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Jüdische Wochenschau · 1965-01-15 · 2099 (15.1.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2099 (15.1.1965)
Date
1965-01-15
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Z — Viernes, 15 cíe Enero de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N° 2099 Brand und seine Folgen (Schluss von Seite 1) ein Vorwort des Herausgebers der Zeitschrift, des Professors Hans Rothfelds, vorangestellt. Der bekannte Hi. etoriker hatte wohl selbst kein angenehmes Gefühl, als er diesem Mommsenschen Aufsatz einen so breiten iRitiUtn einräumte. Er meint zwar, indem er das Ergebnis der Untersuchung Momm. sens vorwegnimmt, dass kein haltbares Indiz weder für kommunistische noch für nationalsozialistische Initialzündung oder Mittäterschaft vorliege, dass man aber aus ■diesem Resultat nur durch eine böswillige Fehlinterpretation eine Bestätigung der These hercuslesen könne es sei ja alles nicht so schlimm gewesen. Rothfels führt diesen Gedanken weiter aus, worauf noch in einem andederen Zusammenhang hinzuweisen ist. — Mommsens Arbeit, die mit zahllosen Belegstellen und Ilteraturhinweisen den Eindruck einer ernsten wissenschaftlichen Arbeit macht, hat ganz offensichtlich nur den einen Zweck: das Buch von Tobias zu verteidigen und dessen Thesen zu stützen. Mommsen bringt kaum ein neues Argument, das nicht schon bei Tobias zu finden wäre. Er folgt diesem Autor getreulich, ohne eigene Gedanken zu vertreten oder bei seinen Forschungen neue Argumente ausgeaitoeitet zu haben Insoweit enttäuscht dieser Aufsatz Mommsens, den man be. stenfalls als eine Zusammenfassung der Tobias-schen Darstellungen akzeptieren kann. Immer wieder weist Mommsen auf die .wirkungsvollen Fälschungen Münzenbergs“ hin. die bei der von Tobias behaupteten Legendenbildung eine so grosse Rolle gespielt haben sollen. Aber nirgends ist auch nur der Versuch gemacht Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2)90 1’ bq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeit CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 diese angeblichen Fälschungen näher zu bezeichnen. Mommsen spricht stereotyp von diesen „Fälschungen Münaenbergs“, ohne auch nureinmal zu sagen, worin diese Fälschungen bestanden hätten. Auch die an sich nicht unbedingt falsche Bemerkung Mommsens, der Kriminalfall war von vorneherein durch die Einwirkung politischer Gesichtspunkte und politischer Vorurteile politisch ge. färbt, ändert überhaupt nichts an der sachlichen Bewertung. Selbstverständlich war es ein .politischer Kriminalfair, wie hätte es auch anders sein können. Völlig abwegig und durch nichts bewiesen aber ist die Momm sensche These, dass die kriminalistische Arbeit mit Vorurteilen belastet gewesen sei. Alles war ganz eindeutig, alles ist erst reichlich später, insbesondere nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, von Politikern und Historikern kompliziert worden. Alle Beteiligten waren un. mittelbar nach dein Ausbruch dies Biandes davon überzeugt, dass es die Nazis selbst gewesen waren, die den Reichstag angesteckt haben. Mit Recht sagt Prof. Rcthfels, allein schon die Tatsache sei kennzeichnend dass den Nazis — entweder ihrer Führung oder einer wilden Gruppe — die Brandstiftung zugetraut W'orden wäre. Da dies möglich war, und da nicht nur Gegner, sondern die eigenen Leute wie Diels und Rosenberg diese Auffassung vertraten, könne hierin allein schon ein Stück historischer Wahrheit stecken. Umso befremdender wirken die Wiederholungen Mommsens und die Thesen Tobias“. Auf die Polemiken über diesen Fall wollen und können wir hier nicht näher eingehen. Auffallend ist nur die völlige Uebereinstimmung Mommsens mit den Feststei lungen und Kritiken von Tobias. die monoton übernommen werden. Dabei ist Mommsen so wahllos wie Tobias. Ehemalige Nazihe.den, SA- und sonstige NS-Grössen werden zitiert. Soweit deren Aussagen ins Konzept passen, werden sie gelobt und ihre Berichte dienen als Grundlage für die weitere Konzeption. Aber Tobias, der