Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2099 (15.1.1965)
- Date
- 1965-01-15
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Vier neis 15 de Enero de I «65 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N® 2099 I i* WO BLEIBT DER SPORTPLATZ Die folgenden Gedanken und Darstellungen dienen auch dort einer konstruktiven Aufgabe, wo sie kritisch, werden. Manche meinen, dass Kritik etwas Negatives ist. Das Gegenteil kann der Fall sein: Kritik ist ein durch die Demokratie geschütztes Recht. Nur Diktatoren vertragen keine Kritik. Was würde der Leser sagen, wenn jetzt noch einmal ein Aufruf abgedruckt werden würde, der von allen unseren Gemeinden und Organisationen unterzeichnet worden ist, und in weichem sie feierlich die Bedeutung der Schaffung eines Sportplatzes für die jüdische Jugend proklamieren. Und wenn wir dann mitteilen, dass dieser Aufruf vor einigen Jahren erschienen ¡st, ohne dass irgendein greifbarer Erfolg verzeichnet werden konnte. Aufruf und Pathos — alle Gemeinden und Vereine — feierliche Unterzeichnung und Veröffentlichung — Ergebnis: null! Niemand soll sich von der Verantwortung ausschliessen. Alle haben aiso versagt. Auch mit die-er Feststellung ist nichts getan. Vielleicht ist es der Mühe wert, dieses Problem einmal zu analysieren, einmal zu übet prüfen, aus welchen Gründen ein solches Vorhaben nicht realisiert werden konnte, obwohl doch alle ganz offenisehtlich darin übereinstimrnten, dass die Schaffung des Sportplatzes für unsere Jugend eine wichtige und unausweichliche Aufgabe ist. Warum also in aller Welt hat niemand etwas dafür ge tan? Nicht ernst genommen Man wird auf den Gedanken kommen, dass dieser Han nicht ernst genommen wurde, weil er sonst hätte duröhgeführt werden Können. Die Zeiten sitrd doch vorbei, in welchen jüdische Notabein nicht begriffen haben, dass auch die körperliche. die physische, die sportliche Erziehung der heranwachsenden Generation eine allgemeine Aufgabe der jüdischen Gemeinschaft ist. Dafür reichen die Wochenendplätze wohl nicht au«, denn dort ist nur für begrenzte Sportmöglichkeiten Raum. Die Folgen dieser ne gat.iven Haltung und Ergebnisse sind viel klarer, als die . meisten es wahrhaben wol- | len: die jüdische Jugend; sucht andere Freizeitgest 1j tung als die, welche ihnen von jüdischen Gemeinden und Organisationen geboten j wird. i Es gibt keine offizielle Statistik hierüber, aber die Zahl jüdischer Jugendlicher in Clubs wie dem Christlichen Verein junger Männer, Gym nasia y Esgri.ra usw. ist bei weitem hi'her als bei irgendeiner Jugendorganisation in unserem Sektor. Hütten wir einen Sportplatz, wäre das anders. Es ist nieht so, dass diese Jugend vom Judentum wegstrebt. M n führt sie nur nicht zum Judentum hin. Jugend will dort sein, wo sie leben kann, wo sie s:ch einleben und einfühlen kann. Für die Jugend ist Judentum kein Abstraktum. Die Jugend sucht ihre geistige j Welt mit ihrer physischen j Welt zusammen und nicht getrennt. Für sie lässt sich : ihre Welt nicht auf eine Le.! bensäusserung konzentrie ren, sagen wir als Beispiel ' nicht auf die Synagoge allein. Die Alten wollen für die Jugend mitunter die Syn-; agoge zu einer Art M.'seum machen. Die Jugend aber, die in die Synagoge geht. Wh auch in und mit der Gemeinde dann leben, wenn sie j nicht in der Svragcge ist. Die wirkliche Gemeinde ist i ■’U.ch der gesamte Lebensaus. | druck ihrer Mitglieder und j röcht nur dazu da. für den; Gottesdienst zu sorgen. Was aber für die älteren Mitglieder gilt, besteht für die -Tu gend als eine zwingende Not- VTPTt /T i O'Vai t, herrscht ein naiver ,LokaL patriotismus“ vor, dass die eine Gemeinde der anderen etwas,voraushaben müsse? Dieser Mangel an einem gemeinsamen