Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2093 (4.12.1964)
- Date
- 1964-12-04
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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A# _ 4 — Viernes, 4 «le Diciembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXV. — N? 2093 Ereignisse der Woche Siidamerikanische Exekutive tagte Ende November trat die ßüdamerikanische Exekutive des Jüdischen Weltkongresses unter Leitung ihres Prä Sidenten Dr. Moisés Goldman in Buenos Aires zu ■wichtigen und ergiebigen Beratungen zusammen. Delegierte der folgenden Länder haben teilgenommen' Argentinien. Uruguay, Chile, Perú, Brasilien. Paraguay. Von den ,näher“ gelegenen Ländern war nur Bolivien nicht vertreten, was mit Rücksicht auf die letzten dortigen* Ereignisse be son/ ders bedauert worden ist. Einleitend ehrte Dr. Goldman das Andenken Kennedys sowie einiger jüdischer Persönlichkeiten, die in der letzten Berichtsporiode ver Sterben sind. Dr. Goldman sprach über die Pläne zur Veranstaltung eines Symposions über die Menschenrechte, zu welchem die bedeutendsten Juristen und Gelehrten des Kontinents eingeladen werden sollen. Lagebericht Turkows Einen glänzenden Bericht über die Lage der süd- und mittelamerikanischen Juden erstattete der ständige Delegierte des JWK in Lateinamerika und Sekretär der südamerikanischen Exekutive. Mark Turkow, der kürzlich von einer langen Instruktionsreise aus Mittelamerika zurück gekehrt ist. Turkow beleuchtete alle Aspekte des jüdischen Lebens, sprach über Probleme und Fortschritte, über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ LORiD CHALFONT reiste im Aufträge der britischen Regierung nach Washington, um amerikanische Hilfe für einen neuen Abrüstungsvorschlag zu erhalten. — PAUL HENRI SPAAK, belgischer Aussenminister, informierte über die Grausamkeiten an Weissen im Kongo. Die Krise zwischen CHINA UND DER SOWJETUNION verschärfte sich in den letzten Tagen erneut. — GENERAL CASTELLO BRANCO, der Präsident Brasiliens, ergriff Massnahmen gegen einen Gouverneur, dem Rebellion gegen die Zentralregierung vorgeworfen wird. — Der „MANN IM KOFFER“ wurde von Italien an Israel ausgeliefert, wo er sofort verhaftet worden ist. — CHILES NEUER PRAESIDENT, Eduardo Frei, nahm die diploma tischen Beziehungen zu Russland wieder auf und will mit allen kommunistischen Ländern im Interesse des Aussenhandels in freundschaftliche Verbindung treten. — DE1AN RUSK, der nordamerikanische Staatssekretär, erklärte, der Kommunismus auf der Welt befände sich überall in der Verteidigung. — MOISES TSCHOMBE, Ministerpräsident des Kongo, erklärte, die Aufständischen seien besiegt. — NEUE UNRUHEN und Demonstrationen gegen die Noidamerikaner waren in Panama zu verzeichnen. — Der 33. Internationale EUCHARISTISCHE KONGRESS wurde in Bombay eröffnet, gegen den es eine starke Opposition seitens der Hindus gab. — HA ILE SELASSIE, der Kaiser von Abessinien, lud die afrikanischen Länder zu einer Konferenz über den Kongo ein. — AUFGEHETZTE STUDENTEN setzten in Kairo die amerikanische Bibliothek in Brand, um gegen die Intervention der USA im Kongo zu demonstrieren. Unersetzliche Verluste sind eingetreten. — WILLY BRANDT, der Berliner Oberbürgermeister, wurde erneut zum Vorsitzenden der SPD gewählt. — KOENIG FAISAL von Saudi Arabien und Nasser vereinbarten in Kairo die Zurückziehung der ägyptischen Truppen aus dem Yemen. — CHARLES DE GAUL-LE stellte die bundesdeutsche Regierung vor die Alternative, zwischen Amerika und Europa zu entscheiden... — JOHN KENNEDYS ersten Todestages wurde in der ganzen Welt mit Trauer gedacht. — Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20. Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval. Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München ihrer Ueberwindung. Die kulturellen und erzieherischen Fragen stehen im Vordergrund. Die Sorge um Rabbiner und Lehrer müsse von allen gemeinsam gelöst werden, wobei er besonders auf den Wa-ad Hachinuch und die entsprechenden Institutionen der mexikanischen Juden hinwies. Delegierte informieren Einen erheblichen Teil der Beratungen nahmen die von einzelnen Delegationen gegebenen Informattionen in Anspruch, die zur gegenseitigen Orientierung und Meinungsbildung von Bedeutung waren. Einen besonders interessanten Bericht gab José Wainstein (Montevideo) über die Juden in Uruguay, Sieges. mund Kurz (Asuncion) über