ausaog, um Legenden zu entlarven, verliert sich nur in weitere Spekulationen Auch er weiss nicht, weil man nicht mehr feststellen kann, was damals vor sich ging, und deswegen muss auch er sich in Mufcmassungen verlieren. Seine Argumentation fällt in sich zusammen. Auch er bleibt den überzeugenden und objektiven Beweis schuldig, dass die Nazis ebenso wenig wie die Kommunisten ihre Hand beim [ Luft gegriffen uaxl badeten ( ■ nur einen weiteren Prätext! für Terror und Gewalt. Die 1 Nazis haben sich nur in der . . , ,_. . „ . , I Wirkung des Prozesses vor Reifstagbrand un 8®“ dem Reichsgericht geirrt. In habt haben. - der tateäcglichen Auslait. Das Kernproblem aber ist garnicht die verbrecherische Brandstiftung, sondern deren politische Folgen. Weder Tobias noch Mommsen zweifeln daran, dass dieser Brand von den Nazis zu einer Serie von machtpolitischen Schritten benutzt wurden ist. Aber Mommsen zeigt eine merkwürdige Tendenz: er versucht klarzumachen, dass alle von den Nazis eingeleiteten Aktionen letztlich garnicht gewollt, sondern eher ein Spiel des Zufalls, jedenfalls nicht von langer Hand vorbereitet waren. Und hier beginnt die Gefahr der Geschichtsklitterung. selbstverständlich unbewusst, aber deshalb nicht weniger nachteilig- und gefährlich. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Nazis sofort, das heisst in der ersten Minute, als sie offiziell Nachricht vom Brand erhalten hatten und an der Stätte des Geschehens standen. die Kommunisten beschuldigten und sofort alle Schritte zu deren Ausrottung und zur Beseitigung anderer politischer Gegner unternommen haben. Hierüber können weder Tobias noch Mornimsen, irgendwelche Aussagen ma chen, wühl aber Diels. Denn er war dabei, während die anderen jetzt nur mit mehr oder wenig überzeugenden Spitzfindigkeiten an die Interpretation der Ereignisse schreiten. Schon Göring hatte an der Brandstelle sofort zu Diels gesagt: ,.Das ist der Beginn des kommunistischen Aufstandes, sie werden jetzt lossc-hlagen! Eis darf keine Minute versäumt werden“. Und Hitler fügte hinzu: ,.05 gibt jetzt kein Erbarmen; wer sich uns in den Weg stellt, wird niedergemacht... Jeder kommunistische Funktionär wird erschossen, wo er angetroffen wird. Die kommunistischen Abgeordneten müssen noch in dieser Nacht aufgehängt werden... Auch gegen Sozialdemokraten und Reichsbanner gibt es jetzt keine Schonung mehr“. — Bann spielte sich alles planmässig ab. wenn auch ein wenig aufgeregt. Der Reichstagsbrand war der entweder selbst. geschaffene oder den Nazis in die Hände gespielte Vorwand zur Ver nichtung der politascehn Gegner, zur Festigung ihres Gewaltregimes und zur Stabilisierung ihrer auf Terror aufgebauten Diktatur. Selbst wenn die Nazis noch nicht an der Macht gewesen wären. hätten sie genau gewusst, dass von einem „letzten Schlag der Kommune“ oder von einem Beginn des kommunistischen Aufstandes g-’rnioht die Rede sein kann. Alle diese nazistischen Behauptungen waren aus der zung der sich ihnen bietenden machtpolitischen Möglichkeiten durch den Reichstagsbrand irrten sie sich nicht. Urne Aktionen verliefen programgemäss, und endeten mit der Eliminierung aller anderen Parteien. Das sind eindeutig die Folgen des Reichstagsbrandes, die von den Nazis herbeigeführt wurden. Hierzu braucht man sich nicht auf ehemalige Nazipressevertreter, auf die Adjutanten der dahingegangenen Grössen dieses Regimes zu berufen oder auf sonstige zweifelhafte Zeugnisse. Die Tatsachen allein sprechen deutlich genug davon, welche Rolle der Reichstagsbrand für die NS-Herrschaft gespielt hat. Ein anderer bekannter deutscher Historiker, Martin Broszat, hat bei früherer Ge legemheit davon gesprochen, dass die sS.Führer „Virtuosen hurtiger Gelegenheitsarbeit“ gewesen seien. Momm sen bemüht sich um den Beweis, dass alles nach dem Reichstagsbrand durcheinanderging. Auch diese Gegenüberstellung, die von den beiden Historikern gemacht wird, ist sowohl vom historischen wie vom praktischen Standpunkt schon deswegen irrelevant, weil die Folgen dieser Tat, die