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Jüdische Wochenschau · 1964-09-25 · 2083 (25.9.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2083 (25.9.1964)
Date
1964-09-25
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 25 de Septiembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N* 2083 — » Als das Verbrechen R Nicht nur die primL tiven Handlanger muss man bestrafen, sondern vor allem die Initiatoren, die Schreib. tischmörder.1 Propst Gröber Auch die Hintermänner der im Frankfurter Auschwitz - Prozess angeklagten Verbrecher müssen vor Gericht gestellt werden. Das forderte auf einer Presse. kqpJßrpfiz in Warschau d&e internationale Auschwitz-Comité. Das Comité verlangt Vfcfahren gegen die ehemali. gen IG -Farbe n-Hterre n und gegen jene Juristen, die für den Tod Tausender von Menscen verantwortlich sind und h ute trotzdem wieder hohe Stellungen in der Bundesrepublik innehaben. In den Konzentrationsla. gern wurde die Arbeitskraft der Häftlinge bis zum eissbluten ausgenutzt. Die IG- Farben, Messerschmitt, Hein- , kel und andere Firmen beschäftigten in den rund um die KZ errichteten Fabriken Zehntausende von Häftlingen. Sobald diese — aufgrund der schweren Arbeit und der mangelhaften Verpflegung — nicht mehr arbeitsfähig waren, wurden sie von de i Firmen wieder „aus. sortiert“ und dann von der SS vergast. Da ist einmal der Aufsichtsrat bei der staatseigenen Hibernia-Bergwerks-AG in Herne, Dr. Otto Ambros. Damals war Ambros IG-Far. ben-Direktor. Dem Nebenlager Auschwitz III, das auf Veranlassung der IG-Farben entstanden war, machte Am. bros zur Aufgabe, „zu einem festen Eckpfeiler... für ein krätiges, gesundes Deutschtum im Osten“ zu werden. Der heutige Direktor und Aufsichtsrats - Mitglied der staatseigenen Scholven-Chexnie.AG in Gelsenkirchen- Buer, Dr. DürrfeM, führte damals auf Veranlassung von Dr. Bütefisch, heute stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Ruhr-Chemie in Oberhausen, gemeinsam mit Oberingenieur Max Faust heute technischer Direktor der Keram.Chemie in Siers¬ MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Gescbäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. hahn/Westerwald, für die IG-Farben die ersten Verhandlungen mit der SS über den Einsatz von Häftlingen im Bunawerk Monowitz. Ihr Verhandlungspartner war der Chef des persönlichen Stabes des ,,Reichsführer SS“ Wolff, der sich gegenwärtig in München wegen Massenmordes verantworten muss. „SEGENSREICHE FREUNDSCHAFT" Vereinbart wurde, dass die Beaufsichtigung der Häftlinge durch die SS an Ort und Stelle durchgeführt werden müsse. Pro ungelernten Ar. beiter legte man einen Preis von drei Mark und pro gelernten Häftlingsarbeiter einen solchen von vier Mark je Tag fest. Die Summe wurde monatlich an die SS bezahlt. Werkdirektor wurde der schon erwähnte Dr. Dürr, feld. Ueber die Zusammenarbeit mit der SS schrieb Dr. Ambros damals: . wirkte sich unsere Freundschaft mit der SS sehr segensreich aus. Anlässlich eines Abendessens, das uns die Leitung des Konzentrationslagers gab, haben wir weiterhin alle Massnahmen festgelegt, welche die Einschaltung des wirklich hervorragenden Betriebs des KZ-Lagers zugunsten der Buna-Werke betreffen.“ Die „segensreiche Freundschaft“ kostete 300.000 bis 500.000 Häftlingen von Monowitz das Le. ben! Bereits am 11. Mai dieses Jahres hatte Rechtsanwalt Strödt als Vertreter des Nebenklägers Prof. Dr. Kaul einen umfangreichen Beweisantrag über die massgebliche Verantwortung der IG-Far. ben für die unmenschlichen Zustände im Lager Monowitz gestellt. Das Gericht hat über diesen Antrag bis heute noch nicht entschieden. Die Verteidigung der SS.Leute indessen bemüht sich, diese Zusammenhänge zu vertuschen. (Warum wohl?) Noch am 30. Juli sagte Rechtsanwalt Gerhard: „Ob auch die IG_Farben an den Selektionen mitgewirkt hat, ist in diesem Verfahren völlig uninteressant.