Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2081 (11.9.1964)
- Date
- 1964-09-11
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, U de Septiembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. No. 2081 Das Schweigen brechen (Schluss von Seite 1) Talmud und anderen Problemen. die sich auf die Juden bezogen haben. So wurde u. a. beschlossen, dass der Talmud, der zwar ein .verdammenswertes' Buch sei. trotz, dem gedruckt werden könne wenn das Wort Talmud wegbliebe und die angeblich kirchenfeindlichen Stellen fortgelassen werden (Tridentiner Konzil, <1545—63). — Papst Johannes XXIII. wollte, wie in vielen anderen Streitfragen unserer Gegenwart eine Grundsatzänderung der Kirche herbeiführen. Seine Pläne wurden durch seinen Tod zerstört Der neue Papst, Paul VI., beschloss zwar das Konzil fort, zusetzen, dessen erster Teil im vergangenen Jahr vor sich ging, ohne dass die Präge der Haltung der Kirche zu den Juden zu irgendeinem konkieten Abschluss geführt hätte. Vor allem schwebte dem grossen Papst Johannes XXIII. vor, die Blutanklage vom jüdischen Volk zu nehmen. jene Beschuldigung, die Juden hätten Christus ermordet. Fs soll hier nicht in eine Diskussion über diese These eingegangen werden, da der jüdische Standpunkt — eben, so wie die historischen Fakten — hinreichend bekannt sind, abgesehen davon, dass ohne den Tod Christi nach christlicher Auffassung die Welt garnicht hätte erlöst werden können. Beinahe zweitausend Jahre nach diesem Geschehen ein ganzes Volk mit einer solchen — absurden — Anklage zu bela. sten, ist nicht nur ein Anachronismus, sondern begründet selbst eine ungeheure Schuld für diejenigen, die solche Dogmen selbst heute noch verbreiten. Hier liegt eine der alten Wurzeln jeglichen Judenhasses, da diese Blutanklage den kleinsten Kindern bereits eingeträu- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2)90 14 izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. 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Man weiss, dass vor allem die deutschen Kardinale eine Stellungnahme und Revision des bisherigen kirchlichen Standpunktes befürworten. Es sollen aber er . hebliche Gegenströmungen vorhanden sein, die empfehlen, zumindestens das ganze Problem nicht zu berühren, um einen inneren Streit zu vermeiden. Da man jedoch bei einem Konzil niemals Voraussagen kann, welche Debatten geführt und welche Beschlüsse gefasst werden, bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, dass die Frage der Unfehlbarkeit des Papstes, wenn er ex catedra spricht, nicht zur Tagesordnung des 1. Vatika. nischen Konzils gehört hat nachher aber zum Dogma erhoben worden ist. Aus diesen Gründen dürfte es richtig sein, von Prognosen Abstand zu nehmen. Papst Paul VI. hat zu diesem Fragenkreis keineswegs mit derselben Klarheit Stel lung bezogen, wie dies Johan. nes XXIII. getan hat. In verschiedenen Erklärungen, die der Papst oder andere hohen kirchlichen Würdenträger erlassen haben, wurde mit aller Deutlichkeit unterstrichen, dass die erstrebte Annäherung zwischen den verschie. denen (kirchlichen) Glaubensbekenntnissen eine Eingliederung in die Katholische Kirche zum Ziel habe. Die grössere und umfassendere Idee einer Kooperation zwischen den verschiedenen Re. ligionen zur Schaffung einer Einheitsfront gegen die massigen Angriffe der organisierten Ungläubigkeit, gemeint: gegen den Kommunismus, ist ein wenig in den Hintergrund getreten. Zwar hat auch Papst Paul VI. anläss. lieh von Empfang n, die verschiedenen jüdischen Delegationen und einzelnen Persönlichkeiten gewährt wurden, eine durchaus aussöhnende Haltung eingenommen, den. ■ i noch immer die