Vernichtung der politischen, verfassungsmässig gesicherten Parteien, konsequent durchgeführt worden ist. Ob die NS-Führung diese Aktion vorher durchdacht, ob sie nur improvisiert oder gar nur spontan gehandelt hat. ist dabei nicht wesentlich. Alle Anzeichen deuten auf einen wohl vorbereiteten Schlag gegen die anderen Parteien hin, der zunächst nur gegen die Kommunisten (und die SPD! getarnt war, dann aber innerhalb von Monaten alle anderen Parteien verschlang. Nur zum Schluss sei noch eine Bemerkung von Tobias erwähnt, die man nur als eine betrüblich-beachtliche Fehlleistung bezeichnen kann, dass in der „Stern stunde“ der Brandnacht aus dem zivilen Reichskanzler der machtberauschte Dikta, tor ge werden sei. Das war auch den Herren Prof. Rothfels und Eh-. Mommsen zu viel, die sich von dieser .Formulierung“ deutlich distanzierten. Glückwünsche des Papstes Jerusalem^ — Papst Paul VI. sandte am Jahrestage seines Besuches im Heiligen Land Grüsse an den Staatspräsidenten Israels Salman Shazar, dem er nochmals für die ihm gewährte Gastfreundschaft dankte und ein glückliches Neues Jahr wünschte. In seiner Antwort an den Papst gab Präsident Shazar der Hoffnung Ausdruck. dass Frieden und Fortschritt in der Welt herrschen mögen. (ITA) Spion verurteilt London. — Wie der „Daily Telegraph“ aus Jerusalem meldete, wurde Samuel Baruch, der 40jährige Besitzer einer Textilfabrik wegen Spionage zugunsten Aegyptens zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Earuch wurde im vergangenen November verhaftet, als er versuchte, nach Neapel auszureisen. (ITA) Proteste aus vielen Laendern London. — In Bonn laufen Proteste aus vielen Ländern ein, nachdem bekannt geworden ist, dass die Bundesregierung die Verjährung für Nazi ver brechen nicht verlängern zu können behaupt. tet. (WJC) müssen, wenn er die vielen Indizien widerlegen will, und Mommsen sollte erkennen dass er auf falscher Fährte ist, denn auch Tobias und seine .Beweisstücke“ sind in Wirklichkeit nichts anderes als Indizien, Vermutungen. Kombinationen und spekula. tive Erwägungen. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800,— jährl. Noch tausende Moerder in Freiheit New York. — Bis heuusind die Akten, die über die Verbrechen von tausenden Nazis Auskunft geben, noch nicht erschöpfend geprüft worden. Berge solcher Dokumente befinden sich in den USA, in der Ostdeutschen Republik, in Polen und Sowjetrussland. Die Polen allein beziffern die noch in Freiheit befindlichen Naziverbrecher mit zehntausend. Die israelische Untersuchungs-Behörde in Haifa gab an, dass sie eine Liste mit Namen von tausend bis zweitausend Naziverbreebern in Händen hält, die noch nicht vor Gericht gestellt wurden. (OJI) Ehemalige KZ- Naeftlinge beim Papst Rom. — Papst Paul VT. empfing kürzlich eine Reihe von Bischöfen und Geistlichen, die Häftlinge des KZ Dach an waren, in Sonderaudienz. Unter den teilnehmenden Bischöfen waren der Aachener Weihbischof Joseph Buchkremer und der polnische Bischof von Danzig, Edmund Nowicki. — (AWZ) MEDICO aparato circulatorio ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr PR0PIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN BAEUSESN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeeken - Tailiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnwasche Dr. P. 1. RIVERA 2585 (fr. Bebederoi T. E. 73-9155 M0HEL N. PLAKSiN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-23)2 Confitería NIZA Servicios de lunch de categorív SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Dass die Nazis auch beim Reichstagsbrand ihre Hand im Spiel hatten, dürfte trotz mancher Unklarheiten keine Legende, sondern ein Fakt sein. Tobias wird nochmals hunderte Seiten schreiben Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLAZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG Fnfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK BERNARDO STERN Ausführung saemtlichc MALERARBEITE HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. 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