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Jüdische Wochenschau · 1964-11-27 · 2092 (27.11.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2092 (27.11.1964)
Date
1964-11-27
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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‘ T ß — Viernes 27 de Noviembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — Ní> 2092 Der Triumph der Wenigen (Schluss von Seite 1) dentums und zur Beseitigung der jüdischen Existenz führen müssen. Zu den stärksten Angriffen gegen die Volksexistenz in unserer Geschichte gehörte der Versuch des Hellenismus, neben allen anderen Völkern, die sich die Griechen und ihre Epigonen unterworfen hatten auch die Juden nicht nur in ihren Machtbereich miteinzubeziehen, sondern ihnen die griechische Kultur als ihre eigene geistige Grundlage auf. guzwingen. Wahrscheinlich wäre es niemals zu den Makkabäerkämpfen gekommen, wenn nicht die Abgesandten des Antiochus von den Juden die Uebemahme des Zeus_ Kultus verlangt hätten. Die Juden wären treue Untertanen des mächtigen Herr, schere gewesen und geblieben, wenn von ihnen nicht die Preisgabe ihres Gedankengutes, ihrer religiösen Ueberzeugung und Gebräuche verlangt worden wäre. Erst der Altar, auf dem die Juden dem fremden Gott Opfer darbringen sollten, gab das Signal zur Rebellion, die mit der Vertreibung der fremden Macht und der Erringung der nationalen Selbständigkeit endete. Noch mindestens einmal in der jüdischen Geschichte des klassischen Altertums widerstanden die Juden mit Erfolg dem Bemühen einer Besatzungsmacht, die den jüdischen Widerstand durch die Beseitigung der jüdi. sehen Ideenwelt der jüdischen Gottesvorstellungen und der jüdischen Sitten vernichten wollte. Als der römische Statthalter Pontius Pilatus die Feldzeichen mit den Kaiserbildern in Jerusalem aufstellte, zog das Volk zu ihm nach Cäsarea, wo er residierte, und bestürmte den Römer, fünf Tage und fünf Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 REAL PEN >erät Sie kostenlos und mverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN VIRREY DEL PINO 2262 T. 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Sij cheriich sind zu allen Zeiten l einzelne Juden wie Gruppen! diesen Weg der Assimilation! gegangen und haben sich in I den „Schoss der allein seligj machenden Kirche“ aufneh. I men lassen. Die Mehrheit . aber hat immer diese Lö- ( sung der Judenfrage, um eii nen modernen Ausdruck auf ■ frühe Epochen zu übertra- | gen, mit aller Entschieden. \ heti abgelehnt und gleich ih- | ren Vätern die vor Pilatus! gestanden haben, den Unter-! gang einem Verrat an sich . selbst vorzogen. I So haben die deutschen Juden des Mittelalters und | zur Zeit der Kreuzzüge ge- I handelt, wo sie sich, ihren; Frauen und Kindern selbst | den Tod gaben, um nicht in die Hände der Feinde zu fallen und getauft zu werden, i So sind Juden in allen Länj dern, in denen die Inquisi- I tion tobte, auf die Scheiter- J häufen gestiegen, zur Heili-! gung SEINES Namens. — j Man zieht gern Vergleiche I zwischen dem goldnen Zeitalter der Juden in Spanien und der jüdisch westeuropäischen Symbiose, weil hier wie dort die Juden würdige und anerkannte Träger einer anderen als der jüdischen Kultur gewesen sind. Dennoch gibt es einen tiefen, nicht übersehbaren Gegensatz zwischen diesen beiden E-r.twicklungsphasen unserer Geschichte. Weder im arabischen noch im christlichen Spanien führte die Assimilation zur Aufgabe jüdischer Vorstellungen und Gebräuche. Die grossen Denker und Philosophen, die bedeutenden Staatsmänner und Gelehrten unter den Juden waren zugleich immer oder meist die Leiter ihrer Gemeinden und öie Wortführer in den geistigen Aussprachen dieser Epochen, die ihre Stimme als Juden und nur als Juden