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Jüdische Wochenschau · 1964-11-27 · 2092 (27.11.1964) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2092 (27.11.1964)
Date
1964-11-27
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Vier«»», 27 de Noviembre de 1ÍW¡4 L A semana ISRAELITA Año XXV. — N9 2092 — 9 ¡U erwíf^ nach ft. so i» An. Marokko die suis schwie. okko er. Tespoa- ■ael. das *tte, dg ber Be- Singen, schaf tu. ärmliche dop. ibeaife dünn. Mittelfreien Diese ¡eigen- Posi. Juden igetan. > die chtigte wird ange. iesverdie e Anauch Aus. rokko i m. .dteswar Jahr, erung Gouwa. leiwragoge otteseinL Ha- Poitfer- Täter Imtt. oslemhüise .lernsind. en Isa. das den wichen Wenn dis itjuwir lerer wir wäh- Par- Hr- Shaekuülama, sehen amte. jArua. Nation Zioni* «fahr« 17 91 190 . del Estero 454, IX, of. 36 T. E. 38-5! Vor einer zionistischen Offensive Ich habe das Gefühl, dass das Jahr 1964 in die Geschichte der zionistischen Bewegung als ein höchst entscheidendes Jahr eingehen kann. Ich glaube nicht, dass es während der letzten zehn oder fünfzehn Jahre einen Zeitpunkt gegeben hat, zu welchem die Chancen für die Eröffnung eines neuen Kapi. tels in der Geschichte der zionistischen Bewegung so gross gewesen sind wie im Augenblick. Aber Chancen haben nicht viel Sinn, wenn die Menschen, Nationen oder Bewegungen, denen sie sich bieten, unentschlossen sind oder unfähig sie zu ergrei fen. Das Resultat wird davon abhängen, was Zionisten in der ganzen Welt aus diesen Chancen machen werden. Ich möchte versuchen zu erläutern, warum ich glaube, dass jetzt die Möglichkeit besteht, eine neue Periode in der zionistischen Geschichte herbeizuführen. Während der letzten zehn oder fünf, zehn Jahre habe ich dauernd in pessimistischen Tönen von der zukünftigen Entwicklung der zionisti. sehen Bewegung gesprochen. Beute hingegen habe ich das Gefühl, dass eine viel optimistischere Note erlaubt ist. Grund hierfür ist die geänderte psychologische Atmo. spare, die sich letztens in der Bewegung entwickelt hat. und zwar in der Diaspora sowohl wie im Staate Israel. Ich glaube dass der wesentliche Grund, weshalb man von einer verbesserten Atmosphähe sprechen kann, in der Tatsache zu finden ist, dass das, was viele von uns jahrelang gesagt haben, sich jetzt als wahr erwiesen hat — nämlich dass es eine Illusion ist, dass die zionistische Bewegung ihr Ziel mehr oder weniger erreicht habe. In der Folge des grossen und unerwarteten Sieges, den unsere Generation durch die Errichtung des Staates gewann und der Erfolge des Staates in politischer, mili. tärischer und Wirtschaft’.! eher Hinsicht und auch in Bezug auf die Einwanderung usw., entstand eifi gewisses Gefühl, dass die zionistische Bewegung mehr oder weniger ihre historische Mission erfüllt habe, und dass man von Rechts wegen diese Bewegung gar nicht mehr benötigte. Dieses Gefühl wurde nicht nur von hervorra genden Leitern des Staates offen zum Ausdruck gebracht; es wurde auch von der grossen Mehrheit seiner Einwohner geteilt. Dariibertoinaus war es das Gefühl der Mehrheit des jüdischen Volkes und — seien wir ehrlich mit uns selbst — das vieler Zionisten. Man sah einen Staat in voller Punktion, mit Diplomaten, Kabinettsministern, Delegierten bei den Vereinten Nationen und grossen Einwanderungsw’ellen. Der Staat entwickelte und konsolidierte sich so dass man den Eindruck gewann, das Ideal , um dessentwillen die Bewegung entstanden war — der Judenstaat der Herzl. jsehen Träume —, sei mehr oder weniger verwirklicht. Vom historischen Standpunkt gesehen befand sich infolgedessen während der letzten zehn bis fünfzehn Jahre die zionistische Bewegung auf der Defensive. Sie von Dr. NACHUM GOLDMANN musste sich hauptsächlich darauf beschränken, weiteren Rückgang zu vermeiden Wir mussten dafür sorgen, dass es nicht noch ärger wurde. Wenn ich also heute die Möglichkeit einer zionistischen Zukunft optimistischer sehe, ist der Grund