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Jüdische Wochenschau · 1964-09-25 · 2083 (25.9.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2083 (25.9.1964)
Date
1964-09-25
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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— Viernes, ZS de Septiembre de 1964 la semana israelita Año XXV. — N? 2083 Gegenwartsnahes Sukkot-Fest (Schluss von Sette 14 teilen Errungenschaften so hervorragenden Griechen des Altertums die einzelnen Naturkräfte zu göttlichen Wesen oder Göttern ernannten und als solche verehrten, betrachteten die Juden bereits lange vor den „olympischen Zeiten“ des Hellenismus die Natur als eine Einheit, die von einem Gott geschaffen worden ist, den man sich nicht vorstellen darf und kann, den man nicht als personifiziert, d.h. nach menschlichen Masstäben denken darf. Aber die Verehrung der in der Natur waltenden Kräfte war allen Völkern gemein. Das Erntedankfest ist eis solches kein ausschliesslich jüdisches Fest. Da die Juden im alten Israel Bauern waren — und es auch heute zu einem guten Teil im neuen Staat Israel wieder geworden sind —, spielte der Boden, die ernährende Erde eine prädominierende Rolle in ihren Vorstellungen. Nicht zuletzt dürfte dieser starken Bindung des Volkes Israel an das Land Israel, an den Boden Brez Jksraels. jene geheimnisvolle, aber auch bewuseHetoendige Kraft innewohnen, die neben der tiefen nationalen Sehnsucht nach der Wiederherstellung von Zion die Liebe zum Lande der Väter als eine reale, geschichtserhaltende wie geschichtsgestaltende Kraft durch Jahrtausende der Verbannung wirksam sein liess. Alle Gebete um Fruchtbarkeit der Erde, um eine gute Ernte, um Regen haben heute wieder Gegenwartsnähe erhalten. Fruchtbarkeit des Bodens, Wasser und die gute Ernte sind wiederum Voraussetzungen für die tatsächliche Eixistenz des Landes und seiner Bewohner geworden, für die wachsende Bevölke- Dr. FREY ABOGADO PUEVRREDON 2)90 1’ izq. nacbin. 16—19 (Ihr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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Alle! diese Gefühle und Gedan- I ken, aber auch alle diese Wirklichkeiten fliessen an; diesem Tage zu einer unlösj baren Einheit zusammen. — , Das nationale Elle ment der Sukkot-Tage wird durch das Gebot der .Laubhütte* bestimmt und symbolisiert. So heisst es; „In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage, jeder Eingeborene in Israel soll in Hütten wohnen. Damit eure Geschlechter wissen, dass ich in Hütten wohnen liess die Kinder Isi rael, als ich sie einst aus! Aegypten herausführte...“.— Wie moderne Erläuterer meinen, ist hier das geschichtliche Moment des Festes deutlich als das eigentliche Fundament betont, wenn auch die Hütte selbst mit dem Naturfest in Zusammenhang gebracht werden kann. Oo diese Bewertung des geschichtlichen Elementes richtig ist, kann dahingestellt ] bleiben. Auf jeden Fall ist die | zitierte Stelle in mehrfacher Hinsicht überaus interes- | sa>nt. Warum wird, so wollen wir i fragen, am Erntefest an die Zeit der Wüstenwanderung j erinnert? j Die erste Antwort muss eii ne allgemeine sein. Im Bej wusstsein des jüdischen Volj kes ist die Knechtschaft in ' Aegypten und der Befreii ungszug durch die Wüste das entscheidende historische Ereignis, an das sich j der Jude täglich in seinen j Gebeten mehrere Male erin-; nert. Wenn der .moderne* j Jude zu beten verlernt hat, so enthebt ihn das nicht von j der Pflicht, in jeder Stunde I daran zu denken, dass seine Vorfahren einst Knechte in j Aegypten waren, und dass dank göttlicher Fügung unser Volk den Weg in die Frei- | heit