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Jüdische Wochenschau · 1964-11-27 · 2092 (27.11.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2092 (27.11.1964)
Date
1964-11-27
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes, 27 de Noviembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — Ní 2093 Ereignisse der Woche'Auswande^ MTansen<,en Tn orcÍAn ca/*Vic Hin . -r-» ¿ _ i-: i -r - i -• . - (Fortsetzung der Ereignisse vou Seite 4) christlichen Frauen Vereine der auswärtigen Korrespondenten, des „Colegio de Escribanos“ (Vereinigung der Notare) usw. Weitere Einzelheiten über den Verlauf der Sitzungen werden später veröffentlicht werden. — Cabildo „erobert“ Zur gleichen Zeit, als sich die Delegierten zum FUCA- Kongress zusammensetzten, um gegen den Antisemitismus Stellung zu nehmen, ereignete sich im Zentrum der Stadt Buenos Aires ein merkwürdiges Schauspiel. Vier Jugendliche, einer von ihnen 15 die anderen 17 Jahre alt, drangen in den historischen Cabildo ein und besetzten dieses Gebäude 45 Minuten hindurch. Sie überwältigten die beiden Wächter dieses ' Gebäudes, zogen Spruchbänder der Tacuara und der j UNES (Unión Nacionalista de Estudiantes Secundarios)! auf und stellten sich auf den \ Balkon des Hauses, wo sie die Menge, die dem eigenartigen Schauspiel zusah, mit dem faschistischen Gruss begrüßten. Es kam zu verschiedenen Zwischenfällen, da selbstverständlich die vier Jugendlichen allein diesen Ueberfall nicht ausgeübt haben können. Die Polizei verhaftete zunächst einige Personen, die ein scharfes Eingreifen forderten, bis dann die Jugendlichen von Polizeiverstärkungen heruntergeholt und in die Wache gebracht wurden. Alle Einzelheiten sind ausführlich von der Tagespresse veröffentlicht worden. Dort wird auch gefragt wie das möglich sei. Zu den I gegebenen Antworten sei j ebenfalls auf die Tagespresse I verwiesen. — Der Manu im Koffer Die sensationelle Befrei. I ung eines Spions, der im; ägyptischen Diplomatenge-! päck in Rom entdeckt wurde, hat die Oeffentlichkeit in allen Ländern beschäftigt. : Obwohl die ägyptische Di- I plomaten bei frischer Tat überführt wurden, spricht die arabische Presse von ei-! nem „israelischen Banditenj stück“. I „La Prensa“ eine der gro- : ssen argentinischen Morgenzeitungen, publizierte in ih.! rer Ausgabe vom Sonnabend, : den 21. November, zu diesem : Thema einen lesenswerten 1 Leitartikel. Dort heisst es u. ' a.: „Der Raub von Diplo- , maten politischen Gegnern,! Geheimagenten usw. durch die auswärtigen Repräsentanten totalitärer Regierungen ist keine Neuigkeit... Von jetzt an sollten die Gepäckstücke der Agenten der i Arabischen Republik mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden....“ — Wichtige Publikation Im Institut für argenti. niseh-israelischen Kulturaustausch fand in der vergangenen Woche eine Veranstaltung statt, bei der das Buch „Moderne lateinamerikanische Erzählungen“ präsentiert wurde, das eine Sammlung von Werken lateinamerikanischer Literatur in hebräischer Uebersetzung bietet. Die Anthologie enthält Erzählungen von den neun argentinischen Autoren: Juan Pablo Echagüe Roberto J. Payrö, Atilio Chiäpori, Ho. racio Quiroga, Ricardo G:iraldes, Ezequiel Martinez Estrada, Jorge Luis Borges. SPEZIALPREISE fuer FLUGPASSAGEN nach ISRAEL zu erfragen bei: VIA WIND 25 DE MAYO 189 T. E. 34.6919 HOTEL LAGO Inhaber: Leo Kahn RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 76.2009 v. 8—10 Uhr BEKANNT DURCH AUFMERKSAME BEDIENUNG UND HERRLICHE LAGE JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER " Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Conrado