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Jüdische Wochenschau · 1964-12-26 · 2096 (26.12.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2096 (26.12.1964)
Date
1964-12-26
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Sábado, 26 de Diciembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N* 369$ Frieden sollte herrschen (Schluss von Seite 1) theorie war eine andere verfehlte Methode, um das Ideal der Gleichheit aller Menschen herbeizuführen und zu einer gerechten sozialen Ordnung' zu gelangen. Es war ein grossangelegter Versuch, die Forderung nach Gerechtigkeit aus der Welt der Gedanken in eine harte Realität zu transponieren. Marx und Engels haben dazu aufgerufen: ..Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“, in der Meinung, auf diesem Wege bestehendes Unrecht zu überwinden. Aber es war ein Kampf- und Kriegsruf. der in den meisten Ländern an der sicherlich ebenso gefährlichen Front chauvinistischer Einigungs - Parolen scheiterte. Den Frieden haben Marx. Engels und ihre russischen Nachfolger hiermit nicht herbeiführen können, auch nicht in ihrem eigenen Herrschaftsbereich. Wäre es nicht .natürli. eher“, die Frauen im Dienste des Friedens aufzufordem. sich zu vereinigen? — Schon einmal war es eine Frau, die mit ihrem Rufe „Die Waffen nieder“ zur Vernunft gemahnt hatte. Zu einem Nobelpreis für den Frieden esreichte es aus, aber weniger als zehn Jahre später tobte der Erste Weltkrieg ... ni. Die Rassenfrage Das Menschengeschlecht verfällt durch göttliche Fügung in verschiedene Ras sen. Das ist .naturgegeben“. Es gibt weisse, schwarze, gelbe, braune und andersfarbige Rassen. Die weisse Riese dominierte in den letzten, uns bekannten Jahrtausenden. Ob das immer so gewesen ist. wissen wir nicht: denn die Geschichtsforschung reicht nicht sehr weit zurück, wenn wir das Alter Dr. FREY ABOSADO PUEYRREDON 219« 1® izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 des Menschengeschlechts berücksichtigen. Es handelt sich um die faktische Machtstellung der weissen Rasse, nicht um eine geistige oder kulturelle. Denn wir sind auf Kulturen gestossen, die viel älfer als die der weissen Völker sind. Es ist sicher, dass die gelbe Rasse in China schon Hochkulturen hervorgebracht hatte die erst lange Zeiträume später von der weissen Rasse erreicht wurden. Man kann aber die Menschheitsgeschichte nicht unter dem Aspekt betrachten, wer zuerst die besten Waffen, das Schiesspulver, die Kanonen und die Atombomben erfunden hat, oder wer zuerst skrupellos genug war. von diesen Waffen Gebrauch zu machen. Diesen Vorzug jedenfalls hat die weisse Rasse ohne Zweifel. Wie gering die Tiefenwirkung der Entwicklung der Menschheit gewesen ist, wie oberflächlich der Einfluss der grossen Ideale. Erkenntnisse und religiös-ethischen Postulate blieb, beweisen die Rasse nkämpfe in den Verei nigten Staaoen von Nordamerika, obwohl dieses Land ohne Zweifel die Hoffnungen der Völker auf Freiheit. Frieden und Fortschritt trägt. Die Diskrepanz zwischen Ziel und Wirklichkeit ist erschütternd. Unwillkürlich muss man an das Wort Lessings denken: „Es sind nicht alle frei, d;e ihrer Ketten spotten“ ... In den letzten Jahren er hielten drei Schwarze den Nobelpreis für den Frieden. Trotzdem ist die Diffamierung ihrer „Rasse“ noch nicht beendet. Die Macht der Mehrheit ist immer noch entscheidender als die Erkenntnis der Wahrheit. Noch herrscht das Faustreeht. Die Hymne auf den Frieden wird allerorts angestimmt, aber die Menschheit ist diesem Ideale nicht nähergekommen. IV. Die ReiigioL Es mag eine Frage des Glaubens sein, ob man die Verschiedenartigkeit der Religionen oder die Existenz verschiedener Religionen als .naturgegeben' hinnehmen will oder nicht. Unabhängig von der Antwort auf diese Frage müsste man annehmen, dass der Glauben an Gott die Menschen zusammenfiihrt. Von diesem Gedanken dürfte der verstorbene Papst Johannes XXIII. ausgegangen sein, als er seine Hand den Gläubigen aller -Religionen entgegenstreckte. Es mag auch die Ueberle gung