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Jüdische Wochenschau · 1964-09-11 · 2081 (11.9.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2081 (11.9.1964)
Date
1964-09-11
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 11 de Septiembre de 1964 la semana israelita Año XXV. — No. 2081 — 3 Sünde und Vergebung Im vergangenen Jahr tagte in der finnischen Haupt. Stadt Helsinki die Versammlung des Lutherischen Weltbundes. Die Tagung stand unter dem Motto „Rechtfertigung“, worunter die Lehre der Rechtfertigung des sündigen Menschen vor Gott zu verstehen ist. In diesem Zu. sammenhang nahm die Versammlung eine Resolution an, die auch für uns Juden von Bedeutung ist, zeigt sie doch, dass die Krise des Glaubens durch alle Religionen hindurch geht. „Der Mensch von heute fragt sich nicht mehr: Wie kriege ich einen gnädigen Gott? Er fragte radikaler, elementarer, er fragt nach Gott schlechthin: Wo bist Du, Gott? Er leidet nicht mehr unter dem Zorn Gottes, sondern unter dem Eindruck von Gottes Abwesen, heit, er leidet nicht mehr unter seiner Sünde, sondern unter der Sinnlosigkeit seines Daseins, er fragt nicht mehr von SCHALOM BEN CHORIN nach dem gnädigen Gott, i wenngleich die Führer der ir-\ . i rr:../>l-.A« Hb-n rv« /laiitli MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschät te mit der grösste« Answahl. SARMIENTO H4T T. E. 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. Ein neuer TRIUMPH der CARLTON-Kleidung Supersix CARLTON bringt ab 1. Sep. tember einen neuen, exklusiven Anzugtyp heraus, den | Supersix, mit 6 entscheiden- . den Vorzügen: | 1. Carlton . Spitzenqualität! garantiert durch seine Marke. 2. Reine Schurwolle. 3. Carlton getestet: knitterfrei und scheuerfest. 4. Formbeständig durch Stabile f or m verar beitung. 5. Ideales Gewicht, unserem Klima angepasst. 8. Modisch richtig, in Schnitt und Dessin. 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Sie haj ben nicht gesagt: der Lui theraner, der Protestant, der Christ sie haben richtig ge.; setzt: „der Mensch von heu- | te“. Der Jude macht hiervon; keine Ausnahme. Es ist ein '' Charakteristikum erst der i neuesten Epoche der jüdi-! sehen Geschichte, dass der Jude „gleichzeitig“ mit seiner Umwelt wurde. Das traf für den Juden im Ghetto nicht ohne weiteres zu. Als etwa die Stürme der Reformation die Christenheit be. wegten, blieb das Judentum hinter Ghettomauern von diesem gewaltigen Ereignis der geistigen Welt unberührt. Die Aufklärung setzte im Judentum später ein als in der europäischen Gesellschaft, wenngleich es ver. einzelte Geister im Judentum gab, die sich — wie Moses Mendelssohn — in das geistige Gefüge der Umwelt einordneten. Die Renaissance hatte nur ganz schwache Spuren im zeitgenössischen Judentum hinterlassen. Viel, leicht waren sich Juden und Christen bei aller äusseren Entfernung und Trennung im Hochmittelalter am nächsten. Scholastisches Denken, auf Autorität der Tradition gegründet, hier und dort. In der Antike waren die Hebräer durchaus „gleichzeitig“ mit ihrer Umwelt, wiewohl sie frühzeitig einen Monotheismus entwickelten, der sie von ihi-er Umwelt unterschied, aber dennoch war ihnen die Zusammengehörigkeit von Volk, Land und Gott gemeinsam mit ih_ rer heidnischen Umwelt. Heute ist der Jude wieder „gleichzeitig“ geworden