hierfür mein Gefühl, dass sich sow'ohl in der Diaspora als im Staate Israel die Einsicht zu verbreiten beginnt dass die Vorstellung, der Zionismus habe sein Ziel mehr oder weniger erreicht, nicht nur eine Illusion ist. sondern eine, die, wenn sie nicht richttiggestellt wird, zur Zerstörung des Staates Israel und des jüdischen Volkes führen kann.; heutigen Situation einfacher | und günstiger war.! Das, was vor 67 Jahren Judenfrage hiess und bei Herzl 1 die Konzeption des Juden-! Staates hervorrief, bestand aus äusseren Gefahren; An. I tisemitismus Pogrome, Hungersnot, Unterdrückung und j Wanderungen. Heute werden diese nicht mehr als nen- | nenswerte Gefahren angesehen. Wir werden von Antisei mitismus nicht bedroht; Ju- I den leiden nicht mehr Hunger. Tatsächlich ist unsere | äusserliche Situation besser als vielleicht je zuvor in unserer Geschichte. Aber auf der inneren Front ist die Gefahr unvergleichlich akuter geworden. Nationen gehen | Wenn ich heute gefragt i würde, was nach meiner Anj sicht das schwerwiegendste I Problem ist, vor dem das jü-! dische Volk steht, würde ich sagen, dass es die Aufklärung über die Illusion ist, die Zukunft des jüdischen Volkes in der Welt sei sicher, gestellt. Dasselbe gilt für die Illusion vom erreichten zionistischen Ideal. Würde weiter die Frage gestellt, was Programm und Ziel des Zionismus ist, könnte dieses in zweifachem Sinn erklärt werden: er j wollte die Judenfrage durch Sicherung des zukünftigen I Bestehens des jüdischen Voli kes lösen,, und diese Lösung | mit Hilfe eines souveränen : Staates erreichen. Heute ste. I hen wir vor der Einsicht, | dass beide Ziele noch lange nicht gesichert sind. Die Leiter Israels warnen täglich die Juden des Staates dass sie sich keinem falschen Sicherheitsgeftihl hingeben dürfen. Neulich sagte | mir mein Freund David Ben; Gurion in einer Unterhai. tung, das grosse Problem des Staates liege darin, dass ein erheblicher Teil seiner Jugend beginnt, ihn, den Staat, für eine Selbstverständlichkeit zu halten; er sehe es als seine Aufgabe an, der jungen Generation ln Israel klarzumachen, dass die Errichtung des Staates ein Wunder war dass sein Fortbestand ein Wunder ist, und dass sie noch viele, viele Jahre dafür Wird Sorgen tragen müssen, dass das Wunder ein Wunder bleibt. Jedenfalls war der Staat nie Selbstzweck der zionisti- | sehen Ideologie, oder auch I nur ihr Ideal. Kein Staat ist Ziel in sich selbst. Ein Staat ist ein Instrument zur Sicherung einer Nation, und so muss es bleiben, so lange Nationen in der Form souveräner Staaten bestehen. Es ist eine gefährliche Illusion sowohl für die Juden in Israel als auch für die Freunde des Staates und die Zionisten ausserhalb des Staates zu glauben dass dieses Instrument heute gesichert ist. Aber die Illusion ist noch grösser, wenn wir uns mit dem anderen Teil des zionistischen Programms befassen — der Sicherung der jüdischen Existenz. Ich habe auch nicht den leisesten Zweifel, das die Lage des jüdischen Volkes im Jahre 1897, als Herzl den Ersten Zionistenkongress nach Pa sei berief, verglichen mit der unter, wenn sie den Willen, Nation zu bleiben, verlieren. Wir leben in einer Zeit, in welcher die innere Front des jüdischen Volkes Tag für Tag schwächer wird. Vielleicht liegt das gerade an unserer so sehr verbesserten äusseren Situation, Aeussere Gefahr hat aus unserem Volk immer bessere Juden gemacht. Die innere Gefahr bedroht direkt unsere Zukunft. Deshalb sage ich, dass es eine tödliche Illusion ist, zu meinen der Zionismus, dessen Ziel die Sicherung des jüdischen Fortbestehens durch Schaffung des Staates ist, sei mehr oder weniger verwirklicht. Psychologisch können wir die Begeisterung über die Verwirklichung des unerwarteten Wunders eines jüdischen Staates vollaus verstehen, aber im Laufe der Jahre ist uns klar geworden, wie unbegründet diese Illusion ist. Daher halte ich die psychologische Atmosphähe für einen neuen Anfang des