Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2096 (26.12.1964)
- Date
- 1964-12-26
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614777--3658-9614781- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
\ S — Sábado, 26 de Diciembre de Í964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N° 3096 Ereignisse der Woche Betrachtungen über Judenhass Die obigen zwei Verkehrtdrucke israelischer Briefmarken in den Vierten von 8 und 12 Agorot der Tierkreis-Serie werden am 20. Januar 196i in Sonderbogen erscheinen. <***>?< Musik in Buenos Aires COMENTARIO ist eine Vierteljahreszeitschrift, die vom Jüdisch-Argentinischen Kultur- und Informations- Institut heraus gegeben wird. Sie ist Commentary. der Zeitschrift des American Jewish Committee, nachge macht, wobei, .nuchgemacht“ im besten Wortsinne gemeint ist, denn Commentary ist nicht nur Vorbild, sondern auch der grosse Bruder. Denn das American Jewish Committee hat schon vor Jahren die Anregung zur Schaffung des genannten Instituts gegeben, das eigene Wege zu gehen suchte, unabhängig von der DAIA und vom argentinischen Judentum sich absondernd, sagen wir als die oberen Tausend, obwohl es in Wirklichkeit vielleicht nur Zehn waren. Die häufig gegen die allgemeinen Interessen der argentinischen Juden versto - ssenden Sonderwege der Zweigstelle des American Jewish Committee haben nichts damit zu tun, dass Comentario eine ausgezeich. net redigierte Zeitschrift ist. über die wir bereits bei vielen Gelegenheiten gesprochen und ihre Publikationen wie einzelne Artikel gelobt haben, immer belehrend, nach wissenschaftlichen oder objektiven Gesichtspunkten abeefrsste Aufsätze, instruktiv und anregend bedeutet Comentario eine echte Bereicherung der jüdischen Veröffentlichungen in Latein ätrerika. Man kann nicht einmal sagen, dass die politische Beurteilung der Erscheinungen, Entwicklungen und Gegebenheiten in der jüdischen Welt, wie wir sie in Comentario anfinden, sehr weit von der allgemein herr. sehenden Auffassung entfernt sei. Eine den Stsat Israel stark bejahende Linie mit einem spürbaren zionistischen Einschlag hat auch Comentarlo stets seine betont positive Einstellung gezeigt. wie dies auch prak tisch und faktisch kaum anders zu erwarten ist. Die einzige Differenzierung wäre in der Akzentuierung der Galut-Position zu suchen, w’obei es nicht um die simple, wahrscheinlich kaum existente Frage der Galut-Bejahung geht. Denn wer könnte schliesslich die Existenz der Galut verneinen? Der Unterschied mag in der Reaktion auf gewisse antisemitische Tendenzen bestehen und in den Folgen, die man hieraus in der Pra. xis unseres Lebens und in der Einordnung unserer Gedanken zu ziehen bereit ist. Frage der Bewertung Warnende Stimmen, die bereits vor Jahren deutlich auf gefährliche, antijüdische Tendenzen und Strömungen in manchen lateinamerikanischen Ländern hin. gewiesen heben, sollten mit der Bemerkung „erledigt“ weiden, dass diese Beurteilung der Situation von zionistischen Zweckinteressen beeinflusst sei. Denn Alarmstimmung fördert die prozionistische Bereitschaft auch nicht zionistischer Kreise, und ausserdem schaffen ne. gative Diagnosen — populär gesagt: Schwarzmalerei — eine Stimmung für die Alijah. Diese Form der Argumentation ist nicht besonders geistreich, aber überzeugt mitunter Menschen, die nur von weitem oder oberflächlich sich mit dieser Problematik beschäftigen. Dass die Juden sioh an Aufregungen durch unerfreuliche Hetzartikel, an Zwischenfälle und vielleicht sogar an den Zustand, verfolgt zu werden, mitunter sogar gewöhnen, ist eine bekannte Erscheinung. Vom psycholo gischen Standpunkt ist diese Reaktion oder Einstellung nicht so überraschend, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Die Gewöh. nung spielt im menschlichen leben eine entscheidende Rolle, wobei der Bildungsgrad oder die Zivilisationsstufe des einzelnen nicht so stark ins Gewicht fällt, wie man annehmen möchte. Anders kann man es auch nicht erklären, dass sich die argentinischen Juden nach den alarmierenden Vorfällen vor einigen Monaten gleichsam von einem Tag zum anderen beruhigten und die Gefahren vergassen, denen sie kurz zuvor noch auf allen möglichen Wegen und Umwegen entweichen wollten. — Da die Juden