Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2088 (30.10.1964)
- Date
- 1964-10-30
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. 3« de Octobre de 1964 l a semana israelita Afio XXV. — N? 2688 Ein denkwürdiges Datum (Schluss von Seite 1) derschöne Worte eingefangen worden ist: trUfer nur sind wir t-ief in uns rinnt Blut von Gewes'nen zu Kommenden rollt's, Blut unserer Väter von; Unruh und Stolz, j In uns sind alle. Wer i fühlt sich allein? Dein leben ist ihres: ihr Leben ist dein.“ I { Diese tiefe Unmittelbarkeit des jüdischen Erlebnisses, diese Naturhaftigkeit und Natürlichkeit diese Selbstverständlichkeit unserer jü. dischen Existenz macht jede Begründung überflüssig> warum wir Juden sind. In der Tat, hierfür bedarf es keiner Erläuterung. Zu unserem Jude-Sein gehören alle Rechte und Verpflichtungen, die sich aus der naturgegebenen Tatsache unserer jüdischen Existenz ergeben, auch unsere Zionshoffnung und Zionsliebe. Deswegen hat Herzl mit seinem Zionismus, der in Wirklichkeit das jüdische | Sein ausmacht, nichts Neues entdeckt oder erfunden. Er hat vielleicht für einen bestimmten Kreis von Juden, die sich vom Wesensinhalt des Judentums aus historisch gegebenen Gründen entfernt hatten, eine alte Quelle jüdischen Lebens und jüdischer Kraft neu erschlossen. Die geschichtliche Tat Herzls beruhte aber darin, diesem Wollen und Willen seines Volkes einen modernen, politischen, den Zeitverhälfcnii&sen angepassten, organisatorischen Ausdruck verliehen zu haben. Herzl wandelte eine alte jüdische Hoffnung aus der Sphäre des Metaphysischen in eine reale politische Forderung um. ßein Genie bewirkte, aus moralischen Kräften politische Fakten zu machen. Weil er Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219« 1? ixq nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und tnverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN HAEUSEEN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 nichts anderes als dies — un<j das war sehr viel — durch die Wucht seiner einzigartigen Persönlichkeit vollzog, erschlossen sich ihm und seiner Bewegung die besten Kräfte aus Ost und West. Denn Herzl sprach nur die eine Sprache seines Volkes, er wurde zum Advokaten des jüdischen Rechtes zum eigenen Leben. Damit schenkte er den Unterdrückten nicht nur Lebensmut, sondern allen menschlichen Würde und seinem Volk internationales Ansehen. Was der „Westjude“ Herzl begann vollstreckten die „Ostjuden“ Weizmarin, Sokolow und Jabotinsky, vollstreckten Gordon und Trumpeldor und alle anderen, die aut diesem Wege in ein neues Leben in einen neuen Abschnitt der jüdischen Geschichte hinüberführten. Die Balfour-Deklaration war das Ergebnis einer langen und harten politischen Arbeit. Die Zeit Herzls, der 13 Jahre vor dem Erlass der Balfour - Deklaration starb, war noch nicht reif. Merkwürdig und überraschend muss hier an ein Wort von Moses Mendelssohn erinnert werden, der — ganz gewiss zu Unrecht — ais Vater der deutsch-jüdischen Assimilation gefeiert wird oder wurde. Als ein Unbekannter den grossen Philosophen fragte, welche Meinung er über einen jüdischen Staat habe, für den auch damals einzelne plädierten antwortete Mendelssohn u. ä.: nur durch einen grossen Krieg, in den alle Völker verwickelt seien, könne die Frage eines Judenstaates zu einer entscheidenden Lösung gebracht werden. Das schrieb Mendelssohn 1770... Im Jahre 1917 war es so weit, dass die vielen Völker inmitten des Ersten Weltkrie ges den ersten Schritt auf dem Wege zur Lösung dieser Frage unternehmen konnten. Das Ergebnis der politischen Anstrengungen, die in der Balfour-Deklaration gipfelten, zeigt alle Merkmale eines Kompromisses, da sich an diesem Schnittpunkt der Er. eignisse, an dieser alten Wetterecke der Weltgeschichte im Vorderen Orient, die Interessen der Grossmächte gegenüberstanden. England, Frankreich, Russland, aber auch Italien und der Vati, kan die damals gegen die Mittelmächte Deutschland