Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2091 (20.11.1964)
- Date
- 1964-11-20
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 20 de Noviembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N* 2091 ISRAEL IN SPRACHEN Erst jetzt werden die Re. sultate des allgemeinen Zensus, der vom Zentralamt für Statistik im Mai—Juni 1961 durchgeftihrt worden war, nach und nach veröffentlicht. U. a. wurden interessante Tatsachen festgestellt. 80 Prozent aller Einwohner des Landes, vom 2. Lebensjahr an, bedienen sich des Hebräischen als ihrer tagtäg liehen Sprache. Für Juden beträgt die Zahl 87 Proznt für Nichtjuden 14 Prozent. Es ergab sich ferner, dass der Gebrauch des Hebräischen durchwegs häufiger bei männlichen Personen ist, bei jungen Leuten und natürlich bei solchen die schon lange im Lande sind. Die Unterschiede zwischen diesen drei Kategorien sind beträchtlich: während 99 Prozent aller männlichen „Sabras“ zwischen 15 und 39 Hebräisch als ihre erste oder einzige Sprache sprechen, ist die entsprechende Proportion für Frauen von 65 und mehr, die 1955 oder später erwanderten, nur 3 Prozent. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges waren Jiddisch und Arabisch die Hauptsprachen für jene Juden Palästinas deren tagtägliche Sprache nicht Hebräisch war. In der Mandatszeit nahm der Gebrauch des Arabischen ab, da die Mehrzahl der Einwanderer aus Europa kam, wäh. rend Jiddisch nach wie vor seine Sonderstellung bewahrte — wenn auch auf dem Hintergrund mehrerer anderer Sprachen. In den Jahren 3948—1961 fand eine stark.? Verminderung im Gebrauch von Jiddisch und Deutsch statt, und ein entsprechendes Anwachsen der Verwendung von Arabisch, Persisch, Rumänisch und Französisch. Die am häufigsten gesprochene Sprache der jüdischen Bevölkerung Israels — neben dem Hebräischen — ist heut. zusage das Arabische, dessen sich 31 Prozent aller jener bedienen, die eine Fremdsprache sprechen. Jiddisch ist auf den zweiten Platz gesunken und wird von 23 Prozent aller nicht Hebräisch Sprechenden gebraucht, sein Niedergang im Lande spie, gelt die Verlagerung des Schwergewichts vom Askenavon HERBERT FREEDEN, Jerusalem sischen auf das sefardische Element der Bevölkerung wider. 1919 war die entsprechende Zahl 59,1 Prozent, im Jahre 1948 fiel sie auf 46,8 Prozent und ging 1950 auf 33,3 Prozent zurück. Jiddisch in Israel ist nur noch die Sprache der älteren Generation während Arabisch und Persisch besonders von Kin. dern kinderreicher Einwandererfamilien aus asio-afrikanischen Ländern gesprochen werden. Keine andere Sprache hat noch eine wesentliche Rolle als Verständigungsmittel. Am krassesten ist der Rückgang im Gebrauch des Deutschen, das von 16,9 Prozent im Jahre 1948 auf 6,2 Prozent gefallen ist und meistens von Erwachsenen gesprochen wird. Von der nichtjüdischen Bevölkerung Israels sprechen 96 Prozent Arabisch für den täglichen Bedarf. Das Anwachsen der Popularität des Hebräischen nahm keineswegs eine ununterbrochene Entwicklung. Kurze Zeit nach der Gründung des Staates, im November 1948, wurde es weit und breit von der jüdischen Bevölkerung gesprochen. Mit der Massen, einwanderung jedoch kam ein rapides Absinken, und erst 1961 hatte der Gebrauch des Hebräischen wieder seine proportionelle Ausdehnung von 1948 erreicht. Ein anderes Problem stellt das Analphabetentum dar Im Jahre 1961 waren 12 Prozent der jüdischen Bevölkerung, von 14 Jahren und darüber, Analphabeten — insgesamt 156.000 jüdische Men. sehen. Während das Schulproblem Israels praktisch den Analphabetismus unter der Jugend ausgemerzt hat, haben wenig erwachsene Analphabeten sich die Kunst des Schreibens und Lebens in irgendeiner Sprache nach ihrer Einwanderung aus asiatischen und afrikanischen Ländern angeeignet. Ein wichtiger Faktor ist der ständige Fortschritt auf diesem Gebiet unter der nichtjüdischen Bevölkerung des Landes. Nach dem Zensus vom Jahre 1931 waren von der Gesamtbevölkerung Palästinas unter dem Mandat 81 Prozent Analpha, beten. 