“ Wird sich das Gericht dieser Meinung anschliessen? ENSETZLICHE GREUELTATEN Sieben Monate dauert nun bereits der Auschwitz-!Pro. zess. Schreckliche Dinge sind in dieser Zeit zur Sprache gekommen. Ueber einhundert Zeugen aus elf Nationen haben die schuld der Angeklagten so eindeutig nachgewie. sen, dass es für die Urteilsfindung belanglos sein dürfte, ob noch ein Mord mehr bezeugt wird. So sagte beispielsweise die israelische Staatsbeamtin Raya Kagan, die im Standesamt des Mas. senvernichtungslagers Auschwitz jahrelang die Totenlisten ausfüllen musste, dass sie im ersten Jahr etwa fünftausend Tote registrieren musste und lediglich etwa zwanzig Geburten eintrug. Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigeae Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quarter von Station Urquiza Schwangere Frauen wurden entweder sofort nach ihrer Ankunft vergast oder nacn der Geburt mit ihrem Kind in die Gaskammern ge. bracht. Die Feder sträubt sich, alle die Ungeheuerliehkei en niederzuschreiben. So die entsetzliche Szene, als der Angeklagte Boger einem kleinen jungen den Kopf an einer Wand zerschmetterte und dann den Apfel ass. den das Kind in der Hand gehau ten hatte. Der ehemalige Häftling Simon Gotland aus Paris sagte aus, der Angeklagte Stefan Baretzki habe ein neugeborenes Kind wie einen Fussball mit dem Fuss durch die Luft geschleudert und die Mutter dann mit einem Stock zu Tode geprügeit. Der Angeklagte Kadufc wurde beschuldigt, zwischen den Beinen zweier Häftlinge je ein Seitengewehr mit dem Griff in den Boden gerammt zu haben. Die beiden mussten solange über den Klingen Kniebeugen machen bis sie vor Erschöpfung zusammenbrachen. Die Klingen bohrten sich in ihren Unterleib. DIE ROLLE VON MAUNZ Zu den geistigen Urhebern dieser Greueltaten zählt nicht nur Globke, der mit den Kommentaren zu den Nürnberger Rassengesetzen eine der Voraussetzungen für die .Judenverfolgung schuf Auch den von der CSU in; Bayern immer noch geschützten ehemaligen Kultusminister Theodor Maunz muss man dazuzählen. Auf sein Konto kommt der Versuch, rechtsschöpferisch tätig zu sein, indem er die Verbrechen sanktionierte und darüber hinaus versuchte, sie juristisch und Völker, rechtlich zu untermauern. Noch im Juli dieses Jahres sagte CSU-Generalsekretär Jaumann: „Das Verhalten des heutigen Kultusmini. cam mm* i Î I!».: I KKIGUHO* H CAJA POPULAR I s SI DE BELGRAN0 Qttiptrmiva dr Crédito ijda. SEIT 1932 vertrauenswürdig! fondo de Accionistas Descuentos Créditos Valoras al Cobro AMENABAR 2968/72 ■ H sters im Dritten Reich ist untadelig gewesen.“ Zu dem Thema „Gestalt und Recht der Polizei“ schrieb Maunz damals; „Zu. ständig zur Verhängung der Schutzhaft sind das Reichssicherheitshauptamt und die S:aatspolizei - Stellen. Die Dienststellen der Partei und ihrer Gliederungen können die Schutzhaftnahme bei den zuständigen polizeilichen Stellen anregen... Nur die zuständige Staatspolizeistelle ist befugt, den Schutz, haflbefehl wieder aufzuheben. Gerichte können die Schutzhaftbefehle, ihre Erfordernisse und Wirkungen, ihren Inhalt und ihre Rechtmässigkeit nicht zum Gegenstand ihrer Prüfung ma. chen.“ Eindeutig rechtsschöpferisch betätigte sich Maunz in seinem Eifer, das „liberale Gesetzmässigkeitsdenken“ auszumerken und den „Führerwillen“ zur einzigen Rechtsquelle zu erklären. So schrieb er 1934: „Das zentralste Rechtsgebilde, hinter dem alle anderen Rechtsge. bilde zurückzutreten haben, ist der politische Führer.