Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1964-10-02 · 2084 (2.10.1964) · p. [Seite 3]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2084 (2.10.1964)
Date
1964-10-02
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9614256-9614657--3537-9614660
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Viernes, % de Octubre de 1964 K. A SEMANA ISRAELITA Año XXV_No. 8964 — t Vatikanisches Konzil debattiert EROEFFNUNG »ER DEBATTE Vatikan-Stadt. — Der deutsehe Kardinal Agostin Bea, der an der Spitze des Sekretariats für die christliche Einheit steht, wandte sich an die Konzilsteilnehmer mit der Aufforderung, die Juden von jeder Schuld an der Kreuzigung Christi freizusprechen. „Es gibt keinen Grund“, führte er aus, „die Juden von heute als Volk für den Tod Christi verantwortlich zu machen.“ Er verlangte, dass das Konzil eine „starke Erklärung'* abgeben Solle, um die Juden von dem Stigma des Gottesmordes reinzuwaschen. Den Worten des greisen Kardinals zollten die anwesenden Kirchenfürsten anhaltenden Beifall. Kardinal Bea unterstrich Im weiteren, dass die Erklärung „rein religiös“ sei und sich einer Behandlung der Frage des Zionismus oder des Staates Israel enthalte, also als völlig „apolitisch“ angesehen werden müsse, doch sei es von höchster Bedeutung und rechtfertige das kisiko, dass es scheinen könne, als „würden politische Ziele verfolgt“. Er fügte hinzu, ihre Essenz sei die Frage des Gottesmordes und ob dieser „irgendwie den Juden zur Last gelegt werden könne“. Allerdings stellte er in Abrede, dass diese Anschuldigung der Juden der alleinige Grund für den Antisemitismus sei. EINE FRESSEKONFEREN« Rom. — Die Erklärung über ¡die Juden und der Text über religiöse Freiheit bildeten den Gegenstand einer Pressekonferenz, zu der der Erzbischof John Carmel Heenan von Westminster die Journalisten in das Pressebüro des Konzils eingeladen hatte. Zu dem ersten Punkt äusserte Monsignore Heenan, sein Einschluss in das ökumenische Schema sei aus theologischen Gründen erfolgt, da man das Alte und Neue Testament nicht trennen könne. Als das Schema im vergangenen Jahr vorgelegt wurde, hätten ei¬ MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO II47 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterun gen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. nige Bischöfe aus mohammedanischen Ländern, ebenso wie aus Ländern ,in denen sich die Majorität der Bevölkerung zum Buddhismus bekennt, zu bedenken gegeben, dass es Befremden auslösen müsse, wenn man nur von den Juden spreche. Der revidierte Text sei jedoch in England und Nordamerika nicht gut verstanden worden, fuhr der Bischof fort, denn einige seien der Ansicht gewesen, man erstrebe die Bekehrung der Juden. Dies sei eine falsche Interpretation des Oekumenismus, der die anderen nicht bekehren wolle sondern ein besseres gegenseitiges Verständnis herbeizuführen wünsche. Daher hätten die Juden, ebenso wie die Protestanten keinen Grund, das Sekretariat für die christliche Einheit des Proselytismus zu bezichtigen. Erzbischof Heeenan stellte in Aussicht, dass er sowie alle übrigen Mitglieder des Sekretariats „ihr Möglich stes“ tun werden, damit der Text über die katholisch-jüdischen Beziehungen eine Form haben solle, „die unsere jüdischen Freunde zufriedenstellt“. Er unterstrich, dass „kein Volk in unserer Generation so furchtbare Verfolgungen wie die Juden erlitten hat“, so dass es nur gerechtfertigt sei, wenn „das Mitgefühl des Kirchenkonzils in einer Erklärung zum Ausdruck gelangt, die unseren Abscheu vor einer derartigen Behandlung und eine Verurteilung des Antisemitismus und jeder rassischen und religiösen Intoleranz zum Ausdruck bringt." Er fügte hinzu, dass „ausgesprochen werden muss, dass das jüdische Volk als solches nicht die Schuld am Tode Christi trägt, weder zu damaliger Zeit und noch weniger später oder gar in unseren Tagen.