Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2097 (2.1.1965)
- Date
- 1965-01-02
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Sábado, 2 de Enero de 1965 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N® 2097 $ )>s I dass wir t *. «tae fl ** a \Wu *let des Sta AT ^htn» Uß4 «e Rvievn «s£ Rajamim" tl “»***.£ i Oradea de! Pian Arb?« en Israel sea°I* Jasovich s, emulandoia jos ® su familia. «r Arbeit; Kleiber ®u eten als Ablösung tbieit ihrer Toth- :va mit Herrn To. do Burstein cten i $ 15.000.-; die Wen werden in Buch“ eiligeausserdem werauf den Namen i gepflanzt. iar Hirsch Jakob.;es uns anlässlich, enen Hochzeit“ iunschgemäss Marne auf den Ehepaares und auf die Namen’ enberg, Feodct Rosa simson, gel unseren Frenn- Unterstiitiung. idienst: :h- sowie Trau- und ßaurndiler Gelegenheit, nter folgenden mern aufzuge- Weinstem Ehrlich Lubascher Wertheimer i etariat. •etariat „ye VHS?., '■■¿un ter Jizch ï-sr Bialik, Tschernichowski und Schneur, das glänzende Dreigestirn der modernen hebräischen Dichtung, sahen die Tragödie des europäischen Judentums voraus, aber erlebten sie nicht; sie •waren nach Erez Israel gegangen. Der jüngste dieser Dichter-Generation, Jizchak Kazenelson, galt seinen Zeitgenossen als Sänger der Lebensfreude. Gerade er, der als letzter in Europa blieb, wurde Zeuge und Opfer des Untergangs und sang „Das Lied des ermordeten jüdischen Volkes“. Geboren im Jahre 1886 in Karlitz (bei Minsk) als Spross einer alten Rabbiner familie, zu deren Ahnen der Verfasser des „Tossafot Jom- Tow“ gehört, von Heine als „Rabbi Jtida, der Navarrer“ in der „Disputation“ mit einem leichten Kern von Ernst zynisch verspottet, schlug Jizchak Kazenelson selbst eine Brücke zu Heine, dessen „Buch der Lieder“ er ins Hebräische übertrug. Schon von frühester Jugend an hörte Jizchak Hebräisch, Jiddisch und Deutsch. Mit 10 Jahren kam er mit der Famüie nach Lodz. Sein Vater glossierte in hebräischen Dichtungen die Schwächen der „Haskalah“ und war Mitarbeiter der ersten hebräischen Enzyklopädie „Haesch. kol“. Jizch'.k absolvierte sechs Klassen an der vom Vater gegründeten Schule für begabte Kinder. Da der Vater jedoch aus Berufsgriinden sich meist in Warschau befand, war Jizchak auf Selbststudiumangewiesen; zugleich arbeitete er als Wp Seine Mutter, die dem Sohne ihre Theaterleidensoheft vererbte, eröffnet« ihm O'-n Zugang zu den Dra. whtikern; Jizcbalr las Stiebe-- spsare, Garthe, Schiller. Grillparzer, Hebbel, Kleist. von Or. HERBERT ROSENKRANZ (Jerusalem) Maeterlink aber auch Goldfadens jiddische Stücke. Er deklamierte auswendig und spielte ganze Szenen. Später vertiefte er die Eindrücke als eifriger Besucher im Lodzer „Deutschen Thea ter“, und auf seinem weiteren Lebensweg spielte das Theater in Genf, Bern und Berlin eine grosse Rolle wo ihn besonders das Lessing- Theater un^ die Reinhardt Bühne anzogen; für Max Reinhardt schrieb er den Einakter „Die Moderne“ Auf einer Reise nach Litauen zu einer verwandten Rabbinerfamilie lernte er in Warschau mit 17 Jahren Abraham Reisen und J. L. Perez kennen, denen seine ersten Gedichte bereits bekannt waren und die ihn ermutigten. Die Dichtung „B’Gwulot Litah“ („In den Grenzen.Litauens“), die fest in sich wurzelnde Menschen des Rabbinerhauses schildert machte ihn berühmt und brachte ihn Bialik nahe. Sei ne Gedichtbände „Dimdumim“ (Dämmerung), „Mnch. madim“ (Edelsteine), „Zafri. rim“ (Morgenwinde) in drei Bänden, „Gan Jeladim“ (Kindergarten), letztere mit eigenen Zeichnungen illustriert, enthalten köstliche Lieder, die, reich an Volksmotiven, voll Musikalität und Humor sind. In die gleiche Richtung weisen seine jiddische Anthologie" „Gesang und Spiel“ und der ebenfalls jiddische Erzählungsband „Das weisse leben“. Die Früchte von zwei Besuchen in Erez Israel sinrj Lieder, die das schaffen des Volkes und und die Natur Israels besingen. Für die Schüler seiner hebräischen S-chu. 1« in Lodz, die er bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges leitete, schuf er ne- 0LA TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Groesoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina il., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusavisgabe S 35.00 f SUBSKRIPTIONS-EIN LADUNG der ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 30.— BILDPEOSPEKT KOSTENLOS DURCH: - Edition „OlAEiffEHU“' TEL AVIV, P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen in deutsener Sprache Die Preise sind in U$A-Dollar angegeben ten hebräischen Auswahl- Sammlungen, Grammatik- und Lehrbücher, Nachdich. tungen der Bibel und alter Volksstücke wie „Josef und seine Brüder“, „Jiphta“ und das „Ahasweroschspiel“. Hiermit berühren war ein anderes Gebiet, auf dem Jizchak Kazenelson bah nD rechend war: das hebräische Theater. Das erste Theaterstück „Die Sonne! Die Sonnei“ das ron der „Habima“ im Jahre 1918 in Moskau unter der Regie Wachtangows aufgeführt wurde, ist der erste Teil der Trilogie Kazcnel. sons: „Wir leben und sterben“. Hier wie in den Komödien und Dramen „Dekadent“, „Karikaturen“, „Der Kreis“ „Burschen“ (gleichzeitig erschienen mit der Dichtung „Galut“) charakterisiert er das Kleinbürgertum, den Zusammenprall von Klein- und Grossstadt und sich selbst in bald grotesk - verzerrten, bald tragisch-lyrischen Dichtergestalten. Ihre Uoberhöhung finden sie in seinem Hauptwerk „Dei Prophet“ einem lyrischen Drama, in dem Elisa die Baalsgötzen der Philister bekämpft. Sein Drama „Tarsehisch“ („Jaspis“), das auch ins Polnische über, setzt wurde, zeigt den Antagonismus der jüdischen und polnischen Gesellschaft zu Beginn des Ersten /Weltkrieges. Er selbst übersetzte seine Schauspiele ins Jiddische, aber seine Hauptwerke , B‘- Gwulot Litah“ und „Hana. bi“ („Der Prophet“) liess er uniibersetzt, denn im Hebräischen sah er sein eige :tliehes sprachliches Medium. Ein Leitmotiv schon seiner frühen Dramen und Dichtungen, besonders semeT schwermütigen Eleg.en, aber auch eine Quelle des Frohsinns ist sein Lebensdurst aus Furcht vor Tode Code. Er heiligt die Einmaligkeit des Lebens, für dessen Verlust es keinen Ersatz gibt, den Tag, der, verloren, nicht durch den nächsten aufgewogen werden kann. Ihm graut vor dem ersten grauen Haar, das ihn daran erinnert, wie ihm das Leben unaufhaltsam entgleitet. Aus dieser Heiligung des Lebens, aber auch aus seiner tiefen Enttäuschung über die Deutschen, deren Kultur ihm so teuer war, erklärt sich die Wucht seiner Anklage und des Hasses nicht nur gegen den Verfolger, sondern auch gegen jüdische Kollaborateure. In der verloren gegangenen Dichtung „Jiskor“ (1940) und deren Fortsetzung „Die Stadt des Mordens“ (1941) fordert er Vergeltung für Drangsal und Verfolgung. Er verstummt, als er mit seiner Frau und seinen drei Söhnen mittellos nach Warschau flüchten ' muss. Erst im