erhoben. Demgegenüber entfernten sich die grossen Träger europäischer Kultur, die jüdi. sehen Ursprungs gewesen sind, nur allzu häufig vom Judentum und hörten auf, Juden zu sein. Ob sie sich nun mit der Taufe das Entreebillet in die europäische Kultur und Gesellschaft zu erkaufen hofften, ob sie aus der Berührung mit anderen, Urnen bis dahin verschlossenen Kulturen ihre Vergangenheit aufgaben, ob sie durch Erziehung und Entwicklung den Kontakt zum Judentum oder zur jüdi sehen Gemeinschaft verloren haben auf diesen wie auf anderen Wegen ordneten sie sich in andere Völker ein, gewiss nicht alle, aber sehr viele. Nicht alle verfügten über den Esprit und Intellekt ei. nes Heine, der genau wusste, dass auch durch die Taufe seine jüdische Existenz nicht beendet ist-, und der sich in einer bitteren Selbstironie über sich lustig machte. Es gibt einige Beispiele, in denen ehemalige Juden sogar auf die Seite der Judenhasser übergingen. Nicht zu übersehen ist auch die Schar derjenigen, die im Prozess einer bewussten Assimilation von der Umwelt amalgamiert W'orden sind. Nur ein Fall soll angeführt werden: Friedrich Julius Stahl alias Schlesinger, trat 1819 zum lutherischen Christentum über, ergriff die akademische Laufbahn und wurde ordentlicher Professor für Staats¬ und Kirchenrecht an der Universität in Erlangen, später in Berlin. Er wurde in die Erste Kammer in Preussen gewählt, wo er sich der Partei der äussersten Rechten anschloss. Er wurde zum Führer der Konservativen Partei, den späteren Deutsch- Nationalen. In seinen juristisehen Schriften trat er für den „Christlichen Staat“ ein. Auch schrieb er ein Werk ..Die Kirchenverfassung nach Lehre und Recht der Protestanten“. — Der Hinweis hierauf schliesst natürlich nicht aus, die grosse Reihe deutscher und anderer europäischer Juden unerwähnt zu lassen, die um eine echte Verbin- I düng jüdischer und europäischer Geisteswrelt rangen. I Hierunter finden wir mei-! stens Männer der letzten Generationen, deren Wirken hauptsächlich in die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts fällt. Von den einsti- I gen jüdischen Familien ir den ersten Jahrzehnten der Emanzipations- und Assimilationsbewegung ist kaum eine ihrem Judentum treu geblieben- Wie dann der Versuch „Lasst uns doch mit den Völkern ringsum einswerden“ endete, ist allen bekannt. Denn auch die Assimilation ist nicht allein vom Willen dessen abhängig, der sich assimilieren will. — Wir dürfen mit Sicherheit damit rechnen, aass wir in den kommenden Jahren neu en Gefahren der inneren Zersetzung und Auflösung ausgesetzt sein werden. Einein Assimilierungsprozess k-mr. eine Minorität nur widerstehen, wenn sie innerlich st >rk, geschlossen und an ihre eigenen geistigen Werte gebunden ist. Ob diese Voraussetzungen auf die heutige Judenheit, vor allem in Lateinamerika, zutreffen, muss dahingestellt bleiben. In der jüdischen Geschichte können wir immer wrie- . der beobachten, wie es auf i die Haltung weniger, ent-! j schlössener Männer und I 1 Frauen ankommt, die unser ¡ I Schicksal bestimmen. Diese j I Erscheinung gilt übrigens i auch für andere Völker ¡ | Hieran hat das Zeitalter der j ' Masenbew'egungjen durchaus j nichts geändert. Denn die j I Menge folgt den Wenigen, die ihr den Weg weisen oder j; bahnen. I Die Kämpfe der Makkabäer wurden von einem Vater und seinen fünf Söhnen mit wenigen Gefolgsleuten begonnen. Ein Volk wurde vor seinem sicheren Untergang gerettet. Die moderne Ge- [ schichte der Kolonisierung I des Heiligen Landes zeigt ei- | ne ähnlich« Entwicklung. Die ersten Pioniere bildeten eine! sehr kleine Schar. Langsam j sehr langsam, setzten sich I diese Chaluzim, diese Weg. , bereiter einer besseren jüdischen Zukunft durch. Jahrzehnte hindurch waren es diese Wenigen, die den Kampf um die