die Juden in Paraguay. Mauricio Fischer (San Paolo) und Dr. V. Winterstein (Rio de Janeiro) über Brasilien. J. Gomberoff (Lima) über Perú. Auch die Informationen des Prof. Testa (Santiago de Chile) über die neuesten Entwicklungen dieses Landes und die Situation seiner Juden verdienten die volle Aufmerksamkeit. Den Höhepunkt bildeten ohne Zweifel die Ausführun gen Uber die Situation der Juden in Argentinien, die von dem Präsidenten der DAIA, Dr. Jizchak Golden, berg, mit Ueberlegenheit und Meisterschaft gemacht wu - den. Der Referent gab nicht nur ein anschauliches Eild und eine überzeugende Analyse der Lage, sondern ging mit allgemein gültigen Darstellungen auf die Gesamfsi. tuation des jüdischen Volkes und seiner einzelnen Zweige in der Diaspora ein. Die Referate Der nächste Tag wurde mit einer Reihe von Referaten eingeleitet. Der Präsident des Lateinoonerikanisch-Jüdischen Jugendrates, Manuel Tenenbaum (Montevideo) sprach über die Jugend, ihre politische und geistige Lage. Seine Ausführungen wurden später in der Generaldebatte angegriffen, weil sie jedenfalls nach Meinung einiger Exekutiv-Mitglieder — nicht sehr jugendlich gewesen sind. Immerhin gab der Redner ein anschauliches Bild der Probleme, mit denen sich unsere Jugend heute auseinanderzusetzen hat, sowohl pädagogisch, wie politisch und weltanschaulich, ebenso wie berufliche und wirtschaftliche Probleme. Anschliessend erstattete der Generalsekretär der DAIA, Herzl Gesang, einen überaus interessanten Bericht über gewisse Entwicklungen in Argentinien. Danach wurde eine ausführliche Informationen über die Entwicklung und Problematik der Verhandlungen auf dem Oekumenischen Konzil zur Kenntnis gebracht. die der Direktor für C. U. und die Oeffentlichkeit C. H.: — In diesen Tagen finden in der ganzen Welt Ehrungen der Aska. nim (ehrenamtliche Mitarbeiter) der Einheitskampagne, der freiwilligen Mitarbeiter des Keren Hajessod statt. Einmal im Jahre werden die Männer geehrt, die oft seit vielen Jahren die ihnen heilige, aber oft nicht verstandene Arbeit für den jüdischen Aufbaufonds leisten. Diese Gelegenheit wollen wir benutzen, um einige Bemerkungen über die Einstellung der jüdischen Oeffentlichkeit zur Einheitskampagne zu machen. Seit 17 Jahren wird an das argentinische Judentum appelliert, um seiner Solidarität mit Israel durch Beisteue. rung zur Einheitskampagne Ausdruck zu geben. Auch unser Sektor, vertreten durch alle seine Gemeinden und Institutionen, die im zentraleuropäischen Comité der Einheitskampagne vertreten sind, hat Jahr für Jahr seine Menschen aufgefordert, ihrer Pflicht nachzukommen. Heute steht das zentraleuropäische Comité an der Spitze aller Comités und findet durch seine vorbildliche organisatorische Arbeit die Anerkennung des gesamten Jischuw, die bei einer Veranstaltung aller Askanim zum Ausdruck kam, als dem Generalsekretär Erlco Neu berger eine Auszeichnung des Keren Hajessod (Jerusalem) überreicht wurde. Viele andere Askanim unseres Sektors setzen sich stets mit Begeisterung und Hingabe für die Arbeit des Keren Hajessod ein. Sie alle verdienen nicht nur den Dank der Einheitskampagne, sondern der ganzen jüdischen Oeffentlichkeit. Aber versteht diese Oeffentlichkeit die oft schwere und undankbare Arbeit, die diese Menschen leisten? Finden sie die Unterstützung, die volle und begeisterte Mitarbeit unserer Institutionen? Versteht die „jüngere“ Generation die Notwendigkeit der Beisteuerung? Fs ist kein Geheimnis, dass sehr viele Juden eine Beisteuerung ablehnen und für diese Ablehnung oft geradezu lächerliche Gründe angeben oder andere, die eine Summe anbieten, die weit unter ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten hegt. Oft genug wurde festgestellt, dass die Geldmittel, die in der ganzen Welt durch die Einheitskampagne aufgebracht werden, für die Ueberführung und die Einordnung verfolgter Juden in Israel benötigt werden. Der Staat Israel hat in den wenigen Jahren seines Bestehens Leistungen aufzuweisen, die die volle Anerkennung der ganzen freien Welt finden. Alle, die Israel besuchen, sind beeindruckt und begeistert durch das dort Erlebte. Aber in den verschiedensten Teilen dieser Welt gibt es Juden, die nicht als Juden leben können und die den Wunsch haben in Israel sich und ihren Kindern ein neues Leben apfzubauen. Ihnen diese Möglichkeit zu geben ist heute die Aufgabe des Keren Hajessod und jedes Einzelnen