mit seiner europäisch-amerikanischen Umwelt. Anstelle der Frage der Rechtfertigung, dem Problem von Sünde und Vergebung, tritt die Voraussetzungsfrage: Können wir heute noch glauben? Diese Frage stellt sich im Judentum und in der Kirche, Küchen diese Frage deutli , eher und klarer aussprechen j als etwa das Otoerrabbinat! in Israel, das immer nur von der Forderung des Gesetzes j spricht, ohne zu bedenken, j dass das Gesetz Gottes für den glaubenslosen Menschen wesenlos wird.; Stellt sich uns dieses Pro-; blem alle Tage im Jahre, so I erfährt es am Jom Kippur eine besondere Verschärfung, denn dieser Tag, den j wir als den heiligsten im Jahre anzusehen gewohnt sind, erhält seine Bedeutung ja nur und ausschliesslich aus dem Sündenbewusstsein des Menschen und der I Gemeinschaft. Fehlt dieses, so ist dieser Tag ein leeres Blatt im Kalender. ' Die Gestalt des Juden wird am klarsten sichtbar in Is- | rael, im Lande der jüdischen Selbstverwirklichung, — den Begriff „Gestalt“ hier im ' Sinne Ernst Jüngers gemeint. Dieser Philosoph unterscheidet zwischen Individuum, i Typus und Gestalt. Was beim Individuum oft nur angedeutet ist, wird beim Typus, sozusagen der Quer, summe der Individuen, schon deutlicher, aber erst die Gestalt, sozusagen die Idee, die hinter Individum und Typus steht, macht die Eigenschaften völlig klar. In Israel hat das Judentum wieder Gestalt gewonnen und war zugleich einem Gestaltwandel ausge- ,; setzt, der nicht mehr zu1 - übersehen ist. I Der glaubenlose Jude wird j hier sichtbarer als in der Dia-pora. Hunderttausende von glaubenslosen Juden finden sich doch am Jom Kip. pur zu einer Art jüdischem Appell (meist verbunden mit United Jewish Appeal) in den Synagogen ein, um so ihre Zugehörigkeit zu ihrer angestammten Schicksalsgemeinschaft zu dokumentieren. In Israel fehlt der Typus des Jom Kippur- Juden (er ist noch eine Re. duktion des Drei-Tage-Juden) durchaus nicht, der sich nur einmal im Jahre in die betende Gemeinschaft einfügt. Meist sind dies aber doch ältere Menschen, für die die Einkehr in die Synagoge eine Rückkehr in die eigene Jugend bedeutet. Die Sabrajugend ist grossenteils! von diesen Sentimenten frei. ] Wählend diese Jugend die anderen Feste des jüdischen Jahres neu zu gestalten un. ternahm, kapitulierte sie vor dem Jom Kippur, der eben ¡„nichts anderes“ ist als der i Tag des Gerichtes und der Gnade. Wo aber Begriffe wie Gericht (Mischpat) und Gnai de, (Rachamim) keine seeli- | I sehe Realität mehr darstel-! len, verliert der Versöh- : nungstag sein „spezifisches! j Gewicht“. i ' Eis hat gar keinen Sinn, diese Tatsache zu leugnen. : Weder durch administrati. ■ ven, religiösen Zwang noch j durch Steinwürfe auf Autos am Schabbat, kann dem glaubenslosen Juden von heute die zentrale Botschaft vermittelt werden, die der Jom Kippur für die Jahrtau-. sende des Judentums hatte. Der Tag und seine Botschaft haben freilich im Laufe dieser Jahrtausende selbst eine tiefe Wandlung erfahren. Während die Priester-Reli-; gion noch von einem magi. sehen Ritual ausging, das die , Sünden des ganzen Volkes einem Opfertier aufbürdete, dem berühmten Sündenbock, 1 der in die Wüste geschickt wurde, spricht die prophetische Botschaft bereits von ei- ■ ner sittlichen Verinnerlichung des Busstages, und die Mischna stellt