Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2094 (11.12.1964)
- Date
- 1964-12-11
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614759--3640-9614763- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
* — Viernos, 11 de Diciembre de 1364 LA SEMANA ISRAELITA Ereignisse der El Dia protestiert energisch Año XXV, — No 2094 Die grosse Tageszeitung Montevideos, El Dia. protestierte in einem Leitartikel dagegen, dass eine arabische Mission Uruguay zu dem Zweck besucht, um für die „Wiedereroberung Palästinas“ Propaganda zu machen. Hie Zeitung nimmt in vehementer Form gegen diese transjordanische Delegation Stellung und schreibt u. a.: „Diese Leute sind wirklich Unerwünscht in der Funktion, die sie hier ausüben. Für Sie sei es die beste Lektion, dass sie in Uruguay niemanden finden, dem sie ihre Botschaft des Hasses vortragen können." El Dia weist darauf hin, dass Uruguay und Israel durch enge Freundschaftsbande verknüpft sind. Hier könne man nicht damit rechnen. für irgendwelche An. griffshandlungen Verständnis zu finden. Eine andere Zeitung in Montevideo „La Mañana" drückt sich nicht weniger klar aus. Diese Zeitung weist darauf hin, dass die Bestrebungen der transjordanischen Mission mit der internationalen Politik Uruguays in einem nicht zu vereinbarenden Gegensatz stehen. Uruguay trete für die friedliche Regelung aller internationalen Konflikte ein. Uruguay anerkennt nach wie vor den Staat Israel, an dessen Schaffung und Festlegung seiner Grenzen Uruguay einen sehr aktiven Anteil genommen habe. Die Zeitung wendet sich auch mit klaren und scharfen Worten dagegen, dass eine solche .Mission* in Uruguay wirken dürfe. — Es wäre an der Zeit, mit dem Unfug derartiger Delegationen endlich Schluss zu machen, die nur Unsicherheit in die Bevölkerung tragen und Probleme schaffen, die es jedenfalls innerhalb der verschiedenen Gruppen der lateinamerikanischen Familie nicht gibt. Aber diese Delegationen und Missionen versuchen, die allgemeine Unsicherheit und Unruhe, die durch ganz andere Faktoren ausgelöst wird, mehr oder weniger geschickt für ■ ihre dunklen Zwecke auszu. I nutzen. Man sollte sie nach Hause schicken. Premio Gerschunoff Das Jüdisch-Argentinische Kultur - Institut hat zum Wettstreit für den Preis Gerschunoff aufgerufen, um auf diese Weise den grossen argentinisch-jüdischen Schriftsteller Alberto Gerschunoff für seinen humanistischen Geist zu ehren, für seine Liebe zu Argentinien und seine Treue zur jüdischen Kultur. Bisher erhielten diesen Preis die folgenden Schriftsteller : Pablo Rojas Paz, Sa muel Eichelbäum, Rodolfo Mondolfo, Manuel Mujica Lainez, David Vinas, José Pedroni und José Isaacson. Einzelheiten sind bei dem Israelisch - Argentinischen Kultur-Institut zu erfahren. Rabbiner Dr. Winter In diesen Tagen begeht Herr Rabbiner Dr. Fritz Winter, Montevideo, seinen 50. Geburtstag. Das Jubiläum gibt Veranlassung, auf die umfangreiche und Erfolg gekrönte Arbeit eines Rabbiners hinzu weisen, dessen Wirken sich weit über den Kreis seiner eigenen Gemeinde erstreckt. Rabbiner Dr. Winter, Sohn eines Rabbiners und Vater eines Rabbinatskandidaten, begann seine rabbinische Laufbahn auf diesem Kontinent in Cochabamba, Bolivien, wo er wiikte, bis er an die grosse zentraleuropäische Gemeinde in Montevideo be. rufen wurde. Dort hat er es verstanden, die Einheit der Gemeinde gemeinsam mit dem unter der