Nalé Roxlo und Au. gusto Mario Delfini. Auf die Bedeutung des Vorhabens, die argentinische literarische Produktion in der Sprache der Bibel in Israel zu verbreiten, wiesen der Erste Sekretär und Kultur-Attache der Israel-Botschaft Herr Arte Bustan, und der Kopräsident des genannten Instituts Prof. León Dujovne in ihren Ansprachen hin. Der Einladung zu dieser Veranstaltung waren die Mitglieder der Leitung des Instituts, Schriftsteller und Angehörige der argentini sehen Autoren gefolgt, deren Erzählungen in dem Buch publiziert werden, das kürzlich von dem Verlag Am Hassefer in Tel Aviv herausge. bracht worden ist. Oeffentliche Kollekte Unter der Bezeichnung „Campaña Juvenil Católica Protestante-Judía de Ayuda Social (Barrio Belgrano)“ wurde eine Sammlung von Bekleidungsstücken durchgeführt, um den Bewohnern eines im Stadtteil Belgrano gelegenen Elendsviertels Hilfe zu bringen. An dieser Aktion beteiligten sich die fol genden Gemeinden: die Bet El, die Evangelische Kirche französischer Sprache die Pfarrkirche San Cayetano, die Schweizer Reformierte Evangelische Kirche, die Nueva Comunidad Israelita, die Pfarrkirche Nuestra Se¬ ñora de la Merced, die Schottische St. Andrew’s-Kirche, die Evangelische Methodisten.Kirche. die Anglikanische Kirche St. Saviour's. In den ersten sechs Mo. naten dieses Jahres sind! 6.000 jüdische Tunesier nach I Frankreich gekommen. Die 1 Auswanderung dauert an. In : den letzten Monaten erhielt das Büro des Fonds Social Juif Unifié 2.500 Gesuche um ' Unterstützung. Die Auswan- | derung ist verboten, so dass! die Familien ihre ganze Habe zurücklassen müssen. Sie j nehmen nur so viel Gepäck; mit, dass sie als Touristen , erscheinen können. Sie müsj sen Rückfahrkarten vorwei- | sen, die dann verfallen. Sie , können nur 35 Dinars (ca. 100 Dollar) mitnehmen. Von; den 32.000 Juden im letzten j Jahr sind nur noch 15.000 zu. j rückgeblieben, und diese bej reiten sich grösstenteils gleichfalls auf die Ausreise j vor. i Die grossen Firmen in Tu gesetzt. Jüdische Beamte werden auf kleinere Posten versetzt, wo sie nur ein geringes Gehalt beziehen, aber die gleiche Arbeit für ihre gutbezahlten Vorgesetzten ben. In Frankreich erhalten die Tunesier keine Unterstützung, im Gegensatz zu den Algeriern. Jedoch machen ih. nen die französischen Behörden keine Schwierigkeiten, auch wenn sie nur einen Identitätsausweis besitzen und keinen Pass. Dank der Ausbildung durch die ORT- Werkstätten in Tunis gibt es unter den Tunesiern mehr gelernte Arbeiter als bei den bische Liga bemühe, in ande^ ren ländern Auswanderungs- Verbote nach Israel zu er wir. ken, helfe Marokko sogar den — _ Juden, ihre Devisen nach lsmoslemischen! rael zu verbringen, so bezu leisten hahaupten sie. Vor einer Aaj zahl Jahren hatte Marokko noch 200.000 Juden, die zum grössten Teil unter schwie. rigsten finanziellen Bedingungen lebten. Marokko erliess damals ein Korrespondenzverbot mit Israel, das aber keine Wirkung hatte, daj die Briefe einfach üb8r Bekannte in Frankreich gingen. Die schwere wirtschaftliche Krise trifft die ärmliche jüdische Bevölkerung doppelt stark. Die wohlhabende Algeriern und es ist für sie j Schicht ist nur sehr dünn. nicht schwer, Stellen zu finden. Dagegen sind sie schwer unterzubringen. Das Büro in Paris hat mehr als 600 Be. nesien wurden nationalisiert j werbUngen für Wohnungen und den kleinen werden | Die Behörden „freiwillige“ Zeichnungen für die Nationalanleihe aufgezwungen. In den letzten Monaten fanden bei zurückgekehrten Touristen Haussuchungen statt um herauszufinden, ob sie in Israel waren. Bourguiba hat sich nun offen