Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2085 (9.10.1964)
- Date
- 1964-10-09
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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einer Gemeinde r K.G.LOWENTHÄL haft stand len Schriftstücken von Gedw Stadt heitnsynagogen die Rede. lnd in guzwischen 1714 und 1830 erfrcht* lebte die Stadt naoheman- «“stdie der österreichische, französipanischen ^he und holländische Herrtyranni. gchaft. Während der Magi- . <!5M strat mit Maria Theresia, der «Kht viel österreichischen Kaiserin, um des 11 den Verbleib der Juden kämp- 1 fen musste, brachte ihnen das ne Gemeinden. Das Diamantengewerbe, Fabrikation und Handel, zog viele ausländische Juden an, vor allem aus Osteuropa. 1880 befanden sich unter ungefähr 4.000 in dieser Branche tätigen Personen 6—700 Juden; vom Anfang unseres Jahrhunderts an war die Antwerpener Diamantenbörse wesentlich von jüdischen Brancheangehörigen getragen. Schmidt gibt in seinem Buch auch eine ¡fggjg ÜÊÜ - i. SSM ilüü Israel)' HeUebte Stadt. — Preisgekroente K-oMenzeichnung lAuß dem Kalender des Keren Hajeesodl, Jerusalem) PMñ ' * . \ ÎÉâSSî lAus dem Kalender des Keren Hajeesodl, Jerusalem) Hufflä' 1782 iiir Oesterreich erlassegin ne Toleranzedikt Kaiser Jotntiffli n. Erleichterungen. wffur^ 1808, unter Napoleon I., zähl- UB(j te man in ganz Belgien ins- Taiaiud Sfesamt etwa 800 Juden, vor- I unednehmlich in Antwerpen, Brüs- :s jtlS. sei und Lüttich. Da ein „Kon- “t. sistorium“ nur in „Departe- . ¡g ments“ mit 2.000 jüdischen Elhwohnem gebildet werden II mit k°nnte> wurden die belgi- ‘ sehen Juden samt und sonk ders dem benachbarten Kre- Gisbll feider „Konsistorium“ zügeln S"' schlagen. Die meisten der daenstsnfl mals in Antwerpen ansiissi- J(j 0' gen Juden waren holländidies sehen Ursprungs. «in Veriot- HO JAHRE DER ¿¿iß ENTWICKLUNG 5elir Die Blüte der Antwerpener jüdischen Gemeinschaft iniLr& fällt in das um eine Deka- ®u de vermehrte Jahrhundert die' von 1830 bis 194°- Dle inne‘ 211 ren Verhältnisse der Gej meinde konsolidierten sich fl'jL allmählich, einige reguläre Synagogen wurden eingerichtet, und es bildeten sich mehreve, richtungs- und ritusmäi asfig voneinander versehiedegewisse Uebersicht über die berufliche Verteilung der Antwerpener Juden auf andere Berufe. Dabei fallen unter Bankiers die vielen deutsch klingenden Namen auf. Mit der grossen Zahl jüdischer Diamantenarbeiter hängt die 1919 erfolgte Gründung des jiddischen Handwerkervereins zusammen. Das innerjüdische Leben in den 40 Jahren vor der Nazi- Besetzung ist in mehreren Abschnitten der „Geschiedenis“ gestreift (politische Vereinigungen; Hilfsstellen; Schulwesen; kulturelle Veranstaltungen), das Verhältnis von Juden zu Nichtjuden und die Einstellung der letzteren zu ausländsichen Juden (1905—33); 1933—1940) werden kurz behandelt. JUKDISCHER WIDERSTAND Die ganze zweite Hälfte des Buches, das dem Gedenken an die umgekommenen Antwerpener Juden gewidmet ist, beschäftigt sich mit den verschiedenen Phasen der Judenverfolgung ia Belgien, von HEINRICH STRAUSS i. Seit den ältesten Zeiten hat die geographische Lage von Israels Nachbarinsel diese zum Treffpunkt und Schmeizliegel verschiedener Kulturen und Kunststile prädestiniert: so sehen wir in ihrer antiken Kunst kretisch - ägäischen, ägyptischen, hethitischen, mesopotamisch-assyrischen, phönizischen und vor allem dann griechischen Einfluss. Ein eindrucksvolles Bild dieser Stilmischung gibt das Museum in Nicosia, von dessen Schätzen die zyprische Republik im vorigen Jahr ein schönes Buch „Treasures in the cyprus Museum“ mit einer guten Einleitung und Bilderläuterungen aus der pbder des jungen und energischen Kurators Vassos Ka-, rageorghis publiziert hat. Besonders bedeutsam in der Sammlung des Museums ist die Keramika und Kleinplastik aus der Völkerwanderungszeit des 15. bis 13. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, als die „Seevölker“, in Palästina vor allem die Philister, über das Meer in die Länder des östlichen Mittelmeers einfielen. Zypern war für diese Meervölker der Kreter und Proto- Beilenen eine Station auf dem Wege, und so ist es denn natürlich, dass die dort bei Ausgrabungen gemachten und im Nicosia-Museum hervorragend geordneten Funde ein besonders anschauliches Bild geben von dieser postminoischen und protohellenischen Mischkultur, die auch für Israel im Anfang seiner Geschichte von Bedeutung gewesen ist. Auf eine kurze und daher notwendig etwas oberflächliche ¡Formel gebracht: Die wesentlichen Stücke des Nicosia-Museums aus dieser Zeit bilden sozusagen die Brücke zwischen den Schätzen kretischer Kunst im Museum von Herakleion und den Funden Schliemanns in Troja und Mykenae, den Glanzpunkten des Athener Nationalmuseums. Ausser diesen besonders bedeutungsvollen Werken oriental eher Kunst enthält die Sammlung des Museums noch wichtige Stücke aus der neolithischen Periode und Steinzeit, das heisst aus dem 6. bis 3. Jahrtausend v.d.g.Z., ferner aber auch aus der hellenistischen Periode und der römischen Kaiserzeit; die gerade in letzter Zeit weitergeführten Ausgrabungen in Salamis an der Ostküste der Insel haben chainsbesondere in Antwerpen, mit den anti-jiidischen Verordnungen, den Razzien, den Verschleppungen zur Zwangsarbeit, den Deportationen, aber auch mit den Zeichen der Hilfsbereitschaft in der Not. Ein längeres Kapitel heisst ,.Jüdischer Widerstand in Antwerpen“. Wegen der am Beispiel einer Stadt aufgeführten Beweise des Mutes, der Beschreibung der mannigfachen Möglichkeiten, Widerstand zu leisten, und der dankerfüllten Anerkennung mit dem Tod bezahlten Opfermutes sollte dieser Abschnitt des Schmidtschen Buches allen denen zur Lektüre empfohlen werden, die das Recht zu haben glauben, den etwaigen Mangel an jüdischem Widerstand gegen die Nazis kritisieren zu müssen. Die Tatsachen sprechen allzu deutlich gegen solche unberechtigten und ungerechtfertigten Behauptungen. IJ EBER SI CUT EN Zum Beiwerk des Werkes gehören, ausser der Bibliographie, eine aufschlussreiche, nicht wenigtr als 70 Titel umfassende Uebersicht über die Antwerpener jüdische Presse im Zeitraum 1905—39 (davon die Hälfte rakteristische Skulpturen des klassizistischen Spätstils dieser Epoche zu Tage gefördert. II. Während also die Kunst des Altertums in Zypern — von der Abteilung für Altertümer der Regierung — archäologisch und künstlerisch wirkungsvoll betreut wird, gilt dies leider nicht von der Kunst späterer Epochen. Aus byzantinischer und nachbyzantinischer Zeit enthalten viele über die Insel verstreute kleine griechische Kirchen wertvolle Ikone und Fresken, die schon sehr durch Verwitterung oder unsachgemässe Renovierung gelitten haben, für deren Erhaltung aber die zyprische Kirche, der sie gehören, wenig oder gar nichts tut. In Zypern hat offenbar die Arbeit noch nicht begonnen, die in der säkularisierten Türkei und in den Balkanländern mit grossem Erfolge durchgeführt wird; auch in Zypern wurden in der Türkenzeit Kirchen in Moscheen umgewandelt und dabei wohl auch dort aus religiösen ikonoklastischen Gründen die Wandbilder mit hellem Putz überdeckt. Bei einer Entfernung dieses Deckputzes würden daher wohl auch in Zypern kostbare alte Wandgemälde zum Vorschein kommen. Nun besteht allerdings im binationalen Zypern das besondere Problem, dass beähnlich wie in Israel während der Mandatszeit — sich in