Präsidentschaft des Herrn Dr. Hirschlaff stehenden Vorstandes trotz mancher sachlicher Schwierigkeiten zu wahren, die jüdische kulturelle Arbeit zu verstärken und die Jugend eng an die Gemeinde heranzuführen. Dr. Winter, der auch in EPHRAIM KISH0N: ARCA DE NOE Ein geeignetes Geschenk für jeden Freund ist dieses neue Buch des anerkannten israelischen Humoristen. EDITORIAL CANDELABRO — PASTEUR 341 Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20 Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tau weiter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval, Merkwürdi. ge Rechtsfall.e Es kosten: Einfachband DM 2.50; Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.HL, München den anderen jüdischen Kreisen Montevideos an einer Fülle grosser gemeinsamer Aufgaben mitwirkte, hat sich mit Entschiedenheit und Würde für die zionistischen Ideale und die allgemeinen Aufgaben des jüdischen Volkes eingesetzt. Er ist aktives Mitglied im Jüdischen Weltkongress, Mitglied der Lei. tung der Centra, Förderer der jüdisch-christlichen Zusammenarbeit, Vorsitzender des Rabbinerverbandes und Mitglied des Rates für das Rabbiner-Seminar, usn nur einige seiner Funktionen zu nennen, die einen kleinen Einblick in die Vielseitigkeit am IV. Kongress der Akademie der spanischen Sprache, der in Buenos Aires abgehalten wurde. Dr. Besso ist Spe. zialist für Ladino, das von den spanischen Juden gesprochen wurde. Dr. Besso, der ein vielseitiger Gelehrter ist, hat zahlreiche historische Werke veröffentlicht. Er wurde in Saloniki geboren. Seit 14 Jahren ist er Mitarbeiter der „Stimme Amerikas“. Wie er berichtete, gibt es heute rund 60.000 sefardische Juden in den Vereinigten Staaten, von denen die grösste Kolonie in New York lebt. Nach seiner Aussage leben nur noch wenige Menschen, die das Ladino ' sprechen oder schreiben. Viele, die die ser Sprache mächtig waren, sind gestorben, oder sie haben den Kontakt mit ihr ver- CHANUKKA IN ISRAEL: Die ganze jüdische Welt feierte in der vergangenen Woche das Chanukka-Fest. Das Bild wurde in einem Kinderdorf der JUGEnD-ALIJA in Israel aufgenommen. Kinder von Neueinwanderem zünden die Lichter an. der von Dr. Winter ausgeübten Tätigkeit gestatten Wir freuen uns, Herrn Rabbiner Dr. Winter auch zu den gelegentlichen Mitarbeitern der Jüdischen Wochenschau rechnen zu dürfen, mit der er seit vielen Jahren freundschaftlich ver. bunden ist. Die Glückwünsche zu seinem 50. Geburtstag gelten dem Rabbiner, dem Mitarbeiter und dem Freund Dr. Fritz Winter. Zwischenfall in Santa Fe Der provisorische Präsident des Movimiento Popular Antiracista, Dr. Amador Alberto, teilte dem Dekan der juristischen und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität in santa Fe, Dr. Luis Muñoz, mit, dass ein Plakat mit der Anzeige eines Vortrages „Was ist Rassismus“ umgeworfen worden sei, während in einer anderen Aula ein grosses Hakenkreuz angemalt wurde. Prof. Alberto verlangte, dass eine Untersuchung eingeleitet werde, obwohl diese Vorgänge unbedeutend erscheinen mögen. Immerhin weisen diese Tatsachen darauf hin, dass totalitäre Elemente ln der dortigen Fakultät vorhanden sind, an deren Ausschaltung er, Prof. Alberto, in seiner Eigenschaft als Universitätslehrer ein starkes Interesse habe. — Sefardischer Delegierter Dr. Henry V. Besso aus Washington beteiligte sich als sefardischer Delegierter loren. Seines Wissens nach