bestellenden Gegensätze unterstrichen. Als eines der bedeutendsten Ereignisse zwischen den beiden Tagungsperioden des Konzils ist der Papstbesuch an den Heiligen Stätten der Christenheit in Israel und Transjordanien anzusehen. Diese Reise trug einen — wenn man es so ausdrücken will — revolutionären Charakter, denn der Papst hat seit Jahrhunderten niemals italienischen Boden verlassen. Zwar wurde vor, wäh. rend und nach diese Reise bestritten, dass diese Wallfahrt irgendeinen politischen Charakter tragen würde. Immerhin hat der Papst dem Staatsoberhaupt Israels seine Reverenz erwiesen und ihm ein sehr schönes Geschenk überreicht; er hat sich lobend über Israel ausgespro. chen und dem arabischen Druck widerstanden, mit den israelischen Behörden in Kontakt zu treten. Sicherlich liegt hierin mehr als ein Akt der Höflichkeit, und so wurde dies auch von der Welt im allgemeinen verstanden. Dass aber hierdurch in der entscheidenden Frage der Wandlung des kirchlichen Standpunktes gegenüber dem Judentum eine Entscheidung gefallen sei, kann man nicht behaupten. Auch hat der Papst bisher keinen konkreten Schritt unternommen, um den Versuch einer Schlichtung des israelischarabischen Konfliktes zu be. ginnen, obwohl man damit rechnen konnte, dass zumindest während des Besuches im Heiligen Lande hierfür nicht nur Gelegenheit gewesen wäre, sondern auch die innere Bereitschaft der unmittelbar Beteiligten be. stand, einem päpstlichen Wort grossere Bedeutung zu schenken. Dem Frieden hätte auf diesem Wege durchaus ein grosser Dienst erwiesen werden können. Der Papst nahm dagegen während seines kurzen Israel-Besuches — für viele überraschend — zu der von dem deutschen Dramatiker Hoch, huth erhobenen Beschuldigung Stellung, sein Vorgänger Pius XII. habe in der Zeit der nazistischen Juden Verfolgungen geschwiegen, wo sein Wort erwartet wurde. Bisher haben die Juden oder irgendeine ihrer Repräsentan zu dieser Frage überhaupt nicht authentisch Stellung genommen, sodass der päpstliche Hinweis damals nur aus einem Gefühl oder aus der Ueberzeugung zu verstehen ist, das jüdische Volk habe sich den Vorwiir. fen Hochhuths angeschlossen. Zweifellos richtet sich der Angriff des Protestanten Rolf Hochhuth gegen die Kirche als Institution, zumal auch in den Folgejahren nach dem deutschen Zusammenbruch irgendeine offizielle Aufruf des Jüdischen Weltkongresses Anlässlich des Tages, an dem vor 25 Jahren der Zweite Weltkrieg von Hitler entfesselt wurde, hat die lateinamerikanische Exekutive des Jüdischen Weltkon. gresses eine Erklärung abgegeben, in der die blutigen Schrecken geschildert werden, in die das Naziregime ganz Europa stürzte, nachdem es „die neue Ordnung'1 und die Lehre vom Herrenmenschen proklamiert hatte. Wörtlich heisst es es weiter: „Gross war das Blutopfer, das die Menschheit brachte, um sich vom Nazismus zu befi-eien, der an die Eroberung der Welt schritt und die elementarsten Rechte und Freiheiten der Völker missachtete und ganze jüdische Gemeinden vernichtete. „Die lateinamerikanische Exekutive des Jüdischen Weltkongresses ruft daher an diesem tragischen Jahrestag die demokratische öffentliche Meinung Lateiname. rikas auf, das Wiederaufleben des Rassismus und der neonazistischen Umtriebe, gleich unter welchem Namen sie auf unserem Kontinent operieren, wachsam zu verfolgen. „Der Antisemitismus, der unter dem Motto des Antizionismus in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern von den Agenten der Arabischen Liga und den Nazis verhreitet wird, stellt eine direkte Bedrohung der demokratischen Freiheiten, des Zusammenlebens zwischen den einzelnen Sektoren der Bevölkerung und des sozialen Friedens dar. „Wir dürfen nicht vergessen, dass auch der Hitleris. mus in seinen Anfängen unbedeutend schien. Aber die entsetzliche Lehre, die die Geschichte der Menschheit am 1. September 1939 erteilt hat, ist eine Mahnung, deren die Menschen aller Rassen und Glaubensbekenntnise, welche den Frieden lieben und guten Willens sind, an diesem Tage eingedenk sein sollten.