Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1965-01-15 · 2099 (15.1.1965) · p. [Seite 7]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2099 (15.1.1965)
Date
1965-01-15
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9614788-9614807--3691-9614814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

13 entity mentions

AÜtimdKU re mlchan Aruch °teiV CHORUS ,*zy )lCht V\ * Uuiv ■ chen ■ ’'ONf»4 Ler letzte Teil Chosehen Die vCht 211 ita! 'a-m,schpat bietet das Zivil- >„ Vorausset2Bjafflei echt, das heute aber prakar'iscla fast ausser Gebrauch Gfltt«, J® esetzt ist, während zur Zeit 9 ies Verfassers die Juden ih. 9 e internen Streitigkeiten ln l® Jandel und Wandel nur vor ®a len Rabbi na t-sger ich ten aus *1 rügen. . •‘■wiüjt/i ® Joseph Karo wurde vier iten Worten.- j/a 8 lehre vor der Vertreibung Mn to"*® 8 1er Juden a-us Spanien. 1488 Wwengieifv ntf“fn Toledo geboren. Ueber ^ottes. um fl Portugal und die Türkei ge- ® »’ecken“ m angte er schliesslich nach Schon dieser ^1 iem Lande Israel, wo er sich in zeigt twspCe,isti*m Zenl'rum der rabbini- *iiei «eben und kabbalistischen Gelehrsamkeit, Safed (Zfat), niederlies s. Dort starb er 1577 hochbetagt und hochge- :r der Gesetz i will. - nur ein 1Chan5Ä^ mit emew Sinn mdernen i. Schuichat eutfel kCIE Gese|*widi Nachfolger seines Lehrers "' uni Joseph Bera-b, aus dessen r hat keine Gese^ Hand er die Semicha (Auto, orsohriften erlas«), risation) empfangen hatte, ra das vorhandene Ma- Dreissig Jahre, von 1522 systematisch feit bis 1552 arbeitete Karo an Gesetze im rabbinisräen seinem Schulohan Aruch. Er . nie nioht unmittelbar ging davon aus, dass wir hora und Tradition vor. praktisch nicht nur zwei en sind, wären ,,Taha- Thorot. die schriftliche und Darum handelt es sich di® mündliche Lehre, haben, im Schulchan Aracii sondern hunderte, da es so viele und vielerlei Lehrmeinungen gibt, die Karo nun systematisieren wollte, wobei er sich im wesentlichen auf drei Autoritäten stützte: die Sephardim Alfasi und Maimonides einerseits, und den asrihkenasischen Gelehrten Ben Ausche andererseits. Wo diese Autoritäten miteinander in Widerstreit stehen, richtete sich Karo nach der Mehrheit, wodurch das sefardische Element Alfasi. Maimonides. die meist einer Ansicht sind, das Uebergewicht erhielt. Karo neigte seiner Herkunft nach naturgemäss zur sefardischen Lehrtradition die ihm näher war als die deutsch-französische. Das führte dazu, dass der Schulchan Aruch in Polen und Deutschland zunächst neben aller Bewunderung auch heftige Kritik auslöste, bis 1578 in Krakau die Mapa (das Tischtuch") des Rabbi Moses Isserles erschien, eine aschkenasische Ergänzung zum sefardischen Schulchan Aruch. Wer den Kodex Schulchan Arudh einsieht, oder das noch grössere Werk Beth Jo. seph, muss den Verfasser für einen trockenen Juristen und Theologen halten. Aber Zeiten Teil Jo« « äas gesamte praktische igesetz dargefegt. B h emerkenswert, dass eia;r der Materie, der rer. Oberrabbiner wa Professor Z. P. »ajes, ■ hingewiesen hat, dass ) Prozent der Halachot ’hulchan Aruch (und z-uietzt des Ritualgesetseit Erscheinen des verändert haben, ober Schulchan Aruch, n anderer Kodex, das ch des Rabbinafc geist und ungeachtet sache. dass es auch Sammlungen späte- «•¡täten gibt. itte Teil, EVen ha. heute wohl prak- 1 wuchtigste geworer enthält das rab. Eherecht, das in tätliches Recht ist. laro kannte viele i, die uns heute be. :n, so etwa das Preis Cohen, der keine ene Frau heiraten seinem Beth Joseph ■ Fälle von Cohanim auf ihr Priestertum en wollten... „Alles m dagewesen". Karo war zugleich ein tiefer Mystiker und hatte ekstatische Erlebnisse. Durch vierzig Jahre hinduroh soll er in regelmässiger Kommunikatian mit einem Spiritus fami. liaris, einem Engel, gestanden haben, den er Maggid