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Jüdische Wochenschau · 1965-01-08 · 2098 (8.1.1965) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2098 (8.1.1965)
Date
1965-01-08
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viernes, 8 de Enero de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. N* 2066 Zwischen Forschung und Irrtum (Schluss von Seite 1) te (Torgier uim Koenen) noch zu später Stunde im Reichstag gewesen seien (sie hatten dort gearbeitet); der Verdacht gegen die Nazis sei sowohl von den Nazis selbst wie von der geschickten Propaganda der Kommunisten (insbesondere Münzenbergs) aulgebracht worden. Es habe sich um eine schnelle Legendenbildung gehandelt, gemeint wahrscheinlich Verbreitung von Gerüchten. Tobias setzt sich auch mit den Gutachten der Brandsach verständigen auseinander; sie, die Experten, die Polizei, die Kriminalpolizei und sogar die Gestapo, aus deren Reihen ebenfalls der Verdacht einer nazistischen Mittäterschaft stammte, hätten sieh alle ebenso wie der Untersuchungsrichter und das Gericht geirrt, als sie vermuteten oder annahmen, dass van der Lubbe nicht altein die Tat begangen habe. Aber was folgert denn daraus, ob van der Lubbe allein oder mit Hilfe anderer, die nun Nazis gewesen sein mögen oder nicht, den Reichstag ja oder nein an. gesteckt habe. Für das historische Geschehen ist diese Frage von absoluter Gleichgültigkeit. Selbst das Schuldkonto der Nazis wird nicht stärker belastet oder gar entlastet. möge man nun die eine oder andere Version dieser Frage akzeptieren. Wenn sich Historiker mit dieser (im wesentlichen kriminalistischen) Frage beschäftigen so dient diese Forschung nicht der geschichtlichen Erkenntnis, sondern subjektiver Wertung. Prüfen wir zunächst einmal kurz die Frage, ob es sich tatsächlich bei der Belastung des nazistischen Schuldkontos mit dem Reichs tagsbrand um eine .Legende“, wie Tobias meint, handelt Einer derjenigen, die sofort Dr. FREY ABOGADO PUE VEREDON 2190 1* izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 von einer nazistischen Mittäterschaft sprachen, war Rudolf Diels, der erste Gestapo-Chef im Dritten Reich. Nach dem Zusammenbi uch schrieb Diels ein apologetisches Bueth „Luciter ante portas“, dessen Lekcüre zeigt, welche Gesinnung dieser spätere Hitler-Gegner pllegte und hegte, nachdem die Gefalir vorbei wir. Zwar ist kein Anlass zu bestreiten, dass Diels eine Zeit hindurch für die Nazi-Führung persona ingrata geworden war und dass er verfolgt worden ist, aber dass seine Auffassungen denen der Nazis ähnlich blieben, dürfte wohl auch nicht sonderlich über, raschen. Man hot sich im Laufe der viele« Jahre freien Lebens, fern dem Morast des Vorkriegseuropas und vor allem des Nazistischen Imperiums innerlich (Gott sei Dank) von diesem verkrüppelten Denken des europäischen Chauvinimus entfernt, sodass uns die Ausführungen Diels wie dumpfer Troer, me 1schlag an rühren: „Der Journalismus, diese Schaumkrone der Intelligenz, die auf den träten Wassern unserer vermissten Generation einherschwimmt, hat durch ihre tollwütigen Exzesse in der Freiheit der Demokratie nicht minder Schuld auf sich geladen als in der Hörigkeit des Diktators. So wie der Journalismus der .Weitbühne“ ¿te entscheidende Wendung zum Nationalismus bei den Wertvollsten bewirkte, die Hitler in der gebildeten deutschen Jugend zu Prcselyten machen konnte, so mag jeder in dieser Zeit beobachten, wie erst die infame Selbstgerechtigkeit der antifaschistischen Publizistik wieder die Fa. schisten macht und den Antisemitismus hochkitzelt'“... Der Kampf Karl von Ossietzkys gegen den Verrat des mit dem Faschismus gepaarten Militarismus war Schuld am Aufstieg Hitlers, meint der anti-Nationalsozislisf Diels. Aber eine Polemik über diese Probleme mit Rudolf Diels führt uns auf dem Wege der Erkenntnis nicht weiter. Die Position Diels’ sollte nur an diesem Beispiel erläutert