durch die steten Verfolgungen und die beinahe immer vorhandene Gefahr, verfolgt zu werden, sowohl überempfindlich wie besonders hellhörig für diese Probleme geworden sind, glauben sie in umgekehrter Folgerung selbst daran, dass i manches übertrieben wird. Diese Vermutung ist meistens eine Fehlspskulation. Man wiegt sich in Selbstsicherheit, weil man einfach sagt, so schlimm wird es schon nicht sein, wie es die anderen machen. Comentario warnt In seiner letzten Nummer (40), die wiederum geschickt und interessant zusammengesetzt ist, schrieb u. a. Jorge L. Garcia, Venturini einen Aufsatz: „Reflektionen über die antisemitische Frage in Argentinien“. Der Autor ist einer der bekanntesten Essayisten aus dem Kreis der jungen katholischen Schriftsteller des Landes. Garcia Venturini ist Professor #an der Katholischen Universität. Seine Analyse der negativen Erscheinungen des Antisemitismus verdient in jedem Fall grosse Beachtung. Mit dem Begriff ,Rassismiis‘ könne man das antisemitische Problem nicht erklären. Hieraus eine Rassenfrage machen zu wollen, würde bedeuten, das Problem zu verniedlichen. Man könne auch nicht einfach sagen dass der Antisemitismus in Argentinien unabhängig vom allgemeinen Antisemitismus oder nur eine Folgeerscheinung hiervon wäre. Bereits ein Fehler oder eine grosse Schwierigkeit« erwächst aus der Tats' che. dass ein hoher Prozentsatz der in Argentinien lebenden Juden — der Autor sagt 95 Prozent — nicht wisse, was eigentlich ein Jude sei oder was es bedeutet, ein Jude zu sein. Bedeutet dies, so fragt er weiter, einer Rasse, einer Religion, einer Nation, einem Volke oder einer anderen Gruppe, die schwerer zu definieren ist, anzugehören? — Aber nicht nur die Juden seien unwissend, auch die anderen sind es. Hierzu gehören die Politiker, Parlamentarier, Priester. Ge. werkschaftsführer und Militärs. Diese wissen nicht, was ein Jude ist, aber sie verachten ihn auch dann ein wenig, wenn sie keine antisemitischen Gefühle gegen die Juden hegen. Manche stellen einfach Juden und Kommunisten gleich, aus Unwissen, nicht aus Schlechtigkeit. Nach diesen Betrachtungen kommt dann der Autor zu einer Feststellung, die überraschend wirken muss, die man aber sich merken sollte. Venturini schreibt, seine Ausführungen seien zwar nicht erschöpfend, er wolle aber deutlich hervohheben, dass er zu gewissen Erkenntnissen gelangt sei: Er könne nicht denen folgen. die es für ausgeschlossen halten, dass in Argentinien eine antijüdische Politik getrieben werde, die zu Verfolgungen und sogar zur Ausrottung (exterminio) der Juden führen könne Die Folgen Als Menschen, die sich mit Tatsachen zu konfrontieren gewöhnt sind und, als verantwortliche Menschen einer bestimmten Gruppe, mag man sie als Rasse, Volk. Religion, Nation oder sonstwie katalogisieren, müssen wir die Konsequenzen ziehen. Die Stimme eines Mannes wie des Prof. Garcia Venturinl sollte nicht überhört werden. Die ständige Analyse unserer Situation ist vordring lieh. Wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass die Möglich, keit einer antijüdischen Politik in Argentinien mit den angedeuteten Folgen bis zur Ausrottung vorhanden ist. Communiqué der DÂ1A In einem an die jüdischen Organisationen in Argentinien gerichteten Communiqué teilt die DAIA mit, dass in der letzten Sitzung ihres Beratenden Plenarausschusses die beteiligten Institu. tionen einstimmig den Beschluss fassten, neuerlich zu erklären, dass es ausschliesslich der DAIA züsteht, die jüdische Kollektivität des Landes in ihren Beziehungen zu den staatlichen Behörden zu vertreten und in Fragen von allgemeinem In. teresse vorstellig zu werden. Das Plenum ersuchte alle Sektoren um die Einhaltung dieses Prinzips und um Wahrung der Disziplin und Verantwortlichkeit. damit die Dachorganisation imstande sei. ihrem Auftreten das nötige Gewicht zu verleihen. Die jüdischen Siedler Im Sitz der Jüdischen Handels- und Industriekam. mer hielt Dr. Lieber mann einen Vortrag über die Geschichte der jüdischen Siedler in Argentinien. Dr. Lie bermann, der der Verfasser eines Buches ist, das den Ti. tel „Tierra soñada‘‘ trägt und vom Nationalfonds für Künste prämiiert wurde, berichtete interessante Einzelheiten über den Beitrag dieser Siedler zur