“ Mit einem Appell an alle Länder Lateinamerikas, den Kampf für die Geltung der Menschenwürde, den Frieden und die Harmonie in der Welt fortzuführen, schliesst diese Erklärung. U SEMANA ISRAELITA ^manarlo — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Liaa. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. kirchliche Stellungnahme zu diesen Vorgängen nicht be. . kannt geworden ist. j Man könnte die heutige Haltung der hohen deutj sehen katholischen Würdenträger als eine Bemühung interpretieren, auf ihre Weise durch eine Berichtigung des kirchlichen Standpunktes in der Judenfrage ihren Teil an einer geistigen und moralL sehen Wiedergutmachung des an den Juden durch zwei Jahrtausende begangenen Unrechts beizutragen. Im übrigen haben diese Kardi- : näle aus der nächsten Nähe beobachten können, zu welch . grausamen Konsequenzen ‘ Hass- und Irrlehren führen , können. Dabei ist es eine ge-! schichtliche Wahrheit, dass; gerade in Deutschland eini.! ge hohe Geistliche mutig gej gen den Nazismus und für j die Juden eingetreten sind j und damit den Beweis er- | brachten, dass selbst im un-; mittelbaren Machtgebiet des 1 Dritten Reiches Mögliehkei.! ten vorhanden waren, für Wahrheit und Gerechtigkeit; die Stimme zu erheben. Des- 1 wegen ist unter allen Umj ständen die Frage berechj tifgt, welche Wirkung wohl \ von einer päpstlichen Stel. lungnahme ausgegangen wä-; re, wenn sie nur erfolgt sein würde. Die Weltsituation ist in | den letzten Monaten noch; unerfreulicher geworden, als j sie bereits war. Zwistigkeiten und blutige Kämpfe kennzeichnen den gegenwärtigen Augenblick. Das Ungeheuer des gegen die Juden gerichteten Hasses erhebt gerade in katholischen Ländern er. neut sein Haupt. Jetzt wäre die Möglichkeit für den Papst, das Konzil und die Katholische Kirche gegeben, laut und vernehmlich mit aller Entschiedenheit den Antisemitismus zu verdammen, in welcher Form dieser sich auch bemerkbar machen möge. Auf diese Weise könnte Keine deutschen Waffen für Israel Stambul. — Das türkische Aussenministerium hat ägyptische Pressemeldungen dementiert, nach denen die Türkei von der Bundesrepublik gelieferte Waffen an Israel weitergeben wolle. Das türkische Aussenministerium bezeichnet* diese -„vor. sätzlich erfundenen Meldungen“ als völlig unbegründet. (AWZ) Nasser und Sallal London. — Der ägyptische Staatspräsident Nasser und der Präsident der Republik Jemen, Sallal, haben jetzt in Kairo ein Abkommen zur Koordinierung der Politik beider Länder unterzeichnet Das Vertragswerk gleicht dem „Einheitsabkommen“, das im letzten Mai zwischen Aegypten und Irak vereinbart wurde. (AWZ) neuem Streit und neuem Verbrechen gewehrt sowie neuen Gefahren entgegenge. wirkt werden. So würde auch unschwer vermieden, dass man ein zweites Mal in unserer Zeit das päpstliche Schweigen als Unrecht empfindet. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardielogia — Hospital Fernandez ELECTROCARDIOGRAMME CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag Ins Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaUisbeutel Käppchen Maz zot-Taschen ■ Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VÏAMONTE 2U37 V> B. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. 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