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Jüdische Wochenschau · 1964-12-18 · 2095 (18.12.1964) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2095 (18.12.1964)
Date
1964-12-18
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 18 de Diciembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Aíio XXV. — N* 2095 — J For neuen Problemen sehen, die in Freiheit leben oder frei zu leben wünschen. DIE AUFGABE DES ZIONISMUS Fr« Abba Hillel Silver s. A. von HBHZL GESANG (Generalsekretaer der DAIA) Lateinamerika ist als erste« Ziel des sogenannten „AntizioniMi>us“ gewählt worden, und seine ersten Opfer sind die Juden. Diese neue Ausrichtung der alten antisemitischen Taktik macht sich mit grösster Schärfe in Argentinien bemerkbar und ihr gelingt bei den ersten Scharmützeln die Erfassung gewisser Sektoren der öffentlichen Meinung, was bei den besonderen Verhältnissen im Lande und der weitläufig und grossziigig durchgeführten Taktik nicht verwundern darf. Um das Phänomen wohl gm verstehen und die notwendigen Vorbeugungsmass. nabmen treffen zu können, sehen wir uns gehalten, den Weg zurückzuverfolgen, den die Antizionisten gegangen sind, und ihre unmittelbaren und mittelbaren Ziele zu prüfen. nationalitaet UND KULTUR Der lateinamerikanische Kontinent leidet unter der fast ständigen Krisis der politischen Unsicherheit, die durch sozial . ökonomische Krisen verstärkt wird. Diese wirken sich auf die Rechte und die Linke aus und schaffen eine Atmosphäre der Spannungen, die Wege zur Entladung suchen, welche nicht immer von den Regierungen gefunden werden. In diesen Prozess sehen sich mit grösserer Geschwindigkeit die Länder mit einer geschwächten Wirtschaft hineingezogen, in denen die demokratische Struktur das Spiel der freien Ideen gestattet. Anschauliche Beispiele, die die obigen Ausführungen erläutern, waren in letzter Zeit: die Revolution in Brasilien und die Präsidentenwahl in Chile. Wenn in Wirklichkeit der ganze Kontonent über die politischen Veränderungen besorgt ist, so besteht keine Zweifel, dass innerhalb eines jeden landes die jüdische Gemeinschaft die grösste Besorgnis bei diesen Wechseln bekundet. Die Erklärung ist einleuchtend : die Geschichte lehrt, dass bei jedem gewaltsamen politischen Prozess Ris Ausweg ein „Opferlamm ' gesucht wird. Dies ist gewöhnlich der Jude, Dies erklärt, dass die Juden in Brasilien sich von ihren Befürchtungen erleichtert fühlten, als ein Militärregime die Macht übernahm, und in Chile den Sieg der Christlichen Demokraten begrüssten. In ihrer Analyse zählt nicht das politische, soziale und ökonomische Programm der neuen Regierung, in dem ihre soziale un<j wirtschaftliche Stellung als Bürger des Landes eine Rolle spielt; ihre Ueberlegungen gehen dahin, wie ihre besondere Situation als Juden betrachtet werden wird, denn in seinem Innersten weiss der Jude wohl, dass er ohne Vorbehalte, unabhängig von seiner politischen Situation, beurteilt werden kann. ANTISEMITISMUS UND KIRCHE Die heutigen Theoretiker des Nazi-Faschismus, die ihr Hauptquartier in Argentinien aufgeschlagen haben, kennen dieses psychologische Problem von Grund auf und haben verstanden, dass ihnen direkte oder indirekte Angriffe gegen die jüdische Gemeinschaft bei ihren Plänen durch Verdrehung der Tatsachen zur Erhöhung der Spannungen dienlich sein können. Neue Zeiten erfordern neue Taktiken. Heute ist durch die aktive Teilnahme der Katholischen Kirche in ihren höchsten Sphären an der Beseitigung des Antisemitismus in der Liturgie in gewissem Masse ein Operationsfeld für die Antisemiten eingeschänkt worden, und diese ändern ihre Taktik und beginnen eine provokative und fortgesetzte Aktion gegen die „Zionisten“. — Wer sind die ersten, die davon betroffen werden? Jene, die ständig wachsam sein zu müssen glauben, die Furchtsamen, die Unsicheren, d. h. die Juden, die, gewohnt von Almosen zu leben, alles als ein Darlehen betrachten. Und so sehen wir mit grosser Ueberraschung und Schmerz in einer jüdischen Gemeinschaft, die ein Beispiel der Solidarität und Geistesstärke gab, die ersten