1961 ist diese Zahl unter den nichtjüdischen Bürgern Israels auf 52 Prozent zurückgegangen. Dieses Ver- Agenten des Antisemitismus New York. — Ein Studie über die Methoden der Araber um den Antisemitismus ln Lateinamerika anzufachen, ist vom Jüdischen Weltkongress veröffentlicht worden. Sie stammt aus der Feder von Dr. Nathan Lerner, Direktor der Abteilung für internationale Angelegenheiten des JWK. Lerner weist darauf hin, dass die arabischen Agenten versuchen, „Lateinamerika in einen neuen Kampfplatz gegen Israel zu verwandeln“, in dem sie den Antisemitismus schüren und es sich angelegen sein lassen, die Beziehungen zwischen den arabischen und jüdischen Gemeinschaften zu vergiften. Hierzu schreibt er, dass „die Araber und die Juden in La. leinamerika stets in Frieden und Freundschaft miteinan- DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER ^4 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73*1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEN0” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 der gelebt haben. Auch heute noch sind die persönlichen Beziehungen zueinander gut. Erst nach dem Beginn einer heftigen antiisraelischen und antizionistischen Kamp gne haben sich diese Beziehungen verschlechtert.“ Nach Aussage Dr. Lerners sind die arabischen Büros, die arabischen Emissäre und Zeitschriften „nicht nur eine Quelle wilder antiisraelischer Agitation sondern auch einer wüsten antisemitischen Hetze, die im besten Nazistil betrieben wird“. Besonders ausführlich behandelt die Studie die Betätigung des früheren Repräsentanten der Arabischen Liga Hussein Triki, der Argen, tinie r einigen Monaten verlissa, angeblich um mit den Führern der Liga in Kairo zu konferieren. Triki habe öffentlich zugegeben, so versichert Lerner, dass er als Berater nazistischer Terrorgruppen agiert habe. Dr. Lerner hebt hervor, dass die Repräsentanz der argentinischen Judenheit, die DAIA bei der Regierung vorstellig wurde, und dass der JWK durch seine siidamerikanische Exekutive in Buenos Aires ebenfalls die Aufmerksamkeit der Regierung „auf die von dem Delegierten der Arabische Liga geförderten Aktivitäten“ gelenkt hat. Schliesslich berichtet Dr Lerner über ktirzliche, ähnli che Zwischenfälle in anderen südamerikanischen Ländern wie Brasilien und Venezuela. hältnis ist wesentlich besser als das in all jenen Moslem- Staaten, für die überhaupt Zahlen vorliegen (Irak — 89 Prozent Analphabeten; Iran — 85 Prozent; Aegypten — 80 Prozent). Das Verhältnis von Analphabeten zur Gesamtbevolkerung Israels ist viel niedriger als das in jenen Ländern Asiens und Afrikas, aus denen ungefähr die Hälfte aller jüdischen Einwanderer seit der Staatsgrundung kam. Für „Sabras“ und Juden, die in Europa und Amerika geboren sind ist der Prozentsatz der Analphabeten ähnlich dem in den fortgeschrittensten Ländern (5"' und darunter). Nichtsdestoweniger ist wegen des relativ verbreiteten Analphabe tismus unter der nichtjüdischen Bevölkerung sowie unter den jüdischen Einwan derern aus Asien und Afrika die Gesamtzahl der Analphabeten im Lande noch recht hoch — 16 Prozent der Gesamtbevölkerung, was allerdings noch immer den Vergleich mit einigen europäi. sehen Ländern aushält — Türkei 61 Prozent, Jugoslawien 33 Prozent, Griechenland 20 Prozent. Erst in der nächsten Generation wird dieses Problem in Israel wirklich gelöst sein. Literarische Notizen Stipendium Dr Michael Cais, ein Wis senschaftler am Technion m Haifa, hat ein Stipendium in Höhe von 38.500 Pfund Sterling vom nordamerikanischen Landwirtschaf tsministerium erhalten, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Theater in Jerusalem Der in Jerusalem ansässige, aus Venezuela stammende Millionär Sherover hat der Stadtverwaltung versprochen, den Bau eines Theaters zu finanzieren. Bisher haben Experten Zweifel ausgedrückt, ob Jerusalem in der Lage sei, ein Theater allabendlich zu füllen. Denkmal in Bombay Die Stadt Bombay errichtet ein Denkmal für Garcia Da Orta, der vor 400 Jahren als erster Europäer die therapeutischen Eigenschaften indischer Kräuter beschrieb. Da Orta war ein portugiesischer Jude. Numismatische. Im Israeliscnen Numismatischen Bulletin stand zu lesen. dass in früheren Jahrhunderten die deutsche Stadt Görlitz Silberschekel münzte, die dann nach Palästina verschifft und an christliche Touristen verkauft wurden. Die Worte Jerusalem und! Schekel waren in hebräischer Sprache geprägt. Die