unterirdischen Gymnasium, das er für die „Dror“- Bewegung in Warschau errichtet, findet er langsam einen Weg aus der Erstarrung heraus. Aber seine Sprache ist jetzt Jiddisch, die Sprache des Volkes und des Leides. Er, der einst Heine ins Hebräische übertrug, klagt ihn nun an, dass er mehr für sein Volk getan hätte, wenn er iu Sc-scc’, Sprache, in Jiddisch, gedichtet hätte. Kazenelson lehrt seine Schüler die Propheten in bitteren Auseinandersetzungen mit ihnen und mit Gott, der die Schändung seines Ebenbildes, in dem er doch selbst geschändet wird, zulässt und schweigt. Sein Ge. dicht „Der Ball“, das die sozialen Misstände im Ghetto behandelt, „Lieder der Kalte , „Lieder des Hungers sind spontane Reaktionen auf Leid und Tod. Er schreibt das Drama eines neuen „Hiob“, und in dem „Lied über den Rabbi von Kadzin“ entschuldigt ded Rabbi Gott, da dieser selbst gegen die Macht des Bösen ohnmächtig ist; als der Rabv! -*”1 , einem Massengrab K ddisch sagt, steht Gott neben ihm — und weint. Schliesslich verliert der Dichter seine geliebte Frau und zwei Sehne. Die letzten Kampier des Ghetto.Auf. standes, an dem er teilnahm sind, gefallen. Kazenelson selbst gelangt in das französische Lager Vittel aufgrund sudamerikanischer Papiere, und es sind ihm dort noch einige Monate des Lebens gegeben. Er findet aufwühlende Anklagewörte gegen t'L?eutschen> Kegen jüdi. Kollaborateure, gegen Erde, Himmel und Gott im „Lied des ermordeten jüdischen Volkes": juuiscnen „Wo sind meine Dichter? Wo / die Maler, Sänger? Wo? Erschlagen . . . ihre Häupter fauien, ruhmgekront. / Und soll ich nur die Ruhmgekrönten / nennen? Unbekannte starb als Gottes Ebenbild / ...Ob Jiz chak Cukerman noch lebt? / Er kämpft. Auch Ziwia kämpft. Doch: lohnt ihr K. mpf / Wer kann das wissen? Noch blüht Glaube, der öie Welt verschönt. / Wer wagt zu sagen, uns sei nichts geblieben? Seht / die kämpferische Jugend, die nach Freiheit strebt; / Verdient ■S2 nicht den sieg? Ist die. •ser Kampf / umsonst? Das Ghetto brennt. Die Mauern ' brennen. Heute nacht / verarennt der letzte Jude. Und das Feuer leckt. Und lfkh/ Vnd wa-mss Blut G.ahlt auf. Und grell be- Blut /.den Himmel. Wacht im Himmel Gott? Gott selber sieht: den Schluss“. — Zitiert nach dem Buch: Jizchak Katzenelscn: „Lied vom letzten , - Nachdichtung aus dem Jiddischen VOn Hermann Adler — Verlag Oprecht Zürich, Zürich 1951. Das Epos wurde in drei FW^11’ w d‘e unter einem Pfosten des Stacheldrahtzaunes des Lagers verscharrt wurden, gefunden. sein Dichter wurde am 29. Anril 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. NEUE BUECHER Franz Oppenheimer: Erlebtes — Erstrebtes — Erreichtes, Lebenserinnerungen, Joseph Melzer Verlag. — Der Arzt und- Soziologe Franz Cppsnlieimer gehört zu den Männern, die auf die heranw chsende akademische Jugend in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts, vor allem auf die jüdischen Studenten, einen grossen und bleibenden Einfluss aus. geübt haben. Oppenheimers .Staat“ wurde von dieser Jugend immer wieder und wieder durehstudiert, vor allem in den zionistischen Kreisen, zu denen sich der aus Berlin gebürtige, in Frankfurt amtierende Professor für Soziologie selbst zählte. Wie weit die Wirkung dieses Suchers nach sozialer Gerechtigkeit und Lehrers einer modernen Gesell Schafts form reichte, beweist die beinahe rührende Anhänglichkeit seines Schülers Ludwig Erhard, des heutigen