nennt. Die Gespräche mit dem Engel sind in dem Buche „Maggid Jescharim" festgehalten. Die Forschung ist sich nicht darüber einig, ob Karo selbst diese Schrift verfasst hat, oder einer seine: Schüler. Der M .ggid soll die Personifikation der Mischna gewesen sein. Er enthüllte, jeweils am Freitag-Abend dem Joseph Karo Geheimnisse der Offenbarung, die dem natürlichen Verstand unzugänglich waren. Es wird berichtet, dass Schüler Karos den Maggid aus seinem Munde sprechen hörten, wobei es sich offenbar um .Zungenrede' handelte. Geistesgeschiobtlich ist der Schulchan Aruch nioht isoliert zu betrachten. Das 16. Jahrhundert ist das Jahrhundert der grossen Kodifikationen der Religionen. Im christlichen Raum beginnt die Reformation. 1517 sch'ägt Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg an. 1530 wird die Augsburg! sehe Konfession erlas, sen, die Grundlage der Kirche Luthers. 1563 folgt der Heidelberger Katechismus, die bis heute gültige Grundlage der Reformierten Kirche. 1564 stirbt in Genf Calvin, der Verfaser der Institute religionis, jenes Werkes, das die Theologie des Protestantismus auf Jahrhunderte entscheidend beeinflusst hat. Ist es ein Zufall, dass der Schulchan Aruch im Todesjahre Calvins erschien? Ist es ein Zufall, dass zur selben Zeit mit den Beiträgen von Luria und Alkabez in Safed unser Gebetbuch seinen Abschluss findet. Mit dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts findet eine Art grosser Zäsur und Zusammenfassung in der Religions¬ und Geistesgeschichte statt. Die Nachwirkungen sind bis heute spürbar. Fraglos ist es die Aufgabe unserer Zeit, dort wieder anzuknüpfen, wo Karo seine „Summe der Theologie“ zog, denn ln dem ewigen Gespräch um das Ewige gibt es keinen Sehlusstrich. >ltkonftnß der Frauen oberflächlichen Beobachter den Eindruck einer internationalen Modeschau machte. Da gab es schöne junge und auch weniger schöne und weniger junge Darren in allen Hautfarben und mit allen Haarfarben von Weiss bis Schwarz, stolze und bescheiden schamhafte, aber das grösste Aufsehen erregten die 36 Vertreterinnen Afrikas, die durch ihre farbenprächtigen Nationaltrachten auffielen. Besonderen Eindruck machte Caroline Diop, die einzige Frau im Parlament von Senegal, eine hohe Gestalt von afrikanischer Schönheit in einer aus gold, violett, himmelblau und braun kombinierten Toga mit einem aus gleichem Stoff ähnlich einer Krone geformten Kopfputz. Ein anderer hoher Gast des Aussenmimisteriums war Margaret Kenyatta, die Tochter des Ministerpräsidenten von Kenya. Da gaib es — in einem mo . demen Jerseykostüm — eine Freiheitskämpferin aus Süd afrika, einer der tausenden Eingeborenen, die Südafrika in den letzten beiden Jahren verlassen haben, um von Ghana aus den Kampf gegen das Apartheid-Regime zu führen, u.v.a. Aus den Reden und Biographien der Konferenzteilnehmerinnen war zu entnehmen, dass viele von ihnen am Kampf um die Unabhängigkeit ihrer Völker aktiv teiigenommen haben und Vorkämpferinnen des sozialen Fortschritts, der Erziehung und Bildung sind. Alle stimmten schliesslich für einen Aufruf an die Frauen der Welt, gegen Krie. ge und für die friedliche Beilegung aller Konflikte einzutreten, sich für Selbstbestimmungsrecht der Völker, für soziale Entwicklung und Ue. berwindung von Diskriminierungen und für Verbreitung von Wissen und Bildung einzusetzen. Die Konferenz wurde mit einer Grossversammlung in den Bauten der Nation, dem Gebäude der Zio. nistenkongresse, abgeschlossen, zu der die leitenden Funktionärinnen der israelivon HANNAH PETOK Unweit der neuen, lebhaften Stadt Aschdod erforschen die Wissenschaftler einen Ruinenhügel, der einst die mächtige Stadt Aschdod trug. Sie hat eine überaus lange Geschichte und exi.