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Jüdische Wochenschau · 1964-12-11 · 2094 (11.12.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2094 (11.12.1964)
Date
1964-12-11
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, IX de Diciembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — Nt> 2694 — 3 Vom franzoesischen Judentum Das französische Judentum geht seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine innere Wandlung durch, sowohl in seinem inneren Aufbau als auch in seiner geographischen Verteilung. Auch seine wirtschaftliche Stellung und Berufssehichtung ändert sich, und es ist noch nicht vorauszusehen, welchen Einfluss diese Aenderungen auf die Zukunft des französischen Judentums ausüben werden. Nach Kriegsende verblieben in Frankreich ungefähr 150.000 Juden. Xm Laufe von 15 Jahren hat sich ihre Zahl verdreifacht. Kurz nach dem Ende des Krieges wanderten in der Hauptsache die Ueberreste der der Naziverfolgung entgangenen Juden aus Zentral- und Osteuropa ein. Die grösste Veränderung im Aufbau des französischen Judentums trat aber mit dem Zustrom der nordafrikanisohen Juden ein. Heute erreicht die Zahl der in Frankreich ansässigen Juden etwa 600.000. Damit stellt das französische Judentum die grösste jüdische Gemeinde Westeuropas dar. Ungefähr eine viertel Million dieser Juden kommen aus Nordafrika, so dass wie in Israel die Zahl der aschkenasischen und sefardischen Juden gleich ist. Diese Einwanderung hat mit einem Mal die Zusammensetzung des französischen Judentums verändert, die bis dahin aus alteingesessenen Juden bestan<j und während der zwei Weltkriege durch Zuwanderung von Ju. den aus Osteuropa neues Blut erhielt. Der organisatorische Rahmen des französischen Judentums hat zu keinem Zeitpunkt eine besonders wichtige Rolle bei der Einordnung zugewanderter Juden ge spielt. In Frankreich besteht und bestand nie, gleich anderen Ländern eine jüdische Gemeinde, die in der Lage gewesen wäre, eine Massenzuwanderung aufzunehmen und einzuordnen. Bis heute besteht keine Vereinigung, die für alle Juden Frankreichs die massgebende Autorität darstellt. Auch die orthodoxen und liberalen Gemeinden bilden keine ausschliessliche Vertretung des französischen Judentums. Die Verbindung der französischen Juden, die über, haupt noch Wert darauf legen, eine solche Verbindung aufrechtzuerhalten und als Juden zu gelten, erstreckt sich auf ihre Zugehörigkeit zu rein jüdischen Verbänden oder zionistische oder allgemein-jüdische philanthropische Tätigkeit. Auch die so. und die spräche beherrschen sowie französisches Kulturgut in sich aufgenommen haben, sehen die Welt ihrer Eltern als fremd an, die sie nicht verstehen. Das trifft auf alle Erscheinungen des täglichen Lebens zu. Selbstverständlich trifft das noch viel mehr für die nordafrikanischen Juden, die nach Frankreich einwanderten zu. Bei den alteingessenen französischen Juden fanden sie keine Aufnahme während der MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschät te mit der grössten Auswahl. SARMENTO 1147 T. E. 35 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. Atomwaffen für Deutschland? Washington. — Vier jüdische Abgeordnete unterschrieben eine von anderen 41 Deputierten an Staatssekretär Dean Rusk gerichtetes Schreiben, in dem sie diesem nahelegen, jeden Schritt wohl zu überlegen, der die Vereinigten Staaten im Rahmen einer multilateralen Atomstreitkraft verpflichten könne, an Westdeutschland Atomwaffen zu liefern. Die jüdischen Unterzeichner sind die drei demokratischen Abgeordneten für New York Leonard Färb stein, Jacob Gilbert und Benjamin Rosenthal und der republikanische Abgeordnete Seymour Halpern. Das Schreiben wurde von 27 Demokraten und 18 Republikanern unterfertigt, die Rusk um eine Audienz ersuchen, um ihn über den möglichen Abschluss eines „deutschamerikanischen Atombündnisses“ zu befragen. Sie äussern ihre Zweifel daran, ob es weise sei, Westdeutschland mit Atomwaffen auszurüsten, das sich erst kürzlich geweigert hat, die Verjährungsfrist für die Abur. teilung von Naziverbrechern zu verlängern und keine wirksamen Schritte unternimmt, um seine Raketenspezialisten aus Aegypten zurückzurufen. (ITA) genannten .Landsmannschaften' spielen eine Rolle. Speziell die aus Osteuropa nach Frankreich eingewanderten Juden, die sich weder der Sprache als auch ihren Lebensgewohnheiten nach gleich ins öffentliche Leben Frankreichs einordnen konnten, bildeten solche .Landsmann, schäften“, in denen sie ihre Lebensgewohnheiten beibehalten