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Jüdische Wochenschau · 1964-11-06 · 2089 (6.11.1964) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2089 (6.11.1964)
Date
1964-11-06
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Teufel? BEJS CHORUS 15 "Verhält war meine erste Enttäun ® Gott schung. Denn sie glaubt kei * Gott« ji neswegs an den Satan. ES * f ® * stellte sich heraus, dass er Ihr den Men eigentlich unbekannt ist. 'n & Wtt Hierorts nicht gemeldet, so. Tätigkeit Zusagen. Ich versuchte es und reizt mit den Dämonen „Sche- ' 81 dim“. Sie antwortete: „Ja, Satan Verrückte gibt es viele.“ 3 Sotaen Sie stellte also die Geistes zum Bad) kranken mit den Besessenen kfen Sagleich, in welchen die Dämofct Satan nen hausen, die ja als kleine hat. „Und Maimonides war ein kluger Jude“, meint der Befragte, ohne sich aber hier mit seinem Meister identifizieren zu können. 800 Jahre Unterschied machten sich be merkbar. Eine merkwürdige Antwort erhielt ich von einem älteren Herrn aus der Tschechoslowakei: „Nach dem, was in den Jahren 1933—1945 ge. schehen ist, wo sechs Millionen Juden ausgerottet wurden, darunter bestimmt völlig unschuldige Kinder, kann '■M <• S«..: alten Thorarollen sind vielleicht die aeltesten der Welt, ebendie Juden auf der Insel Djerba (Tunesien) dem n B0m die Schatzkammer der grossen Synagoge von }iira,ßild und Bericht von Manfred Sobottka). , eIirje- Teufel anzusehen sind. Aber 5 i ver. vom Satan, vom Oberteufel, 1 lj9 wusste sie nichts. S Plat* Auch eme reichlich primi. ^ttlosett tive Prau aus dem Irak be otu^ zeichnete den Glauben an den Satan als Aberglauben, nicht und nach den Dämonen benfragt; antwortete sie: „Hier r gol- ™ Lande Israel gibt es kei- ■?e jjjjD ne Dämonen.“ (Bewusst oder Ap. unbewusst gab sie damit ei. tassen- Ver Auffassung Ausdruck, die 1 fiol ’m Talmud erwähnt wird, ®. is- ^rßcmäss die Dämonen im 18 fiott He3li8en Lande keine Macht «r haben.) Jll'Ljd ®>n hoher Beamter, — Akaw. demiker osteuropäischer HerrWk’mft, — gab seinem aufrichtigen Bedauern darüber Aus. Mud druck, dass er nicht an den Hiebt- Teufel glauben könne. Er bedauerte das deshalb, weil er , uni ein aufrichtiger Verehrer des ‘ j.p? Maimonides ist, der nun seirfjn nerseits durchaus an der Exitw®** *^ena! <*es ®a^an9 festgehalten ich nicht mehr an Gott, nur noch an den Teufel glauben. Der Teufel existiert und regiert.“ Ein vielseitig gebildeter Jurist aus Deutschland, dem ich telephonisch meine Frage stellte, antwortete spontan: „Aber das ist doch Aberglaube“. Ich entgegnet* ihm, dass der Teufel immer, hin in der Bibel vorkomme, und was in der Bibel steht, gilt bei uns eben nicht als Aberglaube. Die Teufelsfrage liess den Befragten nicht mehr los, und er schrieb mir einen Brief, aus dem ich hier einige Gedanken anfiihren möchte. Der Briefschreiber geht davon aus, dass wo man an einen Gott glaubt, auch sein „Gegenbild“ errichtet werden muss, sonst falle nämlich das ganze Lehr-, Denk- und Glaubensgebäude zusammen. Wörtlich fährt er fort: Zentrum für Kernforschung Im Rahmen der periodischen Fühlungnahme mit der öffentlichen Meinung, fand im grossen Senatssaal des alten Teehnions am Hadar Hakarmel eine Pressekonferenz statt welche ausschliesslich dem aktuellen Thema der Kernforschung gewidmet war. An derselben nahm Prorektor Prof. Reznik teil, ferner Professor Schimon Jiftach, Dekan der Fakultät für nukleare Physik, und die an der gleichen Fakultät wirkenden Forscher Prof. Aschner und Prof. Schafrir, sowie der junge Assistent Dr. Jizchak Segall, der erste Doktor der Nuklearwissensehaft in Israel. Nach den einleitenden Worten des Sprechers des Tech, nions, David