Willen wird von der Jugend nicht gut aufgefasst. Und die Jugend weiss es, sie fühlt es. sie sieht es. Die Antwort, die man gibt, ist bedauerlich genug: die Jugend kommt nicht.. Nur soll mau keine Theorien erfinden und sagen, sie kommt nicht weil sie nicht an jüdischen Dingen interessiert sei. Das ist nicht der Fall. Diese Antwort ist gesucht und falsch. Jugend hat immer Interesse, wenn man es nur zu wecken versteht. Bei der Schaffung der Jugendheime hat man eine grosse Chance versäumt, durch gemeinsame Anstrengungen etwas Gemeinsames aufzubauen. » ft - 1 f (M&.i 'Vf«- Jugendheim Unleugbar gibt es Fortschritte. Die Schaffung eines oder mehrerer Jugendheime ist ein schritt vorwärts der absolut begriissenswert ist. Es bleibt die Frage, ob die Möglichkeiten der Ausgestal. tung eines solchen Jugendheimes nicht um ein Vielfaches grösser wären wenn nicht jeder für sich bleiben würde, sondern wenn einmal alle gemeinsam versucht hätten. etwas Grosses zu schaffen. eine Art Hebraicn in BeL grano; jenem Stadtteil von Buenos Aires, in denn mindestens vier unserer Gemeinden ihren Sitz haben Ohne das zu kritisieren, was geschaffen worden ist. man hätte .... wenn man.. Es fehlt der Mut zur gemeinsamen Tat. Oder Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v SCHRAMM, Aufstana der Generale (Der 20 Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47 LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Eizäh. lungen. Nr 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen fag. Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun Roman. Nr 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten Essays — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll .e Es kosten: Emfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80 Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Wer bat versagt? Man hört sehr häufig in unseren Kreisen, wie Kritik an der Jugend geübt wird. Niemand kommt auf die Idee, dass die Jugend nicht die Schuld an ihrem vermeintlichen Versagen trägt, sondern wir, die ältere Generation. Ober verlangen wir wirklich, dass die Jugend nun genau so au ¡-sehen muss wie wir? Die Jugend kommt nicht, weil sie sich nicht gut, nicht angesprochen, nicht ausgefüllt fühlt. Die wichtigste Aufgabe der älteren Generation ist immer. für die hera-nwachsende Jugend zu sorgen. Das ist eine Sorge und eine Ver. pflichtung, die sich von Generation auf Generaltion überträgt. Hierbei gibt es wie bei jeder echten Entwicklung keine Ruhepause. Wir kritisieren und wir verlangen. Wir beanstanden, dass etwas nicht gemacht wurde, und wir fordern, dass etwas Neues geschaffen werde. Aber wir sind noch garnic-ht im Stadium der Verwirklichung, weil wir uns noch nicht einmal im Klaren darüber sind, was eigentlich notwendig ist. Man unterschreibt einen Aufruf (zur Schaffung eines Sportplatzes), aber man weiss noch garnicht, wie ,man so etwas eigentlich macht“. Wo gibt es eine permanente Kommission aus den Vertretern der verschiedenen Gemeinden und Organisationen, die überhaupt einen Beschluß fassen könnte oder ' auch nur eine Debatte abhalten kann? In Wahrheit ist kein Forum vorhanden, um ein bleibendes Werk zu schaffen, von dem die Jugend einmal sagen kann, das haben unsere Väter uns hinterlassen. Und wenn wir heute die Jugend fragen würden, was ihre Väter gemacht haben, so werden sie antworten: es gibt einige Splittergemeinden mit schönen Synagogen und zweimal Minjan oder auch dreimal Die Ant. wort ist unvollkommen und ungerecht. Wir wissen das. Aber die Bemerkung über die Solittergemeinden trifft zu Wären wir stärker und hätten wir eine einheitliche Gemeinde, dann hätten wir die erste Voraussetzung für eine umfassende Arbeit ueh für die Jueend geschaffen. Wofür