Zionismus für erheblich verbessert. Organisationen in Amerika, deren einziges Programm es war, den Antisemitismus zu bekämpfen und für Wohlfahrt zu sorgen, Altersheime, Krankenhäuser und philanthropische Fends zu unterstützen finden jetzt eine völlig neue Orientierung. sie fangen an einzusehen, dass die jüdische Zukunft nicht durch Spitäler und Waisenhäuser, sondern nur durch jüdische Schulen gesichert werden kann. Dies ist ein revolutionärer Prozess im amerikanischen Judentum. Wenn der Leiter einer Organisation wie das American Jewish Committee, für welchen das ganze jüdische Problem darin bestand. Juden gegen Antisemitismus zu schützen und ihn«m Gleichstellung zuzusichern, erklären kann, dass der Antisemitismus jetzt eine viel kleinere Gefahr ist als die Assimilation, so ist das eine wahrhaft revolutionäre Aenderung. Sie bedeutet dass in der Diaspora das Verständnis dafür dämmert, d-ss bei aller Verbesserung unserer äusseren Lage unsere Zukunft noch weit davon entfernt ist, gesichert zu sein. Und es gibt ein entsprechendes Erwachen im Staate Israel. Junge Leute, denen es vor zehn Jahren scheinen I wollte, sie brauchten aus der! Diaspora nur ein bisschen j Geld, nähern sich der Ein- I sicht, dass die Zukunft des ‘ Staates ohne eine jüdisch, j bewusste Di spora ernsthaft gefährdet ist. Daher glaube ich, dass die psychologische Atmosphäre um die zionistische Bewegung heute gut ist und in Zukunft noch besser werden kann vorausgesetzt, dass wir die Situation dazu ausnutzen. ein neues Kapitel in unserer Geschichte zu beginnen. Und es g;bt keine andere jüdische Bewegung, welche dank ihrer Ideologie und ihrer historischen Leistung imstande ist, die entscheidende Aufgabe dieser Generation auf sich zu nehmen — die Benutzung des Staates als ein M’ttel für die Sicherung der Zukunft des indischen Volkes in der W-htüberhaupt —, so wie die zionistische Bewegung. Welche andere Bewegung hat eine so klare Erkenntnis wie wir, dass die Gefahren welche unsere Zukunft bedrohen, ohne das Instrument des Staates nicht überwunden werden können? Das ist der Grund weshalb die z:o nistische Bewegunp w’eder zur Offensive im jüdischen leben übergehen muss, ps gibt eine Voraussetzung, wpiclie ich glaube, als unentbehrlich bezeichnen zu dürfen, und das ist d’e volle Kooperation des Staates selber. Die Regierung Israels ist vital an einem starken und gesunden jüdischen Leben in der Diaspora, und vor allem an einer bewusst jüdischen jüngeren Generation interessiert. Der Staat ist darauf eingestellt, weitgehend zu kooperieren. Notwendig ist eine Erneuerung des grossen kämpferischen und einsatzbereiten Geistes, womit die zionistische Bewegung einst begann. Auch heute kann sie zum stärksten Faktor des jüdischen Lebens werden. Ungeachtet des Umstandes, dass die Zionisten eine Minderheit im jüdischen Leben bilden müssen sie im Kampf für die jüdische Existenz den Ton geben. Letzten Endes ist die zionistische Bewegung im jüdischen Leben immer in der Minderheit gewesen. Die grossen Veränderungen in der Geschichte von Nationen und Bewegungen sind immer von Einzelpersönlichkeiten und Minderheitsgruppen durchsetzt worden. In unserem Fall wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass sich eine genügende Anzahl von Zionisten findet, die überzeugt sind, dass die zionistische Prognose der Judenfrage 1964 mindestens eben so viel Gültigkeit besitzt wie 1897. Meiner bescheidenen Ansicht SEKRETARIAT SANTIAGO DEL ESTERO 454 - 9. St. - 0f. 36 TELEFON 38-5816 SPRECHSTUNDE, nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung, jeden MITTWOCH von 18 bis 20 Uhr. Nachrichten aus Israel i MAGEN-DAVID-ADOM i Der Magen-David-Adom er- | richtet mit einem Kostenaufwand von 1,25 Millionen II : ein neues Verwaltungsgebäu-; de in Tel Aviv.! SAEUGL1NGSHEIM i Die kanadische WXZO spendete $ 35.000,— für die Er- , rieh tung eines Säuglingshei- I mes in einer neuen Wohnsiedlung in Akko.! MIZPE RAMON Die bisher