Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2089 (6.11.1964)
- Date
- 1964-11-06
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes 6 de Noviembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Alio XXV. — N^ 2089 Begegnung in der Geschichte (Schluss von Seite 1) gelebt. Einzelheiten sollen und können hier nicht gegeben werden. Dass die Geschichte der Juden auf deutschem Boden mit Blut und Tränen getränkt ist. ist bekannt. Eine ständige Bewegung zwischen Recht und Verfolgung, zwischen Anerkennung und Vertreibung kennzeichnet den Leidensweg der Juden in deutschen Landen. Die jüdische Märtyrergeschichte in der Zeit der Kreuzzüge erklimmt in Deutschland grausame Tiefpunkte. Die Massenvernichtungen und die Zerstörung der jüdischen Gemeinden, die 1938 in unserer Zeit vor sich gingen finden in den Geschehnissen der damaligen Epoche eine traurige historische Parallele. Aber die Juden sind dennoch n ch jeder Verfolgung nach Deutschland zurückgekehrt, und auch heute noch leben Juden in Deutschland, nach allem, was geschehen ist. Dieses merkwürdige hi storische Phänomen veranlasst« den jüdischen Schriftsteller und Historiker Josef Kastein in seinem Buch ..Eij ne jüdische Geschichte“ die | Frage aufzuwerfen „ob nicht | besondere Affinitäten obwalj teten, die den Juden gerade für das Eindringen in die \ deutsche Kultur empfänglich j machten“. Kastein begründet j seine Fragestellung und sucht j eine Antwort, die sich im! Mystischen verliert. Er deutet deutsches Wesen und jüdischen Geist und bemerkt, dass ,,w’ir in drei Richtungen etwas sehen was den jüdischen Geist anspricht”; das Bedürfnis der Deutschen nach Ausdruck und nach der diesseitigen schöpferischen Gestaltung des Metaphysischen; sodann die deutsche Sprache, nicht nur deshalb, weil die jüdischen Massen sie unverlierbar in den Jargon, aas Jiddische, miteinbezogen haben und die ...Auserwähit- I heitsidee, die im Bewusstsein j der Juden wie der Deut I sehen wenn auch in einem; ganz anderen Sinne, lebendig 1 ist. Sicherlich sind diese Gedanken gewagt und äusserst zweifelhaft; da sie aber weitgehend aus dem Unbewusstsein kommen, sind sie rationell allein nicht zu widerlei gen. Kastein übersieht gewiss, dass man dieselben Grundgedanken auch a.if die Verbindung der jüdischen mit anderen Kulturen, z. B. der spanischen, anwenden kann zumal die Ausdrucksmöglichkeiten der lateinischen Sprachen sicherlich nicht geringer sind. Ausserdem dürfte die Verschmelzung der jüdischen mit der arabisch - spanischen Kultur nicht unbedeutender als mit der deutschen gewesen sein. Aber diese Kasteinsche Erklärung über die eigenartige und sich wiederholende Be-' gegnung mit der deutschen Kultur dürfte in einem an deren Sinne eine Stütze finden: während die spanischen Juden nach ihrer Vertreibung durch die katholischen Könige Jahrhunderte lang keinen spanischen Boden be treten heben, sind die Juden — und keinesfalls nur die deutschen Juden — wieder und wieder nach Deutschland zurückgekehrt, selbst nach den nationalsozialistischen Verbrechen und selbst im Angesicht des Umstandes, dass diese deutsche Vergangenheit vom deutschen Volk durchaus nicht überwunden ist Die Tatsache, dass die heute in Deutschland lebenden Juden nur zu einem kleinen Teil .deutsche Juden* sind, unterstreicht wohl nur die Eigenartigkeit dieser geschichtlichen Erscheinung. Dr. FREY ABOGADO PÜEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 allein diese Worte gefunden, sondern das Deutschtum, das deutsche Volk selbst. Und nicht an einen einzelnen Juden waren diese Worte gerichtet, sondern an das Judentum. Keine 150 Jahre, nachdem Goethhe so zu Mendelssohn - Bartholdy gesprochen hatte, sei dann doch der Speer der Deutschen gegen die Juden geschleudert! worden... i IV. I Welche Deutung man die- : sem Geschehen auch in ei- [ nem grösseren geistigen Zuj sammenhang geben mag die Tatsachen sind nüchterner; als die erläuternden Worte. 