“ DER VERLAUF DER DEBATTE Vatikan-Stadt. — Die liberalen amerikanischen Geistlichen setzten sich energisch dafür ein, dass das Kirchenkonzil den Antisemitismus verurteilen und die Juden als Rasse von dem Vorwurf des Gottesmordes freisprechen solle. Die drei Erzbischöfe, Attentatsversuch auf Nasser? London. — Eine Versöhwörergruppe innerhalb der ägyptischen Armee soll Ende Juli einen Sprengstof fanschlag auf Präsident Nasser unternommen haben. Nach Gerüchten in londoner diplomatischen Kreisen wollten die Verschwörer ein Gebäude in Alexandrien während einer Rede Nassers in die Luft sprengen. Die Rede fiel im letzten Moment aus. Etwa ein Dutzend hoher Offiziere soll nach dem Scheitern der Attentatspläne festgenommen worden sein. _ Richard Cushing von Boston, Albert Meyer von Chicago und Joseph Ritter von St. Louis verlangten eine „klarere, positivere und weniger zaghafte“ Erklärung über die Juden. Von den 12 Rednern, die in die Debatte ein- I griffen, opponierten nur zwei! gegen den Antrag, den zwelj ten Entwurf dieser Erklärung fallen zu lassen und die erste Fassung zur Abstimmung zu stellen. Ein Sprecher des vatikanischen Sekretariats für die I christliche Einheit erklärte, j es sei mehr als eine schwa- ■ che Möglichkeit vorhanden, dass man auf den ursprünglichen Text zurückgreifen würde. Er fügte hinzu, dass viele der zu diesem Dokument unterbreiteten Vorschläge für eine noch klarere und weit kategorischere Erklärung als j die das Originaltextes ein- I treten. DIE REDEN DER KARDINAELE „Wir sind weit davon entfernt“, so begann Erzbischof Cushing seine Ausführungen, „uns an die Stelle Gottes als Richter setzen zu wollen und zu behaupten, dass das jüdische Volk als solches für den Tod Christi verantwortlich ist. Es gibt überhaupt keinen logischen Grund, der den Hass, die Verachtung oder die Verfolgung der Juden rechtfertigen könnte.“ Kardinal Meyer betonte, dass es nicht genüge festzu stellen, dass die Kirche die Verfolgung der Juden nur verurteile, weil sie gegen die Ungerechtigkeit kämpft, die allen Menschen zugefügt wird. „Wir müssen ausdrücklich auf die Bande hinweisen, die uns mit den Juden einen“, forderte er. Kardinal Ritter führte aus, dass die Annahme der Erklärung über die Juden die Möglichkeit biete, Ungerechtigkeiten aus früheren Jahrhunderten wiedergutzumachen. Auch er verlangte toiPomM* § Ir“5} * I ííiugüso* ¡I CAJA POPULARl [ DE BELGRANO | Operativa dt Crédito l.tda. ||È SEIT 1932 I VERTRAUENSWÜRDIG* Fondo de Accionistas |jg Descuentos fj| Créditos « Valoro? al Cobro Í¡| AMENABAR 2968/72 Tel. 70-9755/5025 Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen* Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Station Urquiza Agencia N° 1 CABILDO 3102 esq. Iberá Tel. 701-9907 BUENOS AIRES ESCUELA HEBREA DE EDUCACION INTEGRAL “DAVID WOLFSOHN” AMENABAR 2972 Buenos Aires eine stärkere Betonung der Bande zwischen Christen und Juden und bemängelte gewisse kränkende Formulierungen in dem neuen Dokument, wobei er bemerkte, dass „oft Dinge, die nicht gesagt werden, sprechender als klare Feststellungen sein können.