konnten. Diese osteuropäischen Einwanderer. die sich,nicht mit den französischen Juden mosaischen Glaubens vermengten (die nebenbei bemerkt auch nicht begeistert waren sich mit ihnen zu vermengen) bildeten aus notgedrungenen Gründen (Unkenntnis der Sprache, andere Sitten usw.) freiwillig eine Art Ghetto in ihrer neuen Heimat. In diesem Rahmen konnten sie ungestört weiter jiddisch sprechen und so leben wie sie in Polen, Litauen und Rumänien gelebt hatten. Selbstverständlich blieb ihre Anwesenheit in Frankreich nicht ohne Einfluss auf die alteingesessene Judenheit. Diese Juden bildeten den Grundstock für die zionistische Bewegung in Frankreich und dämmten auch das, Aufgehen ihrer jüdischen Mitbürger in eine fremde Umwelt ein. Aber im Laufe der Zeit zeigten sich auch negative Erscheinungen, die aus der freiwilligen Absonderung resultierten. Diese freiwillige Ghettoisierung war passend für die Aelteren aber die Kinder und Enkel dieser Einwanderer waren und sind nicht bereit, weiterhin so zu leben. Sie, die schon französche Schulen besucht haben Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN RANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IM ALLEN FARBEN UND GROES6EN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf aa Private nur Samstag und Sonntag voa >—19 Uhr im Ausstellungshalle Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-3993 4 Oanter von Statten Urqtrtaa ) Lebensstil der in Frankreich lebenden Ostjuden ihnen noch' fremder war, sodass sie; auch dort keinen Anschluss ans jüdische Leben fanden, | obwohl sie in ihrer grossen Mehrheit religiös sind.; Selbstverständlich hatten! die nordafrikanischen Juden ihren osteuropäischen Glau- ■ bensgenossen gegenüber den Vorteil, dass sie die Sprache : des Landes beherrschten und I sich überhaupt als französische Bürger fühlten die An- :! Sprüche an Frankreich stel- I len dürfen. Ihre Einordnung ins tagtägliche französische Leben ist deshalb viel leichter. Speziell trifft das auf die algerischen Juden zu, wäh- . rend die Einordnung der aus ■. Marokko und Tunesien kom-; menden Juden mitunter auf ■ Schwierigkeiten stösst. j Die nationalen jüdischen Körperschaften und die zioj nistische Bewegung Frankreichs haben vor diesem An. 1 sturm eines bisher unbekannten jüdischen Elementes ver- : sagt und es ist ihnen nicht 1 gelungen, ihren Einfluss gelted zu machen. Auch die geo-! graphische Verteilung der neu ins Land gekommenen Elemente war verschieden ■ von der Gruppierung der osteuropäischen Juden, die nach | Frankreich gekommen waren. Die nordafrikanischen Juden gründeten neue Zentren und 1 strömten auch in die kleineren oder grösseren Provinzj städte da sie nicht darauf angewiesen waren, nur in Paj ris ihren Lebensunterhalt zu suchen. Sie sprachen Franzöi sisch. Von den 250.000 Ju_ | den, die bisher in Frankreich lebten, wohnten 150—175.000 : in Paris, 50—60.000 im El I sass und der Rest in den anderen grösseren Städten wie I Marseille, Bordeaux Lyon, usw. Diese Konzentration erl leichterte selbstverständlich | eine organisierte Gemeindearbeit erheblich, während sie i jetzt durch die Zerstreuung | sehr erschwert wurde. Aber auch andere Gebiete des jti. j dischen Lebens wurden durch den Einstrom des neuen Ele-; mentes und die Verteilung über ganz Frankreich sowie! das Absterben der älteren ■ ostjüdischen Generation voll- I kommen verändert. Die her-; anwachsende jüdische Jugend j setzt nicht mehr die Tradi. I tion ihrer Eltern fort, die seinerzeit ganze Berufsgrup. l5en wie Textil, Konfektion, Leder und Zwischenhandel in ihren Händen gehalten hatten. Diese Jugend und dtte neuen Elemente betrachten sich als vollberechtigte Bürger Frankreich^ und nutzen die ihnen gebotenen Chancen aus um in neue Berufe abzuwandern. Diese Jugend ergreift heute Berufe, die mit der technischen Entwicklung des 20. Jahrhunderts Zusammenhängen wie Technologie, Forschung, Administration oder sucht sich ihren Platz in der Welt der Wirtschaft und Finanz. Nicht wenig trug zu dieser Umschichtung die augenblickliche wirtschaftli. j che Gesundung Europas bei,! dazu kommt das fast völlij ge Fehlen eines Antisemitisi mus in Frankreich. Eis unter I liegt keinem Zweifel, dass; diese Entwicklung natürlich das völlige Aufgehen des j französischen Juden zwischen; seinen nichtjiidischen Mit- 1 bürgern fördert. | Dieses Auf gehen drückt sich vor allem in der Zahl | der Mischehen aus die heu te ungefähr 50 Prozent aller , von Juden geschlossenen I Ehen ausmachen. Aber auch i auf anderen Gebieten und da