apodiktisch fest, dass der Jom Kippur die Sünden, die von Mensch t zu Mensch begangen werden, ' nicht zu tilgen vermag. In der zwischenmenschlichen Sphäre gilt nur die Versöhnung, die wir einander selbst anbieten und gewäh. I ren. Sieht man diese Entwicklung, so eröffnet sich doch wiederum ein neuer Aspekt auch für den heutigen jüdischen Menschen. Wenn er sich nur die Frage nach dem Sinn seines Lebens stellt, wenn er in einer Atempause des Getriebs erschrokken der Sinnlosigkeit vieler seiner Aktivitäten inne wird, dann ist schon ein erster Schritt in der Richtung getan, die der Jom Kippur weisen will. Illusionslos muss man fest, stellen, dass dieser Tag für viele der leerste Tag im Jahre geworden ist. Wenn man den Mut zur Wirklichkeit hat und diese Leere als Va- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 2190, 1? izq. _ T. E. 83-2613 5. Tischri 5725 11. September 1964 Ende ein»* dunklen Geschichte Rom. — Aus der Kathedrale von Trento werden jetzt Bilder und Skulpturen entfernt, die den vor 5G0 Jahren angeblich verübten Ritualmord an einem christlichen Kind, Simon von i Trento, darstellen. Simon wurde später heilig gesprochen.! Das im Jahre 1475 kurz vor dem Osterfest erfolgte Verschwinden des dreijähri. < gen Simon Unverdorben; führte zu Gerüchten, dass er; von den Juden ermordet wor- ■ den sei, die sein Blut für ihj re Pessachmahlzeit brauchten. Die Juden von Trento ' mussten unter unsäglichen Foltern den ihnen unter.; schobenen Mord gestehen kuum gelten lässt und sioh nicht auch noch diesen letz, ten Tag der Möglichkeit eines Sichselbstfindens selbst durch emsige Betriebsamkeit verbaut, dann kann aus der Leere eine Fülle werden, dann kann in diese Leere hinein die Stimme dringen, die das ganze Jahr über von den lauten und überlauten Stimmen der Zeit übertönt wird. und wurden auf Scheiterhaufen verbrannt oder enthauptet. Eine päpstiicue Buue vom Juni 1748 rechtfertigte diese Hinrichtungen und sprach den kleinen Simon he.lig. In einer dem Heiligen Simon geweihten Kapelle wur. de der einbaisamierte Leichnam aufbewahrt, und Bilder und Skulpturen stellten dar, wie das Kind von den Juden getötet wurde. In den letzten Jahren war die Kapelle mit diesen mittelalterlichen Greueln „nur“ einen Tag im Jahr geöffnet. D.e Rabbiner jener icpcche hatten Trento als verbotene Stadt für aie Juden erklärt, solange dort das Märchen von dem Riuialmord verbreitet würde Jetzt werden die Bilder als Erinnerung an jene düsteren Zeiten in ein Museunr überführt. Das verblasste Bild des ,.Märtyrers“ Simon wird durch ein Bild von Moses ersetzt werden, und in der Kapelle soll eine Büste des Papstes Johannes XXIIT. als Symbol für den Anbruch ei. der neuen Aera in den katholisch-jüdischen Beziehungen Aufstellung finden. — (ITA) POR A ÜlaT^ Extraordinaria excursión a Israel Salida'. 6 de diciembre, vapor "FEDERICO C. DESDE U$S 69ÓY FINANCIADO incluyendo viajes de ida y regreso traslados, hoteles y excursiones durante 15 dias en ISRAEL ■OTRAS SALIDAS EN AVION JET LAVALLE 1672 Planta baja OÜ56 T. E.: 46-91791 ISRAEL - BRIEFMARKEN A4 WIEDER VERKAEUFEH — ALLE HEVAVMA- BEN ZUM OFFIZIELLEN FREIS Agencia Filatélica «ficial del Estado de Israel, VIAMONTE 5M. l/B — lun*^ Abree. Rey krgr atina Teppichhaus - M. 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