^ stierte lange bevor die Bi bei sie als eine der fünf Hauptstädte der Philister er wähnie. gegen die das Land Judäa dauernd Krieg führte. Bei den durch die israelische Abteilung für Archäologie a-usgeführten Grabiingen beteiligen sich Forscher des Theologischen Seminars und des Carnegie-Museums von Pittsburg (USA). Aschdod an der antiken Via Maris gelegen, die Aegypten mit den Ländern Mesopotamiens verband, blühte während der Regierungszeit des Königs Salomo als wichtigstes Handelszentrum. Wie uns das zw'eite Buch Chronika (26. 6) berichtet, wurde sie durch König Usia erobert und zerstört. Sie wurde später wieder erbaut und führte eine verhältnismässig unabhängige Eixistenz; später schloss sie sich den Aegyptern in ihrer Revclte ge. gen den Assyrerkönig Sa-rgon an. Dieser vernichtete die Stadt im Jahre 712 vor Ausstellung Das telaviver Museum Bet Dizengoff zeigte eine Schau von einunddreissig Tapisserien von Jean Lurcat. Der Direktor des Museums, Chaim Gamzou, hatte für den Katalog eine eingehende Würdigung des grossen Erneuerers der französischen Tapisserie-Tradition verfasst. Lurgat hielt sich unlängst in Israel auf und äusserte sich begeistert über die durch die landschaftlichen Schönheiten des Landes gebotenen Anregungen. Arzt des Warschauer Ghetto Unlängst starb in Jerusalem Dr. M. Lenski, der „Arzt des Warschauer Ghetto“, Träger des Jad-Waschem- Preises. Unter unmenschlich schweren Bedingungen batte er die ärztlichen Dienste im Ghetto organisiert und sehen Frauenverbä nd-e eingeladen worden waren. „SPIEL DER KOENIGE“ — NUR FUER MAENNER Knapp vorher war in Tel Aviv die Schacholympiade zu Ende gegangen, eine höchst eindrucksvolle Veranstaltung von internationaler Bedeutung, auf der sich zwar die Schachmannschaft Israels nicht gerade ausgezeichnet hat, die aber den Organisatoren dieses Treffens der besten Schachspieler der Welt hohes Lob einbrachte. Der Schachweltmeister und die nationalen Schachmeister sind an internationale Veranstaltungen und auch bereits an Olympiaden gewöhnt, aber sie betonten, dass es bisher kaum eine so wohlorganisierte und so stark aus allen Ländern besuchte Schacholympiade gegeben hat wie die in Israel. Auffallend ist, dass alle Schachmeister Männer sind. Die Olympiade schien sich in einem Herrenklub abzuspielen. Die einzigen Damen von Bedeutung waren in dieser Veranstaltung die hölzernen Königinnen, zwar die stärksten Figuren auf den Brettern, aber doch ganz und gar in den Händen der ausschliesslich männlichen Spieler. Will die Frau tatsächlich dieses Feld, das Schachspiel, für ständig den Männern überlassen? Vielleicht bildet sich demnächst eine Liga zur Eroberung der Schachbretter durch die Frauen. unserer Zeitrechnung in ei nem Vergeltungsakt. Sie konnte sich jedoch bald wieder zu ihrer Unabhängigkeit erheben und bbeb zu allen Zeiten ziemlich feindselig gegenüber dem jüdischen Reich Zur Zeit der Rückkehr aus Babylon beteiligte sie sich an einem Angriff auf Jerusalem. Auch in späteren Zeiten, der herodia. nischen. römischen und byzantinischen Epoche, war Aschdod eine reiche Handelsstadt und hatte eine aus den vielen vorderasiatischen Rassen gemischte Bevölkerung. Die Grabungen des Vorjahren enthüllten viele Zivi, lisat.ionsschichten von der Bronzezeit an Ms zur byzantinischen Periode. Die Arbeit der letzten Saison konzentrierte sich auf die philistinisehe Schicht und das Studium der Kultur der Phili ster. von der bisher noch wenig bekannt ist. Die drei untersten Schichten umfassen die kanaanitisdbe Zeit, d. h. die Zeit vom 16. bis 12. Jahrhundert v.u.Z., von der Höfe, Ueberreste von geleitet. Er hat darüber ein Buch geschrieben. Unter seinen weiteren Publikationen ist auch ein Buch über den „Kampf gegen den Antise. mitismus“ bekannt gewor- Konzerttournee Die norwegisch - jüdische Pianistin Liv Glaser kehrte unlängst von einer