das alles? Wofür haben wir alles, was besteht, aufgebaut: den Die neue MASSADA-BKIKFMARKENSERIE, die am 31. Januar erscheinen wird _ Massada war bekanntlich die judäi.sohe Festung, die sich am längsten gegen die Römer hielt bis sich ihre Verteidiger wegen Mangels an Wasser und Nahrung selbst töteten, um dem Feind die Festung nicht lebend übergeben zu müssen. Hilfsverein, die Gemeinden, die sonstigen Organisationen USW’.? Die Frage ist gewiss berechtigt, sie ist die Frage unseres Lebens. Wir könnten auch sagen: Wofür leben wir? Wofür lebt und arbeitet jede Generation? Wir wollen das weitergeben. was wir bekommen h"ben, und wir wollen dazu beitragen, dass das jüdische Leben fortgesetzt wird, besser, selbstbewusster und gesicherter als bisher. Natürlich ist die Antv ort nicht erschöpfend. Aber sie deutet doch den Sinn unse rer Bestrebungen an, die sich auf das Gebiet der Religion, der Kultur, der Wirtschaft, der Politik und der Jugend- und Sozialabreit, erstreckt, kurzum auf alle Gebiete, die ein Lebensausdruck unserer menschlichen und jüdischen Existenz sind. Merkwürdig, wie sich jeder einzelne bewährt, aber das Gemeinsame fehlt. Jede Gemeinde hat ihr eigenes Gotteshaus, ein Jugendzentrum. einen Erholungsplatz. Der Hilfsverein hat sein Ju gend- und sein Eltemheim, jetzt wird er noch ein weiteres Heim für Gebrechliche haben. Man kann mit vollem Recht sagen, unsere Goreinschaft sorgt mustergültig fiir ihre Alten und Kranken. Nur in der Sorge für die Jugend versagt sie bisher, damit vom volkspolitischen Standpunkt aus gesehen, an der wichtigsten Stelle. Dabei müsste es sm einfachsten sein, in der Frage der Jugend und des Sportplatzes zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen, denn hier stehen wir doch vor keiner spezifischen Frage, die allein unsere Gemeinschaft, unseren Sektor betreffen würde. Wir brauchen vielleicht einen Gottesdienst, der nach unseren Vorstellungen, Gewohnheiten und sprachlichen Erfordernissen ausgerichtet ist. Wir brauchen ein Eltern. und Krankenheim für uns, weil unsere Alten in einer gewohnten Atmosphäre und in ihrer Sprache ihren Lebensabend verbringen sollen. Aber für die Jugend gibt es doch keine Unterschiede der Sprache, des .ambiente“ der Landesgewohnheiten usw. Bei der Schaffung eines Sportplatzes für die Jugend handelt es sich um eine Aufgabe für die ganze jüdische Kollektivität Argentiniens. Wir empfinden die Notwendigkeit, einen solchen Sport platz zu schaffen. Vergleiche nur den Aufruf vor einigen Jahren. Ergreifen wir wenig stens jetzt die Initiative zu einem gemeinsamen Werk, ISRAEL - WIEDER VERRAEUFEH — ALLE NEUAUSGA BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE S50, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina das allen zum Nutzen und der jüdischen Zukunft 2um Segen sein kann. Aber es sollte nicht bei Worten. Ap pellen und Zeitungsartikeln bleiben. — Antisemitisches Attentat In der Stadt Corrientes wurde die Front des Geoäudes der Sociedad Cuitura) Israelita Schoiem Alejem in der Strasse San Man in 1471 in den frühen Morgenstunden von Unbekannten mit Benzin begossen und angezündet. Ein Apotheker in der Nachbarschaft sah die Flammen und benachrichtigte die Feuerwehr, der es mithilfe des in dem Hause wohnenden Verwalterehepaares ge lang, den Brand zu löschen. Das Feuer zerstörte den Eingang des Gebäudes und richtete weitere Schäden an. Die Mitglieder des Vorstandes des genannten Kulturbundes erstatteten Anzeige bei der Polizei und wandten sich hierauf an den Vizegouverneur der Provinz. Don Antonio De Tomasom, den sie um Schutz für ihr Leben und Eigentum ersuchtet!. Am nächsten Tage erschien der Minister der Regierung, Dr. Julio Hormaechea in dem beschädigten