Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2094 (11.12.1964)
- Date
- 1964-12-11
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 11 de Diciembre de 1964 I A SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N> 2094 Hochkonjunktur und ihre Folgen Israels Konjunktur ist weiter in ständigem Steigen begriffen, was wie auch in anderen Ländern zu einer Reihe vo« Erscheinungen geführt hat, die die Besorgnis der Wirtschaftler hervorrufen. Die Produktion schnellt immer mehr in die Höhe, wobei die Industrie jetzt die Führung übernommen hat. Ein Zuwachs des brutto-Nationalprodukts um über 18 Prozent pro Jahr gehört zu den stärksten, die zur Zeit in der Welt verzeichnet werden. Aber noch schneller als das Steigen der Produktion ging im letzten Jahre die Steige, rung der Löhne vor sich, und diese beiden Tendenzen haben auch im laufenden Jahre angehalten. Allein im Jahre 1963 stieg der durchschnittliche Arbeitslohn um 12 Prozent. Ehe Aufwärtsbewegung der Löhne war auch im Jahre 1964 zu verzeichnen, und es waren besonders die Gehälter aller Staatsbeamten, die recht beträchtlich erhöht wurden. Aber auch Industrie- und besonders Bauarbeiter konnten Lohnerhöhungen durchsetzen, die den Reallohn um etwa 5 Prozent ansteigen liessen. Der wachsende Mangel an Arbeitskräften, besonders an geschulten Arbeitern macht sich in steigendem Masse bemerkbar, woran auch die laufende, nicht unbeträchtliche Einwanderung nichts ändern konnte. Die offiziellen Statistiken für Löhne geben dabei gar nicht einmal das volle Bild, da vielfach Arbeitern auch zusätzliche Löhne und Prämien über die Tariflöhne hinaus schwarz gezahlt werden, nur um die Arbeiter Beduinen an der Universitaet Jerusalem. — Im neuen Semester haben an der Hebräischen Universität zwei Angehörige von Beduinenstämmen aus dem Negew ihr Studium aufgenommen. Beide sprechen Hebräisch,, Arabisch und Englisch. Der eine studiert Jura, der andere orientalische Sprachen. Bereits seit zwei Jahren zählt ein anderer Beduine zu den Studenten der Hebräischen Universität. (AWZ) Franzoestsche Sprachkurse Haifa. — Kürzlich wurde am Haifaer Technion ein Sonderkurs zur Ausbildung von Lehrern der französischen Sprache in Zusammenarbeit des französischen mit dem israelischen Erziehungs. ministerium eröffnet. von Dr. KURT OTTENSOOSER (Israel; zu halten. Gute Bau-Werkfiihrer erhalten heute Löhne, die die Gehälter höchster Staatsbeamten nicht unwesentlich übersteigen. STEIGERUNG DER IMPORTE Die beträchtlich höhere Kaufkraft der Bevölkerung macht sich durch eine sehr erhebliche Konsumausweitung fühlbar, die über den Produktionszuwachs der Industrie hinausgeht. Als Folge davon ist der Import in den ersten neun Monaten des Jahres aussergewöhnlich stark gestiegen während der Export diesem Tempo nicht folgen konnte, obwohl die industrielle Produktion um rund 15 Prozent und die landwirtschaftliche um ca. 12 % gestiegen sind. Infolgedessen stellte sich das Defizit des Aussenhandels Israels in den ersten neun Monaten des Jahres 1964 auf rund 350 Millionen Dollar gegenüber einem Defizit von 40'< Millionen Dollar für das ganze Jahr 1963. Man rechnet heute in den zuständigen Kreisen, dass sich das Gesamtdefizit für 1964 auf rund 510 Millionen Dollar belaufen dürfte. Diese Ziffer übersteigt bei weitem das im Wirtschaftsplan für 1964 vorgesehene Defizit. In einer vielbeachteten Rede hatte der Gouverneur der Bank Israel auf das Bedenkliche dieser Situation in Israels Aussenhandel aufmerk, sam gemacht und die Ergreifung von sofortigen Gegenmassnahmen gefordert. Der Ausschuss der Wirtschaftsminister hat Beratungen hierüber bereits aufgenommen, die aber noch nicht abgeschlossen werden konnten. - Man will die Eindämmung der Hochkonjunktur auf verschiedenen Wegen erreichen. Am Baumarkt sollen alle nicht unbedingt notwendigen Bauten der öffentlichen Hand eingestellt werden oder zumindest stark beschränkt werden. Theater, Museen, Versammlungslokale, Kinos usw. sollen nicht mehr gebaut werden. Auch der Bau von Luxuswohnungen soll limitiert werden und eine be. sondere Abgabe auf solche Bauten wurde beschlossen. Bei dem Bau der Siedlungswohnungen, wie auch von Hochhäusern werden mehr und mehr