“ Raum operiert. Niemals hat der Kontakt und die innige Verbindung mit den anderen lebendigen Kräften des jüdischen Ostens oder mit der aufstrebenden jüdischen Kulr/Jrbeweg ung in den amerikanisclien Ländern gefehlt. Offensichtlich ohne rechte Ueberzeugung wird der Kreis der ehemaligen Wiener, keineswegs der österreichischen Juden, in die Betrachtungen einbezogen, die zum Gegenstand dieses Bulletin gemacht werden. Prag gehört dazu, schon aus personellen Gründen. Aber auch der ehemals „deutsche“ Jude ist interessiert, aus dem untergegangenen europäischen Osten mehr zu wissen, als dies bisher der Flail war. Dagegen wird mit einer nicht uninteressanten Genauigkeit das Schicksal eines Opernmanuskript verfolgt (Heft 25, Seite 69 ff), das kaum über das Interesse eines kleinen Familienkreises hinausreichen dürfte, so nett die Berichterstatterin die Vorgänge schildert, aus denen echte Kindesliebe und Pietät spricht. Die Franz Oppenheimer - einer allgemeinen deutschen Tendenz, und es hat sich wenig an der Wanrheit des Satzes geändert: wie es sich christelt, so jüdelt es sich. Welcher Anlass bestünde sonst, über Oppenheimer gerade jetzt in ciieser Breite zu berichten. Die Aufsätze von Alex Bein und Walter Freuss, beide hervorragende Sach, kenner, sind ausgezeichnet, wenn sie auch kaut: Neues zu bringen wissen. Alex Bein ist ein anerkannter zionistischer Historiker. Er ist der Herzl-Biograph. Aber seine Betrachtungen über Franz Oppenheimer bleiben dennoch einseitig. Es gab in den zwanziger Jahren, von denen Bein spricht, an der Berliner Universität eine stattliche Reihe von Studenten, unter ihnen sehr viede Zionisten, denen Oppenheimer durchaus kein Uribe. kannter w'ar. Nächte hindurch wurde sowohl über Op. penheimers ,Staat' wie seine kolonisatorischen und sonstigen soziologischen Stellung nahmen diskutiert. Vielleicht kann man sogar von einer geistigen Mode-Erscheinung sprechen. Denn auch so etwas gibt es. Das ändert durchaus nichts daran, dass es ein Vergnügen und eine Bereicherung des Wissens ist, den Aufsatz Beins und den Aufsatz Preuss' zu lesen. Der veröffentliche Briefwechsel Herzl- Oppcnhermer ist ein Dokument von bleibendem historischen Interesse. Elin neuer Aufsatz über Otto Hirsch, den mutigen, hervorragenden Menschen, der die Ehre der Juden im Untergang mit so viel Würde und menschlicher Grösse verteidigte, gewährt noch einmal mehr einen Einblick in die Hoffnungen und Enttäuschungen der deutschen Judenheit und den schicksalhaften Verlauf des Lebens eines seiner besten Söhne, der auch noch im'Leiden und Sterben ein Vorbild echten Adels gewesen ist. Auf einem Aufsatz „Vom Schicksal der jüdischen Aerzte Im Dritten Reich ‘ sei hingewiesen, der instruktiv ist, wenn er auch nur in Form eines Erlebnisberichtes gehal. ten wurde. — HliU/t I IN to Uo bsttk- , htusa-vui«; ontspucm, wohl r&ad 25 PENSION FAMILIAR M. FLAMM CHASCQNIUS — T. E. 2910 — Cordoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer AB 23. FEBRUAR GEOEFFNET FUER ERWACHSENE Reservieren Sie beizeiten für Karneval und Pessach. Telef. Auskünfte in Bs. 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