zum Kampf gegen Israel bekannt; nach dem Muster der Arabischen Liga werden alle Juden „zionistischer Sympathien“ verdächtigt. Selbst diejenigen Juden, die im Kampf für die Unabhängigkeit gegen Frankreich ausgezeichnet wurden, entgingen diesem Schicksal nicht. So wurde André Barouche, der von den Franzosen we gen seiner Tätigkeit für die tunesische Unabhängigkeit verhaftet war, als Minister für öffentliche Arbeiten ab- „Verschwoerung gegen die Kirche“ Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte seinerzeit gegen die in Madrid hergestellte grob antijüdische Schrift „Verschwörung gegen die Kirche“ Anzeige erstattet und sich in dieser Sache auch an den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz, Kardinal Frings, gewandt. Durch Schreiben vom 4. August 1964 hat das Erz. bischöfliche Generalvikariat Stellung genommen. In dem Schreiben heisst es: „In unserem Schreiben vom 12. Mai ds. Js. teilten womit, dass wir das oben genannte Buch prüfen Hessen Dies ist inzwischen geschehen. Einer unserer Mitarbeiter, der mit der Materie sehr vertraut ist, meint nach eingehender Prüfung und wir glauben, dem zustimmen zu müssen: „Das Buch ist eine antisemitische Schmähschrift, die im Stile des .Stürmers“ Hassgefühle und Ressentiments gegen die Juden weckt und aufpeitscht. Wissenschaftlich gesehen ist das Werk unqualifizierbar: wollte man es widerlegen, müsste ein ähnlich umfangreiches Werk geschrieben werden, da jede Aussage distinguiert und jeder Satz zurechtgerückt werden müss. te. Im Gegensatz zu Rosenbergs Mythos steht hinter diesem Werk keine politische Macht, die den Ideen zum Siege verhelfen könnte drid 1963, wird eingezogen.“ Nach einer ausführlichen Darstellung der verschiedenen antijüdischen Behauptungen erklärt das Gericht den Inhalt der Schrift für verfassungsfeindlich und volksverhetzendim Sinne des Paragraphen 130 StGB. In der Begründung heisst es wie folgt: „Diese verlesenen Stellen haben verfassungsfeindlichen Inhalt i. S. des Paragraphen 93 St.GB. Es handelt sich um eine antisemitische Hetze, die dazu bestimmt und geeignet ist, das Judentum in seiner Gesamtheit als wesensmässig schlecht und schädlich darzu. stellen. Diese rassische Diskriminierung stellt eine Bestrebung dar, die darauf gerichtet ist, zwei in Paragraph 88 StGB genannte Verfassungsgrundsätze zu untergraben, nämlich den Ausschluss jeder Gewalt- und Willkür herrschaft (Par. 88 II Nr. 2 St.GB). Die bezweckte Diffamierung des jüdischen Bevölkerungsteiles erfüllt auch das Merkmal ,Zur Unterdrückung der demokratischen Freiheit“ (BGHSt 16, 49, 55). Die verlesenen Stellen haben darüber hinaus auch volksverhetzenden Inhalt gemäss Paragraph 130 StGB. Es wird darin versucht, die Menschen jüdischer Abstammung bei der Bevölkerung verhasst zu machen. Gleichzeitig wird die Menschenwürde der jüdischen Mitbürger in einer in Paris erklären, dass sie schon mit den Algeriern überbeschäftigt sind und kaum noch für die Tunesier aufkommen können. Den Weg nach Israel lehnen die meisten Tunesier vorläufig ab. JUDEN VERLASSEN MAROKKO Die jüdische Gemeinschaft Marokkos reduziert sich durch die Auswanderung sehr rasch. Heute leben noch 70.000 Juden im Lande. Bereits hat j dienste sich die Auswanderungsbewe. gung auf den Mittelstand ausgedehnt. Zahlreiche jüdische Geschäftsleute und Handwerker beginnen, ihre Betriebe zu liquidieren. Die jüdischen Familien erhalten Pässe, ohne dass der Bestimmungsort angegeben wird. Die Auswanderung kann daher in jedes Land erfolgen. Die Regierung erklärt, dass hierin keine Unterstützung Israels liege. Die Opposition ist allerdi’igs mit dieser