“ NEUE BEARBEITUNG Rom. — Das Vatikan-Sekretariat fiir die christliche j Einheit wird jetzt mit der I Bearbeitung der Vorschläge ( für eine stärkere Erklärung j Uber die katholisch-jüdischen I Beziehungen beginnen, wie. am Schluss der Debatte in einer Pressekonferenz von den nordamerikanischen Bischöfen mitgeteilt wurde. Es liegen ausser den bei der jetzigen Diskussion vorgebrachten Einwendungen noch 70 schon früher gemachte Vorschläge zu diesem Punkt vor. Die Forderung, auf die erste Fassung der Erklärung zurückzugreifen, wurde von den amerikanischen Bischöfen und massgebenden Mitgliedern des Sekretariats unterstützt, sowie von dem englischen Erzbischof John Carmel Heenan und Erzbischof Franjo Seper aus Zagreb, die für die Entfernung jeder Ausdrucksweise eintraten, die von den Juden als ein Bekehrungsversuch inter pretiert werden könne, wobei sie betonten, dass die Katholiken die Empfindlichkeit der Juden in diesem Punkt berücksichtigen müssten. Die Abänderungen, die das Sekretariat ausarbeiten wird, sollen dem Konzil so schnell wie möglich unterbreitet werden, damit dieses eine Ent- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Airee — PUEYREDON 219«, » iwj-T. E. 83-2613 2. Oktober 1»64 2«. Tischri 5725 Scheidung trifft. Ein Sprecher des Sekretariats erklärte, die verbesserte Fassung werdensich auf die „vorherr- - sehende Meinung“ stützen und eine energischere Erklärung darstellen. Diese Arbeiten dürften mehrere Wochen dauern. ARABISCHER PROTEST London. — Ein formeller Protest gegen das Vorhaben des Oekumenischen Konzils, die Juden von der Anklage des Gottesmordes freizusprechen, wurde den vatikanischen Behörden namens der syrischen Bischöfe durch den syrischen „Ministerpräsidenten Bitar übermittelt. Die Regierung Syriens informierte in einem Communiqué, dass dieser Einspruch nach Beratungen mit dem stellvertretenden Nuntius, Monsignore Leopold Teofili, und anderen kirchliche» Würdenträgern erhoben wurde. Die syrische Regierung erklärt, sie teile nicht „die Theorie, dass die Frage reiu religiös“ sei, und behauptet, dass „die Zionisten den Fall ausbeuten und dies in einem Augenblick, in dem die Ara» ber sich erneut bemühen, die Aufmerksamkeit der Welt auf das Problem Palästina zu lenken.“ Wie es heisst, beabsichtigt Syrien, die Angelegenheit bei einer Konferenz „nie** linientreuer Staaten“, die am 5. Oktober in Kairo statt fi». den soll, zur Sprache zu bringen, um eine breitere Oppo* sition gegen die geplante Erklärung des Konzils zustande zu bringen. (ITA) LO LLEVA a Ankunft in Australien Melbourne. — Hier traf das erste Kontingent algerischer Juden ein. Die Reise wurde von den jüdischen Wohlfahrts - Gesellschaften und dem Hias organisiert. Viele der Ankömmlinge ver sicherten, es sei ihr Wunsch gewesen, nach Australien auszuwandern. (ITA) Viajes directos Bueno» Aires-Haifa en el si*. “JERUSALEM" con escalas en Montevideo», Santos, Río de Janair» y Puertos del Mediterráneos Haifa J2& 6-12-64 15-2-65 24445 6» Aires riega x Salfr 27-12-64 8*3-65 14-6-65 H»if» JttBL. t'7'1-65 28-3-65 4-7-65 v desde cualquier oua» f to del Mediterráneo —cualquiera sea la vis de llegada a Europa— un barco de Zltt I» trasladará cómoda » lujosamente a Israel Báje banda» ismife Gsnsuite a su agente Ue viajes o » •aproveche el viaje inaugural del “JÉRUSA- LEM" para su regreso a Buenos Aires desde Israel. URAH NAVIGATION «a 1HX 1MAJMJ 866 - tel. 3Í-7466 - BUENOS-AIRE» ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr, Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung ★ BUEROSTUNDENi DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T.E.:83-2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. I. E.: 80 - (930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.