und die Türkei gekämpft haben, waren sich durchaus nicht einig, wer von ihnen das entscheidende Wort zu sprechen habe, wenn dieses Gebiet, das sich noch in türkischer Hand befand, von ihnen zu vergeben sein wird. Nahum Sokolow war vom Zionistencomite in London beauftragt worden das Ein. Verständnis der französischen Regierung mit der in Aus- JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaiJisbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Masehinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 - 73-1049 sicht genommenen britischen Erklärung zugunsten der Juden herbeizuführen. Er fand in Paris groses Verständnis und ein echtes Interesse. Aber die französischen Sympathien für die jüdischen Forderungen konnten nicht bewirken, dass die Franzosen sich zu Konzessionen England gegenüber bereit fanden. Auch der Papst war nicht zu einem Einverständnis zu bewegen, dass die britische Flagge über den Hei. ligen Stätten wehen würde. Am 10. Mai 1917 wurde Sekolow vom Papst empfangen. Der Papst beschränkte sich darauf, seiner Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass Juden und Katholiken in Palästina gute Nachbarn sein würden. Diese Stellungnahme genügte zwar, um die Abgabe der Balfour-Deklaration zu ermöglichen. Anders jedoch war die Haltung der französischen Regierung. die diese Bemühungen in einen grösseren historischen Zusammenhang stellte. Frankreichs Aussenmini. Ster Jules Cambon schrieb an Nahum Sokolow, „dass es, falls die Umstände es gestatten und andererseits die Unabhängigkeit der Heiligen Stätten gewährleistet ist, eine Tat der ausgleichenden Gerechtigkeit wäre, durch den Schutz der ällüerten Mächte die Renaissancebestrebungen der jüdischen Nation in dem Lande zu fördern, aus welchem das Volk Israel vor so vielen Jahrhunderten verbannt worden ist. Die französische Regierung, die in den gegenwärtigen Krieg ein trat, um ein schimpflich überfallenes Volk zu verteidigen und den Kampf fortsetzt, um den Sieg des Rechts über die Gewalt zu sichern, kann nur Sympathien für Ihre Sache hegen, deren Sieg mit dem der Alliierten fest verknüpft ist.“— KOMMUNISTEN UEBEN KRITIK Paris. — Auf einer geheimen Sitzung jüdischer Kommunisten aus USA Frankreich, Israel und anderen westlichen Ländern waren sich alle Anwesenden darüber einig, dass es in der Sowjetunion „etwas“ Antisemitismus gibt. Die kommunistischen Führer hatten sich hier getroffen, um das 30. Jubiläum der jiddischen pariser Zeitung ,,Naie Fresse“ zu feiern. Die einstimmige Feststellung, dass „etwas in der sowjetischen Politik gegen die Juden in Russland geändert werden müsse“ wird als ein dialektisches Eingeständnis angesehen, dass es in Russland einen Antisemitismus gibt. (ITA) M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B. 46-1716 und 48-2124 Antisemitismus eine Schande Atlanta. — Das offizielle Nachrichtenblatt der erzbischöflichen Diözese verurteilte „die Hausierer des Hasses im Süden, die in der jetzigen Wahlkampagne Hassliteratur verbreiten und „sich öffentlich mit ihrem Katholizismus brüsten“. Das „Georgia Bulletin“ schreibt, es sei nicht ver wunderlich, dass einige der Negerfeinde auch Judenfeinde sind, was jedoch daran „abscheulich“ wirke, sei der Umstand, dass sie sich rühmen, gute Katholiken zu sein, denn „die Tatsache, dass ein Katholik den Antisemitismus schüren hilft, hat für uns niemals etwas anderes ais eine Schande bedeutet“. ,,Der Katholizismus wurzelt im Judentum“ heisst es m dieser Erklärung. „Die Katholiken müssen die Juden als Menschen und Bekenner ihres Glaubens achten. Ihr eigener Glaube gibt ihnen nicht das Recht, anderen gegenüber Böswilligkeit zu zeigen. Die Katholiken und anderen Christen haben viel Sühne zu leisten für unsere Gleichgültigkeit gegen das Schicksal der Juden, denn wir haben nur wenig getan um uns unserer Taute würdig zu erweisen.