Friedlaender, entwarf Prof. Jiftach in grossen Umrissen ein Bild von der bisherigen Tätigkeit im Bereich der Nuklearerforschung an der haifaer Lehranstalt und von den weitreichenden Zukunftsplänen im Landesmasstab. Der akademische Lehrkörper der Fakultät setzt sich aus 17 Mitarbeitern zusammen, darunter zwei Gastprofessoren, so berichtete er. Bis zum heutigen Tag haben insgesamt 1338 Studenten das Absolutorium erhalten, worunter es auch einen Doktorhut gab, den einzigen auf diesem Gebiet in Israel. Es handle sich aber nicht um ein selbst, ständiges Studium, sondern um Vervollkommnungskurse für Hörer aus allen anderen Fakultäten, die den Wunsch äussern, zusätzliche zwei Jahre Nuklearphysik zu studieren. Derzeit bereiten sich 13 Aspiranten auf den Magistertitel vor und 7 auf das Doktorat. Abgesehen von der eigentlichen Lehrtätigkeit befasst sich die Fakultät mit reiner Forschungsarbeit in drei Domänien: 1) Physik und Technologie von nuklearen Kraftstationen und Atommeilern für die Entsalzung von Seewasser; 2) Lösung von experimentellen und theoretischen Problemen in Bezug auf die Physik der Atom, meiler und der Neutronen, unter Benutzung des Meilers von Nachal Sorek; 3) Physik der rapiden Atommeiler. Ein Teil der Forschungen wird in Gemeinschaft mit der Israelischen Kommission für Atomenergie durchgeführt. Manche Arbeiten werden von ausländischen Institutionen finanziert wie beispielsweise von der Internationalen Agentur für Atomenergie in Wien (Verwendung israelischer Meiler für seewasserentsalzung) und von der europäischen „Euratom“ (Das Dupler-Phänomen bei rapiden Meilern). Das Hauptaugenmerk wird aber den Vorbereitungen und der Planung des in Aussicht genommenen imposanten Zentrums für Kernforschung ta der Kirjat Hatechnion zuyewendet. Es wird sich um einen Komplex von Baulichkeiten handeln, wo auch ein Atom-Meiler für Forschungs¬ und didaktische Zwecke er. richtet werden soll. Es ist von einem Meiler vom Typ „Triga II“ die Rede, wie er von den General - Atomics- Werken in den USA erzeugt wird mit einer Leistungs. kraft von 250 kW, welche ge. gebenenfalls aufs Tausendfache mittels Ültrakurz Impulsen gesteigert zu werden vermag. Ueberdies wird ein subkritischer Komplex von natürlichem Uranium und Schwerwasser die Möglichkeit bieten, weitgehende Forschungen betreffs der zweckdienlichen Anlage von anderen Atommeilern zu Industriezwecken zu betreiben. Zu diesem Zwecke hat die ame. rikanische Kommission für Atomenergie über Intervention der israelischen Kommission 4 Tonnen Schwerwasser im Pachtweg beigestellt. Ferner wurde prinzipiell die Lieferung von 2,5 Tonnen natürlichen Uraniums zu diesem Zweck bewilligt. Das dritte, wesentliche Element des zu errichtenden Zentrums wird ein ultramo. deiner Neutronen-Beschleumger vom Typ Van de Graf bilden. Für die Errichtung und Ausstattung des Zentrums für Kernforschung wird eine Investition von nahezu 3 Millionen Dollar erforderlich sein. Die Bauarbeiten sind in zwei Phasen gedacht. Mit der ersten Phase wird noch im laufenden Jahr begonnen Hierfür sind 750.000 Dollar vorveranschlagt, eine Beisteuer von 350.000 Dollar aus dem Schermann-Fonds (Grossbritannien) inbegriffen. Nach Ansicht Von Prof. Jiftach, hält die israelische Kernforschung Schritt mit den internationalen Leistungen auf diesem Gebiet, natürlich im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden technischen und finanziellen Hilfsmittel. Man dürfe aber auf den LorbeAen nicht ausruhen. und die Anstrengungen müssten nicht nur fort, gesetzt, sondern verfielfacht werden. Es ist anzunehmen, dass in etwa 10—12 Jahren überall zumindest die Hälfte der elektrischen Energie von atomaren