Methoden zur Erstellung vorfabrizierter Einheiten eingeführt, die zwar, mindestens zunächst nicht zu einer Verbilligung xier Baukosten führen, aber eine beträchtliche Einspa. I0SETTE M. 6. KLEINBERGER FEDERICO HAUTEMANN grüssen als VERLOBTE Monasterio 1090 Vicente López Amenábar Capitc1 JUEDISCHES LEHRHAUS THG — BET ISRAEL — WIZO BIBELKURS (VIERZEHNT AEGIG) Leitung: Rabb. Dr. MEIR ROSENBERG NAECHSTER ABEND: Montag, 21. Dezember, 20.30 Uhr CARMER 2070 Tel.: 73.8922 mit rung an Arbeitskräften sich bringen. Neue Investitionen sollen vom Staat nur noch insoweit ermutigt werden, wie dies den besonderen Bedürfnissen der Wirtschaft entspricht. Infolgedessen werden aus Auslandsinvestitionen einer besonderen Prüfung unterzogen, ob es sich dabei um Unternehmungen handelt die für die Weiterentwicklung der Industrie nützlich sind oder nicht. Infolgedessen dürften auch die bewilligten Investitionen, die die Vorteile des Investitionsgesetzes gemessen, von 100 Millionen Dollar im Jahre 1963 auf 80 Millionen Dollar im Jahre 1964 zurückgehen. Neben der Intensivierung der israelischen Produktion für Inlandskonsum un^ Export sucht man auch nach Mitteln und Wegen, um den Import abzubremsen, wobei man aber auf die bisherige Liberalisierung des Aussen. handels nicht verzichten will. Besondere Aufmerksamkeit wird aber auch der Heranziehung und Ausbildung geschulter Arbeitskräfte zu gewandt. Man bemüht sich heu. te weitgehend, wertvollen Facharbeitern, die nach Israel einwandern wollen entgegenzukommen und ihnen die Einordnung in jeder Weise zu erleichtern. Diese Bemühungen haben auch in den letzten Monaten bereits Früchte gezeigt, und die Einwanderung aus den westlichen Ländern ist nun in einem ständigen, wenn auch langsamen Ansteigen begriffen. Diese Tendenz kommt aber auch der Einwanderung aus den lateinamerikanischen Staaten zugute, wo man heute an einer Alija mehr als früher interessiert ist. Dies gilt besonders für jüngere Menschen, die sich in Israel ihr Leben aufbauen wollen und denen heute wirklich gute Chancen geboten sind. Musik in Buenos Aires LETZTE KONZERTE Hilde Mattauch war die Solistin im 5. Konzert des Zyklus aktueller Musik, der im Saal Leopoldo Lugones des Teatro San Martin vonstatten geht. Sie singt die hypermodern konzipierten „comentarios a 2 textos de Gerardo Diego“, opus 6 von Luis De Pablo („panorama" und „alegoría“ aus dem „manual de espumas“), begleitet von A. Monticello (Piccolo. flöte), Antonio Yepes (Vibraphon) und R. Molo (Kontrabass). Frau Mattauch bestritt auch den Vokalpart der „canciones del litoral“ (Rafael Alberti) von Hilda Dianda, ebenfalls eine bekannte Streiterin für extrem moderne Kompositionen (Vibraphon: Yepes, A. Marcelllno; Gitarre, und E. Ringer, L. A. Jacobson und F, Posa, das: Schlagzeug). Frau Mattauch bewies hier, wie schon bei so vielen Gelegenheiten, dass sie in allen Satteln des Pentagramms sicher ist. Die unglaublich schwierigen Partien wurden von ihr kultiviert und ohne Anstrengung gemeistert. Diese Kompositionen wurden durch „Giaccona. Intermezzo e Adagio" fiir Violoncello solo von Luigi Dallapiccola verbunden, vorgetragen von Emma Curtí, die sie genauso meisterhaft wiederholte, wie sie sie vor wenigen Wochen anlässlich einer persönlichen EShrung des Komponisten vorgetragen hatte. * * * Das „Centro Latino de Al. tos Estudios Musicales", dem „Instituto Torquato Di Telia“ angeschlossen, beendete mit zwei Konzerten sein Semester. Aeusserst gewagte, dem unverbildeten Klaaigohr nicht eingängliche, ja schokkierende Komspoitionen, die mehr mathematisches und abstraktes Experimentieren offenbarten als mit dem bürgerlichen Begriff „Musik” zu tun hatten, lösten enthusiastische, aber auch sehr entgegengesetzte Aeusserungen eines jugendlichen, aufgeschlossenen Auditoriums aus Konkrete, aleatorische „Musik“ und wie immer viele jener aktuellen Verirrungen heissen mögen, fanden hier ihren Niederschlag. Immerhin ist der Mut des Institutes zu würdigen, der allen, auch den gewagtesten Manifestationen moderner Musikorientierung ihr Podium leiht. Das Teatro Colón schloss mit einem, argentinischer ¡Musik gewidmeten Konzert für 1964 seine Pforten, welches Enrique Slvierl auf dem Pult vor