“ Alle Katholiken werden aufgelordert, den Antisemitismus aus ihren Herzen zu entfernen, da die Bibel gebiete „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst“. (ITA) Das waren schon andere Worte als die ausweichenden Erklärungen des Vatikans, dessen Schweigen im Zweiten Weltkrieg in den letzten Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen geführt hat. Dass die Juden frage ein politisches Weltproblem ist, welches im Rate der Kulturvölker zu regeln sein wird, hat schon Herzl im „Der Judenstaat“ 1895 geschrieben. Auch diese Voraussage ist später eingetreten als die Vereinten Nationen im November 1947 durch ihren mit Zweidrittel - Mehrheit angenommenen Beschluss das Recht des jüdischen Volkes auf seinen Staat anerkannten. Bereits kurze Zeit nach dem Erlass der Balfour Deklaration verstanden auch die Deutschen den eminent wichtigen politischen Charakter der zionistischen Forderungen auf Palästina. Der türkische Grossvesir hat — offensichtlich auf Veranlassung der deutschen Regierung — wenige Wochen nach dem Bekanntwerden der Balfour. Deklaration die Absicht der Kaiserlich Osmanischen Regierung kundgetan, die Bestrebungen der jüdischen Siedlung und Niederlassung in Palästina zu fördern. Im Januar 1918 teilte die deutsche Regierung mit, dass sie mit diesen Erklärungen ihres Verbündeten einverstanden und zur „wohlwollenden Unterstützung der diesbezüglichen Bestrebungen bereit“ sei. Sehr spät verstand man ln Berlin, was Herzl dem Kaiser Wilhelm vor den Toren Jerusalems gesagt hatte... Das alles liegt heute beinahe 50 Jahre hinter uns. Das jüdische Volk musste erst durch die grösste Katastrophe seiner Geschichte Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN schreiten, bevor sein alter Traum Wirklichkeit geworden ist. Aber der jüdische Staat ist eine Realität, mit der die Völker rechnen müssen. Neue Feinde haben sich erhoben, deren Gefährlichkeit von Israel nicht unterschätzt wird. Die politische Konstellation auf der Erde hat sich entscheidend gewandelt. Neue Mächte und neu€ Kräfte sind aufgestanden. Aber die Grundprobleme der Menschheit sind die gleichen geblieben. Niemand spricht mehr von der Balfour-Deklaration oder dem Mandat, das ihr konkretes Ergebnis auf den Friedenskonferenzen nach dem Ersten Weltkrieg gewesen ist. Aber dieses allgemeine Vergessen ändert nichts an der historischen Bedeutung, die diesem Ereignis nicht nur für uns zukommt. Wie tief der Prozess der Wandlung unserer eigenen Volksexistenz ist, ergibt sich U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1« izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500_pro Jahr Ausl. $ 800,— jährl. allein aus der beglückenden Tatsache, dass eine neue Generation im jüdischen Lande und in der Galut auf gewachsen ist, die „nichts mehr von Pharao“ weiss. Für diese neue jüdische Jugend ist die Tatsache des Bestehens Israels eine Selbstverständlichkeit, aus der sich Konsequenzen für jeden einzelnen Juden ergeben. Und es ist gut so, dass alles, was geschaffen worden ist, für diese junge Generation selb6t. verständlich, also unproblematisch ist. Dennoch ist es wichtig für die einen, sich zu erinnern, für die anderen zu lernen, was unsere jüngste Geschichte uns zu sagen hat. Sich auf seine eigenen Kräfte zu besinnen, ist selbst ein Quell neuer Anregungen und neuer Sammlung. So allein wird man eine feste Brücke zwischen einer langen Vergangenheit und einer neuen Zukunft bauen. Nur auf diesem Wege wird unser Geschlecht zu einem festen Glied der langen Kette werden, die aus der Urväter Zeiten kommend auch heute noch die erforderlichen Impulse, Energien und Kräfte frei machen kann, um für den Frieden der Menschen und ihren Fortschritt auch künftighin schöpferisch zu wirken. HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández ELECTROCARDIOGRAMME CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 V0N DER STUEHENREISE ZURUECK Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, Ti. 76-8673 u. 73-0500 Dr. I. KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542