Bundeskanzlers, der dem Erinnerungäbuch Oppenheimers ein .Geleitwort“ gewidmet hat. Das Buch ist glänzend geschrieben und macht die Zeit vor und nach 1900 lebendig, Menschen, Zustände. Begebenheiten, Atmosphä. ren, Strassen Städte und Ereignisse, die — wenn sie ein wenig unserer Gegenwart näher rücken, je nadh dem AJter des Lesers eigene Erinnerungen und eigene Erlebnisse wachrufen. Die eigenen Lebenserinnerungen dieses bedeutenden Mannes, dessen .liberaler Sozialismus“ eigentlich erst in unserer Zeit zu wirkender Kiaft genommen ist, werden durch eine Reihe von Berichten und Aufsätzen von und über Franz Oppenheimer ergänzt, die einen interessanten, langen Nachtrag bilden und das Bild dieses ehrlichen Kämpfers für den Fortschritt der Gesellschaft abrunden..— David Benedictus: Der vierte Juni, Roman, erschienen beid Kindler, München 1964. In diesem Erstlingsroman schildert der Autor die Zustände im College Eton, der Schule der englischen Ari. stokratie. Schonungslos kritisiert Benedictus das System der Heranbildung und Erhaltung einer gesellschaftlichen Schicht, die keinen „Eindringling“ duldet. Mit welcher Grausamkeit man sich gegen einen solchen Ein. dringling zur Wehr setzt, wie man ihn seelisch zugrundezurichten versucht, bildet den romanhaften Hintergrund einer Darstellung, die ebenso Beifall wie Kritik gefunden hat .— Reffsr jüdischer Kinder Brüssel. — Pater Bruno, ein belgischer Priester, der 200 jüdischen Kindern im Kriege geholfen hat, wurde als Gast der Israelisch-belgischen Frcundschaftsliga und von Jad Waschern noch c'."' P^t0!* Ernno hatte die Kinder in wcIW'hcn und religiösen TnsUtc.Neinen versteckt. Papiere und Lebensmittelkarten be-ergt und nach dem Kriege sofort nach den Eltern und Verwandten der Kinder gesucht. Äehftüchkeif mH Hitler Bonn. — Eine neue 50- Pfennig-Marke, auf der neben einem Schlosstürm ein Baum zu sehen ist, ‘ dessen Zweige auffallend dem Gesicht Hitlers ähneln, fand starken Absatz in Westdeutschland. Die Bundespost, die ein grosses Defizit aufweist, ist über diese Einnahme erfreut, hielt es jedoch für angebracht zu dementieren, dass der Künstler, welcher die Marke entworfen hat, diese Aehnlichkeit beabsichtigt hätte. Sie teilte gleichzeitig mit, dass sie die Marke nicht aus dem Verkauf ziehen werde. Der Zeichner, dar 39jahrige Ctto F.ohse aivi Hamburg, behauptete, er habe nie Gesicht Hihei? auf der Marke entdeckt. ..ehr;;awillig wie die Jir.y dcr’ Rrhrrrv-altung, ö!-3 d u I ..«; -urf pvcmiiert hct“. Pr r-i nk"tial3 ein BmrWfrrr ri - Führers'gewesen, so cihbirte er, g'"nz im Of.g'rur h\ dann seine Familie .coli":o -'ter anllnazic tischen Eck rnnenden Kirche an. (ITA) Israelischer Pretest Paris. — Israel hat die pariser UNESCO-Zentrale aufgefordert, in Moskau gegen die Diskriminierung der sowjetischen Juden zu intervenieren. Die israelische Kritik richtet sich in erster DU nie gegen die Beschränkungen, die den Juden auf kulturellem Gebiet auferlegfc sind. (ITA) Bitten sprechen wir aus: 1. Die noch Fehlenden sollten nun ihre wuerdige Beisteuerung ueberweisen. 2. Diejenigen, die bisher nur geieichnef, aber noch nicht gezahlt haben, sind ersucht, dies jetzt zu tun. 3. sein, rarere uuoies! M umm m - " ■ Stute. A m « zu sieifeiir »mq mi Inkasso m Y£?n^!£ten, COMITE CENTRCEURQFEl DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajc-sssd) Sarmiento 2376, III. — T. E. 474820 ■Wöifcvj Ah ' "’1