w'eröen heutzutage keine Zeitungen oder Bücher auf Ladino in hebräischen Lettern mehr veröffentlicht, lind die einzigen Wochenzeitungen in dieser Sprache, die jedoch in lateinischen Buchstaben gedruckt werden, sind „Die Zeit" und „Die Wahrheit“, die in Tel Aviv erscheinen. Nach Schätzung Dr, Bes. sis gibt es heute ca. eine Million sefardischer Juden in der Welt. In ganz Lateinamerika leben hiervon rund 100.000 und 300.000 in Israel. In interesanten Ausfüh. rungen legte Dr. Besso die Gründe für den Verlust dieser- Sprache dar, in der in früheren Jahrhunderten eine reichhaltige Literatur existierte. So sei z. B. im Jahre 1547 die erste Ausgabe der Bibel in Ladino mit hebräischen Lettern un<j Vokalen in Konstantinopel herausgegeben worden, die der im Jahre 1553 erschienenen Ferrara-Bibel als Vorbild gedient habe. Ausstellung Bilder zeitgenössischer israelischer Maler werden in einer Wanderausstellung in acht lateinamerikanischen Hauptstädten gezeigt werden, wie vom Israelisch Iberischen Institut in New York angekündigt worden ist. — Verletzter Terrorist Ein Jugendlicher wollte eine Bombe gegen das Aussen, ministerium schleudern. Dazu kam es nicht, denn die Bombe platzte vorher und verletzte den jungen Mann Das Schweigen des Papstes ISRAEL ■ BRIEFMARKEN A if WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficia! del Estado de Israel, VIAMONTE 56t, I/B — BuMWt AIms, H«v AiftaliH Wie bekannt gründeten Hitler und Mussolini im Zw'eiten Weltkrieg auf einem Teil des jugoslawischen Gebietes den „unab hängigen Staat Kroatien", an dessen Spitze der bekannte Quisling Dr. Ante Pavelic stand. Die Greueltaten und Morde, die in diesem „Staate“ nach nazistischem Muster an Juden und Serben begangen wurden, iibertrafen sogar die unheimlichen Erfinder der grausamen Abkürzung KZ, die sie nachahmten. In der diesjährigen Osternummer des Bulletins des Verbandes der altkatholischen Kirchen Jugoslawiens, das dem Schreiber dieser Zeilen bei einem kurzen Aufenthalt in Belgrad in die Hände kam, erschien auch folgender Artikel, der angesichts der Hochhuth- Kontro versen von besonderer Aktualität ist. Hier die Uebersetzung: „Die Frage: „Durfte Papst Pius XII. in jenen blutigen Kriegsjahren schweigen“, können mit Recht auch die Katholiken Jugoslawiens stellen, die vergeblich auf eine Intervention ihres Kirchenhauptes warteten, des Stellvertreters Christi auf Erden wenigstens was die Persönlichkeit des besoldeten Henkers Pavelic betrifft, wenn er dies bei Hitler oder Mussolini nicht zu tun wagte. In diesem kurzlebigen „unabhängigen Staat Kroatien“, in dem Katholiken die absolute Mehrheit und die volle Staatsgewalt in den Händen hatten durfte der Papst Pius XII., er konnte, er musste und hatte die Pflicht zu intervenieren. Auf diesem Gebiet, vor den Augen des päpstlichen schwer. Wahrscheinlich stand er mit anderen im Bunde. Der junge Mann, der 16 Jahre als sein soll, ist nach seinen eigenen Angaben Mit. glied der Tacuara, auf deren Konto viele Attentate, Unruhestiftungen, Ueberfälle usw zu setzen sind, die aber kei neswegs nur politischen Charakter tragen. Es wäre an der Zeit, die. sem Treiben endlich energisch Einheit zu gebieten, nachdem sich in letzter Zeit solche alarmierende Zwi schenfälle häufen. Tag der Menschenrechte Anlässlich der 16. Wiederkehrt des Tages, an dem die UN - Deklaration der Menschenrechte erfolgte, ward die DAIA