Gebäude und verurteilte energisch das verübte Attentat. Er versprach, eine eingehende Untersuchung des verbrecherischen Anschlags sowie Schutz für die Organisation. Dr. illia empfing Journalisten Der Präsident Ar gentiniens, Dr. Arturo Illia erpfing die Teilnehmer der ersten Gruppe argentinischer Journalisten, die im Rahmen eines von dem staatlichen israelischen Touristenbüros vorbereiteten Programms zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen beiden Ländern Israel einen Be such abgestattet haben. Der Delegation gehörten der Direktor der Zeitschrift „Panorama“, Dr. Jorge De Angelí. der künstlerische Leiter des Fernsehkanals 11. D. Dario Castel. und der Subdirek tor des „Noticiario Panamericano“, D. Juan José Fernández Pendás an, die vom früheren Pressevertreter der STIMME DER KATHOLIKEN Berlin — Das ,.Petrus, blatt“ das von der römisch-katholischen. Diözese von Berlin herausgegeben wird, verlangte die Abschaffung der Verjährungsfrist für nazistische Kriegsverbrechern Das Blatt schreibt, die westdeutsche Regierung dürfe nicht zulassen, dass die gerichtliche Verfolgung der von den Nazis begangenen Morde behindert werde, da juridische Probleme nicht den Gang der Justiz aufhalten dürfen. (ITA) Jüdische Journalisten Jerusalem. — Sta tspräsident Salm an ghazar verwies bei einem Empfang für die Teilnehmer an der Weltkonferenz jüdischer Journalisten auf die .segensreiche“ Tätigkeit der Jüdischen Telegiaphen-Agentur (ITA) bei der Verbreitung jüdischer Nachrichten. Der Empfang fand im Hause des Ehepaars Sha. zar statt. Ueber hundert jüdische Journalisten aus verschiede nen Ländern nahmen an der Konferenz teil, an die u. a. Ministerpräsident Eshf'ol Dr. Nachum Goldmann. Vizepremier Abba“ Eban und der nordamerikanische Zionistenführer Emn»fiel Neumann das Wort richteten. (TTA) Jugendheim als Sühne Brüssel. — In der südtoe» gischen Industriestadt Wasmuel wurde kürzlich ein von jungen deutschen Freiwilligen im Rahmen der „Aktion Sühnezeiehen“ erbaut«: Jugendheim eröffnet. (AWZ) Präsidentschaft, D. Emilio Parodi, begleitet wurden. Beim Verlassen de« Büros des Präsidenten äusserte Herr Parodi zu den wartenden Journalisten, da«« der Präsident ihn bei seiner Rückkehr aus Israel ersucht habe, ihn mit den übrigen Teilnehmern an dieser Reise aufzusuchen, da es ihn interessiere, die von ihnen gesammelten Eindrücke zu erfahren und sich im besonderen über die Aspekte zu informieren. die zur Anwendung in Argentinien gelangen könnten. L U A G H — (KALENDER) Freitag, den 15. Januar 12. Scnwat Sonnabend, den 16. Januar 13. Schwat Parsehat BElsCHALACH 2. B. M. XIII-17 — XVII.16 Sebabbat SCHIRA — Haftara Richter IV-4 — V-31 Sonntag, den 17. Januar l4 Schwat Monlag, den 18. Januar 15- Schwat Chamisöha Assar Bi Schwat — Neujahrsfest der Bäumt: Dienstag, den 19. Januar 16. Schwat Mittwoch, den 20. Januar H- Schwat Donnerstag, den 21. Januar l0- Schwa. Freitag, den 22. Januar 19- Schwat Sonnabend, den 23. Januar 20. Schwat Parschat YITRO 2. B. M. — XVTIT1-— XX-23 Haftara Yeschryahu VI-1 — VII-6 — IX 5-6 Sonntag, den 24 Januar , ,*r - 21. .Schwa Montag, den 25. Januar 2if.*gctwat D& Gl de" de® sonder« der t Jordan letzten J»h« Syrer, deren lung s!*f stigt flucht m len', die tivität“ bew deren Dr^’ soll. In ten hatten stimmten am Nordul S66S 8^ dan.’ Wenn die interna datsteW.« oft übersc unbesiedei Gebiet de nächtlich diese Zwisc den, wurde bereitung lung des und der israel, der es iibernomi von 22.000 steinen, bauen und bereit zu Es sind vorgesehen bauen, Obstb und Viehzuct den. Ein Gemeinschal errichtet. Al ne Furcht“ sind hierhi ne Naoha! doppelte Ai zisohen Au mit Wache übernommen Landschaft! DEPABTl Ünverbindt T,E. 76- V : 1 : *. § 0 0 \ Directo *1 calza