werden. Schliesslich haben die Nazis, als sie zur Macht gekommen waren, niemanden anderen als Diels zum Chef der Gestapo eingesetzt. Er war also einer ihrer engsten Mitarbeiter; er musste von ihnen zu den Zuverlässigsten gezählt werden, sonst hätten sie ihn nicht in eine Schlüs seiposition gesetzt. Diels selbst weiss natürlich nicht, so schreibt er wenigstens in seinem Erinnerungsbuch, welche Mittäter van der Lubbe gehabt hat. Aber er zweifelt nicht daran, dass es ausgeschlossen ist, der hergelaufene holländische Junge hätte allein den Reichstag angezündet, was Tobias be. haupt-et. Diels erwägt durchaus die nationalsozialistische Mittäterschaft: „Wenn die Nationalsozialisten selbst die Täter waren.“. Nur fragt er sich, aus welchen Gründen sie sich nicht offen dazu bekannt haben, sie hätten doch später ganz andere Verbrechen öffentlich begangen. .. Jedenfalls sagt Diels an einer anderen Stelle, er habe selbst „schon einige Wochen nach dem Brand bis 1945 geglaubt, die Nationalsozialisten seien die Brandstifter gewesen. Ich glaube es heute nicht mehr.“ Aber er verschweigt, warum er es plötzlich nicht mehr glaubt... Immerhin dürfte es wich, tig sein, welchen Eindruck der Gestapo-Chef seinerzeit unmittelbar nach dein Ereignis gehabt hat. Diese Auffassung dürfte auch interessanter sein als nachträglich angestellte Ueberlegungen. Die posthume Umdrehung der Sachverhalte und die Untersuchungen darüber, ob es vernünftig oder politisch klug oder zweckmässig ge wesen sein mag, dass entweder die Kommunisten oder die Nazis den Reichstag angesteckt haben, ist rein spekulativ. Weder verfügt der Historiker über das erforderliche Material, noch haben die Kriminalisten ihr letztes Wort in dieser Sache gesprochen. Wenn man die Gutach ten der Brandsachverständige n einer Urteilsbildung zugrunde legen wollte, müsste man auf einem unsicheren Fundament aufbauen, denn diese Expertisen geben keine festen und konkreten An. haltspunkte und gewähren jeder Vermutung einen brei ten Raum. — Mit Welcher Vorsicht aber alle diese Quellen betrachtet werden müssen, auf die man sich heute stützen kann, zeigt eme ganz andere Passage des Buches von Diels „Lucifer ante portas““, -wo er sich über die .Greuelpropaganda“ äusserst. Auch hier dreht Diels, der mit der Maske des biederen kultivierten Gegners aller extremen Richtungen arbeitet, den Sachverhalt um. Nicht der Mörder trägt die Schuld, sondern der Ermordete. Er schreibt: „Die Greuelpropaganda hat durch ihre verantwortungslosen Uebertreibungen ein gut Teil Mitschuld an der Verböserung der Entwicklung. Was sie .berufen“ hatten. wurde langsam Wirk, lichkeit“. — Wenn es aber langsam Wirklichkeit wmde, kann es doch wohl keine i Greuel-Propaganda gewesen sein. Im übrigen haben die Mitteilungen der sogenannten Greuel-Propaganda zu keinem Zeitpunkt die nazistischen Verbrechen in ihrer vollen Schwere und unvw- Briefwechsel über „Endloesung" Der tschechoslowakische! Innenminister Strougal hat in Prag Einzelheiten über deutsche Dokumente aus der Kriegszeit bekanntgegeben, die kürzlich im „Schwarzen See“ in Südböhmen gefunden worden waren. Unter anderem wurde in versenkten Kisten der Briefwechsel zwischen Hermann Göring und dem SS-Ober gruppen fülire-r Reinhard Heydrich über die ..Endlösung der Judenfrage“ geborgen. In einem Schreiben Gö. rings vom Juli 1941 wird Heydrich mit der gesamten Planung und Vorbereitung der „Endlosung“ beauftragt. Unter dem Datum vom 25. Januar 1942 teilte Heydrich dem Generalgouveoneur in Polen. Hans Frank, mit, dass die vorbereitenden Arbeiten bereits liefen. Acht Monate später meldete Frank in einem ebenfalls sichergestellten Brief an das Reichssicherheits-Hauptamt. dass in Theresienstadt in Nordböhmen bereits 43 000 Juden zusammengezogen worden seien und weitere 26.000 erwartet würden. In den Kisten fand man auch einen von Wehrmachts-, SS- und Abwehroffizieren ausgearbeiteten Plan für