1 Die grellen Flammen, die in , den nächtlichen November. himmel hineinzüngelten ha- | ben die Juden in Deutschland nicht allein aus ihren Wunschträumen, sondern auch aus einer deutsch-jüdischen Symbiose herausgeris. sen. Sie haben die Bande zerschmolzen, die einst bestanden haben mögen. Sie haben nicht nur persönlichen Schmerz ausgelöst, sondern einer ganzen Epoche ein jähes und unrühmliches Ende bereitet. Der Speer den aas deutsche Volk schleuderte, — um bei diesem Gleichnis zu bleiben, — hat uns Ju den ins Herz getroffen, und nicht nur gleichnishaft, bildlich, sondern in der Wirklichkeit unserer jüdischen Volksexistenz. Wir sind nicht bereit den Tod von sechs Millionen zu vergessen, nicht allein deshalb, weil wir es garnicht können. Unser Leben hat andere Ziele und Inhalte bekom. men; das einstige deutsche Judentum hat aufgehört zu bestehen, ob für alle Zeiten, i das wissen wir nicht, aber 1 für heute und morgen ward i es nicht sein. Die Probleme denen wir gegenüberstehen, Empoerung in Kanada Ottawa. — Premierminister Lester B. Pearson hat eine Untersuchung in Sachen einer Sendung über das kanadische Televisionsnetz verfügt, die ein gefilmtes Interview mit dem Führer der nordamerikanischen Nazipartei Lincoln Rockwell zeigte. Gegen diese Uebertragung wurde im Unterhaus und vom Kanadischen Jüdischen Kongress als ein „unverantwortliches Vorgehen“ das Propaganda für „einen erklärten Jünger Hitlers und Verteidiger des Völkermords“ macht, schärfster Protest erhoben. Einer der Sprecher 'im Parlament war der frühere Premier John Diefenbaker, der heute der Führer der Opposition ist. Der Präsident des Jüdischen Kanadischen Kongres ses, Michael Garber, beschuldigte das kanadische Fernsehen, „dem öffentlichen Interesse zuwiderzuhandeln, denn es sei eine Verdrehung der Tatsachen zu Dehaupdass die Rockwell eingeräumte Publizität zur Entten, larvung des Nazismus dienen sollte* auf hin, dass Rockwell in seinem derartige öffentliche Verkündung __ Verleumdungen, deren Folgen sich nur tragisch auswir ken können, nicht gestattet ist. (ITA) *. Garber wies dareigenen Land eine seiner Lügen und IA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1* izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Mittel für polnischen Friedhof Washington. — Der USA- Senat hat einen Antrag zur Auslandshilfe angenommen, der die Verwendung aller Mittel in dem amerikani- 1 mwieistunge» beeisen j ^unu und Instandhaltung tigt uns nur am Rande, weil Noch immer helfen deutsche sie für unseren Kreis das 1 Wissenschaftler, Techniker Schicksal bedeutete. Aber all j und Militärs den Feinden Is dies gehört unweigerlich der raels bei der Vorbereitung ei- Vergangenheit an, ob wir es , nes neuen Vernichtungsfeldwollen und bejahen oder! zuges. Noch immer hält das nicht-! deutsche Volk den Arm des Kastein schrieb seine Ge. schichte vor der grossen Katastrophe des deutschen und europäischen Judentums Adolf Leschnitzer dagegen veröffentliche sein Buch „Saul und David“, die Problematik der deutsch - jüdi. sehen Lebensgemeinschaft lange nach dem nazisticben Zusammenbruch. Auch er findet eine .mystische* Definition der Begegnung zwischen Deutschen und Juden. Er; schreibt: „Es war mehr als ein klassischer Vergleich, als der 73jährige Goethe, nachdem er dem Spiel des ^jährigen Felix Mendelssohn-Bar tholdy gelauscht hatte, zu ihm die ergreifenden Worte sprach: „Du bist mein David. Sollte ich krank und traurig werden so banne die bösen Träume durch Dein Spiel. Ich werde auch nie den Speer I nach Dir werfen“. — I Diesen Worten gibt der Au- | tor Symbolgehalt. Nicht der j grosse Dichter habe für sich i Shukairy bittet um Hilfe London. — Die „Organisation für die Befreiung Palästinas’* hat sich, wie aus Damaskus gemeldet wird, an Russland und Rotchina um Hilfe gewandt, da „uns die Türen des Westens verschlossen sind.