“ 1937 in seinem Buch „Verwaltung“ : „Der geformte Plan des Führers ist oberstes Rechtsgebot. Da der Führer vor allem anderen berufen ist, das Recht zu erkennen, kundzutun und zu vollstrecken, ist das Gese>z eine Entscheidung über dem Inhalt des völkischen Rech, tes, gegen die es keine Berufung an eine höhere Instanz der völkischen Ordnung geben kann.“ Die Mitverantwortung und .schuld des Theodor Maunz an den späteren Verbrechen „im Namen des Führers“ ist eindeutig. Wann endlich, so fragen wir mit Probst Grüben wird endlich auch den geistigen Initiatoren und den Sdhreibtischmördern der Prozess gemacht? Wann endlich werden auch die Verbrechen behandelt, die an deutschen Widerstandskämpfern, Kommunisten, Sozialisten und Liberalen begangen wurden? (Aus einer deutschen Zeitung) LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 219«. 1» izq. — T. E. 83-2613 19. Tisehri 5725 35. September 1964 Ein Diplomat berichtet Papst Pius XII. glaubte noch im Jahre 1943, dass die Berichte über die Massenvernichtung der Juden durch das Hitlerreich nur eine Propagandaübertreibung der Alliierten darstelle, die den Namen Deutschlands dadurch verächtlich hätten machen wollen. Dies geht aus den Akten, stücken des nordamerikanischen Aussen ministe riums hervor, die jetzt veröffentlicht wurden. ES ist ein Bericht eines amerikanischen Diplomaten, der am 5. Januar 1943 im Vatikan thne Unterredung mit dem Papst Pius XII. hatte. An sich bchan. delte das Gespräch die Krage einer Bombardierung Roms, doch wurden auch die Massenvernichtungen von Juden dabei erwähnt. Der Papst meinte nach diesem Bericht, die Bemerkung in seiner Weihnachtsred-\ dass viele Hunderttausende von Menschen getötet und gefoltert werden, sicher jeder verstanden hatte und dass sich dies auf Juden, Polen und sonstige Geiseln beziehe. Hätte er aber die Nazis dabei ausdrücklich erwähnt, so hätte er dies ja auch bezüglich der Bolschewiken tun müssen und er nehme an, dass dies den Westmächten, ihren Verbündeten, nicht hätte angenehm sein körn nen. Der Papst lies« dann auch durchblicken, dass er die westlichen Berichte über die Massentötungen der Juden für übertrieben halte. Die Juden in Tunis Paris. — Obwohl die Juden in Tunis eine gewisse Sicherheit geniessen, so betreiben sie doch beschleunigt ihre Ausreise aus dem Land, seit Präsident Bourguiba bemüht ist, eine Annäherung an die arabischen Länder zu vollziehen. Erst jetzt wanderten wieder hunderte Juden aus. nachdem kürzlich verboten wurde, Postsendungen nach Israel zu schicken und der Präsident eine heftige antiisraelische Rede auf der letzten Konferenz der Organisation für die afrikanische Einheit gehalten hatte. Die tunesischen Behörden bereiten den Reisen der Juden nach Israel Schwierigkeiten. (ITA) A EILAT POR EILAT Extraordinaria excursión a Israel Salida’: 6 de diciembre, vapor "FEDERICO O". DESDE U$S 69Ó Y FINANCIADO incluyendo viajes de ida y regreso traslados, hoteles y excursiones durante 15 dias en ISRAEL ‘ OTRAS SALIDAS EN AVION JET LAVALLE 1672 Planta baja 0&56 T, E.j 46-917» Tel. 70 9755/5025 Agencia N° I CABILDO 3102 esq. Iberá Tel. 701-9907 BUENOS AIRES ESCUELA HEBREA m EDUCACION - * INTEGRAL “DAVID WOLFSOHN” t 'AMENABAR 2972 . Buenos. Aires , ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung ★ BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E : SO - 6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HER AS

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