erfolgreichen Konzerttournee nach Mbskau, Leningrad. Wi’na, Riga und Minsk nach Oslo zurück. Tfmm Obwohl Jugoslawien von einer kommunistischen Par tei regiert wird, so unter, scheidet sich sein Geistesleben nicht erheblich von der westlichen Kultur. Diese Haltung spiegelt sich auch in der Behandlung wider, die die 6.5000 in diesem Lande lebenden Juden geniessen Von diesen wohnen nur tausend in der Hauptstadt Belgrad, tausend in Zagreb tausend in Sarajewo und der Rest in den 36 kleineren Städten des Landes. Vor dem Krieg gab es 80000 Juden in Jugoslawien, aber die meisten von ihnen kamen in den Ausrottungslagern um. Die Hälfte der Ueberlebenden wanderte nach Israel aus so dass nur ein kleiner Rest dieser einst so stolzen Juden. heit übrig blieb. Das jüdische Problem in Jugoslawien ähnelt den Ver hältnissen in der Tschechoslowakei. Obwohl die Regierung zu uneingeschränkter Mitarbeit bereit ist, scheint die Frage des Fortbestandes der jüdischen Gemeinde recht unsicher. Das Verhältnis der Mischehen übersteigt 60 Prozent, und die Frömmigkeit sinkt in der gleichen Proportion. Es soll heute im Lande nur einen einzigen Rabbiner geben, der in Sarajewo lebt. In den meisten anderen Orten bereitet es Schwierigkeiten, ein Min. jan zu bilden. In Dubrownik am Adriatischen Meer, einer kleinen Stadt, die gern von Touristen besucht wird und die eine berühmte. 600 Jahre alte Synagoge besitzt, zählt die jüdische Bevölkerung nur 16 Seelen. Wir verbrachten viele Stunden mit David Levi, dem Sekretär der Föderation jü discher Gemeinden Jugoslawiens. der in Belgrad ein elegantes Büro mit geschultem Häu-sei n aus ungebrannten Ziegeln und Backofen ans Licht kamen. Eine Anzahl von Tonscherben, die ihre Herkunft aus Mykenä und Zypern vena-ten, zeugt von den Kontakten, die die Stadt mit anderen Mittel ireerUi ndern unterhielt, ln einer Zisterne wurde auch eine reiche Menge schöner einheimischer Ton waren entdeckt. Aus der späteren philistinieshen Zeit (frühes 11. Jahrhundert v. u. Z.) stammen auch die Ruinen einer aus ungebrannten Tonziegeln er bauten Zitadelle, die viele Besiedlungsschichtem um Ereignisse überdauerte, bis sie später von Gebäuden der persischen und hellinistiseben Zeit überdeckt wurde. Hier fand man voriges Jahr eine Kultstätte aus der judäischen Epoche, die kleine Tonfiguren von Tieren und Menschen, darunter die eines Harfenspielers enthüllte Ihr Stil lehnt sich an den aus Zypern und Syrien her bekannten an und beweist wieder unm intensive internationale Einflüsse. Jetzt ist man dabei fesizustellen, ob diese Stätte innerhalb der Festungsmauern oder ausserhalb der antiken Stadt lag. Kürzlich erst entdeckte m:m die Reste einer rechteckigen Stele oder Säule aus schwarzem Basaltstein mit einem Text in Keilschrift. Diese Stele scheint rundherum mit Schriftzügen bedeckt gewesen zu sein. So. weit bisher festzustellen war, handelt es sich um einen Erlass des Königs Sargon II. von Assyrien (721—705 v. u. Z.) 3m Zusammenhang mit dem von Jesaias (20:1) erwähnten Aufstand gegen das assyrische Regime. Zwei weitere Fragmente erwähnen Humanflgasch, König von von J. FISCHBEIN ( Chicago ) Personal besitzt. Er bestätigte uns unsere Informationen aus anderen Quellen, nämlich dass die Juden alle Frei heiten haben, die anderen Landesbürgern gewährt werden, und dass es wirklich keinen Antisemitismus gibt. Viele der Partisanenführer. die Jugoslawien von den Nazis befreiten, waren Juden und Verbündete Titos. Wie man uns mit Stolz erzählte, erhielten diese Leute die höchsten Orden, die der Staat zu vergeben hat. und werden als Nationalhelden betrachtet. Auf Seite 18 des offiziellen Geschichtsbuches heisst es über „Die Verbrechen der faschistischen Besatzung und ihrer Mitarbeiter gegen die Juden in Jugoslawien“: „Noch auf eine andere Tatsache können wir stolz sein. Es gab fast keinen jugoslawischen Juden, der mit den faschistischen Unterdrückern und ihren verräterischen einheimischen Mitläufern kollaboriert oder eich mit dem Blut und Leiden seiner Brüder befleckt hat.