Erschliessung des Bodens führten, der zugleich ein Kampf gegen die äusseren Gegebenheiten und eine feindliche Umgebung, aber auch ein Kampf um die innere Befreiung des Volkes gewesen ist. Es waren eint ge wenige Menschen, die unter der Führung Trumpeldors in Tel Chaj sterben mussten, im Stich und allein gelassen von einem grossen Volk. Der Prozess der inneren Wiedergeburt des jüdischen Volkes und der Wiedererwek- | kung seiner Kultur und I Sprache war mit grösseren ' Hindernissen verbunden als die äussere Befreiung, die schwer genug gewesen ist. Aber die Erfolge dieses Einsatzes der Wenigen haben neue Perspektiven künftigen jüdischen Geschlechtern eröffnet. Die Ausstrahlungen dieser Entwicklung, die von Israel auf die Galut erfolgen, sind die unsichtbaren, aber doch unverkennbaren Fundamente des jüdischen Wei. terlebens in der Galut; Manche mögen diese Tatsachen nicht erkennen und sie deshalb bestreiten. Das JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken Tahisbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E 73-9155 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 ■ 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN Gegen Oellieferungeri an Israel London. — Die Mitgliederländer der Arabischen Liga sind gebeten worden, die Regierung des Iran auf diplomatischem Wege aufzufordern, in Zukunft kein Erdöl nach Israel zu liefern. Der stellvertretende Generalsekretär der Araberliga kündigte in Kairo an, dass das Sekretariat der Liga eine Liste aller Gesellschaften und Tanker aufstellen werde, die Oel aus dem Iran nach Israel liefern. (AWZ) Einwanderer aus Brasilien Rio de Janeiro. — Wieder ist eine Gruppe von 36 Juden aus Brasilien nach Israel gereist, um sich dort niederzulassen. Die Zahl der aus diesem Land nach Israel ausgewanderten Juden hat sich hiermit für das laufende Jahr auf 408 erhöht. Im Jahre 1963 wanderten insgesamt 358 brasilianische Juden in Israel ein. Die letzte Gruppe besteht hauptsächlich aus Entern von Einwanderern, die schon in Kibbuzim leben. (ITA) Flugverkehr nach Israel Istanbul. — Die türkische Luftlinie „Turk Hava Yolla. ri“ führte einen Testflug nach Lud durch und will regelmässige Flüge alle zwei Wochen nach Israel durchführen. L* SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. ändert nichts an ihrer Exi stenz. Dass die Wissenden und Verstehenden, die Kämpfenden und zu jedem Einsatz Bereiten nur wenige Menschen im Verhältnis zur breiten Masse sind, besagt nichts. Chanukka lehrt uns, dass der Triumph der Wenigen damals das jüdische Volk vor dem Untergang rettete. In Zukunft wird es nicht anders sein. — Zweite Gedenkkirche in Dachau München. — Sechs namhafte Architekten aug Holland und Deutschland haben für den vom Rat der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschlossenen Bau einer evangelischen Gedenkkirche im ehemaligen Konzentrationslager Dachau Entwürfe geliefert. Im Hinblick auf den Charakter der Aufgabe war auf Vorschlag der beteiligten Architekten von der Aussetzung von Preisen abgesehen worden. Der Grundstein für die Gedenkkirche soll im Frühjahr 1965 gelegt werden. — (AWZ) Juden in Neuseeland Nach einer Statistik der Regierung leben unter der Gesamtbevölkerung Neuseelands von 2.414.984 Personen insgesamt 4.006 Juden. Seit 1926 ist die Verhältniszahl gleich geblieben. Von den Erwachsenen sind 1.420 Frauen 1.359 Männer, von den Kindern sind 617 Mädchen und 610 Knaben. In Auckland wohnen 1.609, in Wellington 1.328, in Christchurch 294 und der Rest an weiteren 20 Orten. HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández ELECTROCARDIOGRAMME CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roen tgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 .W t ■.

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