j besonders auf religiösem Ge ' biet ist eine völlige Gleich- I giiltigkeit gegenüber jüdi- I sehen Belangen festzustellen. | Nach einer neueren statistii sehen Erhebung wurde fest. | gestellt, dass nur ungefähr i 6—7 Prozent der heranwach senden jüdischen Jugend noch irgend eine lose Verbindung mit ihrer jüdischen Umwelt haben wie jüdische Schule, Klub, jüdische Jugendbewegung oder Gemeinde. Von 100.000 jüdischen Kindern im Schulalter besu. chen nur ungefähr 5.000 jüdische Schulen, Jeschiwoth oder nehmen an Iwrith-Kursen teil. Sollte es für die zionisti. sehe Bewegung noch eine Aufgabe im Leben des jüdischen Volkes der Gola geben, so ist es die der Erhaltung der Reste des Volkes und die Vorbereitung der Jugend auf ein Leben in Israel. Denn diese Jugend ist die natürliche Quelle des künftigen Nachwuchses und die zionistische Bewegung muss alles tun um das jüdische Bewusstsein in dieser Jugend wachzuhalten. Selbstverständlich ist allein das Vorhandensein des Staates Israel eine Quelle des LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 219«, 1» izq. — T. E. 8S-2613 11. Dezember 1964 6. Tewet 5725 Stolzes für die Juden der Gola, aber das trifft nur für die älteren Juden zu, die noch Verfolgung und Ernie drigung mitgemacht haben Für diese Juden bedeutet ein jüdischer Minister, General, Polizist und auch Bauer einen Grund, auf sie stolz zu , gerichtet werden dass sie 1 auf die 2.000 Jahre alte jüdische Kultur stolz ist, ohne | dabei Werte der neueren jtii dischen Geschichte zu vergessen, all das abgestimmfi j auf unsere moderne Zeit, j Hier ist ein Wort über die i Lage der jüdischen organisa¬ Transjordanier eroeffnen Feuer Tel Aviv.— Bin Israeli wurde getötet und ein an derer verwundet, als die Transjordanier plötzlich in einem Grenzsektor das Feuer eröffneten, in dem seit langer Zeit Ruhe geherrscht hatte. Die Schüsse fielen in der Nähe von Jad Ghana. Arbeiter arus dem Kibbuz waren auf ihren Feldern, als sie ganz unerwartet von den Transjordaniern besehos sen wurden. Einer der Arbeiter wurde von einer Kugel getötet. Als andere Kibbuzmitglieder herbeieilten, um ihren Kameraden Hilfe zu leisten, feuerten die Transjordanier zum zweiten Mal und verwundeten einen Israeli. (ITA) sein und zwischen seinen nichtjüdischen Mitbürgern sich als kommender Bürger Israels zu fühlen. Nicht so die heranwaehsende jüdische Jugend die in Israel nur einen der neuen Staaten sieht, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden sind. Diese Jugend hat keine emotionellen Verbindungen mit Israel, denn sie fühlt sich als lOOprozentig französische Bürger. Die zionistische Bewegung ist verpflichtet, durch Errichtung von jüdischen Kindergärten und Schulen, durch Gründung zionistischer Kulturzentren in allen gröseren französischen Städten die heranwaehsende jüdische Jugend in jüdischem Geist zu erziehen und sie dazu zu bringen, dass sie erkennen, dass sie Juden sind. Jeder Jude, der sich Zionist nennt, muss sich zur Aufgabe machen, für seine Idee unter der heranwachsenden jüdischen Jugend zu werben. Die aus Israel kommenden Schlichim müssen neue Wege suchen, um die jüdische Jugend Frankreichs für Israel zu interessieren und sie zur Alija zu ermuntern. Die Erziehung dieser Jugend muss darauf tionen in Frankreich und auch in allen übrigen Zentren der jüdischen Galut eingeschaltet. Bisher stützte sich jüdische und auch zionistische Arbeit auf Kreise, die noch meistens am eigenen Leib verspürt hatten, was es heisst, Jude zu sein und in denen man nur den Wunsch nach Alija nach Israel fördern müsste. Heute und in der Zukunft wird die Lage eine ganz andere sein. Die kommende jüdische Generation wird keine Beengung und Begrenzung wegen ihres Judeseins kennen und auch nicht wissen welchen Teil zu diesem neuen Zustand der jüdische Staat beigetragen hat. Aufgabe der zionistischen Bewegung und der anderen jüdischen Organisationen muss es sein, das jüdische Bewusstsein in der heranwachsenden jüdischen Jugend aller Länder der Gola und seine enge Verbindung mit Israel zu erwecken und ständig wachzuhalten. Ist die zionistische Bewegung in Frankreich und auch anderswo dieser Aufgabe ge. wachsen? Die Antwort darauf wird die Zukunft bringen. SCH. EPSTEIN ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHÄEDIGUNGSFRÄGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltur gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E.: 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 <iq. »v. US HER»

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