angetreten hat. Durcn dieses historische Ereignis ist Israel, sind wir Juden in die Geschichte, in unsere eigene und in die Weltgeschichte als eine grosse moralische Kraft eingetreten. Denn durch den Auszug aus Aegypten haben die Juden, hat sich das Geschlecht der Sklaven die Bahn zum Sinai geebnet, hat es die sittliche Reife erlangt, das Zehngebot zu empfangen und der ganzen Menschheit z-u verkünden. Wenn Heine einmal sagt, wie klein erscheint der Sinai, wenn der Moses darauf steht, dann wollte er die einmalige Grösse dieser Begebenheit zum Ausdruck bringen, die von keiner anderen in der Geschichte der Menschheit überschattet oder auch nur erreicht worden ist. Deswegen sollen wir Juden uns zu allen Zeiten unserer Geschichte, damals wie heute, dessen bewusst bleiben, dass wir aus Aegypten befreit worden sind, auch in den Tagen des Sukkot-Festes, oder erst recht während dieser Woche im Ablauf des jüdischen Jahres. Auf dieser Wanderung von der Sklaverei durch die Wüste in die Freiheit zu einem eigenen nationalen Leben wohnten die Kinder Israel in Zelten. Der oft gezogene Vergleich zwischen den langen Wüstenwanderungen des jüdischen Volkes durch alle Länder und Kontinente mit der damaligen Wanderung ist nur allzu berechtigt. Wie Zelte, die man aufstellt und dann wieder abbrechen muss, lebten die Juden durch die Jahrhunderte der Verbannung in der Zerstreuung, in der Diaspora. Selbst die festesten Häuser aus Stein waren doch nur Zelte, die wieder verlassen werden mussten, wenn ein neuer Pharao, ein neuer Haman, ein neuer Peiniger und Verfolger unseres Volkes aufstand, und es ihm gefiel, die Juden zu vertreiben. Auch deshalb sollen die Juden in den Sukkot-Tagen ihrer Vergangenheit gedenken und sollen verstehen, dass das Zelt noch immer das Symbol unseres Lebens geblieben ist, solange Juden noch nicht ihr Haus in Israel, auf dem eigenen, von Gott verheissenen Boden errichtet haben. Alle Diskussionen und Galut-Theorien zerschellen an der religiösen Wahrheit und der nationalen Wirklichkeit des jüdischen Volkes und aller seiner Teile. Man hat vor einigen Jahren auf einem Zionistenkongress die These aufstellen wollen, man könne nicht von der Galut als einer generellen Erscheinung sprechen. Die amerikanischen Zionisten waren damals der Meinung, man müsse zwischen der guten und der schlechten Galut unterscheiden. Man ist heute auch in Ame- Zionistischer Block Mexico-City. — Die Organisation der Allgemeinen Zionisten kündigte die Bildung eines Blockes mit den Revisionisten der Cherut zwecks „gemeinsamer Aktion“ an. (ITA) rika ruhiger und zurückhaltender geworden, denn gewisse Tendenzen selbst in diesem Musterlande der preiheit müssen uns bedenklich slimmen, von anderen Ländern in anderen Kontinenten ganz zu schweigen. Herzl hat einmal gesagt: „Kischinew ist überall, wo Juden an Leib und Seele gequält, an der Ehre gekränkt, am Vermögen geschädigt werden, weil sie Juden sind“. An dieses Wort müssen wir immer denken, wenn wir von antisemitischen Umtrieben und Beleidigungen, auch in dem Freiheitsparadies Nordamerika, hören. Kischinew ist aber, wie wir heute wissen, auch dort, wo man andere Menschen verfolgt, pur weil sie einer bestimmten Glaubensgemeinschaft oder Rasse angehören. Denn das gleiche Schicksal, das diese Menschengruppe dort heute erfährt, kann morgen anderen und vor allem uns Juden zustossen. •. — Auf die Frage, die wir gestellt haben, warum wird am Erntefest an die Zeit der Wüsten Wanderung erinnert, muss noch eine weitere Antwort gegeben werden. Sukkot steht als Erntefest und als Fest der Erinnerung an die Wünsten Wanderung sozusagen an der Schwelle zweier