zum Bezirksrat | Ramat Hanegew gehörige , Siedlung Miz-pe Ramon wuri de zum selbständigen Orts-! rat erklärt.; MODIIN i Die neu zu errichtende j Stadt Modiin, östlich von Lod 1 an der transjordanischen Grenze, soll den Namen I ,,Macabit“ erhalten; das I Wohnbauministerium inve- | stiert in diesem Jahre 6 Mil- | lionen für die erste Entwicklungsphase dieser Stadt, l nämlich für Strassen, Wasserversorgung- Kanalisation I und Elektrizität. | ISRAELISCHE! FACHLEUTE Zwei israelische Fachleute für Urbarmachung von Böden fuhren unlängst -auf Veranlassung des Aussenministeriums nach Zypern, Die Regierung von Nicosia hatte sich an das israelische Aussenministerium mit dem nach besitzt sie heute grössere Gültigkeit als damals. Zionisten müssen bereit sein, eine neue geistige Offensive unter Juden zu be. ginnen, welche weit davon entfernt sind, Ziönisten zu sein — man kann ein glühender Freund Isiaals sein und dennoch die zionistische Prognose nicht anerkennen, dass der Mittelpunkt jüdischen Lebens und jüdischer Geschichte die Existenz des Staates ist und bleiben muss, und dass Juden sich individuell und kollektiv zunehmend an den Staat binden müssen. Die Mehrheit des jüdischen Volkes ist immer noch weit davon entfernt, dies zu akzeptieren, und es ist eine der grossen Illusionen des Volkes in Israel gewesen anzunehmen, dass das ganze jüdische Volk mehr oder weniger zionistisch sei, wenn es :,uch der zioirsti. schen, Bewegung nicht angesch’lossen ist. Wir müssen bereit sein, wieder ein Mal mit der zionistischen Konzeption der Lösung der Judenfrage hervorzutreten. und wir haben jetzt ein günstigeres Klima, als wir es während der letz, ten fünfzehn Jahre gehabt haben — irm ein neues und konstruktives Kanitel in der Geschichte unserer Bewegung zu beginnen. dringenden Anliegen gewandt, ihr in Fragen der Entwicklung der Böden behilflich zu sein. HANDELSZENTRUM Die zuständige Stadtpla-! nungs-Kommission genehmigte die Errichtung eines 80 Dunam grosse£ Handelszentrums zwischen Ramat Aviv und Newe Aviv. | NEUER WACHTTURM Der Bau eines neuen Wachtturms des Keren Kayemeth Leisrael, der zur Vr-- hütung von Waldbrändcn beitragen soll, ist bei der I Siedlung M haral, im Si,d-; teil des Karmel gebirges, begonnen worden, wo bereits eine Million Forstbäume ein i weites Gelände überdecken. Der Grundstein wurde in einer Feier gelegt, in welcher i der Turm nach V ax und Zippora Freilich, führende Persönlichkeiten in der Zioi nistischen Organisation Au- ' straliens, benannt wurde, milie Freilich und zahlreiche ihrer Freunde anwei send. Der australische Gej sandte in Israel, John Head, wies in seiner Ansprache auf! die engen und freundsebaft liehen Beziehungen zwischen : Austral’en und Israel hin. CHOLON-WALD! In Taos. einem Dorf im judäisc-hen Hügelland an der , nach Jerusalem führenden Strasse, wurden die ersten 1 von 20.000 Bäumen eines . Waldes gepflanzt, welcher j die Stadt zum 26. Jahrestag | ihres Bestehens ehrt; ein | Hain von 1.000 Bäumen wird dort den Namen des Mini- 1 sterpräsidenten Levi Eshkoi tragen. i TRAUBEN AUS DER WUESTE In drei J. hren werden Tafeltraubcn aus der Vornostensiedlung En Jahaw im Wüstental der Arawa auf die Märkte Israels gelangen. Die Bodenentwicklungs-Be- Bei den Feiern waren die Fahörde des Keren Kayemeth Leisrael hat in En Jahaw mit intensiver Arbeit zur Urbarmachung eines Geländes von 400 Dun m Boden für diesen Zweck begonnen. Ein Zeltlager ist dort zur Behausung der Arbeiter errichtet worden. die nur alle zwei'Wochen für ihre Ruhetage in ihre Wohnorte zurückkehien können. LIBANON-ZEDER Die ersten 100 Setzlinge der Libanon-Zeder wurden jetzt auf den höchsten Teilen des Karmelgebirges ausgepflanzt, um diesen prächtigen Baum in Israel einheimisch zu machen. Man knüpft grosse Hoffnungen an diesen Versuch: sollte er gelingen, so wei den Zedern in grösserem Masst b im Lande gepflanzt werden.!■ f

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