mitgewirkt haben, dass eine Front des Glaubens in einer Zeit geschaffen werden müsse, indem die „Religion der Gottlosen“, unter ihnen vor allem der Kommunis- PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und , inverbindlich beim Kauf i oder Verkauf von I GESCH.4EFTEN WOHNUNGEN j HAEUSERN } VIRREY DEL PINO 2262; T. E. 73-TSS7 j JUOITF SCHENKOLEWSKI t KULTUSSTICKEREIEN ■ Schabbosdecken TaiJifis beutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche * Dr. P. I. RIVERA 2585 I (fr. Bebedero) T, E. 73-9155 mus, als eine Bedrohung aller an Gott glaubenden Menschen anzusehen ist. Ob die vom Papst Johannes ergriffene Initiative und die Bestrebungen des gegenwärtigen Papstes Paul VI. zu einer Annäherung der verschiedenen Glaubensgemeinschaften führen wird, bleibt abzuwarten. Die den Frieden liebende Menschheit hofft, dass eine Besserung in den Beziehungen der verschiedenen Religionsgemeinschaften ermöglicht werden wird. Beinahe zweitausend Jahre hindurch war das religiöse Bekenntnis eine Trennungslinie zwischen den Menschen. obwohl alle Religionen die Nächstenliebe und die Achtung vor anderen Menschen predigen. Zu diesem Thema schrieb ein katholischer Gymnasiallehrer, der auch Religionsunterricht gibt, vor wenigen Wochen: „Religion ist etwas, was die Menschen trennt“. Dieser Satz enthält eine Feststellung, die in ihrer Klarheit und Wahrheit erschüttert. In allen Schulfächern lernen die Kinder zusammen, „bloss in Religion trennen sie sich“. „Die Aufspaltung der Klasse, wenn Religion auf dem Stundenplan steht, sagt den Schülern mehr als der gesamte Ijehrstoff in Religion“ Die Klasse, von welcher der Autor spricht, zerfällt plötzlich in Katholiken und Protestanten. Es handelt sich also um christliche Religionen. Der Unterschied muss sich im Verhältnis zu nichtchristli chen Religionen also verschärfen. Religion, die Lehre von Gott und vom richtigen leben, die doch die Menschen zusammenführen sollte. trennt. Ist das eine Aufgabe der Religion? V. Die Bindung Obwohl die Menschen durch eine Fülle von naturgegebenen Tatsachen, von Lebensbedingungen, aber auch von Gedanken und Vorstellungen untereinander gebunden werden, entscheidet ihre Existenz eher das Tren liende als das Verbindende. Dabei ist der Mensch ohne Zweifel ein Gemeinschafts, wesen und kein .Einzelgänger'. Mit dem technischen Fortschreiten ist die gegenseitige Abhängigkeit noch um ein Vielfaches gesteigert worden. Alle Menschen, die sich als zivilisiert bezeichnen, können ohne den Nebenmenschen, ohne die Gemeinschaft garnicht existieren. Der Prozess der ständig weitergehenden Spezialisierung zwingt den einzel nen Menschen in die Gemeinschaft. Sein Leben steht still, wenn das Leben der Gemeinschaft ruht. Beinahe für MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1043 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIA MONTE 2637 i* B. 46-1716 und 48-2124 Genosse Eichmanns verurteilt Wien. — Franz Novak, der ehemalige Adjutant Adolf Eichmenns und Chef der Transporte nach den nazistischen Vernichtungslagern, wurde zu acht Jahren Freiheitsstrafe wegen Gewalttätigkeiten und Miss, handlungen verurteilt. Die Richter des wiener Strafgerichts übten Milde mit Novak. Auf die Frage „Ist der Angeklagte der Anstiftungzum Morde schuldig?“ antworteten die Geschworenen „Nein“. Dagegen beantworteten sie die Frage, ob Novak sich Gewalttätigkeiten und Misshandlungen schuldig gemacht habe, weil er Transporte von jüdischen Man nern, Frauen und Kindern nach Auschwitz und anderen Ausrottungslagern organisierte, mit fünf zu drei Stimmen bejahend. Andererseits waren die Geschworenen einstimmig der Ansicht, dass Novak nicht unter dem Druck der Befehle seiner Vorgesetzten gehandelt hat. Novak, einst Eiobmanns „rechte Hand“, erbat drei Tage Bedenkzeit, um sich zu entscheiden, ob er Berufung einlegen wolle. jede Lebensäusserung ist er auf Dritte angewiesen; er würde ohne die Gemeinschaft verhungern, verdursten, untergehen, materiell wie geistig. Trotzdem sucht der Mensch das Trennende und nicht