Kulturen oder Entwicklungsstadien des jüdischen Volkes. Denn es ging zu dieser Zeit nicht nur der Prozess der Befreiung und Volkwerdung vor sich, sondern der Uebergang vom Nomadentum zur Sesshaftwerdung des jüdischen Stammes. So soll gerade durch die Erinnerung an das Nomadendasein der Juden die grosse Bedeutung der sesshaftmachung auf eigenen Boden gefeiert werden. Die Bearbeitung des Bodens durch den Bauern muss der Ernte als dem Ertrag seiner ständigen, sess haft gewordenen Arbeit vorausgehen. Der umherziehende Nomade mit seinen Herden „erntet“ nicht; er macht sich die von der Natur geschaffenen oder von anderen gesäten Erträgnisse der Erde zunutze. Einten kann nur derjenige, der säte, der Bauer, der als solcher das Symbol der Sesshaftigkeit, des Fleisses, der Planung menschlicher Arbeit ist. Aber der sesshaft gewordene Jude, der jüdische Bauer soll sich gerade in den Ta- JUDITH SCHENKOLEWSKI KTJLTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckeu - TaJJißbeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN U. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. 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Der deutsche Dichter Friedrich Schiller hat diese Gedanken in wunderschöne Verse gekleidet, die in seinem Gedicht „Das Eleusische Pest“ zu finden und gleichzeitig der altitalienischen Göttin des pflanzlichen Wachstums, Ceres, der griechischen Demeter, gewidmet sind; „Windet zum Kranze die goldenen Aehren, Flechtet auch blaue Zyanen hinein! Freude soll jedes Auge verklären. Denn die Königin ziehet ein. Die Bezähmerin wilder Sitten, Die den Menschen zum Menschen gesellt, Und in friedliche, feste Hütten Wandelte das bewegliche Zelt“. — Hier wird also auch das Erntefest in schönen Worten als der Uebergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit gefeiert. Das „Windet zum Kranze die goldnen Aehren . . . “ erinnert an den Feststrauss des Laubhüttenfestes „arbaa minim“. Schliesslich wird doch die Laubhütte selbst mit den Produkten der Ernte, also des bäuerlichen Fleisses, geschmückt und symbolisiert dadurch zugleich die Verbindung zwischen den verschie- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. denen Entwicklungsstadien des jüdischen Volkes und I der Menschheit schlechthin. I Der Fortschritt des Lebens findet hier seine äussere symbolhafte Darstellung: So ist Sukkot die Verbindung zwischen den Gesellschaftsformen, der Aufstieg auf der Lebensleiter der Menschheit, der von den primitiven Daseinsformen zur Ständigkeit und Sesshaftigkeit, von der Unruhe zur Ruhe, von der ungezügelten Nahrungssuche zur geordneten Nahrungsproduktion überleitet. Hiermit wird erst die Grundlage für die weitere Entwicklung der Gemeinschaft, des Stammes, des Volkes zur gesellschaftlichen Normierung gelegt. Die sukkot-Tage mahnen durch ihre Verbindung de» Vergangenen mit dem Gegenwärtigen zukunftweisend an die den Juden wie allen Menschen gestellten Postulate, ihr sesshaft gewordenes Dasein auf den Grundlagen des Gesetzes aufzubauen, das unserem Volk auf der langen Wanderung von der Sklaverei zur Freiheit, vom Nom»* dentum zur bäuerlichen Verwurzelung, von dem Empfang der Gesetze bis zu ihrer Beherzigung und Verwirklichung gegeben worden ist. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernand» ELECTROCARDIOGRAMME CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 AUF STUDIENREISE BIS 15. OKTOBER Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersucbungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von J5—10 Ul» Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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