Juden in Deutschland bedienten sich der Schekel, die sie von christlichen Pilgern kauften, um die Zeremonie der Auslösung der Erstgeborenen durchzuführen. Ehrender Auftrag Der Bildhauer Jacques Lipschitz wurde beauftragt, Mr Präsident Johnson die Plakette zu entwerfen, die an hundert besonders auszuzeichnende Graduierte der High School übergeben wird. In jedem Staat der USA werden zwei Schüler als Empfänger der Plakette ausgewählt. Jüdischer Kandidat gewählt Sami Cohen, ein Journalist und Mitglied der türkischen Republikanischen Volkspartei, wurde in den Stadtrat von Istanbul gewählt. Alle Parteien hatten einen jüdischen Kandidaten aufgestellt, aber nur Cohen war erfolgreich. Todesnachricht Der aus Polen stammende Schriftsteller Jacob Dränger, der auch eine zweibändige Biographie über Nachum Goldmann verfasst hat, starb im Alter von 64 Jahren in Paris. Ereignisse der (Fortsetzung der Ereignisse ' gen hier abgehalten wird. Im Ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Carlton-Kleidung * MASSKLEIDUNG * FERTIGKLEIDUNG * LOHNANFERTIGUNG eMUtm Ernst Koppel Molpü 982 TeL 31-7845 von Seite 4) ,mehr‘ oder .bessere* Menschen sind, weil sie vielleicht mehr gelernt haben oder mehr Geld besitzen. Das argentinische Judentum ist ein volkstümliches, ein demokratisches und wird es auch bleiben, selbst wenn es einmal vorübergehend kriseln sollte. Aber es wird auch die Möglichkeit finden und haben, diejenigen in die Schranken zu rufen, die in private Verhandlungen mit der Regierung, in private Diskussio. nen oder Sonderparaden eintreten. Es kann nicht die Aufgabe des geistlichen Führers einer Gemeinde sein, politische Erklärungen abzugeben oder solche die in dieser Weise aufgefasst werden können. Hierfür gibt es gewählte Instanzen. Wer gegen dieses Prinzip handelt begeht nicht allein einen Fehler, sondern eine Dummheit. Alle Versuche, die im Gange sein mögen, den zentralen Organisationen Schwierigkeiten zu machen, werden uns allen zum Nachteil gereichen. Wer mit der Leitung oder Richtung einer zentralen Organisation nicht einverstanden ist, komme um seinen Standpunkt zu verteidigen und durchzusetzen. Aber er gehe nicht andere Wege, die Juden gegen Juden aufbringen, einen ungeheuren Verlust an Energien und auch an Mitteln bedeuten, und vor allem unsere gemeinsame Kraft schwächen. Nur nebenbei sei bemerkt, dass die sachlichen Meinungsverschiedenheiten nie*’*- sehr erheblich sind... — Austausch von Akademikern Die Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität hat im Rahmen ihres Plans für den Austausch von Akademikern gemeinsam mit dem argentinischen Zahnärzte-Verband den Titularprofessor der israelischen Schule für Odontologie, Dr. Julio I. Michmann, zur Teilname an einem Zahnärzte-Kongress eingeladen, der ln diesen Ta- Sitz der Gesellschaft der Freunde der H. U. fand eine Pressekonferenz statt, bei der Dr. Michmann die argentinischen Journalisten über den Stand der zahnärztlichen Wissenschaft und im besonderen über die Fortschritte auf dem Gebiet des Zahnersatzes, seiner Spezialität, unterrichtete. Dr. Michmann, der 1909 in Nürnberg geboren wurde und an der Universität München 1933 promovierte, wanderte 1935 nach Palästina aus. Von 1942 bis 1955 arbeitete er im Hadassa-Hospital in Jerusalem un<j wurde dann in die Odontologische Fakultät der Hebräischen Universität berufen, an der seit 1958 als, Titularprofessor wirkt. Kermesse der 0SFA Die OSFA veranstaltete am letzten Wochenende eine grosse Kermesse im Gebäude des Ma-cabi, die besonders stark besucht war. Die grosse Zahl der Anwesenden unterstrich die erfolgreiche Arbeit, die von der Zionistischen Frauen Organisation Argentiniens geleistet wurde. Es ist zu hoffen. dass die grossen Anstrengungen und die Einsatzbereitschaft so vieler Frauen der OSFA auch einen finanziellen Erfolg gebracht haben. \ ZU SPEZIALPREISE fuer FLEGFASSAGEN nach IS RA EL erfragen bei: VIA WIND 25 DE MAYO 189 T. E. 34.6919 HOTEL LAGO “^2 Inhaber: Leo Kahn RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 v. 8—10 Uhr BEKANNT DURCH AUFMERKSAME BEDIENUNG UND HERRLICHE LAGE ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76*7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 \