das Verbindende. Liegt hier ein geistiger, ein seelischer, ein materieller Defekt? — Stehen wir einer Krankheitserscheinung gegenüber? — Wo liegen die Ursachen, und wo ist der Heilungsprozess? Es wäre jedoch verfehlt, nur von einer materiellen Abhängigkeit zu sprechen. Die grossen Ideen der Menschheit weichen nicht wesentlich voneinander ab. Der jüdischchristliche Sittenkodex ist nirgends im Grundsätzlichen von dem anderer religiöser oder philosophischer Svsteme unterschieden. Wie soll man unter solchen Umständen den nicht überwundenen Kampf, die nicht ausgeglichenen Gegensätzlichkeiten erklären? — Wenn wir wirklich Kinder eines Gottes sind, wenn alle Menschen im Ebenbild Gottes geschaffen wurden, weshalb sind dann sich über Jahre erstreckende Konzilien erforderlich, um wenigstens den Frieden mit .Andersgläubigen' zu sehlie. ssen? Im Zeitalter der Atombomben gibt es doch nicht nur ideologische oder weltanschauliche, nicht nur von Vernunft und Erkenntnis diktierte, zwingende Gründe, endlich mit den sittlichen Forderungen ernstzumachen. Man darf nur nicht Wasser predigen und Wein trinken. Der Mensch, zu Grossem geschaffen, hat in unserem Zeitalter bewiesen, zu welchen Missetaten er geführt werden kann. Wann endlich wird er sich seiner eigentlichen Aufgabe .feiner menschlichen Aufgabe, bewusst werden? Wann endlich werden diejenigen, die sich zur Füh. Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN U. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 527734 Dr. B. Sdiwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA <915 ï. E. 56-4052 Neonazis im Saargebiet London. — Wie der „Daily Telegraph“ aus Saarbrücken in einer kurzen Notiz berichtete, verwüsteten kürzlich neonazistische Vandalen einen jüdischen Friedhof, auf dem 200 Juden begraben liegen, die während des Krieges von den Nazis im Saargebiet ermordet worden sind. Der Friedhof ist vor zwei Jahren von der kleinen jüdischen Gemeinde in Saarbrücken eingeweiht worden. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500- Ausl. $ - pro Jahr 800.— jährl. Neue Enthüllungen Jerusalem. — Die „Jerusalem Post“ kommentierte einen in der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ erschienene Meldung, dass aus kürzlich, aufgefundenen Nazi-Dokumenten hervorgeht, dass Papst Pius XII. während des Zweiten Weltkrieges eine deutschfreundliche Haltung bezog und es ablehnte, nichtkatliolischen Opfern der Nazi Verfolgungen zu helfen. „Der Spiegel“ teilte mit, dass die zufällig in den Ar. chiven des westdeutschen Aussenministeriums entdeckten Dokumente bald in Buchform veröffentlicht werden (sollen. (WJC) rung der Völker berufen fühlen, das Verbindende suchen und festigen, um das Ideal zu verwirklichen, das alle preisen: den Frieden! Die weisse Rasse beherrscht immer noch die Welt. Ihre Repräsentanten haben drei Schwarze mit dem Nobelpreis für den Frieden ausgezeichnet. Das genügt nicht. Sie sollten auch den Frieden schliessen. dessen Lobgesang im göttlichen Namen erklingt. Das ist heute übrigens nicht nur eine moralische Frage sondern eine Entscheidung über Sein oder Nichtsein. Kanadischer Kommentar Montreal. —■ Eine Erklärung, in der die Deklaration des Vatikanischen Konzils über die Beziehungen zwi. sehen Katholiken und Juden „mit Befriedigung“ begrüsst wird, wurde vom Kanadischen Jüdischen Kongress abgegeben, der im besonderen auf das Verdienst des Erzbischofs von Montreal, Kardinal Paul Emile Leger, um die Annahme dieses Dokuments in erster Lesung hinweist. (ITA) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO APARATO CIRCULATORIO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiente 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDTENRUSE ZÜRÜECK Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZ'. ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, TJE. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersucliungen SPRECHSTUNDEI' Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9433 u. 44-1542

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