landwirtschaftlichen Entwicklung ihrer neu. en Heimat. Er wies darauf hin. dass es diese Juden waren, die im Jahre 1904 in Basavilbaso die erste Land wirtschaftskooperative gründeten und damit ein Beispiel gaben, das heute überal! im Lande Nachahmung gefunden hat. Der Redner hob hervor, dass in Carlos Casares von den jüdischen Siedlern zum ersten Mal Sonnenblumen gepflanzt wurden, die heute 2 Millionen Hektar argenti. nischen Bodens bedecken. In der Gegend von Moisés Ville wurde Futterklee angebaut, der die Grundlage für den heutigen Viehreichtum der I Gegend schaffte, und sie sälieoerabend RAQUEL ZIPRIS Im Rahmen des vom Tea tro San Martin durchgeführten Frühlingszyklus gab die in unserem Musikleben bekannte und geschätzte Sopranistin Raquel Zipris ein von Donato Oscar Colacelli am Flügel einfühlend begleitetes Konzert, dessen heterogenes Programm der Künstrin Gelegenheit gab, ihre modulationsfähige, tragende Stimme in allen Registern brillieren zu lassen. Mit Henry Purcells Arie aus „Dido and Aeneas“: „When I am laid in Earth“ (englisch gesungen) beginnend, interpretierte sie in deutscher Sprache „Welche Labung“ aus Haydns „Jahreszeiten“, Schumanns „Nussbaum“ und das Brahmslied „Willst Du. dass ich geh?“, um die reizvolltemperamentvollen „Si.ben Kinderlieder“ von- Dimitri (sic) Borisovich Kabalevsky russisch zu bieten. Der zweite Teil der Spielfolge nannte Lieder der argentinischen Komponisten Löpez Buchardo, Pascual Quarantino, Valdo Sciamarella und Roberto Garcia Morillo, in der Landesspraten als Erste Sorghum. Er unterstrich, dass die Söhne der ersten Siedler sich dem Studium der Ackerbaukunde zuwandten und zahlreiche bekannte Agronomen aus Daren Reihen hervorgingen. che vor getragen; aus der Feder des Letztgenannten beeindruckte sehr „De la Rosa“. Anschliessend sang Raquel Zipris zwei englische Lieder von Britten und Herbert Hughes, um das Konzert in Kompositionen brasilianischer Tonsetzer (in Originalspradhe ausklingen zu lassen. Die musikalische und intelligente Künstlerin musste sich infolge langen Applauses noch zu mehreren Zugaben verstehen, von denen das Hebräisch gesungene berühmte Ravel-„Kaddisch“ einen tiefen Eindruck hinterliess. Das sechssprachige, keineswegs leichte Konzert brachte Frau Zipris grossen Erfolg ein. In diesen Tagen tritt das Pianistenehepaar Tila und John Montes eine neue Konzertreise nach Europa an, die es durch viele wichtige Musikzentren der Alten Welt führen wird. Unter anderem geht die Tournée durch Den Haag (Konzert unter Van Otterloo), Hamburg (Dirigent: Schmidt - Isserstedt), Rotterdam (Decker) und Wien. Ausserdem werden die Pianisten in den Rundfunksendern von Berlin, Brüssel, Wien, Hilversum, Hannover u. a. gastieren, um im März wieder ihre hiesige didaktische und interprétative Tätigkeit aufzunehmen. Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20 Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tau weiter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMEiR GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval. Merkwürdi ge Rechtsfäll .e Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDEBVERKAEUFER — ALLE NEUAVSGA BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Bu*»o? Airea, R*p Argentina Curt B. M. Weissstein .1" n STATT KARTEN Die BAR-M1ZWAH unseres Sohnes DANIEL findet s.G.w. am Schabbat Waera, den 2. Januar 1965 (28. Tewet 5725) um 8 Uhr 30 in der Synagoge Achdut Jisroel, Moldes 2449, statt. — Talmudischer Vortrag (D’raschah) des Bar.Mizwah: 19 Uhr, Moldes 2449. Empfang: Sonntag, den 3. Januar 1965, 11—13 Uhr, Nahuel Huapi 2504, p. baja, dto. C. PAUL FLEISCHMANN u. Frau HILDE, geh. STOPPELMAN LUACH — (KALENDER) Sonnabend, den 26. Dezember 21. Tewet Parschat SCHEMOT 2. B. M. II — VI 1 Haft. Yeschayahu XXVII 6 Sonntag, den 27. Dezember Montag, den 28. Dezember Dienstag, den 29. Dezembe Mittwoch, den 30. Dezember Donnerstag, den 31. Dezember Freitag, den 1. Januar 1965 Sonnabend, den 2. Januar XXVIII 13 - XXIX 22 23 22. Tewet 23. Tewet 24. Tewet 25. Tewet 26. Tewet 27 Tewet 28. Tewet Parschat WA’ERA 2. B. M. Vi 2 — IX 35 Haftara Yecheskel XXVIII 25 — XXIX 21 Neumondankündigung SCHWAT Sonntag, den 3. Januar 29. Tewet Rosch Cbodesch SCHWAT Montag, den 4. Januar 1. Schwat