einen Ueberfall a<uf die Stabsquartiere der in Italien operierenden fünften und achten amerikanischen Armeen in der Nacht zum 9. März 1944. Ob das Unter nehmen, das das Kennwort „Operation Anzio“ trug ab gesagt wurde oder scheiterte, geht aus den Schriftstücken nicht hervor. Aus den Dokumenten geht nach einem Bericht der Nachrichtenagentur CTK weiter hervor, dass der deutsche Geheimdienst im Widerspruch zum deutsch italienischen Freundschafts¬ und Beistandsvertrag in Italien tätig war und zum Beispiel A-ussenminister Ciano „beschattete“. Ausserdem seien Beweise dafür gefunden worden, dass die NSDAP eine Sonderkommission ins Leben gerufen habe mit dem Ziel, „die Geschichte der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Dollfuss im Jahre 1934 und der Zeit vor dem „Anschluss im Jahr 1938 zu fälschen“. Strougal teilte mit, das» man auch Informationen über Agenten und V-Männer des SD und der Gestapo gefunden habe, die man jedoch „aus Sicherheitsgründen“ jetzt noch nicht veröffentlichen könne. Die Auswertung der Dokumente gehe weiter. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» ízq. T, E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500— pro Jahr Ausl. $ 800,— jährl. Ein gerechtes Urteil Paris. — Ein französisches Gericht wies die Klage ab, die der Verteidiger des Nazismus und des Vichy-Regimes Paul Rassinier gegen den Präsidenten der Internationalen Liga gegen Rassenhass und Antisemitismus Bernard Lacaehe erhoben hatte. Lacaehe hatte in seiner Zeitschrift „Das Recht zum Leben“ den Kläger wegen seiner reaktionären Ideen verschiedentlich angegriffen. Das Gerieht entschied, dass die Vorwürfe des Herrn Lacaehe völlig gerechtfertigt seien. (OJI) Amnestie für Moarder? Bonn. — Im westdeutschen Parlament verlangte der Abgeordnete I. Eisenmann der Liberalen Partei die /olle Amnestie für alle Judenmörder. Er behauptete, dass ihm während seines Besuches in den USA selbst die „Freunde der Zionisten“ versichert hätten, diese Amnestie müsse erklärt werden, um „das jüdische und deutsche Volk zu versöhnen“. (ZINS) PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und mverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN H A E U S E R N VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KTTLTU SSTICKE REIEN Schabbosdeckeb - TaJJißbeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand- und Maschioenstickerei vod Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T, E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 stellbaren Grausamkeit wiedergegeben. Das Wort Greuel-Propaganda sollte nur der breiten Oeffentlichkeit einreden, dass die von den „Greuel- Propagandisten“ behaupteten Verbrechen nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Sie haben aber in allen Fällen einer Wahrheit entsprochen, die den meisten Kreisen schon zu Beginn dieses Terror-Regimes bekannt war. Dies -wird sich aus den weiteren Darstellungen über den Reichtstagsbrand ergeben, die in der nächsten Ausgabe der J. W zum Abdruck gelangen wer den. MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 ü. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE V1AMONTE 2637 4? ß. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. 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Pfeiffer war schon einmal wegen mehrerer Attentate auf jüdische Geschäfte im Jahre 1956 zu 90 Tagen Gefängnis verurteilt worden, die er jedoch damals nicht zu verbüssen brauchte. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO APARATO CIRCULATORIO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY T. E. 87-1362 Sarmiento 3116 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. IOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN ■ Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN. Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. T. E. 44-9493 u. 44-1542 SANTA FE 1391

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