die Autonomie der religiösen Gemeinschaften und deutende mittelalterliche — Roland B. Gitteisohn: La Esperanza del Hombre, erschienen im Editorial Israel, Buenos Aires, 1964. — Hier liegt ein Buch vor, mit dem sein Verfasser den Versuch unternimmt, eine aus dem Konzept gekommene Menschheit durch religiöse Erfassung neu zu orientie. ren, — —:o:— Theodor Reik: Humorismo Judio, herausgegeben von Editorial Candelabro, Buenos Aires 1964. — Englischer Original titel: Jewish Wit, übersetzt aus dem Englischen von Eduardo Goligorsky. — Der jüdische Witz wird in diesem Buch vom Standpunkt der Psychologie betrachtet und psychoanalytisch unterin jiddischer Sprache) und ein Verzeichnis Antwerpener jüdischer Schriftsteller. Da findet man ferner eine Liste der jüdischen Einrichtungen (etwa 100 an der Zahl), d.h. Gemeinden, Synagogen und Betsäle, Hilfsorganisationen, Jugend- und Sportorganisationen, wie sie noch am 10. Mai 1940, dem Tag des Nazi- Einfalls in Belgien, bestanden. Schliesslich interessieren einige wichtige statistische Angaben, auch über Deportationen, und mehrere Berichte aus der Verfolgungszeit. Im Bildteil sind aus besseren Zeiten Dokumente, Fotos geistlicher und weltlicher jüdischer Führer, Gruppenaufnahmen u. dgl. und aus schwerer Zeit vor allem Nazi-Dokumente in flämischer, französischer und deutscher Sprache enthalten. Diese reich belegte, populär gehaltene, gedenkenvolle Geschichte der Juden in Antwerpen, in der viel gutes Material zusammengetragen ist, wird für künftige wissenschaftliche Untersuchungen sicher eine wichtige Grundlage bilden. Das Buch soll, wie verlautet, ins Französische, vielleicht auch ins Englische übertragen werden. gotische — Kirchen wie St. Nikolaus in Famagusta oder St. Sophia in Nicosia noch heute als Moscheen dienen und die moslemisch-türkische Minderheit aus verständlichen Gründen nicht daran denkt, diese ihr konstitutionell garantierten wichtigen Heiligtümer aufzugeben. Eine heute national einheitliche und säkularisierte Türkei kann grosszügiger sein, und so hat sie auf den mohammedanischen Gottesdienst in der Hagia Sophia in Konstantinopal verzichtet, so dass — um vor einer Reihe solcher Beispiele nur dies wichstigste zu erwähnen — in diesem zum Museum erklärten Heiligtum wertvollste Fresken aus byzantinischer Zeit ans Tageslicht gefördert worden sind. Bei der herrschenden Spannung zwischen griechischer Mehrheit und türkischer Minderheit in Zypern wird man dort wohl noch lange auf eine ähnliche Entwicklung warten müssen. Während aber diese Kunstwerke unter ihrem Deckputz wenigstens vor weiterer Zerstörung geschützt sind, gilt das nicht von den vielen kleinen der zyprischen Kirche gehörenden Heiligtümern. Da geeit die Zerstörung durch den Zahn der Zeit und unkundige Menschenhand weiter, zumal da auch die frühere englische Verwaltung — die Verwaltung ihres Eigentums möglichst wenig eingemischt hat. Während sie für die Kunst des Altertums ein eindrucksvolles Erbe hinterlassen hat, gilt das nicht für sucht. Die Verschiedenheit der historischen und soziologischen Fakten wird weitgehend berücksichtigt. Der Au. tor folgt seinem Lehrer Freud, der ja der erste gewesen ist, der den Witz von diesem Gesichtspunkt aus untersucht hat. Durch die Meisterschaft, mit der diese Mate, rie vom Verfasser beherrscht wird, erhält dieses Buch seinen wirklichen Wert. _ La Liga Arabe, sus secretos, sus crímenes, sus intrigas, Buenos Aires 1964, herausgegeben von der Zionistischen Organisation Oherut. Nach einer Einführung von Dr. Juan Antonio Solari wird diese von Al Moezz geschrie. bene Streitschrift, die zugleich ausserordentlich belehrend ist und zahlreiches Material zusammenstellt, zu