Kraftstationen beigestellt wird, welche zugleich Seewasser in immensen Quantitäten zu entsalzen vermögen dürften. Diese wahr. sch.einliohe Entwicklung mache es Israel zur Pflicht, für die Ausbildung von geschulten Kadern im ausgedehnten Masstab zu sorgen. Es Ein Wort an unsere Soehne (Zum Gedenken an die Kristallnacht) von HANS SILBER Du lebst! Du atmest! Schreitest frei daher Du kennst nicht Furcht noch angstverzerrtes Bücken vor roher Willkür. Keine Macht wird mehr der Menschen Würde straflos unterdrücken. Du schaffst! Du erntest Deiner Mühen Lohn, denn Deine Welt ist nicht vom Hass vergiftet. Das Wort des Menschen trägt der Güte Ton, die Liebe kündet und die Frieden stiftet. Du weisst nicht mehr — und Du begreifst es kaum — dass man uns Juden wie das Vieh behandelt. Weit hinter dir liegt — ein verblasster Traum •— das dunkle Grauen, das die Zeit gewandelt. Ein Schatten nur ist die Erinnerung. Lässt sich das Leid, mein Sohn, nach Jahren messen? Dein Frühling wartet — Du bist stark und jung. Du blickst nach vorn — wir können nicht vergessen. „Wenn Sie so wollen, haben Sie also in mir einen jener unverbesserlichen echten Atheisten vor sich, und zwar einen Atheisten, der keineswegs die Erhabenheit der Ge. setzmässigkeit z. B. der Planetenbahnen leugnet, der aber nicht weiss, wo das „DU“ sich befindet, das er anzureden hätte... Auch im Kosmos herrscht keineswegs die Ordnung, die wir vermuten, sondern es sind ständige Umwälzungen und „Revolutionen“ im Gange. Es will mir scheinen, dass, gäbe es Menschen auf dem Mars, sie vielleicht jetzt an den Teufel zu glauben beginnen würden, weil Ausstrahlungen von Atom- und anderen über die Erdatmosphäre dringenden Explosionen in die Mars-Atmosphäre gelangen. Was also dort oben als Teufelswerk erscheint, und den ganzen Weltraum infiziert, das ist doch nun wahrscheinlich Menschenwerk. Aber auf den „Standpunkt“ kommt es an Was der eine als Teufel ansieht, wäre in Wirklichkeit also nichts anderes als der Fortschritt der Technik auf Erden... Vielleicht erhebt sich jetzt auf dem Mars ein Mann namens Hiob und klagt den Himmel an, weil bisher dort unbekannte Kräfte und Wolken eindringen und Leben-sinnlos vernichten?“ Eine 17jährige Seminaristin antwortete auf meine Frage: „Glaubst du an den Teufel“ — zunächst mit einem kräftigen: „Nein!“ Ich wandte vorsichtig ein, dass der Satan aber doch im Tenoch vorkomme. Sie bestritt das zunächst. Ich verwies sie auf Sacharja und Hiob. Sie antwortete entwaffnend: „Das haben wir noch nicht gehabt.“ Dann dachte sie längere Zeit nach und gab mir die schönste Antwort, die ich im Laufe der ganzen Rundfrage erhalten habe: „Ich glaube an Gott, aber nicht an den Teufel. Warum? Ganz einfach, weil ich lieber an das Gute als an das Böse glauben will.“ Hier spricht etwas vom gläubigen Optimismus der Jugend. Eine Kindergärtnerin, die nur zehn Jahre älter ist als die Seminaristin, war schon viei skeptischer und meinte: „Ich möchte nicht an den Teufel glauben, aber die Erfahrung zwingt mich eigentlich dazu.“ Mehrere Männer und FYauen, die ich fragte, leugneten zwar die Existenz des Teufels, gaben aber gleichzeitig zu. dass es dennoch den Teufel im Menschen, das Satani. sehe ohne den Satan gäbe. Der Redakteur einer orthodoxen Tageszeitung antwortete mit restloser Offenheit: „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht!" Ich gab zu bedenken, dass der Satan doch im Gebet vorkom. me: „Und wende den Satan vor und hinter uns ab“. Er gab natürlich sofort zu und meinte, dass man den Satan vielleicht mit dem „Bösen Trieb“ (Jezer Hara) identifizieren könne. Ein Professor der Hebräischen Universität antwortete: „Aber der Teufel ist doch seit dem 18. Jahrhundert aus der Mode gekommen.