Anzeichen der Schwäche und Flucht. Juden, die vor ihrem Judentum Angst haben, beeilen sich zu erklären, „Judentum ist nicht Zionismus“, und zu diesem Preis glauben sie, ihre Ruhe zu erkaufen. Sie geben sich nicht Rechenschaft, dass sie in dem Augenblick, in dem sie sich in dieser Form ausdrücken, schon verloren haben. Und das ist der Beginn des Sieges der Antisemiten. Sie ha. ben es bei ihrem ersten Versuch erreicht, die jüdische Gemeinschaft zu spalten, sie zu schwächen, zu gestatten, dass verschiedene Stimmen für die Gemeinschaft sprechen, und die Verdrehung der Realitäten herbeizuführen, die in fernen Zeiten aus dem jüdischen Volk ein Volk der Sklaven machten. Was suchen die Juden ohne Zionismus? Sicherheit, Ruhe, Gleichheit, Frieden? Niemals werden sie dies zu diesem Preis erlangen, denn die schwachen Völker können nicht fortleben. Nur die Starken im Gemüt und die Starken im Geiste, jene, die wissen, was sie sind und warum sie es sind, können fortschreiten und in der Zeit leben, stolz" und als ganze Menschen und zum Glück für das Volk in seiner Gesamtheit, trotz der Schwachen, jener, die abtreten. Efe gibt schon ein Geschlecht von Zionisten, die die volle Verantwortung auf sich nehmen, die bereit sind, für alle zu zahlen, selbst für diejenigen, die die Flucht ergreifen, denn sie wissen wohl, dass unser Schicksal unteilbar ist und der Glauben an den Zionismus der Glauben an Judäa ist Daher stehen wir in der ersten Reihe der Front, ohne Waffenstillstand oder die Erlaubnis zum Leben zu erbitten, wie es uns die Anti semiten oder Antizionisten zu gestatten vorgeben. Wir müssen auf eine einzige Art leben, so wie es geschrieben steht, als freie Menschen, mit unseren Eigenheiten, unseren Unterschiedlichkeiten, um uns so in den grossen menschlichen Rahmen einzufügen, in dem jeder Teil ein festgefügter und positiver Faktor in der Entwick lung der Menschheit ist. ZIONISMUS UND NAZIFASCHISMUS In Anbetracht der Merk male, die diese neue Aggression annimmt, welche unter dem Zeichen des Antizionismus Verwirrung stiftet, ist es unerlässlich, dass der Zionismus seine Pläne den Er. fordernissen anpasst und wieder, wie er dies vor sechzig Jahren getan hat, der Wirklichkeit dieses Augenblickes begegnet und energisch sein Wort spricht, damit es diejenigen verstehen, die verwirrt sind, und jene der Unseren, die sich verirrt haben, auf den guten Weg zurückgeführt werden uni, einmal auf dem guten Wege, nicht das Spiel der Feinde spielen, die nicht nur inse. re Feinde sondern die Feinde der Freiheit sind. Jene, die die Verschiedenheiten der Denkungsweise das freie Spiel der Ideen, die freie Bestimmung des Individuums in ihrem weitesten Ausdruck nicht akzeptieren, sind die gefährlichen Gegner, die einen Hitler hervor brachten, und die wieder einen anderen zerstörerischen Teufel der Menschheit erzeugen können. Das Ziel des Zionismus ist das jüdische Volk aus seiner Ohnmacht zu befreien, die Mauern seines inneren Ghet. ti niederzureissen und ihm zum Bewusstsein zu bringen, dass es völlig frei ist und alle Möglichkeiten besitzt, um sich wie jeder freie Mensch zu entwickeln. Wenn der Jude dies nicht tun kann, PEDRO KOSS und Frau GOLDE JULIO HAMMERSCHLAG und Frau BETTY geben die VERMAEHLUNG Ihrer Kinder ESTHER und ARN0LD0 bekannt. Trauung: Sonnabend, den 26. Dezember 1964, um 21 Uhr 30 in der „Congregación Obrera", Moisés Ville. Moisés Ville, Prov. Sta. Fe (F.C.N.G.B.) JÜÏDISCHES LEHRHAUS THG — BET ISRAEL — WIZO BIBELKURS (VIERZEHNTAEGIG) Leitung: Rabb. Dr. MEIR ROSENBERG NAECHSTER ABEND: Montag, 21. Dezember, 20.30 Uh; CABMER 2070 Tel.: 73.8922 wenn es ihm in den Ländern, in denen er sich niedergelassen hat, nicht zu tun gestattet ist, weil es ihm die Umstände verbieten, so kann er dies in Israel zu tun beginnen, wo der Zionismus die Bedingungen geschaffen hat, damit die Menschen ganze Menschen sein dürfen. Jene aber, die in ihren Wolinländern ein volles Leben führen können, haben eine doppelte Verpflichtung. Gerade weil sie frei sind, müssen sie den anderen helfen, damit sie es sein kön. nen; sie dürfen sich nicht