dem Philharmonischen Orchester fand. Die .tres preludios sinfónicos“ des 1910 geborenen José Si ciliani (Uraufführung) wiesen grosses kontrapunktliches Können und vielfach auch Originalität auf. Die schon bekannte Ballett-Suite „Chasca Nahui“ (1939) aus der Feder von Angel E. Lasa. la, dem das argentinische Musikleben so manchen positiven Beitrag verdankt, bildete den Abschluss des Abends, in dessen Mittelpunkt der ehemalige Konzertmeister des Colón, der bekannte und geschätzte Vio. 1 inist Carlos Pessina, das 1963 entstandene .Konzert für Violine und Orchester aus der Taufe hob, dessen Komponist der soeben 80 Jahre alt gewordene Floro M. Ugarte ist: das Werk ist im klassischen Stil gehalten, melodiös und leicht dem Gehör eingehend. Pessina spielte es prachtvoll und ehrte somit Ugarte. der dem Theater wiederholt als Direktor vorgestanden hat und im bonaerenser Kunstleben kreativ aud als Dozent einen guten Namen hat. * Sivieri, das recht ordentlich spielende Orchester und die Solisten hatten herzlichen Baifall. Cnrt B. M. Weisssteil) NEUE BUECHER Michael Horbach: WENI¬ GE, Zeugnisse der Menschlichkeit 1933—1945, verlegt bei Kindler, 1964. — Keine Zeit hat so viel Schufte, Verbrecher, niedrige Kreaturen erzeugt wie das Chaos der Hitler Zeit. Was dort geschehen ist,' dürfte wenigstens für Mitteleuropa einmalig sein. Alle Vergleiche anderer Grausamkeiten, die man als .Entschuldigungsgrund“ anfiihrt, sind geringfügige Bestialitäten gegenüber dem von einer gepanzerten Macht begangenen systematischen Massenmord. Wir wissen, dass es auch Anständige gegeben hat, Menschen, die das alles nicht mitmachen wollten. Einige halfen, soweit sie das vermochten, wenige setzten ihr eigenes Leben im Dienste der Menschlichkeit aufs Spiel Wir kennen Kurt Grossmanns Buch „Unbesungene Helden“, wir kennen andere Berichte zum gleichen Thema der wenigen Menschen in der Sturmflut der Unmenschlichkeit... Der Kindler-Verlag legt ein neues Buch von dokumenta rischem Wert vor mit dem charakterisierenden Titel: WENIGE. Der Autor ist dem Lebensschicksill der WENT- GEN naehgegangen, die durch ihre Menschlichkeit, ihre Unerschrockenheit, ihre Bereitschaft zur Nächstenliebe, ihre Entschlusskraft anderen, WENIGEN, Ver. folgten geholfen haben. Wenn man davon hört, was WENIGE taten, weiss man erst recht den Umfang der Schuld der vielen zu ermessen. Aber diese wenigen Menschen haben wenigstens da>- zu beigetragen, das Gewissen der Menschheit wach zu halten, das — wie es hier ausgedrückt wurde — wirklich unzerstörbar ist (oder sein solltet. — —:o: — Franz R<)*aweig: Das Büchlein vom gesunden und kranken Menschenverstand, herausgegebeu und eingeleitet von Nahum Norbert Glat- 7er, Joseph Melaer Verlag1, Düsseldorf. 1964. — Diese kleine, so inhaltsreiche Schrift schrieb Rosenzweig 1921. Glatzer schildert den ringenden Mensctien, Philosophen, Lehrer Franz Rosenzweig in seinem ausgezeichneten Vorwort. Das Buch selbst stellt eine Erläuterung und Verkürzung, vielleicht auch Popularisierung des „Stern der Erlösung“ dar, des philosophischen Hauptwerkes, das der junge Rosenzweig als sein grosses Vermächtnis hinterlassen hat. — Teatro Caminí!« Die „Sociedad de Damas Israelitas de la República Argentina y Hogar Argentino de Huérfanos Israelitas** teilt mit, dass die Aufführung des Theaterstückes “La Pérgola de las Flores“ unter Regie von Cecilio Madanás, die am 10. Dezember im Teatro Caminito stattfinden sollte, auf den 17. Dezember verlegt worden ist. JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 1.50 $ urug, Jahresabono 65.— $ urug. ANZEIGENANNAHME Librería Neuiaender RIO BRANCO 1231 TeL 8388/ EIN2EL.VERKAUF: NEULAENDER RIO BRANCO 1231 JUEDISCHE BUCHHANDLUNG. FLORIDA 1230 I Bitten sprechen wir aus: 1. Die noch Fehlenden sollten nun ihre wuerdige Beisfeuerung ueberweisen. 2. Diejenigen, die bisher nur gezeichnet, aber noch nicht geiahit haben, sind ersucht, dies jetzt zu tun. 3. Die Quotenzahler sollten so freundich sein, mehrere Quoten auf einmal zu entrichten, um uns zu helfen, unnoetige Unkosten fuer inkasso zu vermeiden, tiOMITE CENTR0EURGPE0 DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessod) Sarmiento 2376, ill. — T. E. 47-3820