Hai. tung nicht einverstanden. In einer Zeit da sich die Ara- Daneben besteht ein Mittelstand von Händlern, freien Berufen und Beamten. Diese werden durch die aufsteigenden Moslems aus ihren Posi. tionen gestossen. Den Juden wird direkt nichts angetan. König Hassan erklärt, die Juden seien gleichberechtigte Staatsbürger. Deswegen wird er von der Opposition angegriffen und des Landesverrats beschuldigt. Aber die Regierung nimmt diese Angriffe ruhig hin, weil auch die Opposition über den Aus. zug der Juden aus Marokko im Grunde genommen zufrieden ist. Der Besuch der Gottesin Casablanca war geringer als im letzten Jahr, was auf die Auswanderung zurückzuführen ist Der Gouverneur und der Präfekt wa. ■ ren im Aufträge der Behörden in der Bet-El-Synagoge in Casablanca zum Gottesdienst erschienen. An einL gen Synagogen wurden Hakenkreuze bemerkt; die Polizei sorgte für ihre Entfernung. Man sucht die Täter in den. Kreisen der fanati. sehen Anhänger des Moslemliga die durch die Beschlüsse der Konferenz von Alexandrien beeinflusst worden sind. I Zur Frage der Mischehen Es bleibt im Gegenteil alles! Weise angegriffen, die geeig- — — I — -, — — 1 A UflA n j A** I « a4 Äil4* A — rt 4-1 : A Vl A VI geheim, selbst der Absender, der das Buch in Deutschland kolportiert. Es wäre zu viel Ehre, wenn man dem Buch in einer öffentlichen Kampagne entgegentreten würde.“ Die IV .Grosse Strafkam. mer des Landgerichts Düs seldorf hat durch rechtskräftiges Urteil vom 23. April 1964 für Recht erkannt: „Die Gesamtauflage des Buches .Verschwörung gegen die Kirche“ von Maurice Pinay, herausgegeben in Ma net ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Dass der Inhalt des Buches die jüdischen Staatsbürger in der Bundesrepublik, die in ihrer Gesamtheit beleidigungsfähig sind (BGH, NJW 63 2034) beleidigt, bedarf keiner näheren Erörterung. Die Gesamtauflage des Buches war wegen dessen strafbaren Inhalts gemäss den Paragraphen 86, 98 II StGB im selbständigen Verfahren nach den Paragraphen 430 ff StPO einzuziehen.'' Jerusalem. — Kein Jude, der im Ausland eine Mischehe eingegangen ist, wird Schwierigkeiten haben, in Israel einzuwandem, wie Zalman schragai, der Leiter der Einwanderungs . Abteilung der Jewish Agency, erklärte. In einer Pressekonferenz versicherte Schragai, dass „die Einwanderungs - Abteilung nicht darüber richtet, wer Jude ist“ und dass „keinem die Einwanderung verwehrt wird, weü einer der Partner in einer Ehe nicht Jude ist oder weil das Paar nicht nach jüdischem religiösen Ritus geheiratet hat". Er fügte hin: „Wir werden einen Weg finden, um diese Eheleute in das jüdische Traditionsgesetz einzubeziehen Jedes in einer Mischehe verbundene Paar darf in Isra. ei einwandern, obwohl das Rückkehr Gesetz nur auf den jüdischen Teil einer solchen Ehe anwendbar ist. Wenn die Regierung einmal die Einwanderung eines Nichtjuden gestattet, so werden wir einem solchen Einwanderer alle die Hilfe leisten, die wir* allen Immigranten gewähren.“ Die Religiös-Nationale Partei wies auf kürzliche Erklärungen von Mosche Sharett, Präsident der Exekutive, und Nachum Goldmanns, Präsident der Zionistischen Bewegung, hin und warnte, dass derartige Verlautbarua. gen die Einheit der Nation und die Integrität der Zionistischen Bewegung gefährden könnten. (ITA) JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Montevideo/Uruguay Einzelnummer (.50 $ urug. Jahresafaene 65.— $ urug. ANZEIGENANNAHME Librería Neulaender RIO BRANCO 1231 TeL 83887 EINZEL.VERKAUF: NEULAENDER RIO BRANCO 1231 JUEDISCHE BUCHHANDLUNG. FLORIDA 1230

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