“ Dies erklärte Achmed Shukairy, der Präsident der Exekutive der Organisation, deren Delegierte nach Moskau und Peking entsandt werden sollen, um Hilfe zu erbitten: Shukairy erwähnte auch die Aufstellung eines Planes zur Schaffung eines „Befreiungsheeres für Palästina“, das dem arabischen einheitlichen Oberkommando in Kairo unterstellt werden soll. — (ITA) In den Mittelpunkt unserer Existenz als Juden ist die Wiedergeburt Israels getreten; für viele, auch unter den deutschen Juden, war es immer so. Die interne Diskus, sion, die einstmals im deutschen Judentum mit solcher Vehemenz geführt wurde, ist abgebrochen. Sie ist gegenstandslos. Eine neue Wirklichkeit, eine bessere, eine jüdische Wirklichkeit ist an die Stelle der alten Gegebenheiten und Illusionen getreten. Unsere Begegnung mit den Deutschen in der Geschichte ist nicht zuende, wenn sie j auch auf anderen Ebenen liegt als bisher. Wir haben , aus der Vergangenheit und in der Gegenwart noch For. I derungen zu stellen. Wir ha- , ben vor allem zu verlangen, j dass die Deutschen die heuj te ein anderes, ein neues, ein | besseres, ein demokratisches; Deutschland repräsentieren, | alles, aber wirklich auch ali les tun um das schändliche! Unrecht in der schwärzesten j Zeit ihrer Geschichte auszu-; merzen. | Deutschland ist zu neuer j Macht gelangt, auch hierin j liegt die Möglichkeit eines Vergleiches zwischen Energie i und Erfolg des deutschen wie j des jüdischen Volkes, sich | aus den Niederungen ge. I schichtlicher Niederlagen zu 1 erheben. Aber dieses mächti-! ge und angeblich zur Ueberwindung einer dunklen Ver- | gangenheit bereite Deutschi land versagt überall dort, wo ' es seinen politischen Willen Feindes der den Speer gegen David zu schleudern plant, und macht sich dadurch mitschuldig. — Juden, die durch die Ereignisse und die Kristallnacht aus ihrer Bahn geworfen wurden, haben allerorts neue Gemeinden und Synagogen gebaut, die an die Stelle der alten getreten sind. Aber es ist noch etwas Grösseres geschehen : Das ganze jüdische Volk und mit ihm auch wir die ehemals deutschen Juden, hat ein neues Fundament unserer jüdischen Existenz durch die Schaffung des jüdischen Staates gelegt und damit — vielleicht in nicht fernen Tagen — den Bau des : des Powaski - Friedhofes in I Warschau vorsieht. Auf diesem Friedhof liegen Tausen-! de von Widerstandskämpfern, die beim Warschauer Aufstand von 1944 ums leben kamen. Die Befürworter des Antrags erklärten, der Beschluss solle eine Geste an die polnischen Freiheitskämpfer sein. (AWZ) alten Tempels in Jerusalem vorbereitet, von dem erneut Lehre und Erlösung für unser Volk wie für die ganze Menschheit ausgehen wird.— WER? war als Kind im Kinderheim des Jüdischen Frauenvereins in Leipzig? Mitteilungen erbeten an ,,J. 98“ La Semana Jsraelitaf, Pueyrredön 2190, 1? izq. Capital. PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN BAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KTTLTUSSTICKEREIEN Scbabbosdeckec - Tailksbeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 6 0286 * 73-1049 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. 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