“ Trotz ihrer so kleinen Zahl ist die jüdische Gemeinschaft ehrlich bemüht, der Jugend eine kulturelle, wenn auch nicht religiöse Erziehung angedeihen zu lassen. In den drei Städten mit einer Bevölkerung von je tausend Juden gibt es jüdische Kindergärten und ausserdem neun Jugendklubs, die ihre Sommerlager besitzen, in denen Jugendliche in drei Al tersgruppen zwischen 7 bis 25 Jahren in den Ferien Insgesamt 20 Tage verbringen Vielen dieser jungen Menschen wird die Möglichkeit ¿dam, gegen oen Sargo-n im Jahre 720 Krieg führte, sowie andere von ihm eroberte Länder. Dieses Monument scheint die Version der auf den Mauern des Palastes in Khorsabaci erscheinenden Inschrift zu sein, in der Sar. gons Feldzug gefeiert wird. Dieser Text ist der erste assyrischer Herkunft, der auf diesem Boden gefunden wurde. In den Ruinen der Akropolis fand man ausserdem eine Scherbe mit einer hebräischen Inschrift von zwei Zeilen; Schrift Stil und Art deuten auf das 5.—4. Jahrhundert v.u.Z., also die Periode Nehemias. Unweit davon entdeckte man ein 10 Gramm schweres Steingewirbt. wie wir es bereits von anderen Grabungen her kennen. Es trägt die Buchstaben „nsf* in alt-hebräischer Schrift. In der Schicht aus hellenistischer Zeit fand man eine Statuette aus Blei und einen Altar, ebenso nicht weit davon Bleigewichte, eines davon in Form einer Plakette mit einem Anker und einer griechischen Inschrift, die einen „agronomos“, d. i. einen Marktaufseher, erwähnt. Wie es scheint, wurde die hellenistische Stadt etwa im 2. Jahrhundert v.u.Z durch Feuer zerstört, Tn den Ueberresten entdeckte man weiterhin eine Reihe von antiken Münzen jener Zeit. Man erwartet an dieser Grabungsstälte, einer der ausgedehntesten in diesem Land, weitere interessante Funde. An den Arbeiten beteiligen sich etwa 30 Archäologen, ausserdem 80 Freiwillige. darunter Studenten und begeisterte I aien aus den Vereinigten Staaten und Europa. die einen Teil ihrer Fommerferien für die Ausgrabungen verwenden. geuoien, den jugoslawischen Kibbuz in Gat in Israel zu besuchen. Auf unsere Frage, ob die Juden aus Jugoslawien aus wandern können, erhielten wir die Antwort, dass die Regierung denen, die das Land zu verlassen wünschen, keine Schwierigkeiten in den Weg legt. Das Israel-Konsulat bestätigte uns diese Aussage. Annähernd 8.000 jugoslawische Juden wand-°rten seit 1948 nach Israel aus und sind heute israelische Bürger. Es bestehen auch mehrere jüdische Fiauenklubs, zwei jüdische Musikvereine, ein Buchverlag, die sich alle rege betätigen. Eine jede der grösseren jüdischen Gemeinden hat ilue eigene Bibliothek. Eine jüdische Tanzgruppe unternahm erst kürzlich eine Reise durch Israel. In Zagreb gibt es ein Altersheim mit 115 Betten das von der Regierung subventioniert wird. In Belgrad existiert ein ausgezeichnetes jüdisches Museum. Wie uns Herr Levi versicherte ist das Kernproblem ein anderes Er sagte: „Unsere Lage in Jugoslawien ist ausgezeichnet Wir sind frei, unsere Religion auszuüben, nach Israel auszuwandern oder alle Frei, heiten ebenso wie die anderen Bürger zu geniessen. Die Regierung hilft uns und tut alles, was wir von ihr erbitten. Unsere wahre Schwierigkeit liegt darin, dass so wenige von uns geblieben sind.“ Dies ist in kurzen Worten eine Beschreibung der jüdischen Lage im Hände Titos. Die Nazis haben gute Arbeit verrichtet Nach zweitausend Jahren jüdischen Lebens in diesem Lande wird eines Ta. ges vielleicht nur ein Museum übrig Medien. Literarische Notizen Leben in Jugoslawien »Ji

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.