einem Wegweiser in einer Zeit, in welcher den Juden eine neue Art von Polemik aufgezwungen wird. — —:o:— Comentario, Heft 39, Jahrgang 1964, erscheint in Buenos Aires und wird vom In. stituto Judío Argentino de Cultura e Información herausgegeben. — Wie alle vorangegangenen Hefte dieser ausgezeichneten Zeitschrift bringt auch diese Nummer wertvolles Material, diesmal über das aktuelle Thema Antisemitismus. Die einzelnen Artikel sind lesenswert, eingeleitet von der Stellungnahme des Kardinals Spellman zu diesem Thema, die bereits an anderer Stelle publiziert worden ist. — Institut für Auslands)*;Ziehungen Stuttgart, Jahrgang 1963, 4 Hefte, Zeitschrift für Kulturaustausch. — Das Heft 3 dieser alten Zeitschrift (Jahrgang 1963) trägt auf der Titelseite ein grosses Bild Herzis. Diese« Heft mit seinen mehr als 559 Seiten ist ISRAEL gewidmet und bringt eme grosse Reihe interessanter Aufsätze über die natürlichen Gagebenhei ten, die Entwicklung, ä«s» Aufbau und die kulturelle* die des Mittelalters — abgesehen von der Sorge um manche Ruinen aus der Kreuzfahrerzeit, bei der seit Disraelis Briefen an die Königin Victoria eine romantische Eirinnerung an Richard Löwenherz’ zyprische Eroberung mitschwingt. in. Aus Unterhaltung mit einem jungen zyprischen Maler erhielt ich ein Bild der besonderen Problematik modernen Kunstlebens auf der Insel. Zur Zeit der Erringung der Unabhängigkeit zählte Zypern etwa ebensoviel Einwohner wie der Jtschuw zur Zielt des Zweiten Weltkrieges, war aber a«f kulturellem Gebiet bei weitem nicht so gut auf ein Eigenleben vorbereitet. Zwar gab es schon seit Jahrzehnten Pflichtbesuch der Volksschulen und auch ein entsprechendes Netz von Mittelschulen, aber keine eigene Universität, technische Hochschule oder höhere Kunstschule in der Art der israelischen Bezaiel-Schule. Auch heute besteht noch keine öffentliche oder private Galerie, in der moderne Künstler ihre Werke zeigen können, vielmehr gibt es nur gelegentliche Ausstellungen in Touristen-Hotels und an ähnlichen Plätzen. Ferner wirkt sich für die Schaffung eines eigenen zyprischen Kunstlebens die strenge nationale Trennung auf kulturellem Gebiet nachteilig aus. Es bestehen zwei Kultur-Ministerien, ein griechisches und ein türkisches, zu deren Obliegenheiten auch die Pflege des Kunstlebens ihrer Gemeinschaft gehört. Literarische Notizen Medizinische Forschung Das erste medizinische Porschungs . Zentrum Ottawas (Kanada) wird durch eine Spende der jüdischen FamL lie Loeb von 450.000 Dollar erbaut werden, als Dank der Familie an die Stadt, in die der Vater 1012 eingewandert ist. Jüdisches Hehn In Ravenswood in England wurde unter grossen Kosten ein jüdisches Heim für geistig zurückgebliebene Kinder errichtet. Rotary. Stipendium Ein Rotary-Stipendium nach Princeton erhielt der junge Soziologe Gideon Falk aus Naharia, ein Student der Hebräischen Universität. Bemühungen des jungen jüdischen Staates. Zu den Autoren gehören eine ganze Reihe ständiger Mitarbeiter der Jüdischen Wochenschau, unter ihnen Schalom ben Chorin. Dr. S. Braun, Herbert Freeden und Erich Kwilecki neben anderen bekana. ten Persönlichkeiten wie Dr. Elias Auerbach, Franz Ollendorf usw. Die geschickte Zusammenstellung der Themen und die Auswahl der Mitarbeiter vermitteln einen guten üeberblick über Israel. Besonders erwähnt sei der Beitrag von Dr. Braun über „Die deut sehe Tempelgesellschaft in Palästina“, der sehr interessantes Material bringt und in der folgenden Nummer dieser Zeitschrift zu einer Meinungsäusserung eines M’tglieds der Gebiets-Leitung der Tempelgesellschaft in DeutscWand führte, die aus mehreren Gründen Ínteressartt ist.. t; --- —i KTTn ntvi räumt hat. —