“ Damit war die Sache offenbar für ihn erledigt. Die einzige voll bejahende Antwort erhielt ich von einem 31jährigen Lehrer, Absolvent einer jerusalemer Jeschiwa, einem streng orthodoxen Mann: „Selbstverständlich glaube ich an den Satan. Das heisst allerdings, ich glaube nicht an ihn. sondern ich glaube, dass er exi. stiert. Das gehört zu den Grundlehren des Judentums. Der Satan, der böse Trieb und der Todesengel sind identisch...“ Und er zitierte auswendig eine Reihe von Talmudstellen, die seine These beweisen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Teufel an Popularität enorm verloren hat. Vielleicht ist ihm das nur recht. Er sitzt im Dunkel. in seinem Element und lacht sich ins Fäustchen... Eine FVage übrigens: Glauben SIE an den Teufel? Literarische Notizen Maugham- Preis für Dan Jacobson Der südafrikanisch-jüdiscne Schriftsteller Dan Jacobson, der jetzt in England lebt, wurde mit dem mit 6.000 FV. dotierten Sommerset - Maugham - Preis ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte für seine Essays unter dem Titel „Time of Arrival", die sich mit Südafrika, England, Amerika und Israel beschäf. tigen. Wiener Juden Das Kuratorium des Wiener ..Theodori-¡Körner - Stiftungsfonds für Wissenschaft und Kunst“ hat dem telaviver Historiker Dr. Yomtow Ludwig Bato (früher Wien) für sein Arbeitsvorhaben „Geschichte der Juden in Wien“ einen Förderungspreis von 10.000 Schilling zuerkannt. „Die Geschichte der Juden in Wien“ soll noch in diesem Jahre im Verlag „Olamenu“ in Tel Aviv erscheinen. Kontakt mit Spanien Don Ramon Menendes Pidal, der Direktor des Spanisch-Königlichen Spracnakademie. schlug engere Beziehungen zwischen Israel und Spanien vor, insbesondere mit den Spanisch sprechenden Israelis. In Madrid sind Gespräche über die Errichtung eines Instituts für sefardisebe Studien geführt worden, ebenfalls ist angeregt worden, eine Akademie für Ladino zu errichten. Geschichte der Juden Bei Har per & Row (New York) erscheint eine Geschichte des jüdischen Volkes mit 200 farbigen Illustrationen. Dreissig Historiker arbeiteten mit. Die Redaktion lag in den Händen von Prof. Mazar, Prof. Mosche Davies und Dr. Chaim- Schuschan. Das Werk führt bis in unsere Tage. Eine Ernennung Zum Präsidenten des Nätionalrats für jüdische Erziehung in Philadelphia wurde unlängst Dr. Elzara Goelman, Dekan des Graetz College, Cleveland, ernannt. müsse ein vielköpfiger Stab von Nuklear.Ingenieuren erstehen um die atomaren Kraftstationen zu bauen, zu organisieren und zu leiten. Ferner müsse alles daran gesetzt werden um mehr technische Ausrüstung und Rohstoffe für die Kernforschungen zu erwerben. SCHACH OLYMPIADE Tel Aviv. — Die XVI. olympischen Welt - Schachspiele wurden mit einer feierlichen Zeremonie im Habima-Thea. ter in Tel Aviv eröffnet. Spieler aus 50 Ländern waren zugegep, und hohe israelische Staatsbeamte, an ihrer Spitze Ministerpräsident Levi Eshkol, wohnten der Veranstaltung bei. Die Eröffnungsrede hielt Vize - Premierminister Abba Eban, der den berühmtesten Schachmeistern der Welt für ihren Besuch in Israel dankte und allen Teilnehmern Erfolg wünschte. Seit die Russen nach dem Ende des Krieges wieder an den internationalen Schachtournieren sich beteiligen, ist Russland der grosse Favorit für den Weltmeistertitel den es seither innehat. Dieser Meinung sind alle an dem Wettbewerb beteiligten Spieler ausser den sowjetischen Meistern selbst, die darauf hinweisen, dass der Wettkampf, der um den Hamilton- Russel - Pokal ausgetragen wird, lang und äusserst schwierig sein wird.

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