von uns. Vergessen wir doch nicht: als wir, die Opfer des Hitler-Regimes in dieses Land kamen, da gab es auch hier eine kleine Gruppe von Menschen, die uns halfen die ersten schweren Zeiten zu überwinden. Und viele, die damals diese Hilfe fanden, lehnen es heute ab jüdischen Brüdern, die sich in derselben Lage befinden und im eigenen Lande ein Leben in Freiheit und Würde beginnen wollen, Hilfe zu leisten. Unsere Organisationen sollten sich darüber klar sein, dass die Arbeit des Keren Hajessod nicht nur durch die von ihnen bestimmten Delegierten geleistet werden kann, sondern die Unterstützung der Gesamtorganisation finden muss. Die Arbeit für die Einheitskampagne ist Arbeit für das ganze jü. dische Volk und dieser Arbeit darf sich niemand entziehen. Mehr als bisher sollte die „jüngere Generation“ der „Dreissiger“ an dieser aktiven Arbeit teilnehmen und damit beweisen, dass sie bereit sind, in Kürze zu Trägern dieser Arbeit zu werden. Koordination im JWK, Dr Gerbart M. Riegner, aus Rom und Genf geschickt hatte. Als letzter Referent sprach Dr. Hardi Swarsensk.v über die Kriegsverbreoher-Prozes. se und nazistische Publikationen auf dem Kontinent. — Besonders an diese Ausführungen schloss sich eine rege Aussprache an. An der allgemeinen Debatte beteiligten sich fast aflle Mitglieder der Exekutive und einige Gäste. Von den Ausführungen seien besonders diejenigen erwähnt, die von Dra. Nelly Rüst (Montevideo) , dem Repräsentanten des JOINT, Henry Levi, Dr. Julio Keselman (Resistencia, Chaco) und Ing. Gregorio Faigon, dem Vizepräsidenten der DAIA gemacht worden sind. — Auf der Tagung der Exekutive wurde sehr nützliche Arbeit geleistet. Sonntagskurse der AMIA Jeden Sonntag Vormittag findet eine Veranstaltung des Zyklus „Sonntagskurse der AMIA“ statt: Sonntag für Sonntag ist der grosse Saal der AMIA überfüllt, der immerhin mehr als 400 Personen aufnehmen kann. Die Sonntagskurse und ihr Besuch sind ein erfreuliches Zeichen dafür, dass es selbst ISRAEL - BRIEFMARKEN Ait WIEDEBVERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VLAMONTE 550, I/B — Bu*ae« Aire», R** Ar*entima EPHRAIM KISH0N: ARCA DE NOE Ein geeignetes Geschenk für jeden Freund ist dieses neue Buch des anerkannten israelischen Humoristen. EDITORIAL CANDELABRO — PASTEUR 341 in unserer materialistischen Zeit einen Kreis von Menschen gibt, die für die kulturellen Fragen und Probleme unserer Zeit und speziell für die jüdischen Probleme Interesse haben. Man kann die AMIA nur zur Durchfiih. rung dieser Veranstaltungen begl ück w ii nschen. Sollte es nicht möglich sein, auch solche Kurse in einem anderen Stadtteil oder Sektor, z. B. im zentraleuropäischen. zu veranstalten. Oder gibt es nicht wenigstens einhundert Menschen in diesem Sektor, dessen Tradition die Kultur ist, die an einem solchen Zyklus regelmässig teilnehmen wdirden? Einladung nach Israel Der Professor für Ozeanographie und verwandte Wissenschaften an der Nationaluniversität Buenos Aires, Kapitän Luis A. capurro, ist einer Einladung gefolgt un¿ wird das Wissenschaftliche Weizmann.Institut in Rechowot besuchen. Er wird die neuen Methoden der Entsalzung des Meerwassers studieren, die vom Weizmanu- Institut ausgearbeitet wor. den sind. Die hiesige Comité des Weizmann-Instituts veranstaltete zu Ehren des Kapitän . Professors einen Abschiedsabend. — 64 Jahre: Hospital Das jüdische Krankenhaus in Buenos Aires (Hospital Israelita Ezra) kann nunmehr auf ein 64jähriges Bestehen zurückbiicken. Die Bedeu. (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme am Verlust unseres unvergesslichen LEOPOLD SCHOENMANN danke ich im Namen aller Trauernden SILVA SCHOENMANN geb. HAMBURGER Bs. Aires, Dezember 1964 Zabala 2623 LUACH — (KALENDER) 29. Kislew Freitag, den 4. Dezember 5. Tag CHANUKKA Sonnabend, den 5. Dezember Schabbat CHANUKKA Parschat MIKETZ 1. B. M. XLI 1 — XLIV 17 Haftara Secharia II 14 — IV 7 1. Tag Rosch Chaudesch TEWET Sonntag, den 6. Dezember 2. Tag Rosch Chodesch TEWET 7. Tag CHANUKKA Montag, den 7. Dezember 8. Tag CHANUKKA Dienstag, den 8. Dezember Mittwoch, den 9. Dezember Donnerstag, den 10. Dezember Freitag, den 11. Dezember Sonnabend, den 12. Dezember Parschat WAYIGASCH 1. B. M. XLIV 18 — Haftara Yecheskel XXXVII 15 — 28 30. Kislew 1. Tewet 2. Tewet 3. Tewet 4. Tewet 5. Tewet 6. Tewet 7. Tewet XLVTI 27 Sonntag, den 13. Dezember Montag, den 14. Dezember 8. Tewet 9. Tewet )