ein Bankett geben, das am kommenden Dienstag um 12 Uhr 45 im Club Americano, Viamonte 1133, stattfinden soll. Zu dieser Veranstaltung ergingen Einladungen an zahlreiche Vertreter der staatlichen Behörden. Der Minister für Erziehung und Justiz, Dr. Carlos R. S. Alconada Aram. burü, wird bei dieser Gelegenheit eine Ansprache halten. Nuntius, seines besonderen Repräsentanten im „freund scharftlichen Staat“ und Seines Erzbischofs Dr. Aioisius Stepmac sowie der anderen hohen Mitglieder des Epis- ^°P%tf -1WUrde der grausamste Volkermord •rganisiert, m dem massenhaft Serben, Juden und jugoslawisch ori. entierte Kroaten niederge metzelt wurden, unter ihnen auch viele altkatholische Priester. Nach Direktiven, die aus dem Vatikan eintrafen, mussten Serben um grausamen Folterungen und dem Tode zu entgehen, zum Katholizismus übertreten Der grösste Verbrecher aller Zeiten m diesen Ländern, Ante Pavelic, wurde als lieber und treuer Sohn“ vom Papst in Privataudienz e.mp fangen, um Seinen Segenentgegen zu nehmen. Als dieser .liebe und treue Sohn' kurz nachher unter Berufung auf die römisch-katholische Staatsreform das Blutbad anrichtete schritt der Papst nicht ein. Aus dem Vatikan kam kein ernsthafter Protest, obwohl es nicht vorstellbar ist, dass er über die Vorgänge im unklaren geblieben sein konnte. Nun muss auch die zweite Frage gestellt werden: warum hat Pius XII. nicht jene Priester und Franziskaner in Bosnien exkommuni. ziert, die als Ustaschi Fiihrer und Terroristen die grausamsten und blutigsten Untaten durchführten. Sogar bis heute wurde keine Stimme der Reue laut — den Bischof von BanjaJukä ausgenommen — bei all den ausgeraubten und zerstörten orthodoxen Kirchen, die das katliolische Gewissen schwer belasten. Vom Juli 1941 bis 1945 vernahm man nicht die Stimme des Papstes, um den furchtbarsten Unmenschlichkeiten der Pavel ic-Epo_ ehe entgegenzutreten und die Henker zur Verantwortung zu ziehen: „Morde nicht / Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ Im spezifischen, jugoslai. wüschen Fall wäre auch der Einwand wertlos, dass eine Intervention noch grösseres Unheil bringen konnte. Paivelic war zu klein und zu abhängig von der Kirche, um nicht der Stimme des Papstes zu folgen, dem er vieles zu verdanken hatte, schlechthin auch die Berufung zum Staatsohef". Papst Pius XII. schwieg, als er nicht schweigen durfte. Gedenkfeier New York. — Eine israelische Delegation wohnte dem Gottesdienst zum Andenken an die norwegischen Seeleute bei, die bei dem kürzlilichen Schiffsungiiick an der Küste von New Jersey umgekommen sind, in das der israelische Luxusdampfer „Shalom“ verwickelt war. — (ITA) LUACH — (KALENDER) Freitag, den 11. Dezember 6. Tewet Sonnabend, den 12. Dezember 7. Tewet Parschat WAYIGASCH 1. B. M. XLIV 18 — XLVII 27 Haftara Yeeheskel XXXVII 15 — 28 Sonntag, den 13. Dezember 8. Tewet Montag, den 14. Dezember 9. Tewet Dienstag, den 15. Dezember 10. Tewet Fasten ASSARA BETEWET Mittwoch, den 16. Dezember Donnerstag, den 17. Dezember Freitag, den 18. Dezember Sonnabend, den 19. Dezember Parschat WAYECHI 1. B. M. XLVII 28 Haftara I. Könige II X — 12 Sonntag, den 20. Dezember Montag, den 21. Dezember Dienstag, den 22. Dezember Mittwoch, den 23. Dezember Donnerstag, den 24, Dezember Freitag, den 25. Dezember 11. Tewet 12. Tewet 13. Tew'et 14. Tewet - L 26 15. Tewet 16. Tewet 17. Tewet 18. Tewet 19. Tewet 20. Tewet