nicht von falschen Auffassungen der doppelten Loyalität drängen lassen, die das Reinste, was der Mensch geben kann, einengen, näm. lieh das Verständnis und die Hilfe für den, der ihrer bedarf. Die Menschen in der Welt müssen für ihre Freiheit zahlen und sie denen bringen, die sie nicht besitzen. HUMANISMUS UND ARA¬ BISCHER FEUDALISMUS Der loyale Mensch ist dies nicht teilweise, er ist es ausschliesslich, er liebt sein Land, er liebt seine Familie, er liebt die leidende Menschheit. Heute ist Israel ein westliches Land im Mittleren Osten und ein Dorn im Fei. sche eines rückständigen arabischen Imperialismus. Dies ist der geheime Grund der antizionistischen Kampagne, dies ist der Grund weshalb die Repräsentanten der Arabischen Liga in Argentinien den grossen nationalistischen Feldzug mit den Dollars des Petroleum-Imperialismus führen, d**r grosse nationalistische Feldzug der mit Moskaus Unterstützung’ militärisch angekurbelten Länder. Diese Abenteurer entfesseln die Kampagne der doppelten Loyalität, denn sie selbst besitzen überhaupt keine, nicht gegenüber ihren Ländern, die sie im Rückschritt halten, nicht in ihren Ideen, die sich nach dem Petroleum.Dollar richten. Was suchen diese Skandalmacher in Argentinien? Das Chaos und die Verwir rung, die einzige Atmosphäre, die ihnen Gewinn verspricht. Doch zur gleichen Zeit werden die Juden, ob Zionisten oder nicht, dij Verlierer sein, aber auch die Demokraten und alle Men. Die Zionistische Bewegung in der Gegenwart muss angesichts der lateinamerika nischen Probleme aus ihrer Lethargie erwachen und nicht nur mit Schlagworten, die wunderbar klingen aber jeden Sinnes entbehren. „Mit dem Blick auf die Galut“ so hiess es in den Sitzungen des zionistischen Aktionscu. mités im März 1964. Es wurden auch die Probleme als dringend aufgezeigt, die schon ihre antizionistische Entwicklung auf unserem Kontinent genommen Hatten. Die Aktion wurde den lokalen Zionisten überlassen. Diese verteidigten sich, gaben Richtlinien und errichteten die ersten Positionen, doch die internationale Leitung, die Bewegung in ihrer Gesamtstruktur reagierte nicht und verstand noch nicht das Gebot der Stunde. Diese grosse Probe des Antizionismus in Lateinamerika und im besonderen in Argentinien kann zur Archil. lesferse für die Zionistische Organisation werden, derer nicht nur die Juden in der Diaspora bedürfen, um weiter Juden sein zu können sondern die auch Israe’ braucht, um das Mandat Herzls erfüllen zu können. 25jaehriges Jubilaeum Tel Aviv. — Der Kibbuz Dafna beging sein 25jähriges Jubiläum. Dafna hat eine Bevölkerung von 620 Seelen, von denen 357 Mitglieder sind. New York. — m Amerikä wurden ebenso wie in Israel anlässlich des ersten Jahr, zeitsthges von Dr. Abba Hillel Silver Gedenkfeiern abgehalten, um das Andenken dieses grossen Zionisten zu ehren. (ZINS) General Levy Cardoso Rio de Janeiro. — Der 62jährige, aus Rio gebürtige Waldemar Levy Cardoso wurde vom Präsidenten Brasiliens Cästelo Branco zum Armeegeneral beförder. Sein Bruder, der pensionierte Brigadier Armando Levy Cardoso war aktiv im jüdischen Gemeindeleben tätig und Präsident der Föderation jü. discher Gemeinden. (ITA) M0EBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschäi te mit der grössten Answahl. SARMiENTO 1147 T. E. 35 7033 CABILD0 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Monlevideo/Uruguay Einzelnummer 1.50 $ urug. Jahresabono 65.— $ urug. ANZEIGENANNAHME Librería Neulaender RIO BRANCO 1231 TeL 83887 EINZEL-VERKAUF: NEULAENDER RIO BRANCO 1231 JUEDISCHE BUCHHANDLUNG. FLORIDA 1230 Bitten sprechen wir aas: 1. Die noch Fehlenden sollten nun ihre wuerdige Beisfeuerung ueberweisen. 2. Diejenigen, die bisher nur gezeichnet, aber noch nicht gezahlt haben, sind ersucht, dies jetzt zu tun. 3. Die Quotenzahler sollten so freundich sein, mehrere Quoten auf einmal zu entrichten, um uns zu helfen, unnoetige Unkosten fuer Inkasso zu vermeiden COMITE CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessod) Sarmiento 2376, III. — T. E. 47-3820

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